5 Jahre Strom für anderen Mieter mitbezahlt, wer kommt für Schaden auf?

Hallo.

Wir wohnen in unserer jetzigen Wohnung seit 5 Jahren. Vorher haben wir immer ca 3000kWh verbraucht bzw angegeben und immer was wieder bekommen. Hier im ersten Jahr schon der Schock, fette Nachzahlung mussten wir tätigen und wurden hochgestuft. So geht es Jahr für Jahr, obwohl wir nicht wirklich neues an Geräten dazu geholt haben bzw manche sogar von A auf A+++ ausgetauscht haben.
Mittlerweile sind wir bei 6000kWh angekommen.

Jeder im Haus (6 Parteien) hat einen kleinen Kellerraum. Dazu kommen 4 Hobbyräume. Einer für Fahrräder und 3 wurden vor unserem Einzug mal von anderen Mietern übernommen. Das wussten wir, uns aber nie Gedanken drum gemacht.

Durch Zufall habe ich mich mit einer Nachbarin letzten Monat über die Kellerräume unterhalten und da sagte sie mir, dass die 3 „Hobbyräume“ von ihr und 2 anderen öfter getauscht wurden und sie extra das Kabel von dem was sie übernommen hat, vom Vermieter auf ihren Stromzähler hat hinzufügen lassen und die vorher in unserer Wohnung wohnte, auch mal einen hatte.
Daraufhin haben wir Testweise unseren Schalter von unserem Kellerraum ausgeschaltet. Zugang zum Schalter ist öffentlich im Keller.
2 Stunden später nachgeschaut, Schalter wurde wieder umgelegt. Haben wir 3x gemacht und jedesmal wurde der wieder umgelegt . Vermieter angerufen, Elektriker kam raus. Bestätigt, dass ein 2. Kellerraum bei unserem Zähler angeschlossen war, hat diesen abgeklemmt. Da der Elektriker aber nur paar Minuten als Auftrag bekommen hatte, konnte er nicht nachschauen, zu wem dieser gehört. Aber da wir mit den anderen beiden Mietern gut klar kommen, die einen der Hobbyräume haben und gefragt haben und nur mit einem kein Wort reden, da er zur Gewalt neigt, kann es nur dieser sein.

Wir wissen, dass er eine alte Gefriertruhe im Raum hat und paar Trainingsgeräte.

So, zur Frage... Kann man den bezahlten Strom der letzten 5 Jahre geltend machen und wenn ja, wer haftet für? Der Vermieter oder unser Nachbar, der es definitiv spätestens hätte wissen müssen, als er beim ersten Mal den Schalter wieder umgelegt hat, da dick daneben die Wohnung von uns steht?

Danke schon mal, falls mir einer helfen kann 😊

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Bei dem Verbrauch würde ich eher vermuten, dass er da eine Indoorplantage betreibt.

Um eine Kontaktaufnahme werdet Ihr wohl nicht herumkommen. Und ich würde mich anwaltlich beraten lassen

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aiaiaiai, das ist ja fett.
Polizei, Vermieter, energielieferant informieren, bzw. Anzeigen und in Kopie an den Nachbarn schicken, wenn bekannt.
Auf sofortige Änderungen drängen und Regress anmelden.

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Mit einem Nachbarn gut klar kommen, ist noch kein Beweis für dessen Unschuld.
Und jemand ätzend zu finden noch kein Beweis für dessen Schuld. Wenn das so einfach wäre, könnte man jede Menge Geld bei Polizei und Gerichten einsparen.

Ausserdem gebe ich mal zu bedenken: Wenn die Kellerräume so fröhlich hin und hergetauscht wurden, kann es durchaus sein, dass der, der sich an Eurem Strom bedient, keine Ahnung hat, das er am falschen Stromkreis hängt. Ja, man sollte vielleicht misstrauisch werden, wenn der Strom im eigenen Kellerabteil wieder fliesst, nachdem man die Sicherung bei Familie X wieder eingeschaltet hat - aber es gibt eine Menge Leute , die die Arbeitshypothese 'falsch beschriftet' als erste gelten lassen.

