Traumjob aber nur für ein Jahr.

Hallo Ihr Guten,

ich bin ausgebildete Bürokauffrau, habe in dem Job jedoch noch nie wirklich gearbeitet. Zumindest nicht laut Stellenbeschreibung. Bisweilen war ich im Verkauf und nun seit einigen Jahren im Support. Ja, ich habe auch Reklas, Angebote und Rechnungen erstellt aber alles in großen Supportcentern. Aktuell arbeite ich ebenfalls im Support und leite ein kleines Team von paar Köpfen. Der Job ist ziemlich sicher, auch jetzt und ich verdiene ganz ok.
Nun habe ich mich vor vieeeelen Monaten bei der Stadt als Schulsekretärin beworben. Monatelang habe ich nichts gehört und plötzlich im Oktober wurde ich eingeladen für ein Gespräch. Es galt mehrere freie Stellen zu besetzen. Nun habe ich eine Zusage bekommen, jedoch nur für ein Jahr.
Ich wollte schon immer Schulsekräterin sein, das verquickt einfach meinen Job mit einem sozialen Hintergrund. Ich sollte mich also freuen aber ich fürchte mich vor der Befristung. Es kann sein das übernächstes Jahr eine Stelle frei ist oder die Dame (Mutterschaftsvertretung) die Elternzeit verlängert l. Es kann aber auch sein ich muss übernächstes Frühjahr wieder suchen.
Ich weiß einfach nicht wie ich mich entscheiden soll. Dazu mahlen die Mühlen in der Stadt was Entscheidungen betrifft immer so langsam.
Ich versuche hier irgendwie pros und contras finden. Vielleicht hat Jemand Erfahrungen mit befristeten und dann spätere entfriststen Verträgen? Wie stehen die Chancen? Ich wohne in Dresden, hier gibt es einige Schulen. Aber garantieren kann man es natürlich nicht. Zudem würde ich ein Müh weniger verdienen, müsste dafür aber auch nur 4 Stunden tgl arbeiten. Ein Traum für mich als Mutter mit vielen Hobbys 😂
Ich freue mich über jeden Input.

Viele Grüße

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Hallo

Abgesehen von der Befristung würde ich mir Gedanken machen, wie zufrieden du aktuell bist. Willst du das was du jetzt macht noch Jahre genau so weiter machen?
Oder hindert dich nur das finanzielle?
Dann würde ich sagen greif zu. Die Chance in der Schule kommt so wohl nicht mehr, wenn es genau dein Ding ist.
Nach dem Jahr wird es weiter gehen und du meinst ja der Arbeitsmarkt ist gut.
Ich glaube wir wären oft mit Veränderung glücklicher nur trauen wir uns nicht.

Viele Grüße

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Hi,

dein jetziger Vertrag ist unbefristet? Arbeitest du jetzt Vollzeit?

Falls ja, würde ich es mir sehr gut überlegen. Befristet auf ein Jahr als Elternzeitvertretung KANN dir beim Arbeitsamt hinterher Probleme bereiten, wenn du nach einem Jahr gehen musst und noch keine neue Stelle hast. Es ist ja nicht so, als hätte man die jetzt gekündigt sondern du entscheidest dich bewusst für einen befristeten Vertrag, wenn du wechselst.

Natürlich steht und fällt das auch alles mit dem Sachbearbeiter, aber je nach dem wie alt deine Kinder sind (Betreuung), wie du vorher gearbeitet hast etc. könnte man dir das negativ auslegen und ggfs. Probleme beim Bezug von ALG1 machen. Hängt natürlich dann auch alles von deinen Argumenten für einen Wechseln ab.

Ich würde in der heutigen einen solchen Wechsel nur machen, wenn die aktuelle Stelle wackelt, wenn Stellenabbau angekündigt wurde oder das Arbeitsklima schlecht ist. Bei einer Befristung auf 2-3 Jahre würde ich mir weniger Gedanken machen. Aber bei einem Jahr kannst du ja prinzipiell schon mit Stellenantritt schon wieder neu suchen.

