Spendenabo- dem Ganzen schnell ausweichen

Liebe Community,
Ich habe mal eine Frage an euch (weiß nicht, ob das die richtige Unterkategorie ist, aber hier sind recht viele unterwegs).

Wie geht ihr mit Spendensamlern um?
Ich weiß spenden ist was gutes, wichtiges und ich bin dafür (spende für GP und SOS Kinderdorf), aber man muss es sich ja auch leisten können! Nun bin ich gestern wieder in einen Spendenstand gelaufen. Mit Kinderwagen und eigentlich wenig Zeit. Und schon gehen sie los, die suggestiv Fragen. Ich versuche mich da 10 Minuten rauszuquatschen, sage, dass ich in EZ bin, nur EG bekomme und mein Mann den Großteil des Geldes derzeit verdient und ich daher nicht allein entscheiden kann.

Irgendwann wird es mir zu bunt mit den Fragen ("ob bei 15 Euro weniger im Monat nicht trotzdem noch jeden Morgen das Lieblingsfrühstück auf dem Tisch stehen würde") und ich spreche an, dass ich dir Taktik der sugestiven Fragestellung kenne, durchschauen und genau weiß, dass keiner hier mit 'nein' antwortet, wenn er nicht als Ar*** der Nation dastehen will.

Naja langes blabla, ich habe versprochen mit meinem Mann drüber zu sprechen und nochmal vorbei zu kommen (ja glatte Lüge).
Im Grunde hasse ich das. Dieses Ausrede suchen und rumdrucksen. Ich würde gerne gerade heraus sagen, nope kein Interesse und weiter gehen. Aber irgendwie kriege ich das nicht gebacken.

Mein Mann erzählte mir dann abends bei dem Thema, er ist mal einen riesen Umweg gelaufen, um denen aus dem weg zu gehen. Läuft er abends in so einen Stand sagt er sofort, er habe schon zwei Bier getrunken (da dürfen die wohl keine 'Verträge mehr abschließen).

Wie geht ihr damit um, vorausgesetzt ihr seid sicher kein Spendenabo abschließen zu wollen?

P.S. Es ging um Flüchtlingshilfe (wen es interessiert)

LG

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Doch, es ist so. Ein einfaches, freundliches: "Nein danke, kein Interesse." und bloß nicht stehen bleiben reichen meistens aus. Bleibst du stehen, hast du verloren.
Stellt sich dir jemand in den Weg, dann ist doch wohl klar, das diese Person nicht mal mehr Freundlichkeit erwarten kann.
Was ungemein hilft, das ist Wissen. Meine Freundin spendet sehr viel, schon seit vielen Jahren. Sie hat sich ein Wissen verschafft, darüber wie die großen Vereine arbeiten, was schlußendlich wirklich von deinem Geld dort ankommt, wo es hin soll. Das macht "nein" sagen und seinen Weg unbeirrt weiter gehen unsagbar leicht. Meine Zeit ist mir einfach zu schade, um mich von solchen Halsabschneidern zutexten zu lassen, auch wenn die Typen auf der Straße quasi das unterste Glied der Kette sind.
Jeder darf in Deutschland (bis auf ein paar Bundesländer) ohne Genehmigung einfach spenden sammeln, mach dir das mal bewußt. Die können dir das gelbe vom Ei erzählen, dramatische Bildchen zeigen und Bilder von angeblichen Projekten, ob die Kohle schlußendlich nicht einfach auf deren eigenes Konto landet und du ihr neues Auto mitfinanzierst, das weißt du nicht. Das macht es noch mal leichter, die Leute einfach stehen zu lassen.

Es gibt viele tolle, kleine unterstützenswerte (vorallem seriöse) Projekte in Deutschland, keiner von ihnen steht auf der Straße und drängt Passanten dazu, doch Abos abzuschließen. Sie verdienen unsere Aufmerksamkeit und unser Geld, nicht die, denen du vorm Rossmann begegnest.

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Danke, das hilft tatsächlich sehr 😃

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Huhu

Ich sage meistens "kein Interesse" und laufe einfach weiter.

Mir egal ob ich so unsympathisch erscheine, oder nicht. 😅

Lg

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Hi,
ich schließe grundsätzlich gar nichts ab, was auf der Straße oder an der Haustür angeboten wird.

Und ich gehe auch Umwege, so daß ich an dem Stand nicht vorbei muß, oder sage, daß ich auf der Flucht bin, und für die Firma unterwegs bin, und keinerlei Zeit habe.