Cannabisplantage: Wenn, dann ist das eine kleine ;). Es gibt Schätzungen, dass man für 1Kg Cannabis 5000 - 6000 kWh braucht.

Cyrptomining frisst auch ordentlich Energie - das ist aber nicht verboten.

Ich würde zuerst mal bei dem Vermieter vorstellig werden. Schliesslich ist es seine Verantwortung, wie die Stromkreise gelegt sind.

Grüsse
BiDi

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Habe nie von Plantagen oder so gesprochen 😅
Sondern von einer alten Gefriertruhe, die auch gut und gerne 2000kWh im Jahr fressen.
Zumal, als ich den Schalter bei unserem Keller umgelegt habe, lief bei Mieter 1 vorher und danach noch der Trockner, daher schließe ich den sowieso schon aus. Mieter 2 hat keine Elektrogeräte im Keller, also auch ausgeschlossen. Das sind die, mit denen wir super klar kommen, die Kinder auch zu Besuch gehen usw.
Die andere Partei wird von den anderen auch gemieden, da der auch schon einen anderen Mieter (von Mieter 1) zusammengeschlagen hat, weil die Mülltonne nicht so hingestellt wurde, wie der Herr das gerne wollte. Sollte direkt an Zaun, waren aber noch 5cm von weg.

Es gibt 6 Zähler, für jeden Mieter einen.
Da sollte man zumindest ab dann schon wissen, das da wohl was falsch läuft, wenn man es das erste mal wieder umlegt. Aber das dieser jemand gerne Dinge nutzt ohne zu bezahlen, wissen wir schon. Stellplatz z.B.
Behauptet seitdem wir hier wohnen, er bezahlt SEINEN Stellplatz, was er aber nie tat. Gleichzeitig lässt er seine Freunde auf unserem Parkplatz locker flockig parken, obwohl wir den definitiv immer bezahlt haben!
Seitdem wir uns mehrfach beschwert haben, sind jetzt endlich die Stellplätze mit Schlüsseln gesichert worden. Siehe da, er hatte seinen Stellplatz nicht mehr, da er den ja nie bezahlt hat und musste am Ende einen nehmen, der übrig war und musste lautstark rummaulen im Haus, dass ihm dieser nicht gefällt, da er nicht mehr direkt vor dem Haus steht.

Außerdem geht es mir gerade darum, egal ob Mieter 1,2 oder 3, wer denn nun für den verbrauchten Strom in Frage käme. Vermieter oder Mieter? Vermieter versuchte sich telefonisch irgendwie raus zu reden, dass da ja ständig gewechselt wurde und es nicht dokumentiert ist.

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Wenn es 6 Zähler für 6 Mieter gibt, dann müssen die Kellerräume über die jeweiligen zugeordneten zähler laufen. Oder wie ist das geregelt? Der Kellerraum, der über euren zähler läuft sollte euer Keller sein, ist er das nicht, hat der Vermieter euch einen falschen Keller zugewiesen. Dann wäre er "schuldig". Hat irgendjemand an der Installation rumgepfuscht, dann ist dieser "schuldig". Um aber die Schuld und die Höhe des Schadens feststellen zu können, solltest du alle Stellen siehe oben informieren, anzeigen und auf sofortige Änderung bestehen.

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Der Vermieter ist da raus, wir soll er genau helfen?
Zunächst geht es darum, herauszufinden, welcher Raum falsch abgerechnet wird. Das sollte machbar sein.
Ich sehe dann zwei Probleme: erstmal muss der tatsächliche Schaden ermittelt werden. Wäre ich der Profiteur des Ganzen, würde ich nach Kenntnis des Sachverhalts direkt alle Geräte aus meinem Raum schaffen. Und behaupten, da sei nichts, was Strom verbraucht. Wenn eine Kühltruhe unzweifelhaft der Verursacher ist, kann man immer noch behaupten, sie liefe nur zu kurzen Zeiträumen.
Zweites Problem: fünf Jahre sind eine lange Zeit. Rückwirkend Geld zurückzufordern kann daran scheitern, dass man den hohen Verbrauch ohne Widerspruch hingenommen hat.
Daher: Anwalt, und überlegt vorgehen. Es lauern viele Stolperfallen.

