Job annehmen?

Hallo!

Ich hatte letztes Woche ein Bewerbungsgespräch in einer Klinik als Assistenzärztin. Ich soll 40h arbeiten und habe alle 2 Wochen ungefähr Notdienst. Das Problem bei dem Notdienst ist, dass ich 3 Schichten durcharbeiten muss, also meine ganz normale Tagesschicht, anschließend dann die Nacht (kann zwar vor Ort schlafen, wenn was ist, muss ich aber raus) und am folgenden Tag gleich wieder die normale Tagesschicht, sodass ich ca. 34 h durcharbeiten muss und das alle 2-3 Wochen. Finde das echt hart, habe ich so noch nie in der Branche gesehen. Da hatte man zumindest am nächsten Tag ein paar Stunden frei.

Mir wird der Notdienst weder extra vergütet, noch bekomm ich einen Überstundenausgleich. Laut Vertrag sind die Notdienste nämlich wegen meines übertariflichen Gehalts abgegolten.

Weiß nicht ob ich die Stelle annehmen soll. Was meint ihr dazu?

1

Hallo!

Einfach aus Patientensicht: Ich würde nicht gerne von jemandem behandelt werden, der seit über 30 Stunden im Dienst ist. Das ist unverantwortlich und mit keinem Arbeitszeitgesetz im Einklang.

Daher käme die Stelle für mich nicht in Frage, sorry, aber gegen Mittag des zweiten Tages kippt man doch schon im Stehen um.

Und übertarifliches Gehalt: wenn man die Stunden ausrechnet, machen die trotzdem dicken Reibach mit ihrer Ausbeutung.

2

Kommt ganz drauf an: Hast du derzeitig eine Stelle, oder bist du auf den Job angewiesen?

3

Hier im örtlichen Klinikum ist das offenbar auch so.

Bin dann früh bei einer Ultraschalluntersuchung an einen Arzt geraten, der vorher einen Tag + Notdienst hinter sich hatte, und mir das dummerweise noch erzählte, nachdem ich seine etwas forsche Art reklamierte.

Ob das nun überall so ist?

An sich verstößt das doch gegen sämtlichste Arbeitszeitgesetze.

6

>>An sich verstößt das doch gegen sämtlichste Arbeitszeitgesetze<<

Nicht unbedingt. Das Arbeitszeitgesetz hat extra einen Ausnahmeparagraphen. Danach kann per tarifvertraglicher Regelung von den gesetzlichen Arbeitszeitvorschriften abgewichen werden 'wenn in die Arbeitszeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst fällt'.

Grüsse
BiDi

4

Habe 8 Jahre in einer Uniklinik gearbeitet. Da sind solche Dienste normal. Wobei wenn man wirklich die ganze Nacht durchgearbeitet hat, dann wurde schon geguckt ob die Ablöse etwas eher kommt

5

Bei uns haben die Assistenten normal ihre Tagschicht, dann Bereitschaft und am nächsten Morgen nach dem Frühstück so gegen 9.00 Uhr ist Feierabend. Gesetz dem Fall es kommt nicht mal wieder ein Notfall oder ein Kollege fällt aus. Dann müssen die Assistenten auch noch die Station betreuen während der op Plan läuft. Wie das vergütet wird, weiß ich nicht.

7

Der Beitrag wurde ausgeblendet Der Beitrag wurde von den Administratoren ausgeblendet.

Top Diskussionen anzeigen