Elternzeit, wer nimmt wie lange?

Mein Partner möchte gern seine Elternzeit verlängern, obwohl besprochen war, dass er nach 2 Jahren wieder arbeitet.
Jetzt möchte er noch ein Kind, möglichst schnell, um dann wieder Elternzeit nehmen zu können.
Er will also 5 oder 6 Jahre zu Hause bleiben.
Damit kann ich mich absolut nicht anfreunden.
Vor allem weil er ja auch offen sagt, dass ihm der Status quo gefällt und er gerne weiter so machen würde.
Ich glaube ihm, dass er sich ein zweites Kind wünscht, aber ich habe den Eindruck dass der Wunsch nicht mehr zu arbeiten, da ein wichtiger Aspekt ist.
Ich fühle mich in der Rolle als Alleinverdiener nicht wohl.
Es reicht, ich verdiene gut, aber mein Partner ebenso.
Wenn er noch länger aussetzt, verliert er außerdem den Anschluss.
Ich habe Angst, dass er dann ewig auf Teilzeit geht und ich dauerhaft auch noch für ihn sorgen muss.
Außerdem was ist später mit Rente.
Müssen wir dann hauptsächlich davon leben was ich an Rente bekomme?
Private Vorsorge kann ich ihm nicht auch noch finanzieren.
Im Trennungsfall müsste ich ihm sogar noch Unterhalt zahlen, solange das jüngste Kind unter 3 ist oder sogar noch längst wenn z.b ein Kind dauerhaft krank ist....
Sorry, aber ich denke, damit wird mir die Rolle des Versorgers dauerhaft zu geschoben.
Ich finde das nicht gut, beide sind auch für die Kinder finanziell verantwortlich.
Und einen Erwachsenen mit zu finanzieren finde ich völlig indiskutabel.
Wie kommt er auf so was?

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Wie kommen all die Frauen auf sowas? Das ist doch ein durchaus beliebter Lebensentwurf.

Gleichzeitig hast Du natürlich recht und das ist eine Entscheidung, die ihr nur gemeinsam treffen könnt. Ist er dazu gewillt? Oder hat er für sich bereits entschieden?

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Hallo,

geplant war, dass ich 2 Jahre zu Hause bleibe. Jetzt möchte ich voraussichtlich auf 3 Jahre verlängern, dabei (nach 2.8 Jahren) in Teilzeit arbeiten.
Das 3/4 Jahr ohne Verdienst habe ich vorgespart und gönne es meiner kleinen Tochter.

Gerne hätte ich sie mit 1,10 Monaten eingewöhnt, um dann arbeiten zu gehen. Allerdings nehmen hier die Kitas alle nur zum September auf. Und schon mit 1,5 in die Kita möchte ich einfach nicht, da ich schon viel zu viel negatives gesehen habe.

Für meine private Altersvorsorge ist gesorgt (meine Ersparnisse füllen den Fond).

Kommt ein weiteres Kind, bleibe ich wieder zu Hause.

Miete etc. zahlen wir beide prozentual anteilig.

Lg

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Witzig, könnte genauso ein Mann über seine Frau geschrieben haben, aber da wird das ja als normal angesehen.

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Normal? Ich hätte nie im Leben eine Hausfrau finanziert und auch nicht einen Hausmann. Ich finde das überhaupt gar nicht normal.Aber die TE wird ja wohl vorher mit ihrem Mann darüber gesprochen haben und somit muss man wohl mit der Verlängerung rechnen.
Da sie aber von Kind 2 spricht und dass der Mann deswegen gleich verlängern will, was aber keinen Sinn macht, weil die Frau durch Mutterschutz eh zuhause ist, gehe ich stark davon aus, dass der "er" hier eine "sie" ist...

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Den Mutterschutz würde ich zu Hause bleiben, war beim ersten Kind auch so.
Danach arbeite ich wieder Vollzeit, wieso soll das nicht gehen wenn mein Partner zu Hause bleibt?
Es ist halt nur nicht meine Vorstellung von Familie.

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Also ich habe für mein erstes 2 Jahre elternzeit genommen. Nach 19 Monaten kam Nummer zwei. Jetzt habe ich wieder 2 Jahre genommen und werde das aber verlängern. Seit der Kleine 1 Jahr alt ist, arbeite ich selbstständig ca. 20 Stunden in der Woche von zu Hause aus.
Wenn die Selbstständigkeit nicht läuft, kann ich Ende nächstes Jahr wieder in meinen alten Job.

Mich aushalten lassen und gar nix zum Lebensunterhalt beizutragen käme für mich niemals in Frage.

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Ich finde, "aushalten lassen" klingt sehr negativ. Auch wenn man finanziell nicht beiträgt, ist es auch Arbeit, sich um Kinder und Haushalt zu kümmern. Wenn beide damit einverstanden sind, verstehe ich nicht, warum dieser Lebensentwurf abgewertet wird.

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Wenn beide damit einverstanden sind, spricht in der Tat nix dagegen. Wenn man aber mal ein paar Jahre draußen war, findet man nicht mehr in die Arbeitswelt rein. Und was ist, wenn der finanzierende Partner arbeitsunfähig wird? Oder sich trennt? Dann hat man jeglichen Anschluss verloren und muss sich bis man ihn wieder gefunden hat, sponsorn lassen. Entweder vom Staat oder vom (Ex-) Partner.

Ich bin nicht damit einverstanden ausschließlich Hausfrau und Mutter zu sein.