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Hallo, oh aus diesem Blickwinkel habe ich es noch nicht betrachtet. Ich arbeite TZ 6 Stunden in einem unbefristeten Verhältnis. Jedoch auch in Elternzeitvertretung für die jetzige Stelle. Das heißt die Position in der ich mich befinde könnte ich ggf verlieren.
Hm, bei 2-3 Jahren hätte ich mir auch weniger Sorgen gemacht.
Man ist das Schade. Beworben hatte ich mich auf eine unbefristete Stelle ☺️

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Der Vertrag jetzt ist aber unbefristet. Deshalb müsste dir der AG kündigen, wenn er keine andere Stelle im Anschluss für dich hat. Solange das nicht der Fall ist, bleibt dein Vertrag bestehen - welche Position du dann hast ist völlig irrelevant.

Vielleicht hilft das Gespäch. Ruf an und frag, ob du nochmal einen Termin bekommen könntest oder telefonisch noch einige Fragen stellen kannst. Erkläre deine Bedenken und auch, dass du dich ja auf eine unbefristete Stelle beworben hättest. Vielleicht helfen dir diese Antworten dann bei der Entscheidung.

Übrigens: ich habe solche Entscheidungen oftmals von meinem Bauchgefühl abhängig gemacht. Sagte mein Bauch "das Risiko ist es wert", dann war die Entscheidung für den Job meistens richtig. Hatte ich von Anfang an Zweifel und Unwohlsein bei dem Gedanken, dann habe ich abgelehnt - egal, wie gut das Angebot war. Und jedes Mal, wenn ich dagegen gehandelt habe, war es ein totaler Reinfall.

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Ich würde es riskieren. Vielleicht verlängert sie die Elternzeit, vielleicht kommt noch ein Kind, vielleicht wird eine andere Schwanger, vielleicht kündigt jemand....da kann soviel passieren!

Außerdem warst du dann mal wieder in deinem Job, was erstmal positiv ist.

LG

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Ja, das war auch mein Gedanke. Erfahrungen sammeln und dann wieder umschauen aber ich hätte schon gern paar Jahre in der Position verbracht. Ich mein Dresden ist eine große Stadt, eigentlich bleibt man hier nicht arbeitslos, wenn man es nicht will. Andererseits will ich natürlich auch nicht wieder irgendwo arbeiten. Hach, schwer.

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Sehr viele Vielleicht in der heutigen Zeit. Vor 10 Jahren hätte ich dir blind zugestimmt. Heute sieht es anders aus.

Und gerade Elternzeitvertretungen sind heute relativ gut und sicher planbar. Und Büroarbeit ist Büroarbeit. Egal, wo man ist. Sie arbeitet ja jetzt auch im Büro und macht die Aufgaben einer Bürokauffrau. Und Fakt ist, wenn es nicht verlängert wird, dann KANN das Arbeitsamt Probleme machen. Muss nicht, aber kann. OB es das Risiko wert ist muss aber die TE entscheiden. Mir wäre es das nicht mehr wert. Bin aber schon älter und hab sowas hinter mir.

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https://arbeitsrecht.online/news/wechsel-befristeten-arbeitsvertrag/#:~:text=SG%20Speyer%3A%20Vorsicht%20beim%20Wechsel%20von%20einem%20unbefristeten%20in%20einen%20befristeten%20Arbeitsvertrag&text=Wer%20einen%20unbefristeten%20Arbeitsvertrag%20k%C3%BCndigt,oft%20eine%20Sperrzeit%20beim%20Arbeitslosengeld.&text=Das%20Arbeitsamt%20hatte%20%E2%80%93%20wie%20oft,solchen%20F%C3%A4llen%20%E2%80%93%20eine%20Sperrzeit%20verh%C3%A4ngt.

