Elterngeld und faire Aufteilung?

Hallo,

ich befinde mich momentan in Elternzeit und bekomme Elterngeld. Mein Mann geht seit diesem Monat wieder arbeiten. Bis jetzt haben wir alle Fixkosten und die Lebensmitteleinkäufe immer 50:50 aufgeteilt (obwohl mein Mann vorher schon mehr verdient hat). Alles andere hat jeder von seinem Geld gezahlt. Jetzt ist es aber so, dass das Elterngeld gerade so meinen Teil der Fixkosten deckt. Ich bin schon seit längerem Hin- und Hergerissen. Zum einen mag ich es überhaupt nicht, jemandem Geld zu schulden oder das Geld meines Mannes auszugeben, selbst wenn es um gemeinsame Anschaffungen geht. Zum anderen finde ich es aber auch nicht fair, weiterhin alles 50:50 aufzuteilen, da er jetzt fast drei mal so viel Geld zur Verfügung hat wie ich.

Mein Mann und ich wollten beide, dass ich das erste Jahr zuhause bei unserem Sohn bleibe und auch danach soll ich erstmal nur Teilzeit wieder arbeiten. Da wäre die finanzielle Situation ja ähnlich. Ich möchte bei ihm auch nicht ständig um Geld betteln müssen. Irgendwie ist es ja auch die Aufgabe des Elternteils, das arbeiten geht, finanziell für das Elternteil, das zuhause bleibt und natürlich das Kind zu sorgen. Die einfachste Lösung wäre vermutlich ein gemeinsames Konto, auf das alle Einkommen gehen. Mein Mann und ich haben das Thema schon mehrfach besprochen, er versteht mich da auch, allerdings haben wir trotzdem noch nicht wirklich was geändert und dadurch fühle ich mich auch ein bisschen im Stich gelassen.

Wie habt ihr das geregelt?

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Dein Mann soll dir die Hälfte deines Einkommensverlustes während der Elternzeit überweisen und beide zahlen prozentual zu ihrem Einkommen einen bestimmten Betrag auf ein Gemeinschaftskonto.

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Wir hatten schon mehre Zeiten, in denen mal der Eine mal der Andere deutlich mehr verdient hat, sei es Krankengeld oder Elterngeld oder Teilzeit.
Wir haben nie gegen gerechnet und es gibt kein meins oder deins. Einer bekommt am Monatsanfang und einer Monatsmitte Geld. Wir haben die Abbuchungen von allem auf das jeweilige Konto passend zum Geldeingang gelegt.
Und Rechnungen werden bezahlt, von dem Konto, wo mehr Geld drauf ist.

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Wir haben ein Gemeinschaftskonto und jeder ein eigenes.

Wir hatten schon zwei Modelle:
- Jeder zahlt Geld auf das Gemeinschaftskonto prozentual vom Einkommen
- Beide behalten einen festen Betrag auf dem Konto und zahlen alles was darüber liegt auf das Gemeinschaftskonto. Der feste Betrag ist unabhängig vom Einkommen und für beide gleich.

Vom Gemeinschaftskonto geht inzwischen alles ab, auch Kosten für Autos, Handy und Co., da wir so lange zusammen sind, dass da ein "mein" und "dein" kaum noch unterscheidbar ist.

Aktuell haben wir das zweite Modell.

Beides ist auf seine Weise "fair".
Der Vorteil am Gemeinschaftskonto ist, dass man nicht Daueraufträge oder Abbuchungen verschieben muss, wenn sich die Einkommensverhältnisse ändern, sondern immer nur die Einzahlungen auf das Konto anpasst. Außerdem haben für das Gemeinschaftskonto beide eine Karte, so dass alle Einkäufe von dort bezahlt werden können und somit gemeinsam bezahlt sind.

VG Isa

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Bei uns steht die Elternzeit noch bevor, aber wir hatten bereits über das Finanzielle gesprochen.

Wenn ich in den Elternzeit gehe, übernimmt er für mich die gesamte Miete (das ist bei uns, da wir in einer Großstadt leben, der größte Fixkostenanteil). Desweiteren übernimmt er die größten Ausgaben fürs Kind und ich erhalte zusätzlich zum Elterngeld noch das Kindergeld.

Das gleiche mache ich auch für ihn, wenn er in Elternzeit geht.

