Haus kaufen, evtl. später weiterverkaufen

Bitte helft mir mal, ich seh grad den Wald vor lauter Bäumen nicht....

Mein Mann und ich würden gerne ein Haus kaufen, könnten uns das im Moment auch noch leisten. Ich will auf jeden Fall hier im Ort bleiben, was die Auswahl natürlich erheblich einschränkt.

Wir wissen, dass unsere Nachbarn über kurz oder lang verkaufen wollen, aber die wissen selbst noch nicht wann. Sind beide an die 70 und wollen das Haus bei Zeiten gegen eine seniorengerechte Wohnung tauschen. Aber ob das in 2, in 5 oder in 10 Jahren ist....? Deren Haus wäre schon so'n bisschen mein Traum. Aber wer weiß wann die verkaufen wollen und ob wir uns das dann noch leisten können. Wir hatten uns vor 2 Jahren mal ein Haus angeschaut, Neubau, für den Preis kriegt man heute ein 70er Jahre Haus...

Ich hab im Moment echt Angst, dass die Preise weiter so steigen und wir es uns in 2-5 Jahren gar nicht mehr leisten können. Deshalb hatte ich die Idee jetzt eins zu kaufen, das vielleicht im Moment nicht 100% das ist was wir suchen, und ggf. dann wieder zu verkaufen. Ist das tatsächlich eine Schnapsidee? Würdet ihr das machen? Das Problem ist halt, dass wir auf Dauer mehr Platz brauchen und ich wirklich Sorge habe wir können es nicht mehr bezahlen, wenn wir zu lange warten.

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Hallo!

Beim Hauskauf würde ich keine faulen Kompromiss machen. Entweder dir sagt das Haus zu oder nicht. Aber eins kaufen nur um des kaufens Willen... das gibt nur Ärger. Bedenke auch, dass du die Grunderwerbsteuer zahlen musst. Das waren bei unserem Haus mal eben 22.750€. Einfach weg. Und wenn du 5 Jahre später ein anderes Haus kaufst, fällt nochmal eine hohe Summe an. Dazu noch die Zinsen und Gebühren für das Darlehen. Vielleicht dringende Raparaturen oder Instandsetzungen am Haus. Es soll sich ja noch weiterverkaufen lassen, falls du dein Traumhaus erwerben möchtest. Wenn dein Herzblut da nicht drinhängt, ist das echt schwierig. Dann spare jetzt lieber so viel es geht.

Außerdem würde ich mich auch nicht so auf das Nachbarhaus versteifen. Wer weiß wann die Menschen sterben und ob das Haus dann überhaupt frei wird. Schau dich lieber nochmal ein wenig um. Frage dich, warum dir das Nachbarhaus so gut gefällt und ob das nicht auch andere Häuser bieten können.

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Die sollen ja nicht sterben, die wollen das Haus gegen eine Wohnung tauschen. Nur eben erst dann, wenn ihnen das große Haus und der Garten zu viel Arbeit machen.

Nein andere Häuser können das nicht bieten. Mir geht es hauptsächlich um die Lage und die Grundstücksgröße. Ich will hier wie gesagt nicht weg, und die anderen Wohngebiete hier im Dorf haben alle deutlich kleinere Grundstücke/Gärten. Deshalb frag ich ja...ich wäre ja bereit was anderes zu kaufen, wäre aber immer ein Kompromiss weil entweder zu weit weg oder nur mit Mini-Gärtchen.

Grundsteuer haben wir durchaus bedacht. Die läge weit über 22000.

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Torschlusspanik hat den Immobilienpreis erst hochgetrieben. Alle wollen unbedingt kaufen, bevor es noch teurer wird.
Angesichts der Rezession auf die wir gerade zubrettern, habe ich für mich entschieden, mein Kapital bei mir zu behalten und in zwei, drei Jahren mal zu schauen. Ich gehe davon aus, dass da die Blase platzt. Ohne das Stunden von Tilgungsleistungen wären jetzt bereits viele in Schwierigkeiten.

