Beschäftigungsverbot

Hallo :-)
Wie im Titel schon beschrieben, handelt es sich bei der Frage um das Beschäftigungsverbot.

Ich bin jetzt fast in der 20. Ssw, arbeite Vollzeit in der Systemgastronomie. Wir haben weiter den Drive geöffnet und rein dürfen bis zu 5 Personen. Die Empfehlung bei uns geht klar in Richtung: Schwangere während der Coronazeit sollten nicht beschäftigt werden. Ich hatte mich damals dazu entschieden, dass ich gerne noch arbeiten möchte, bis ich merke, es geht nicht mehr und meine Chefin meinte damals auch zu mir, ich soll das dann einfach mitteilen. Soweit so fein. Im Januar und Februar hatte ich viel Büroarbeit, relativ wenig Stunden und war absolut zufrieden - mir ging es gut. Diesen Monat ist es allerdings so, dass meine Stunden bei über 160 Stunden sind und ich merke, dass es mir nicht mehr gut geht. Auch meine Büroarbeit fällt weg, da meine Aufgaben natürlich abgegeben wurden, da ich ja bald nicht mehr da bin. Also renne ich hier "munter" durch den Laden und arbeite ganz normal mit. Ich komme von meinen Schichten nach Hause, bin kaputt, ausgelaugt, mein Ischias schmerzt, an ganz schlechten Tagen kommt dann Erbrechen und generelle Übelkeit dazu. Montag lag ich ab 16 Uhr im Bett und konnte nichts essen, da ich es sofort ausbrach. Ich habe mir bis jetzt außer an einem Tag keine AU geholt und die war im Januar. Ansonsten beschwere ich mich nicht.

Mittlerweile ist es aber nunmal so, dass es mir nicht mehr gut geht. Ich fühle mich dort nicht mehr wohl, komme nicht mehr zur Ruhe Zuhause und die Unterleibsschmerzen fangen schon an, wenn ich weiß, ich muss am nächsten Morgen/Mittag arbeiten.
Ich fühle mich mittlerweile auch nicht mehr so sicher. Die ersten Coronafälle werden auch bei uns bekannt und meine direkte Kollegin ist aktuell in Quarantäne. Dadurch, dass ich jetzt keine Bürotage mehr habe, habe ich viel mehr Kontakt zu Menschen, bei den aktuellen Zahlen in unserer Stadt (wir steuern die 200 Inzidenz wieder an) wird das Gefühl auch nicht wohler und wenn ich versuche den Kontakt zu meiden, habe ich den Kontakt zu allen Mitarbeitern und/oder den Stress, wenn wir hier wieder die Party des Jahres am steigen haben. Gestern habe ich dann mit meiner Chefin geredet ob wir das vereinbarte dann umsetzen können, aber ihre Aussagen waren recht negativ und jetzt soll ich zum Arzt gehen, wenn ich meine es geht nicht mehr, und mir dort mein Beschäftigungsverbot holen.

Mein Frauenarzt ist jetzt leider im Urlaub, kann ich das Beschäftigungsverbot auch bei meinem Hausarzt besorgen? Und wenn ja, sind die genannten Sachen auch Gründe, wofür ich das Verbot kriegen würde?

Liebe Grüße:-)

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Hast du mal deine Chefin angesprochen, dass SIE zuständig ist dir entweder einen mutterschutzgerechten Arbeitsplatz zu geben oder ins BV zu schicken??

Du solltest heute noch die zuständige Aufsichtsbehörde kontaktieren und deine Situation erklären. Zudem dort Informationen einholen, damit du deiner Chefin selbstbewusst gegenüber treten kannst.

Wenn du Beschwerden hast, wie du schreibst, sind das keine Gründe für ein BV vom Arzt. Der kann für so etwas nur eine AUB geben.

Du solltest tatsächlich dich erst an die Behörde wenden. Deine Chefin macht es sich sehr einfach.

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Also in der Situation darf dir kein Arzt ein bv ausstellen, da weder deine noch das Leben deines Kindes in Gefahr sind. Die genannten Beschwerden ( die ich absolut nicht herunterspielen möchte) sind aber einfach ein Grund für eine AU.

Dein Arbeitgeber ist dafür zuständig dir einen Mutterschutzgerechten Arbeitsplatz zu geben und wenn er/sie das nicht kann muss ein bv ausgesprochen werden.
Ich weiß echt nicht warum so viele Arbeitgeber denken die Frauen könnten sich einfach beim Arzt ein bv aufstellen lassen.
Da muss dein Arbeitgeber sich schon drum kümmern. Wie meine Vorrednerin schon schrieb kannst und solltest du dich an die Behörde wenden. Die können dich da unterstützen.

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Danke euch beiden für die Antwort. Ich dachte mir das schon, dass es schwierig wird und sie sich den leichten Weg gesucht hat. War ja irgendwie klar, hätte hätte mit rechnen können - zumal es sonst auch irgendwie NIE ein Problem ist, wenn jemand schwanger ist, ein BV auszusprechen. Ganz im Gegenteil, normal zögern die hier nicht lange. 😉
Ich werde gleich mal bei meinem Hausarzt anrufen und fragen, wann ich vorbei kann. Wollte eine AU eigentlich vermeiden, aber es scheint als wäre das irgendwie nur so möglich und mich dann in Ruhe darum kümmern nochmal das Gespräch zu suchen und mich da richtig schlau zu machen..

Es war am Anfang einfach alles gut, die Büroarbeit hat es mir ehrlich ein wenig erleichtert hier. Nur ist das jetzt nicht mehr drin und ich soll nur noch meine Schicht machen.

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Was war denn eigentlich das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung?

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