Elterngeld und Steuererklärung, hilflos und völlig überfordert😖

Hallo ihr lieben,
Ich bin jetztvzum ersten mal hier in diesem Bereich der Plattform.
Ich würde gern nun zum ersten Mal meine Steuererklärung machen und dies eben auch rückwirkend für die letzten 3 Jahre.
Ich habe mich nun vorab ein wenig informiert und gelesen das man wenn man elterngeld bezogen hat enorme Steuern nachzahlen muss.
Ich habe für 12 Monate ca 950€ erhalten und mein Mann für 1 Monat knappe 500€ weil bei ihm noch ein paar Monate Ausbildung mit rein gezählt haben.
Das elterngeld haben wir 2019 und 2020 bezogen.
Wir sind beide eher gering verdiener, und dadurch das ich täglich zwischen 52 und 70 km fahre wollte ich versuchen mir mit der Steuererklärung etwas zurück zu holen. Nun habe ich aber Angst das wir durch die elternzeit so enorm ins minus rutschen das wir steuern nachzahlen müssen und uns damit am Ende noch verschulden.
Ich verdiene je nach zuschlagen zwischen 1200 und 1400 und mein Mann bisher ca 1300.
War auch während der elternzwut so bei ihm und mir.

Könnt ihr mir helfen?
Hattet ihr ähnliche Konstellationen?
Oder sollten wir / sollte ich das lieber lassen und erst ab diesem Jahr mit der Steuererklärung anfangen?
Das ist alles sehr neu für mich..

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Wer Elterngeld bezieht, MUSS für das betreffende Jahr/die betreffenden Jahre eine Steuererklärung machen.
Da werdet ihr nicht drumherum kommen.
>>>Enorme Steuern<<< werdet ihr sicher nicht nachzahlen müssen.

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Da ist mir ein guter Steuerberater jeden Cent wert 😉

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Und mir ist jeder Cent für Formularausfüller zu viel. Jeder wie er will.

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Der kann keine Wunder bewirken!

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Hi,
Ihr müsst die Steuererklärung machen.
Holt euch eine Software, da gibts verschiedene, oder lasst es über den Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater laufen.
Wenn ihr aber nix außergewöhnliches habt, reicht meiner Meinung nach die Software.
Enorme Steuern kann nur zahlen, wer viel zu versteuerendes Einkommen hat...mit deinen Angaben (geringer Verdienst und absetzbare Fahrtkosten) könnte! es sogar eher sein, dass ihr etwas zurückerhaltet (es gibt ja auch Freibeträge, auch fürs Kind).
Die Software rechnet es durch, bevor es abgeschickt wird. Sollte da ein großer Nachzahlbetrag rauskommen, könntest du es dann immer noch zum Steuerberater geben.
Lg

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Wenn bei der Software ein großer Nachzahlbezrag raus käme, dann könnte ein Steuerberater daran auch nichts ändern.

Ich empfehle echt die Wiso-Steuer-Software. Da bekommt man noch sehr viele Tipps zu Pauschalen die man ansetzen kann und die nicht geprüft werden.

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Das stimmt wohl, wenn man nachzahlen muss, ändert der Steuerberater auch nichts.
Ich kann mir aber vorstellen, dass man, wenn man das zum ersten Mal macht ein besseres Gefühl hat, wenn man weiß es wurde nichts übersehen und sich vermutlich weniger über die Gebühr ärgert...
Aber ja, ich würde es persönlich auch selbst machen.

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Wie schon gesagt, ihr kommt nicht drumherum für die elterngeldjahre eine Steuererklärung abgeben. Ich kann das WISO Steuer Programm empfehlen, da muss man sich einmal reinfuchsen und dann kann man es Jahr für Jahr übernehmen und ggf. anpassen. Ich würde mich auch für den Datenabruf bei Elster anmelden eine elster id ist auch sinnvoll, spart Zeit.

