Kündigung erhalten!

Hallo Ihr Lieben,
ich habe mich eben auf dem Forum angemeldet, da ich dringend Rat brauche..
Ich bin seit ca. 1 Jahr als Sekretärin angestellt.
Vor 7 Wochen hatte ich eine Fehlgeburt in der 6. SSW, war daher 1 Woche krank geschrieben. Da ich dachte meine Chefin hat Verständnis, habe ich ihr von der Fehlgeburt berichtet. Sie war total sauer wie ich jetzt in der Corona Situation schwanger werden konnte. Ich sagte Ihr, es war nicht geplant und das es sich ja jetzt erledigt hätte. Vergangenen Mittwoch habe ich positiv getestet und habe heute meinen 1. FA Termin gehabt. Dieser konnte im Ultraschall noch nicht viel sehen. Aber eine SS wurde durch Urintests bestätigt. Ich wurde aufgrund starker Schmerzen 1 Woche krank geschrieben. Paar Stunden später habe ich die Kündigung erhalten. Da meine „Abteilung aufgelöst wurde und es keine weitere Beschäftigung“ für mich gibt. Was soll ich tun? Was sind meine Rechte? Und vor allem tut mir der Bauch jetzt schon weh, wenn ich daran denke, dort wieder auftauchen zu müssen...

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Sorry, aber wenn die erste Schwangerschaft schon nicht geplant war, warumwirst du dann direkt nochmal Schwanger?
Demnach hast du es ja doch darauf angelegt Schwanger zu werden.

Dennoch muss ich dir leider recht geben als Schwangere hast du besonderen Kündigungsschutz.
Bin mir aber nicht sicher wie es gehandhabt wird wenn die Abteilung in der man beschäftigt ist aufgelöst wird....

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Beide Schwangerschaften waren geplant, allerdings wollte ich es ihr nicht im Vorfeld sagen, denn sonst hätte ich die Kündigung ja sofort in den Händen gehalten. Eigentlich darf sie mich ja auch nicht nach dem Kinderwunsch fragen. Und die Begründung das meine Abteilung aufgelöst wurde ist natürlich nur ein Vorwand Ihrerseits, ich war die einzige Sekretärin im Büro. Es gibt keine richtige Abteilung..

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Aber dann hätte man doch so einer Person gar nichts erzählt?!

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Dann reiche eine Kündigungsschutzklage ein. Vermutlich wird man sich dann auf ein Monatsgehalt als Abfindung einigen und geht danach jeder getrennte Wege

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Die Kündigung ist doch nicht wirksam oder? Bzw. Ich müsste mir ja dann schwanger einen neuen Job suchen, was sicherlich nicht so einfach ist..

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Ja. , was erwartest du? Scheinbar willst du dort ja nicht mehr arbeiten.

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Hast du die neue Schwangerschaft schon mitgeteilt?

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Ja, nachdem ich die Kündigung vorab per E-Mail erhalten habe, habe ich es ihr gesagt.

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Dann solltest du Kündigungsschutzklage einreichen. Tust du das nicht, wird auch eine eigentlich unwirksame Kündigung wirksam. Du hast genau drei Wochen dafür Zeit.

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Hi. Solltest du Arbeitnehmerkammerkeiträge abführen zB Bremen und Saarland tun das, kannst du dich dort bei der Arbeitnehmerkammer kostenlos beraten lassen. Bei dir gibt es bestimmt auch eine Arbeitnehmerkammer. Würde mich an die wenden. Kündigen kann sie dich so einfach nicht. Ich würde mich erstmal krank schreiben lassen. Erstmal dann für 6 Wochen. Und dann falls du kein BV bekommen solltest auch weiterhin immer für 6 Wochen, aber wegen Unterschiedlichen Krankheiten. Sry aber so ein Arbeitgeber hat es nicht anders verdient. Und wenn das Arbeitsverhältnis so belastet ist (und das ist durch eine Kündigung der Fall) ist das psychischer Stress für dich und dein Baby. Vg

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Solche Ratschläge liebe ich ja.