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Wir haben uns (nachdem wir es anders ausprobiert hatten) dafür entschieden, dass einer voll in Elternzeit geht und der andere voll arbeitet.
Für uns ist das völlig in Ordnung. Wir sind eine Familie, da ist es egal, wer welche Aufgabe übernimmt. Wir profitieren beide sehr voneinander.
Derzeit bin ich in Elternzeit. Ob es immer ich bleibe, ist ungewiss, sicher ist für uns nur, dass wir U3 keine Fremdbetreuung (auch nicht Oma und Opa) wollen. So funktioniert es für uns einfacher, als wenn wir beide Stunden reduzieren (beide in Schichtarbeit und bei seinem Job eh problematisch).
Wichtig war uns beiden, dass ich für alle Eventualitäten abgesichert bin.

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Das ist ja völlig ok, wenn ihr das für euch so entschieden habt, nur wir hatten es anders besprochen.
Unser Kind geht seit es 6 Monate ist in die Kita, anfangs 35, seit 1 Jahr 45 Stunden.
Für mich ist ein Partner der länger als ein Jahr Elternzeit nehmen will, nicht akzeptabel, und das habe ich auch so kommuniziert und er war da auch völlig meiner Meinung.
Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, einen Erwachsenen zu finanzieren der arbeiten kann.
Dafür gibt es Kitas, Au pairs, Tagesmutter.

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Manchmal merkt man ja erst im Laufe der Zeit, dass man es anders haben will, als geplant.
Wir hatten auch geplant, dass wir beide berufstätig bleiben und haben uns dann umentschieden. Da muss man dann gemeinsam eine gute Lösung finden, aber die kann man nur finden, wenn beide Parteien daran interessiert sind und wenn beide Parteien auch bereit sind, Kompromisse einzugehen.

Euer Kind ist also 9h täglich in der Kita.
Meine Frage ist dann: Warum ist dein Mann dann in Elternzeit? Dein Eingangsthread liest sich für mich so, als ob er gerade gar nicht arbeitet. Korrigier mich, wenn ich das missverstanden habe.

Was m. E. keine Optionen sind:
- Dein Mann ist weder berufstätig, noch nutzt er die Elternzeit, um eben ein Elternteil zu sein. Sprich: Euer Kind ist täglich 9h in der Kita, während er sich ein schönes Leben macht. Elternzeit sollte dann heißen, dass er die Hauptverantwortung für Haushalt und Kind übernimmt.
- Dass er Vollzeit arbeiten muss, obwohl es ihm viel wichtiger wäre, die Zeit mit eurem Kind zu verbringen und sich selber zu kümmern.

Optionen wären da m. E.:
- Euer Kind behält den 45h-Platz, dein Mann bleibt in Elternzeit, arbeitet aber die Höchstmarke von 30h pro Woche, das gäbe ihm pro Tag 3h Puffer ohne Kind, die er für die Anfahrt und einen Teil der Haushaltsaufgaben nutzen könnte. So bist trägst du nicht mehr die alleinige finanzielle Verantwortung, er hat allerdings seine Elternzeit und keinen Vollzeit-Job und dadurch mehr Zeit für Haushalt und Kind

- Dein Mann bleibt in Elternzeit und arbeitet nicht/nur sehr wenige Stunden, dafür geht euer Kind gar nicht mehr oder deutlich weniger Stunden in die Kita. Ihr habt da also finanzielle Einsparungen. Dein Mann kann den Haushalt übernehmen, während du arbeitest und wenn du Feierabend hast, könnt ihr die Familienzeit genießen.

- Das Kind behält den 45h-Platz und dein Mann geht Vollzeit wieder arbeiten.

Vielleicht fallen euch auch andere Optionen ein.

Ihr solltet als erstes Herausfinden, was hinter euren Wünschen steckt und gucken, welche anderen Wege es gibt, um diese Wünsche zu verwirklichen und in Einklang zu bringen.

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Hallo,

da hilft nur reden und reden und noch mehr reden. Sag deinem Mann, wie du dich fühlst, was dir wichtig ist... Das gemeinsame Leben muss schon von beiden gewollt sein. Ein Kind sollte man auch nicht nur einem Elternteil zuliebe bekommen. Hast du überhaupt Kinderwunsch?

Ich fänd es auch nicht so prickelnd, wenn mein Mann plötzlich Hausmann sein wollte. Ich finde es aber auch umgekehrt nicht erstrebenswert, also wenn Frau jahrelang zu Hause bleibt. Wie dein Mann auf diese Idee kommt, kann ich mir aber vorstellen: Genug Frauen wollen genau dieses Leben, warum darf er sich das nicht wünschen? Wichtig ist nur, dass sich beide Partner einig sind, aber das seid ihr euch nunmal nicht.

LG

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Die Frage ist nicht: wie kommt er auf sowas?, sondern die Frage in einer Partnerschaft sollte sein: wie löst ihr das?

Für euch, als eure Familie? Dass es für euch passt. Nicht für andere (die nicht ungefragt eingeplant werden), sondern für euch.

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Hi. Sag ihm doch das du dir auch noch ein zweites Kind wünscht, aber das er vorher ein Jahr lang arbeiten gehen soll, damit er nicht nur den Mindestbetrag an Elterngeld bekommt, damit ihr euch auch was leisten könnt. Vg

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Was macht er denn den ganzen Tag?
Würde er euer Kind betreuen okay, aber das ist den ganzen Tag im Kindergarten und er alleine zu Hause?
Das würde ich allerdings auch nicht mit machen

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