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Es ist ein totales Gerücht, dass man immer Steuern nachzahlen muss, nachdem man Elterngeld bezogen hat. Gerade bei geringeren Einkommen und wenn man viel abzusetzen hat, wie bei dir die Fahrtstrecken, ist das nicht zu erwarten. Wir haben trotz höherer Einkommen Steuern zurück bekommen.

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Du hättest ohne Elterngeld noch mehr zurückbekommen.

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Mag sein. In unserem Fall ist das Kind zur Jahresmitte geboren. Ich hatte also ohnehin schon viel zu viele Steuern voraus bezahlt, dafür, dass dann plötzlich im zweiten Halbjahr gar kein Gehalt mehr kam. Denn die monatliche Lohnsteuer wird ja immer so berechnet, dass der Staat davon ausgeht, dass man genau diesen Betrag das ganze Jahr über gleichmäßig verdient. Aus dem gleichen Grund gab es dann im zweiten Jahr auch wieder Steuern zurück, weil ich nach einem Jahr EZ wieder nur 5 Monate im Kalenderjahr gearbeitet habe.

Verdient man also 4.000 € brutto, denkt der Staat ja man wird 48.000€/Jahr verdienen, berechnet die Lohnsteuer für dieses Gehaltsniveau dafür und zieht dir jeden Monat 1/12 ab. Wenn du jetzt aber nur 6 Monate arbeitest, also nit 24.000€ Jahreseinkommen hattest, hast du in diesen ersten 6 Monaten schon viel zu viele Steuern bezahlt, für das doch so gering gebliebene Jahreseinkommen.

Es hat also sehr viel mit dem Zeitpunkt des Mutterschutzbeginn zu tun.

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Da ihr Entgeltersatzleistungen (Elterngeld, Krankengeld, oder AlG, bei euch Elterngeld) erhalten habt, müsst ihr für jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben. Möglicherweise gibt es auch Verspätungszuschlag, da die Erklärung nicht fristgerecht abgegeben wird.

Also:
Eure Werbungskosten scheinen höher als die Pauschale zu sein. Das wirkt sich mindernd auf die Steuer aus.
Das Elterngeld erhöht euren Steuersatz. Das erhöht die Steuern. Ich vermute, dass ihr schon einiges an Geld wieder bekommt.

Ratschlag:
Deine Fahrtkosten schwanken, das müsstest du erklären (Entfernungspauschale oder Reisekostenrecht), evtl. Arbeitszimmer während der Ausbildung könnte angesetzt werden...
An Deiner Stelle würde ich einen Lohnsteuerhilfeverein aufsuchen.

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Die Frist für 2019 ist abgelaufen, da warst du aber aufgrund vom Elterngeld schon verpflichtet dazu.
Für 2020 wird es knapp.

Steuerberater haben deutlich längere Fristen. Aber auch da müsste es für 2019 zu spät sein.

Ich würde auf jeden Fall zum Steuerberater gehen.
Wenn du dann die Unterlagen bekommen hast, ist es recht einfach die Steuer für 2021 und weitere Jahre selbst zu machen.
Die Rechnung vom Steuerberater kann dann auch abgesetzt werden.

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Man kann die Steuer selbst 4 Jahre rückwirkend machen(lassen).
Habe es jetzt mit TaxFix durchgerechnet und würde gut 500€ (für die 3 jahre) zurück bekommen.

Aber das wir die Steuererklärung zwingen machen müssen zwecks elterngeld wusste ich auch nicht. Das hab ich hier jetzt in den Antworten das erste mal gelesen.
Und das ist auch bei AlG so?

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Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Verdienstausfallentschädigung (BV), AlG 1, Krankengeld unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Die Steuererklärung muss abgegeben werden. Nicht aber AlG 2, da es sich nicht um eine Entgeltersatzleistung handelt.

Wenn ihr verheiratet seid und Steuerklasse 3/5 habt, dann müsst ihr auch eine Steuererklärung abgeben. Aber mit euren Fahrtkosten lohnt es sich ja eh.