Da das meiste Zeit in dem Bürokratischen Wasserkopf hängenbleibt, und selten was ankommt, wird das unterstützt was ich nachvollziehen kann, Förderverein Kiga und Sprachheilschule, auch wenn sie dort nicht mehr sind.

Gruß

2

Solche Stände sind doch schon von Weitem sichtbar, also kann man drumherum gehen. Bzw. einfach weitergehen, wenn man angesprochen wird.

Ganz ehrlich, ich habe das Gefühl, du bist mit Absicht dahin; um zu provozieren und deine Meinung dazu bestätigt zu bekommen. Nächstes Mal mach nen weiten Bogen darum.
Und wenn man selbstbewußt dran vorbeigeht und nicht groß hinschaut, wird man meist auch nicht angeschaut. DU scheinst ein offensichtliches "Opfer" zu sein, durch deine Art.

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Wow, hah neee glaub mal, ich bin da nicht mit Absicht hingerand. Ich kam aus dem Rossmann, wollte zu einer Unterführung (es begann zu Tröpfeln) und der junge Mann stellte sich mir in den Weg. Eine Seite doppelspurige Straße, andere Seite Häuserfasade. Ich hätte provokant umdrehen müssen um dem auszuweichen. Aber danke für die blöde Unterstellung. 🙋‍♀️

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dann werd schlagfertiger: ich möchte gerade nicht aufgehalten wegen, könnten sie bitte einen schritt zur seite treten. danke. auf alles andere nicht reagieren.

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Hallo,

solche Infostände gibt es hier auch überall - die einen wollen Spenden, der nächste eine ADAC-Mitgliedschaft verkaufen, der 3. eine Zeitungs- oder Skyabo. Ich mache sowas aus Prinzip nicht! Also irgendwo im Einkaufscenter oder im Supermarkt im vorbeigehen irgendeinen Vertrag abzuschließen.

Man darf mir gerne etwa über einen Verein und sein Tun erzählen, aber vor Ort unterschreibe ich nichts und das sag ich sofort. Ich nehme mir auch gerne Flyer mit, lese mir das daheim in Ruhe durch, besuche die Internetseite und bespreche es mit meinem Mann. Wir haben die Mittel dazu und spenden auch gerne und unterstützen verschiedene Projekte. Aber nicht unter Druck. Die, die dann abwiegeln weil sie wissen ich unterschreibe nicht - anscheinend strahle ich das auch aus - sind dann eh bei mir raus. Oft kam auch - Flyer haben wir nicht, dass lohnt sich nicht weil sich kaum jemand dann anmeldet - haben dann bei mir auch Pech. Ich lass mich nicht unter Druck setzen.

Haben uns auch schon in Ruhe dann für das ein oder andere Projekt entschieden. Entweder gehe ich tatsächlich wieder zurück zum Stand oder vermerke es auf dem Vertrag wo/wie ich auf sie Aufmerksam geworden bin.

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Danke, da sprichst du einen Punkt an. Ich sagte nämlich auch 'ihr habt doch sicher eine Webseite, auf der man sich informieren und ggf. ein Spendenabo abschließen kann', da rückte der junge Mann auch damit raus, dass er ja auch was davon hätte, wenn ich es bei ihm abschließe...
Nachtigall ik hör dir trapsen...

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Da kannst du ihn sagen: Sorry für ihr Gehalt ist das doof, aber genau für solche Organisationen spende ich nicht. Denn der %-Satz meiner Spende, der wirklich beim zu behebenden Missstand ankommt ist einfach zu gering.

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Mir passiert sowas einfach nicht!

An der Tür schließe ich gar nichts ab! Das sag ich so und das Thema ist erledigt. Früher hab ich gesagt, dass ich nie Kleingeld zu Hause hab.

Es geht doch niemanden was an, wofür ich mein Geld ausgebe, und ob mit 15 Euro weniger weh tun?! Also diskutiere ich auch nicht darüber.

Nein sagen und weiter gehen. Wenn du stehen bleibst, bist du doch selber schuld, dass die dich da versuchen zu melken und du kaum raus kommst.

Davon ab, wir machen schon sehr viel gemeinnützig und spenden. Und das sag ich auch mal.

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Ja stimmt, selber schuld wah?
Danke

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Ich spende mal gern, aber nicht im Abo.
Ich lass mich gar nicht ansprechen... einfach "nein, danke", höflich lächeln und weiter gehen und dabei möglichst gestresst aussehen ;-)

In der Elternzeit habe ich das auch gehasst, man konnte nie ungestört durch die Stadt, da bin ich tatsächlich auch schon Umwege gelaufen ;-)

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Danke, oft versuche ich das sogar, manchmal klappt es auch, einige haben dann sogar gefragt, ob sie ein Stück mit mir kommen können, damit sie mir im gehen was von ihrer Aktion erzählen können....