Wenn sie gekündigt wurde, muss sie dagegen vorgehen. Da hilft eine Gefälligkeits-AU nicht weiter.

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Das wäre keine gefälligkeits Au. Wenn man eine Kündigung bekommt dann nagt das schon an einem denke ich. Und dann geht es einem schlecht und kann sich sehr wohl krank schreiben lassen.
Klar muss sie dagegen Vorgehen. Alleine schon wegen dem Elterngeld. Und den Rest bis zum Mutterschutz würde ich da auch nicht mehr arbeiten.

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Hallo

du solltest dich beraten lassen. Hier muss genau geklärt werden ob dein Arbeitsplatz in einer anderen Abteilung möglich wäre. Bist du z. B im Büro und deine Firma schliesst z. B die ganze Verwaltung wird es schwierig da du dann z.B nicht einfach in der Fertigung arbeiten kannst.

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Ein kleines Update und weitere Infos:
Die Kündigung habe ich gestern vorab per Mail erhalten, sie sagte, das Original wäre bereits per Post auf dem Weg. Ich habe ursprünglich als Kundenberaterin bei der Firma angefangen (für 3 Monate auch ausgeübt). Anschließend ist die damalige Sekretärin abgesprungen, weswegen sie mich gefragt hat, ob ich die Stelle übernehmen kann, weil es sich wegen der Corona Situation gerade nicht lohnt, die Stelle neu zu besetzen.

Ihre Antwort auf meine Mitteilung der Schwangerschaft war, dass sie die Kündigung aus betriebsbedingten Gründen nicht zurück zieht. Ich fragte sie, ob ich denn nicht wieder als Kundenberaterin tätig sein könnte, da es diese Abteilung noch gibt. Aber sie lässt sich nicht darauf ein..

Jetzt habe ich mich beim Arbeitsgericht informiert. Unabhängig davon, ob Ihre Kündigung gerechtfertigt ist, müsste sie aufgrund der Schwangerschaft sich bei der zuständigen Aufsichtsbehörde eine Genehmigung dafür einholen. Da man als Schwangere eben besonderen Schutz hat.
Darüber habe ich Sie informiert, hat sie aber nicht interessiert, sie sagt, ich solle tun was ich für richtig halte.

Somit bin ich gezwungen, nach Erhalt der richtigen Kündigung, zum Gericht zu gehen und eine Kündigungsschutzklage einzureichen.

Ich hatte nie ein freundschaftliches Verhältnis zu meiner Chefin, allerdings wusste ich nicjt was ich auf Ihre Frage nach der Kinderplanung antworten soll und habe daher lieber gesagt, da wäre momentan keiner. Um mich selber zu schützen. Ich sehe darin keinen Fehler.

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War auch kein Fehler. Sie hätte die Frage nach der Familienplanung nicht stellen dürfen und daher kannst du antworten was du lustig bist und es kann dir nicht als Lüge ausgelegt werden.

Beim nächsten mal wenn du sowas gefragt wirst kannst du souverän antworten, oder lustig oder wie auch immer es zur Situation passt. „Sie wissen ja, dass die Frage unzulässig ist. Aber ich verrate es Ihnen: Ich wünsche mir in 2 Jahren und 4 Monaten 5-linge, bitte nur Mädchen.“

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Man lernt ja aus Fehlern.. scheinbar kann man nicht von jedem Mitgefühl erwarten. Beim nächsten Mal werde ich genau das antworten, klingt super! :D

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Geh zu einem Anwalt.
Der wird dich beraten.
Es gibt einen sogenannten Sozialplan.

Bei mir war es im Oktober auch so. Nach 14 Jahren Kündigung, weil Abteilung aufgelöst werden sollte. Theoretisch hätte lt. Sozialplan mehrere andere zuerst gehen müssen. Lt. meinem Anwalt hat das nicht nur etwas mit Zugehörigkeit zu tuen.

Wenn Sie dich also tatsächlich loswerden möchte sollte die entweder Geld auf dem Tisch legen (falls du es natürlich auch möchtest) oder sie soll dich wieder einstellen.
So einfach ist das alles nämlich nicht.