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"Oder sollten wir / sollte ich das lieber lassen und erst ab diesem Jahr mit der Steuererklärung anfangen?"

Geh bitte dringend zum Steuerberater um Dir Ärger zu ersparen. Der Steuerberater erklärt die betreffenden Jahre in der zeitlich richtigen Reihenfolge (erst 2019) und Dein Problem ist keines mehr.

Wenn Du die Steuer erst ab diesem Jahr erklärst ohne die Vorjahre vorher nachzureichen, dann kannst Du dem Finanzamt auch gleich erzählen, dass Du vorsätzlich nicht so Lust auf Steuerzahlen hast. Die sind dort nicht blöde und zahlen musst Du so oder so. Besser Du gehst zum Finanzamt als umgekehrt.

Falls Nachzahlungen auf dich Zukommen kann man mit dem Finanzamt auch Ratenzahlungen vereinbaren.

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Ich hatte da halt echt keine Ahnung von 🙈
Ich wusste nur, machst du es einmal musst du es immer machen 😅

Aber ich hab jetzt die Steuererklärung mit TaxFix für die letzten 3 Jahre durchgerechnet und würde trotz minimaler Nachzahlung 2019 gut 500€ zurück bekommen.

Meine Tante macht das schon seit ewigkeiten selbst und die lass ich da noch mal drüber schaun 😅

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ganz einfach: Unterlagen nach Thema sortieren (Steuerbescheinigungen der Banken, alle Versicherungen, Ausgaben für den Job (Bücher, Trainings, alles, was Bezug zum Job hat), Kosten Telekommunikation (WLAN zu Hause), Jahressteuerbescheinigung vom Arbeitgeber, Kosten Gesundheit (Brille, Zahnarzt, Medis auf Rezept), Wisch von Krankenkasse wegen Zuschuss Mutterschaftsgeld, Elterngeldbescheid, einfach mal googeln: was von der steuer absetzen?). Unterlagen für die letzten Jahre!

Dicke Flasche Sekt kaufen und Treffen mit Tante vereinbaren, mit Gutschein für Lieblingsrestaurant bestechen. Und nebendran setzen und mitarbeiten, da lernt man am besten.

Bei DER Entfernung zum Arbeitsplatz hätte ich schon längst Steuererklärung gemacht - das haut richtig rein und bringt Geld zurück!
btw: Meine Mutter hat beim Steuerberater gearbeitet - ich hab meine erste Steuererklärung mit 16 gemacht mit ihr zusammen; mein erster Ferienjob... Da gabs dann so 150DM zurück damals, und für ne 16jährige war das so richtig Geld! Seitdem bin ich Fan von Steuererklärungen - eine Stunde Arbeit, und nen besseren Stundenlohn kriegt man nirgends!

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Du kannst bei jeder Steuererklärung eine Proberechnung machen. Wenn du nicht verpflichtet bist, abzugeben, gibst du dann eben nicht ab, wenn eine Nachzahlung dabei herauskommt.

Allerdings musst du so oder so eine Steuererklärung abgeben für die Jahre, in denen du Elterngeld bezogen hast.
Ob ihr nachzahlen müsste, oder nicht, hängt von euren persönlichen Umständen ab. Wir haben letzes Jahr 5000 Euro zurückbekommen trotz Elterngeldbezugs. Sind aber auch beide StKl 4.

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Achso: und für 2019 hättest du ohne Steuerberater bis Ende Juli(?) 2020 abgeben müssen. Die für 2020 bis Juli 2021 usw. wenn du verpflichtet bist eine abzugeben.
Müsst ihr nachzahlen, kommen jetzt noch Zinsen dazu.
Wenn wir nicht abgeben müssen, geben wir immer freiwillig ab. 1000 Euro Rückzahlung pro Person bzw. 2000 für uns zusammen haben wir immer mindestens. Den meisten, die nicht abgeben, geht viel Geld verloren weil sie sich damit nicht auseinandersetzen wollen.

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