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Ganz ehrlich, wenn es penetrant wird, dann werd ich auch mal komisch...
Ich weiß, die machen nur ihre Arbeit, aber es gibt Grenzen.

Ich habe mal in einer Agentur gearbeitet, die Aktionen auf der Straße organisiert hat, jetzt nicht sowas, aber eben mit Passantenansprache. Dafür muss das Ordnungsamt Genehmigungen erteilen und in der Regel sind in diesen Genehmigungen vermerkt, dass niemand belästigt werden darf.

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Ich sage dann das ich kein Interesse habe, 1. ich Spende schon gerne wenn ich kann, aber ich habe auch keine Lust mir meine Zeit rauben zu lassen davon. Einfach sagen sorry ich hab keine Interesse, es geht keinen was an ob oder ob du nicht irgendwo spendest, keiner kann alle Retten.
Warum legst du dem offen was ihr habt und macht und Elternzeit? Geht die nix an ganz einfach, wenn sie aufdringlich werden dann gehe ich wortlos weiter :-)

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Der Witz war sogar, der wollte meinen Vornamen wissen (habe einen falschen genannt), welchen er dann auch nicht behalten konnte und ständig falsch benutzt hat (ein H zugefügt). Aber ich denke nicht, dass die sich von dem gesagten (Elternzeit, Name) irgendwas merken. Aber ja, du hast recht, es geht die nix an. Ich muss da echt bissel mehr Rückrad entwickeln...

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Ich denke du musst einfach lernen das du nicht in der Pflicht bist ihm irgendwas zu sagen, ich hätte auch einfach gesagt mein Name geht sie nichts an .....Ich schau erst ga rnicht so genau hin :-)

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Früher ging es mir ähnlich wie euch.

Inzwischen mache ich es so: ich spende gelegentlich (ohne Abo) an ein-zwei von mir selbst ausgewählte Stellen. Freiwillig und weil ich die handelnden Menschen dazu kenne.

Wenn ich angesprochen werde, sage ich nur "ich spende schon".
Auf Fragen gehe ich dann gar nicht ein.
Es geht diejenigen nichts an
- an wen ich spende
- warum
- wieso
- warum nicht auch noch ...
- wieso ich mir lieber selbst bewusst aussuche (und eine Entscheidung getroffen habe)
- wie viel
- warum nicht bereit bin an anderer Stelle weniger zu spenden, nur damit diese mehr bekommen
usw.

"Ich spende schon"
Fertig.
Es geht guten Gewissens niemanden an, wem ich spende.

Nur und NUR dann, wenn 1. Zeit habe, 2. Nerven habe, 3. mir das angepriesene Projekt dubios erscheint,
DANN deute ich an, wofür ich spende. Bzw. stelle Gegenfragen. Und ihres ist besser als ....
Ah, ok ..... dann soll ich den Kindern xy das Geld wegnehmen, damit ihr Projekt ..... ohne Medikamente kann ich mir die Arbeit nicht mehr leisten, ohne Arbeit nichts spenden.

Bzw. wenn ich den Eindruck habe, dass diejenigen eher automatisiert spenden sammeln und gar nicht so recht überzeugt sind, dann mach ich auch schon mal Werbung für das, wofür ich spende.
So nach dem Motto: gib mir du den Flyer mit, ich denke drüber nach. Dafür spendest du an ....
Manche rollen dann nur mit den Augen. IHR Geld geben ist nicht möglich. Selbst verdienen sie ja nichts. Selbst können sie gar nicht spenden, deswegen fragen sie ja mich .... Rechtfertigung Retour.

Bei denjenigen, bei denen ich merke, dass sie voll dahinter stehen oder wo ich das Engagement super finde, wofür gespendet wird, mache ich es anders.
Da sage ich , dass mir das Projekt gefällt, zeige Respekt. Bei manchen steckt wirklich echte Arbeit dahinter !
Nur spenden ist dann nicht. Ich habe mich bewusst für etwas entschieden.
Ggf. nehme ich dann Flyer mit. Aber nur dann, wenn ich jemanden kenne, der echtes Interesse hat. Das muss nicht direkt spenden sein. Ehrenamt, mitmachen, Projekt direkt unterstützen etc. geht ja auch. Das ist dann echtes Interesse am Infomaterial und gebe es als Tipp tatsächlich auch weiter.

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Danke für deine ausführliche Antwort 😃

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