Am Besten kann dir da allerdings ein Anwalt helfen. Ich habe übrigens mehr als das doppelte des angebotenen Betrages bekommen + Freistellung.

LG

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Hallo Helga, wow das macht mir Mut! Ich denke ich werde auch dagegen vorgehen. Ich habe Ihr auch etliche andere Lösungen vorgeschlagen (Weniger Stunden arbeiten, Beschäftigungsverbot einholen etc.) aber sie will partout die Kündigung. Ich habe auch alles im Chat Verlauf da, also habe ich auch etliche Beweise. Wie sieht das mit den Anwaltskosten aus, wenn man keine Rechtsschutzversicherung hat?

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Was die Kosten angeht bin ich überfragt.
Wir haben eine Rechtschutz.
Am Besten telefonierst du mal paar Anwälte in deiner Nähe ab oder dir kann jemand einen empfehlen.
Wichtig ist dabei jetzt schnell zu reagieren. 14 Tage nach Erhalt der Kündigung muss entweder eine Lösung her oder die Kündigungschutzklage muss bei Gericht eingereicht werden. Sonst ist die Kündigung wohl rechtens.

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Tut mir leid, das ist eine beschissene Situation. Leider spreche ich aus Erfahrung.

Ich hatte 3 nicht intakte Schwangerschaften (2 x früher Abort, 1 x ELSS), mein Chef wusste davon.
Im Sept 2019 hat er mir ohne Angabe von Gründen gekündigt, während ich Urlaub hatte. Feige die Kündigung in den Briefkasten gesteckt. Wir kamen nachts zurück und ich finde die Kündigung im Briefkasten. Ich hab ihn noch um eine Erklärung gebeten, daraufhin hat er mir auf 3 Seiten erklärt, dass er aufgrund meiner problematischen Schwangerschaftsgeschichten nicht verlässlich mit mir wirtschaften kann und aufgrund meines Alters davon auszugehen ist, dass sich das Problem noch verschärft statt entspannt. 10 Tage nach Erhalt der Kündigung habe ich positiv getestet.

Da ich zum Zeitpunkt der Kündigung rechtlich schon schwanger war (es zählt der 1. Tag der letzten Periode als Beginn), war die Kündigung nicht rechtens. Ich hab ihn darüber informiert, er wollte davon erstmal nix wissen, also hab ich Kündigungsschutzklage eingereicht. Wir haben uns letztendlich verglichen (ich hab bis Jahresende noch Gehalt bekommen inkl. Weihnachtsgeld, er hat alles Anwaltskosten übernommen).

Lass dich einfach mal anwaltlich beraten. Solltest du dich dann für eine Klage entscheiden, wird die Beratungsgebühr auf die Prozessgebühren angerechnet. Wenn es finanziell bei dir knapp ist, kannst du dir ggf. über das Amtsgericht einen Beratungsschein holen.

Lass dich nicht unterkriegen.

Alles Gute dir

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Hallo Blueberry, tut mir auch leid zu hören, was dir passiert ist. Da hast du schon genug durch deine FG gelitten, dann kommt auch noch sowas.. manchmal da ist alles nicht so einfach. Aber es gibt mir Hoffnung, dass ich nicht allein bin und es bei dir doch noch „gut“ ausgegangen ist.

Ich denke, ich werde das nicht auf mir sitzen lassen. Ich habe eine kurze Beratung bereits erhalten, die Chancen stehen wohl sehr gut.
Ich möchte das auch nicht auf mir sitzen lassen, vorallem weil ich wirklich alles für meine Chefin getan habe. Habe sie ausgehalten, auch wenn sie an mir ihre Laune rausgelassen hat. Aber das will ich Sie nicht einfach so durchgehen lassen. Ich verstehe die wirtschaftliche Sicht, mit der die AG das Ganze begründen. Allerdings kriegen wir Frauen nunmal unsere Kinder und nehmen schon viel auf uns. Die Welt funktioniert eben so, und dann werden wir dafür bestraft..

Ich danke dir für deinen Rat und Hoffnung,
auch ich wünsche dir alles Gute und hoffe,
dass alles wieder gut wird 🌹

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