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Es gibt keine Blase, daher platzt da auch nichts! Das ist ein Ammenmärchen, wer darauf wartet geht leer aus. Die Preissteigerungen werden nicht so weiter gehen, sondern stagnieren. Aber zurück werden die Preise nicht mehr gehen. Da sind sich die Experten einig.

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Das halte ich für falsch. Die Fachleute mit denen ich gesprochen habe auch...

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Hallo

Mein Gefühl sagt mir, dass die Hauspreise eher stabil bleiben oder sinken werden anlässlich der momentanen und mindestens mittelfristigen wirtschaftlichen Krise.

Das Haus der Nachbarn steht nicht zum Verkauf und darauf warten würde ich nicht. Zu viele Variablen.

Schaut euch die Häuser im Markt an - proaktiv, vor Ort. Ihr werdet staunen, dass auch andere Leute Schmuckstücke besitzen, nicht nur eure Nachbarn.

Ganz bestimmt würde ich wegen anfallender Transaktionskosten nicht ein Haus kaufen, um es dann in ein paar Jahren wieder zu verkaufen. Ich denke, ein Haus dann 10 J. zu behalten macht finanziell Sinn.

Bedenke auch, dass ein 70er-Jahre-Haus bezüglich Ausstattung renovationsbedürftig sein könnte. Anlagen alt, mit Ölheizung, Dach, Böden, Nasszellen, usw. Bei neuen Häusern investiert man in modernste Anlagen (und ja, auch den Look), die dann für die weiteren Jahre, wo ihr drin wohnt, euch eigentlich mehr finanzielle Stabilität bieten (da nur einzelne Wartungskosten und praktisch keine Reparaturen).

Du siehst, da gibt es ein paar grundsätzliche Themen, für die ihr euch ein wenig Zeit nehmen solltet.

nizanra

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Haben wir alles schon mit eingerechnet. Also Sanierung, Reparaturen....

Es geht gar nicht drum, dass es ein Schmuckstück wäre sondern um die Lage und die Grundstücksgröße. Die Häuser hier in der Gegend sind alle 50er/60er Jahre und man müsste einiges dran machen.

Aber alles was neuer ist, ist halt entweder Doppelhaushälfte oder Reihenhaus (will mein Mann auf keinen Fall) oder Erbpachtgrundstück (will er auch nicht) oder hat nur einen Mini-Garten (will ich nicht)...oder alles zusammen. Irgendwo wird man einen Kompromiss machen müssen.

Wir haben uns auch schon etliche angeschaut, aber irgendwas ist halt immer.

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Ich würde erstmal klären, was ihr an Kredit bekommen würdet.

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Ist das wichtig, wenn ich weiß dass es reichen würde?

Wir hatten mal nach Betrag x gefragt als es um ein konkretes Haus ging. Ob wir mehr kriegen würden weiß ich nicht, aber mehr würden wir auch nicht brauchen für die, die wir bislang gesehen haben.

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Ich würde nicht mit Immobilien spekulieren, wenn ich, wie ihr, das Kapital zu einem festen, aber noch unbekannten Zeitpunkt brauche.

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Es wäre ja nur so halb spekuliert. Das macht's ja so schwer. Ich würde nichts kaufen, von dem ich sage: hier bleib ich auf keinen Fall. Aber ich will mir halt auch die Option offenhalten es wieder zu verkaufen falls doch das 100%Igel kommt.

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Steigen die Zinsen (und ihr könnt euch dann kein Haus mehr leisten?), fallen die Kaufpreise.
Fallen die Zinsen (und ihr könnt euch ein Haus leisten?), steigen die Kaufpreise.


Und diese Phasen wechseln sich immer mal wieder ab. Aber keiner kann vorhersagen, wann.

Was machst du, wenn ihr dann verkaufen wollt oder müsst, aber die Preise im Keller sind?
Kann sein, dass du dann Verlust machst.

Wir haben auch schon verkauft, ein Haus, das wir nie für ewig haben wollten. Aber wir konnten verkaufen, wann wir wollten und haben einen günstigen Zeitpunkt gewählt.
Ist die frage, ob ihr diese Freiheit dann habt.