Ich sag ja... alles ist möglich, aber ich würde vom Worst Case ausgehen. Was wäre, wenn du nach einem Jahr arbeitslos bist UND eine Sperre bekommst? Hast du eine Versicherung, um ggfs mit guten Argumenten klagen zu können? Könntest du 3 Monate problemlos überstehen?

Such das Gespräch mit dem AG und entscheide dann, ob es DIR das Risiko wert ist.

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Ich bin nicht glücklich und nicht unglücklich in dem Job. Er ist langweilig und im Großraumbüro. Die Chance auf Aufstieg gering. Auch weil man mich nicht aus der Position haben möchte. Jedoch kommt im Mai die Dame die ich in ihrer Position gerade vertrete wieder aus der Elternzeit. Ich kann zwar dann weiterhin in dem Projekt arbeiten aber wahrscheinlich nicht mehr in dieser Position. Mir ist auch sehr unwohl wenn ich daran denke denn eigentlich möchte ich die Position nicht verlieren, die macht den Job noch halbwegs spannend (Steuern der Aufgaben, Meetings, Dienstreisen (sofern wieder möglich). Noch bekommt man gut Jobs. Natürlich weiß man nicht was in einem Jahr noch übrig ist. Aber ja, ich hab schon viele Chancen aufgrund der Sicherheit sausen lassen und es oft bereut im Nachgang

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Beim Lesen denk ich gerade, was hält dich da noch?
Langeweile, kein Aufstieg und im Gegenteil auf kurz oder lang sogar ein Abstieg...

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Hi,

ich würds machen. Wenn du nur ein Fünkchen Glück hast, findet sich später (falls du nicht verlängert wirst) was entsprechend anderes. Wenn du den Fuß mal im öffentlichen Dienst hast, findet sich immer wieder was Vergleichbares.


LG #winke

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Hallo, Sekretärinnen sind im TVöD in der EG 5 eingruppiert.
Immer wieder werden sie gesucht.Einmal Füße drin wird es vielleicht auch ne Sachbearbeiterstelle in ner 7/8. Also machen!

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Danke für die Antwort ❤️

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Ich würde es, neben den bereits oben genannten Aspekten, von der Größe des Schulträgers abhängig machen. Ich habe einige einige Jahre in der Schulverwaltung einer großen kreisfreien Stadt mit ungefähr 50 Schulen gearbeitet und da war immer irgendwo ne Stelle in nem Schulsekretariat frei. Das Risiko nach Rückkehr der derzeitigen Stelleninhaberin nicht verlängert zu werden, also eher gering (wenn die Arbeitsleistung passt). Alternativ haben große Verwaltungen ja noch nen Haufen andere Stellen in der Entgeltgruppe, so dass man dort auch nach nem Jahr woanders was finden könnte, wenn man flexibel ist.

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Wir haben 148 staatliche Schulen. Das denk ich mir halt auch. Irgendwas ist doch immer bei 148 Stellen die zu besetzen gelten.

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Würdest Du es bereuen, es nicht zu probieren?

Sicherheit ist nicht alles, von Schulsektetärin kann man sich wieder gut weiter bewerben, falls nötig. Von 6 auf 4 Stunden bei nahezu selben Gehalt (und nur darum geht es zur Not bei ALG1!) klingt für mich nach geringem Risiko. Wenn noch dazu kommt dass Du das schon immer machen wolltest?

Ich sag: Machen! Sonst wirst du dich evtl ärgern.

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Ja, ich würde es sehr bereuen. Ich bewerbe mich seit Jahren auf die Stelle als Schulsekräterin.

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Jahresverträge sind bei Einstellungen im ÖF nichts seltenes.
Allerdings sollte man sich immer Gedanken machen, ob ÖF einem liegt. Das ist ein ganz anderer Kosmos, das darf man nicht vergessen. Alles läuft etwas langsamer, bürokratischer, unflexibeler.

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