Ich finde es fair, dass der Elternteil, der in die Elternzeit geht vom Partner subventioniert wird, da die Elternzeit Dich zum einen beruflich nicht weiterbringt, zum anderen Du in der Zeit kostenlose Arbeit (für euer Kind) in der Zeit leistet.

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Kurzer Nachtrag zu Deiner Situation. Ein Kind ist die Verantwortung von zwei Personen. Warum sollte also nur ein Elternteil sowohl zeitlich, als auch beruflich, als auch finanziell zurückstecken und der Andere garnicht?

Ich finde es irrsinnig, dass er Dich da nicht unterstützt.

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Unterstützen möchte er mich ja. Wir haben darüber bereits ein langes Gespräch geführt, aber einfach noch keine richtige Lösung gefunden. Und auch noch nichts an der Situation geändert. Daueraufträge etc. ist noch alles so wie vorher.

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50:50 finde ich fair. Die Kosten werden halbiert, das vom Einkommen abhängig zu machen verstehe ich nicht.

Wenn ein Kind kommt uns beide wollen, dass ein Elternteil (egal ob Vater oder Mutter) beruflich kürzer tritt um sich dem Nachwuchs zu kümmern, muss der Einkommensverlust natürlich auf beide Partner aufgeteilt werden. Ausrechnen, wieviel Gesamt-Einkommen es vorher und nachher gab, den Verlust halbieren, diese Hälfte [Hälfte, Prozentual zum Voreinkommen,... da gibt's mehrere Varianten] hat der arbeitende dem betreuuenden Elternteil zu ersetzen. Zusätzlich den Entfall der Rente.

Das ist die fairste Variante.

(wir haben eine 50:50 Regelung, keine Kinder. Mein Partner verdient mehr, und ich sehe es überhaupt nicht ein, warum ich davon profitieren soll. Er hat dafür hart gearbeitet und Überstunden rangeklotzt, nicht ich.)

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50:50 haben wir ja bis jetzt auch alles aufgeteilt. Solange wir beide Vollzeit gearbeitet haben und es kein Kind gab, fand ich das auch nur fair.
Da ich aber jetzt in Elternzeit und danach in Teilzeit bin, werde ich dauerhaft finanzielle Einbußen haben, um mich um UNSER Kind zu kümmern. Mein Mann und ich haben das auch schon besprochen, allerdings noch keine richtige Lösung dafür gefunden. Es so penibel auszurechen, fanden wir aber übertrieben. Immerhin sind wir ja verheiratet und 90% aller Anschaffungen sind gemeinsame Anschaffungen. Den Entfall der Rente muss er mir auch nicht ersetzen, da der Ausfall während der Elternzeit ja als Kindererziehungszeit angerechnet wird.

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Wenn ihr getrennt leben würdet, hättest du ja zB Anspruch auf Betreuungsunterhalt. Den könnte man ja intern zahlen.

Wir machen es so, dass wir unsere Fixkosten prozentual nach Einkommen verteilen: also mein Mann verdient 65% und ich 35% des Einkommens, also zahlt er 65% und ich 35%.

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Bei uns zahlt mein Mann die Miete und 2x Kiga, aufgrund deutlich höheren Einkommens. Ich zahle die Einkäufe, aber nur, weil er seine Geldbörse nicht mit sich herum tragen will. Sämtliche Internet-Einkäufe gehen von meinem Konto ab, weil die Kreditkarte auf mich läuft. Wir haben zwei Konten und es gibt trotzdem kein mein und dein. Ich verstehe diese Denkweise ohnehin nicht. Ihr seid doch eine Familie. Dein Mann könnte überhaupt nicht arbeiten gehen, wenn du nicht die EZ übernehmen würdest.

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Ich finde es immer furchtbar, wenn gerade in Bezug auf Elterngeld solche Diskussionen entstehen.
Wir haben es schon immer so gemacht, dass die Gehälter auf ein Gemeinschaftskonto gehen und von dort bekommt jeder ein monatliches Taschengeld, was dann für eigene Fixkosten (Handy, Friseur etc) verwendet werden kann.
Dann macht es dann auch kein Unterschied ob mein Mann in EZ ist oder nicht. Warum soll er denn dafür bestraft werden, dass er unseren Kleinen betreut und ich arbeiten gehen kann?!

