Krankschreibung - Unverständnis

Hallo ihr Lieben,
ich bin Anfang der 10. Ssw schwanger mit unserem 2. Kind. Seit zwei Wochen schleppe ich eine heftige Erkältung mit mir rum, mit schlimmem Husten, Nasennebenhöhlenentzündung, Kopf- und Ohrenschmerzen und dann kommen natürlich noch die allgemeinen frühschwangerschaftlichen Beschwerden hinzu.
Ich war bis heute so jeden Tag arbeiten und habe mich am Nachmittag um unseren zweijährigen gekümmert. Heute morgen bin ich schon mit tierischen Kopfschmerzen aufgewacht, bin einfach nur schlapp und fühlte mich nicht in der Lage so ins Büro zu gehen.
Mein Arzt hat mich gleich bis nächsten Mittwoch krank geschrieben und meinte, ich solle so auf keinen Fall ins Büro gehen.
Natürlich trat genau das ein, weshalb ich bisher trotzdem es mir nicht gut ging arbeiten ging. Meine Vorgesetzte reagierte pampig und mit Unverständnis. 🙄 Dabei habe ich sogar vorgeschlagen, eher wieder zu kommen, wenn es mir besser geht. Die haben doch gesehen, wie ich mich die letzten Tage ins Büro geschleppt habe. Ich habe nun ein richtig schlechtes Gewissen und trotzdem ich unkündbar bin, Angst um meinen Job.
Mein Arbeitgeber weiß aber noch nichts von der Schwangerschaft.

LG Julesy

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Bleib zuhause. Es dankt dir keiner. Ich habe mich oft zur Arbeit geschleppt und die haben gesehen, dass ich mich kaum auf den Füßen halten kann. Aber ein Dank kam nie. Erhol dich und tanke Kraft. Du trägst dein zweites Kind aus und dein erstes braucht auch Aufmerksamkeit. Also kein schlechtes Gewissen.

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An deiner Stelle hätte ich kein schlechtes Gewissen, sondern wäre sauer, wenn mein/e Vorgesetzte so reagiert.
Erhol dich gut und gute Besserung 🍀

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Ich kenne das.. Ich hatte auch immer ein super schlechtes Gewissen, obwohl ich nie zu Hause geblieben bin, wenn es nicht unbedingt nötig war.
Hinzu kam, dass mein Sohn über den Winter auch alle 3 Wochen mit einem Infekt krank war.. Und ich dann natürlich mit ihm daheim bleiben musste. Mir wurde nie direkt gesagt, dass sie es nicht toll finden.. Aber erfreut waren sie natürlich auch nicht, wenn ich mal wieder nicht arbeiten konnte.

Kurz bevor ich dann in MuSchu mit dem zweiten Kind ging, hat mein großer während einem Infekt einen Fieberkrampf bekommen. Wir waren daraufhin 5 Tage stationär.. Es war so eine nervenaufreibende Zeit, Gott sei Dank wurde aber keine ernste Ursache für den Krampf gefunden.

Ich hatte allerdings meine 10 Tage Krank auf Kind schon aufgebraucht und weil mein damaliger Chef nicht zugestimmt hat, dass ich die 10 Tage meines Mannes auch übernehme, wurden mir die Tage letztlich von meinen Urlaub abgezogen.. 👎 Da hatte ich auch nicht viel mitzureden. Dass ich während den 5 Tagen riesige Angst um mein gebliebtes Kind hatte, interessierte da auch wenig.

Also ganz ehrlich, denk an Dich und dein Baby. AG wechseln im Leben oft, aber Familie bleibt. Es gibt wichtigere Dinge als die Arbeit, auch wenn das Niemand hören will. Und genau deshalb sind in Deutschland auch so viele Menschen an Burn Out oder anderen Erkrankungen erkrankt.

Erhol Dich gut und lass Dir kein schlechtes Gewissen machen.