Und auf die alten Nachbarn würde ich nicht spekulieren. Wäre mir zu unsicher.

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Wir haben recht viel angespart und würden daher eigentlich auf steigende Zinsen und fallende Preise hoffen. Aber ehrlich gesagt glaub ich hier in der Gegend nicht dran.

Aber es nutzt mir ja auch nichts ewig zu warten, ob auf fallende Preise oder DAS perfekte Haus, wenn ich auf absehbare Zeit mehr Platz brauche. Von daher würde ich gern einfach was kaufen, das vielleicht nicht 100% passt, mit dem man aber gut leben könnte, mir aber die Option offen halten es dann nochmal zu verkaufen.

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Ich meinte auch eher die Situation, wenn ihr es wieder verkaufen würdet und dachte dabei an die Verluste, die es geben könnte.

Ein paar Punkte wurden hier auch schon genannt, die zu zahlen sind, evtl. auch eine Vorfälligkeitsentschädigung usw.
Denn Verluste beim Verkauf will man dann ja auch nicht machen.


Grundsätzlich finde ich es nicht verkehrt, ein Haus zu kaufen und später wieder zu verkaufen (wir hatten damit damals einen echt guten Gewinnt gemacht).
Ich persönlich hänge mich auch nicht so an ein Haus, emotional.

Also warum nicht? Man muss es sich nur gut durchrechnen und man könnte auch sehen, ob man später vielleicht anbauen kann oder ausbauen, um mehr Platz zu schaffen.

Und was ist schon "das perfekte Haus"? Je nachdem, wo man leben will, kann man da evtl. 100 Jahre suchen.

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Beim Hauskauf würde ich nur etwas kaufen wo ich mir sicher bin dort dauerhaft wohnen zu wollen, da man nie weiß wie sich für ggfs späteren Wiederverkauf der Markt entwickelt
und die Kaufnebenkosten zu hoch sind. Beim zweiten Hauskauf musst du die Nebnkosten ja wieder bezahlen, das lohnt sich nicht.

Bedenke außerdem, dass evtl. Spekulationssteuer fällig werden könnte, wenn du zu früh wieder verkaufst.

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Hallo,

Spekulationsteuer würde nur auf einen Gewinn anfallen.
Allerdings hat ein komplett neues Zeitalter begonnen - Nachcorona-, da ist nichts mehr so, wie es früher war.

freundliche Grüsse Werner

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Spekulationssteuer fällt eh nur auf vermietetes Eigentum an, nie auf selbst genutztes!

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Hi

Keine leichte Frage!

Ihr wollt also eher bald etwas kaufen, richtig?

Noch keine Kinder, oder? Dafür zwei Gehälter, was bei Kreditverhandlungen ein Vorteil ist.

Auf steigende Immobilienpreise (also mit Gewinn verkaufen) würde ich jetzt nicht spekulieren (Coronakrise). Auf groß fallende Preise würde ich im Moment zwar auch nicht unbedingt hoffen, würde mich aber nicht unbedingt wundern.

Wenn ihr euch sowieso etwas kaufen wollt, und auch vor Ort bleiben wollt, dann würde ich:

- ab sofort die Augen offen halten, durchaus das ein oder andere Objekt besichtigen
- mit einem Kauf aber ein paar Monate warten (und Mal schauen ob Corona da schon ein wenig am Markt was bewegt) - außer ihr findet eure persönliche Traumimmobilie
- Nur dann etwas kaufen, wenn ich mir vorstellen kann auf Dauer drin zu leben (auf Dauer muss es dann ja nicht sein, aber die Option sollte da sein!)

- und dann wenn das Haus der Nachbarn frei ist halt neu abwägen. Passt Preis und Haus wirklich? Sind es die anfallenden Nebenkosten wert?

Was ich nicht tun würde: auf jeden Fall und unbedingt länger als zwei Jahre auf das Haus der Nachbarn warten. Und wer weiß was dann bei einem Umzug passiert? Vielleicht völlig unrealistische Preisvorstellungen. Oder sie vermieten lieber. Oder verkaufen an den Neffen des Schwippschwagers. Oder der Blitz schlägt ein und die Hütte brennt ab. Oder oder oder...