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Es dürfte ja schwer nachzuweisen sein, welcher Anteil des Stroms tatsächlich auf diesen Keller zurück zu führen ist.

Haften muss aus meiner Sicht der Vermieter, er hätte beim Tausch der Honbyräume darauf achten müssen, dass das alles richtig geschaltet ist.

Habt ihr denn jemals Eure Bedenken wegen des Stromverbrauchs Eurem Vermieter ggü. benannt?

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Da es sehr verzwickt ist, würde ich Anwalt und Mieterschutzbund hinzuziehen.

Wenn der eine Mieter so zur Gewalt neigt, könnte ich mir gut vorstellen, dass der Vermieter auch Angst hat und so lange ein Auge zdrückt, so lange er nicht handeln muss. Müsste gesetzlich .... und MUSS weil ausdrücklich rechtlich wasserdicht aufgefordert, sind ja zweierle.

Der Elektriker war ja da. Gut.
Dann würde ich mit dem Anwalt beraten lassen, wie man das korrekt richtig veranlasst UND wer dann die Kosten trägt, wer beauftragt....
dass der Elektriker noch mal kommt. Mit einem größeren Auftrag. Wo geht das Kabel hin, wie ist was zugeordnet.

Die Tauschereien waren mal.
Sollte der Vermieter wieder vermieten wollen, sollte es in seinem Interesse sein, dass alles geregelt ist. Sonderwünsche können dann ja dokumentiert werden. Hoffe ich.
Auch zu seinem Schutz. Sollten Mieter ohne sein Wissen wieder was ändern, dann kann der Vermieter nachweisen, was ER in Auftrag gegeben hat und was tatsächlich eingestellt wurde.


Damit niemand in einer Nacht und Nebelaktion den Schauplatz verändert, würde ich
- Anwalt fragen
- Mieterschutzbund fragen

Mit denen besprechen
- wer wie wann
- in welcher Reihenfolge
- in welcher Form
in Kenntnis gesetzt wird.

Ob ein Gutachter beauftragt werden kann.
Welche Kosten sind das?
Wer hat diese wie zu trangen? (Voraussetzungen)

Ist der Gutachter eine einmalige Ausgabe, die euch langfristig hohe Kosten spart?
In dem Fall nicht notwendig?

Welche Beweise dürft ihr sammeln?
Fotos vom Stromzähler? Vom Schalter wird nichts bringen. Dann stellt ihr ihn aus, macht Fotos - und andere behaupten, ihr hättet ihn selbst wieder angemacht um Betrug zu unterstellen.

Macht euch eine Liste mit Fragen
Und dann direkt zum Fachanwalt.

Alles nach sinnvoller Reihenfolge. Formlage etc.
So, dass ihr euch absichert, dass niemand auf die Idee kommt, euch wegen Betrug anzuzeigen oder Verleumdung. (von wegen - hätte es gewusst, hätte wissen müssen, usw.).

Das Eis wäre mir zu dünn alleine.
Dann lieber etwas Geld reinstecken, dafür aber langfristig absichern.

Vielleicht wussten es auch schon Vormieter und haben nichts gemacht
- Angst vor anderen
- Angst des Vermieters vor Mieter oder anderen
- Kosten/Nutzen hat sich nicht gelohnt. Umziehen war billilger
.....

Nach der Beratung bei Anwalt und Mieterschutzbund könnt ihr neu entscheiden. Macht ihr weiter (Kostenaufwand lohnt sich langfristig) oder lasst ihr es auf euch beruhen und zieht lieber aus (billigere Weg)

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Danke. Haben Termin bei einem Anwalt gemacht.
Der Elektriker hatte sogar so weit mitgedacht, als er das Kabel abklemmte, dass er auf das Kabel schrieb, dass es bei uns dran klemmte und erst wieder dran zu klemmen wäre, wenn geklärt ist, zu wem es gehört.
Davon hat er dem Vermieter ein Foto geschickt und wir haben es uns auch abfotografiert sowie vorher, wo man sieht, dass das Kabel bei uns dran hing.

Warten jetzt auf den Termin ab.
Mal schauen, telefonisch war er schon gut gelaunt 😅

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