Gute Besserung ❤️

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Mal so aus Neugierde: warum hat dein Mann nicht die Kind-krank Tage genommen und sich um euer Kind gekümmert?

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Ich habe heute den Artikel gelesen, deswegen frage ich

https://sz-magazin.sueddeutsche.de/abschiedskolumne/gleichberechtigung-care-arbeit-familie-muetter-88427

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Kein schlechtes Gewissen. Auch wenn du nicht schwanger wärst, ging man in diesem Zustand nicht auf die Arbeit.

Spannend, dass das halbe Land alle Veranstaltungen absagt und Hamsterkäufe tätigt vor lauter „Corona-Panik“ und Andere wiederum es zu befürworten scheinen, wenn ihre Mitarbeiter krank auf Arbeit kommen (um alle anderen anzustecken).

Dir gute Besserung und alles Gute für dein Krümelchen.

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Danke!!! Genau das hab ich auch gedacht. Und wenn es Influenza ist, dankt es auch keinem wenn sich andere anstecken

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Also ich finde dich eher noch zu nett 😉 Bleib bloß bis Mittwoch zu Hause und wenn du dann noch nicht wieder richtig fit bist, geh zum Arzt und lass die AU verlängern.
Deine Vorgesetzte darf das finden, wie sie will. Arbeitsrechtlich korrekt handeln muss sie trotzdem.

Hört sich so an (und vergib mir / korrigier mich, falls ich falsch liege), als würdest du schnell mal -anderen zuliebe- über eigene Grenzen gehen und dich rechtfertigen, wenn du mal was für dich machen willst, was notwendig ist. Man kann üben, das zu ändern und mehr bei sich / den eigenen Bedürfnissen zu bleiben!!
Ich weiß wovon ich rede, habe auch eine Zweijährige, einen sehr verantwortungsvollen Job und bin derzeit in der 18. SSW. Trotzdem ist es manchmal einfach unabdingbar, Prioritäten zu setzen, damit es MIR langfristig gut geht.

Alles Gute

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So lange dein AG nichts von der SS weiß, kann auch keiner Rücksicht nehmen!
Der Mutterschutz greift erst, wenn du was gesagt hast. Soweit ich weiß gilt das auch für die Unkündbarkeit!

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Ob schwanger oder nicht, so geht man nicht arbeiten und so hat man als AG nicht zu reagieren.

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Da gebe ich dir völlig Recht!

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Ich machs kurz, hab mir in jungen Jahren den arsch für meinen AG aufgerissen, Überstunden ohne Ende, am we freiwillig gemacht und so weiter... Damit wir Liefertermine halten konnten.
Jaaaaahrelang war ich Mitarbeiterin des Jahres. Und nun? Staatsfeind Nummer 1...weil ich ein Baby bekommen habe... Werde vor Kollegen und Kunden schlecht gemacht. Aber sei es drum.
Das bv war richtig und auch für den AG die beste Lösung, ich hab mir nichts vorzuwerfen.
Von daher, denk an dich!

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Hör bitte auf dir ein schlechtes Gewissen einzureden...

Ich war genauso bis mich diese Einstellung und dieses pflichtbewusstsein beinahe umgebracht haben...ich musste mir noch auf der Intensivstation von meinem Chef anhören das ich mich nicht so anstellen solle...

Kurier dich lieber in Ruhe aus und sei dann wieder produktiv für deinen chef

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Dann hat dein AG eben Pech. Noch weiß er ja nicht, dass du ins MuSchuG fällst. Was glaubst wie sehr sie sich dann freuen, aber ich hätte da kein schlechtes Gewissen. Immerhin erfindet du ja keine Krankheit sondern liegst wirklich flach. Würde da gar nichts drauf geben, im Gegenteil, wenn ich wieder fit wäre würde ich direkt von der Schwangerschaft berichten, so dass alle Rechte und Pflichten sowohl für dich als auch den AG klar sind.

Gute Besserung.

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