Lieber etwas was euch passt (wenn auch mit kleinen Kompromissen) ohne einem Traum zu lange hinterher zu rennen. Und zwar wann und zu welchen finanziellen Bedingungen es für euch ok in dem Augenblick ist.

LG

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Doch 1 Kind, das zweite kommt im Sommer. Wir brauchen daher schon kurzfristig mehr Platz. 2 Jahre ginge es aber wohl noch.

Wir haben schon die letzte 1-2 Jahre alles angeschaut, was akzeptabel gewesen wäre.
Das Problem ist einfach, dass alle derzeit verfügbaren Optionen irgendwo einen Haken haben....das passendste wäre ein Abrissgrundstück kaufen und neu bauen, aber damit wäre meine Schmerzgrenze preislich eigentlich überschritten.

Ich glaub die Coronakrise wirkt sich hier eher nicht aus. Vielleicht steigen die Preise nicht mehr so schnell, aber fallen werden sie auf keinen Fall.

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Gibt es bei euch auch Häuser zu mieten? Dann könnte man auch das durchrechnen. Zb 20 000 Euro Nebenkosten Kauf gegen xy Jahre Miete.

An sich könnt ihr meiner Meinung nach unter gewissen Voraussetzungen (Bewusstsein, dass es deutliche Kosten geben wird etc) euren Plan durchaus umsetzen. Aber "kein passendes Objekt seit zwei Jahren" und "Nachbar hat keine Ahnung wann er verkaufen wird" klingt nach einer schwierigen Konstellation.

Was macht ihr wenn der Nachbar zb erst in fünf Jahren verkauft? Welchen Plan habt ihr da?

LG

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Im Gegensatz zu den meisten hier würde ich das Vorgehen nicht ausschließen und ich habe da beruflich Erfahrung. Bei uns selbst ist es so, dass wir vor 5 Jahren gekauft haben. Heute weiß ich, hätten wir es da nicht getan, wäre für uns der Zug abgefahren gewesen. Mittlerweile könnten wir uns unsere eigene Wohnung nicht mehr leisten, weil sie im Wert schon stark gestiegen ist (gut für uns). Jetzt könnten wir nur außerhalb der Großstadt in der wir leben kaufen und/oder deutlich kleiner bei gleichen Budget.

Allerdings muss man dazu sagen, dass die Preise in den nächsten 5 Jahren nicht mehr so weiter steigen werden wie sie in den letzten 5 Jahren gestiegen sind. Die Preise werden jetzt langsamer und weniger steigen oder gar stagnieren. Zurück gehen werden sie aber sehr sicher nicht - außer in schrumpfenden Regionen. Aber in Ballungsräumen, wirtschaftlich gut aufgestellten Regionen, etc. auf keinen Fall. Da sind sich die Experten einig, eine „Blase“ gibt es nicht.

Heißt: Wenn ihr Euch sicher seid, dass ihr mindestens die Kaufnebenkosten über eine Preissteigerung über die Jahre wieder rein bekommt, mit Eurer Bank jetzt schon dieses mögliche Szenario skizziert und dann umschulden könnt ohne das Vorfälligkeitsentschädigung anfällt,... dann könnt ihr es machen. Oder ihr vermietet dann sogar die erste Immobilie kostendeckend und die Bank gibt Euch einen weiteren Kredit für eine neue Immobilie. Je nach Einkommen auch denkbar.

Aber: das alles ist abhängig von der Region, der Makro- und Mikrolage. Und: Ich glaube, dass soetwas besser mit einer Eigentumswohnung als Immobilie1 funktioniert als mit einem Haus. Aber beides ist enorm abhängig von der Immobilienentwicklung auf Eurem Markt. Und wenn ich darüber keine gute Kenntnis habe oder keinen Expertenrat einholen kann, dann würde ich vermutlich die Finger davon lassen.

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