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Bei uns ist es auch so, dass ich in Elternzeit bin und mein Partner (nicht verheiratet) vollzeit arbeitet.

Vor unserem Kind hatten wir es so aufgeteilt, dass jeder prozentual im Verhältnis seines Einkommens (er deutlich mehr als ich) einen Anteil auf das Gemeinschaftskonto überweist, davon gehen dann Miete, Lebensmittel, tanken, Hausrat, Hafptflicht, Drogerieartikel, Geschenke etc ab. Wir haben vorher ermittelt, wie hoch unsere gemeinsamen Kosten in etwa sind und im Verhältnis dazu unsere Nettoeinkommen. Nur mal als Beispiel

Einkommen netto er: 4000 Euro
Einkommen netto ich: 1800 Euro
Gesamteinkommen: 5800

gemeinsame Kosten ca. 1700 Euro

Wenn das Gesamteinkommen die 100 % sind, wären 4000 Euro (sein Anteil) 69 Prozent und meine 1800 Euro 31 Prozent.

Also würden von den 1700 Euro gemeinsame Ausgaben 70 % er (=1.190) und 30 % (=610 Euro) ich aufs Konto einzahlen.

Jetzt ist es bei uns so, dass ich Elterngeld bekomme, allerdings nur den halben Betrag, da ich mir das Geld über 2 Jahre auszahlen lasse. Von dem Betrag kann ich meine persönlichen Fixkosten (Versicherungen, Handy, Vereinsmitgliedschaft) zahlen und hab dann noch eine Summe X zum sparen und ein monatliches Budget für mein Privatvergnügen. Ich zahle daher zurzeit gar nichts aufs Gemeinschaftskonto ein, er übernimmt den fehlenden Anteil von mir.

Kindergeld geht ebenfalls aufs Gemeinschaftskonto.

Wenn ich mal für mich mehr Geld brauche, als ich monatlich zur Verfügung hab, geb ich ihm Bescheid und er überweist mir das. Er will nicht, dass ich an mein Erspartes muss, wenn ich mir z.B. eine Winterjacke kaufen möchte/muss. Das hat auch nichts mit Betteln oder Diskutieren zu tun, ich geb ihm einfach Bescheid und er zahlt dann halt die Rechnung. Er weiß ja, dass ich nicht aus Jux und Dollerei zig Sachen kaufe, die ich nicht brauche oder das Geld sinnlos zum Fenster raushaue.

So Sachen wie Urlaub oder Essen gehen zahlt er, seitdem die Konstellation so ist, kleinere Dinge übernehme auch mal ich. So wie es gerade halt passt.

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In diesem Fall hätte man auch einfach den Verdienstausfall von ca 1200 Euro pro Monat anteilig auffangen können.

Er 4000, Du 1800
Elternzeit: Er 4000, Du 600.
Es fehlen also 1200 Euro, von denen er 70% übernimmt und du 30%.

Er überweist also 840 Euro pro Monat an dich.
Elternzeit: Er 3160, Du 1440.

Dann passt es wieder grob mit den 70% und 30% und ihr könnt weiterhin 1190 und 610 Euro auf das Gemeinschaftskonto zahlen.

Im Moment "schuldet" er Dir eigentlich jeden Monat locker 230 Euro - du trägst mehr vom Verdienstausfall als er - und das obwohl du eh schon das weit geringere Einkommen hattest.
Ist das wirklich fair?

VG Isa

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Wenn man es ganz genau nimmt, könnte man es auch so machen. Aber das passt schon so für uns. Er zahlt dafür Urlaube, Restaurantbesuche und Take-Away, kauft u.a. ein neues gebrauchtes Auto für mich und übernimmt auch z.B. bei Unternehmungen oder Geschenken meist meinen Anteil mit. Auch wenn ich, wie jetzt z.B., zur Osteopathie gehe, zahlt er die Rechnungen.

Es gibt auch noch ein paar Gemeinschaftsposten, die nicht in der Rechnung auftauchen, wie z.B. Telefonanschluss und ADAC, die laufen auch über sein Konto.

Wir haben auch noch nie so ganz genau gegeneinander aufgerechnet, auch nicht zu Zeiten, als ich deutlich mehr hatte als er (während seines Studiums). Der, der kann, zahlt (mehr).

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