Elterngeld und Arbeiten?

Hallo zusammen,
Vllt kann mir jemand von euch helfen und ein kurzen Überblick geben ;)
Meine Tochter ist am 31.10.2019 geboren. Jetzt hat mich mein Chef gefragt, ob ich stundenweise arbeiten kommen könnte. Prinzipiell würde ich das gerne machen. Aber nach kurzer Recherche würde ich behaupten lohnt es sich nicht, weil mir das komplett vom Elterngeld abgezogen wird, stimmt das? Und wie läuft das mit ElterngeldPlus, könnte ich das nochmal ändern? Und würde es sich lohnen und ab welchen verdienst?

Vielen Dank schonmal

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Arbeiten neben dem Elterngeldbezug wird sich immer lohnen, dann du wirst nach Abzügen immer mehr zur Verfügung haben als vorher. Im Internet gibt es Elterngeldrechner wo du dir alles ausrechnen kannst.
Es ist auch nicht richtig, dass es dir 1:1 abgezogen wird.
Jeden Bezugsmonat, de noch nicht begonnen hat, kannst du noch abändern und bspw in EG Plus umwandeln.

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Das ist durchaus denkbar. Insbesondere bei normalem Elterngeld lohnt es sich tatsächlich nicht. Dass man absolut mehr Geld bekommt, ist zwar richtig, aber der Stundenlohn kann sehr mickrig ausfallen. Da muss man sich schon fragen, warum man arbeiten sollte.

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Der Verdienst wird NIE 1:1 abgezogen, man hat also in Summe mit Arbeit immer mehr Geld zur Verfügung, als ohne zusätzliche Arbeit! Das mal als erste Klarstellung. Ob sich das Arbeiten dann "lohnt" ist also eine sehr individuelle Betrachtung.

Beim Basiselterngeld ist es immer so, dass man das Elterngeld auf das entgehende Einkommen bekommt. Also kurze Beispielrechnung:

Alter Nettoverdienst 2000 €, im BasisEG-Bezug wird nicht gearbeitet, die vollen 2.000€ entgehen einem also = ca. 1.340 € Basiselterngeld

bzw.

Alter Nettoverdienst 2000 €, im BasisEG-Bezug wird etwas gearbeitet, man verdient 500 € netto damit, es entgehen einem also nur noch 1.500€ also = ca. 1.005 € Basiselterngeld + 500 Zuverdienst = in Summe 1.505 € und damit 165 € mehr als ohne Zuverdienst.

Jetzt stellt sich also die Frage, wie viele Stunden man für diese 500 € arbeiten muss, und ob es sich für einen lohnt, dass einem davon aber nur 165 € effektiv bleiben. Das ist wohl sehr davon abhängig wie hoch der Stundenlohn ist, welche Organisation man braucht um diese Stunden zu arbeiten, ob man womöglich sogar mehr als die 165 € dann für Kinderbetreuung, Fahrtkosten, etc. ausgeben muss.

Zudem "verschenkt" man natürlich Elterngeld an den Staat.

Alles, was ich hier geschrieben habe trifft auf das BasisEG zu, mit EG-Plus kenne ich mich nicht aus. Da gebe ich nur zu bedenken, dass das ja der EG-Satz halbiert und dafür der Bezugszeitraum verdoppelt wird. Wenn man also nach einem Jahr eigentlich geplant hat wieder mit nennenswert Stunden einzusteigen ist das eigentlich keine Option, weil man vorne zu viel Geld an den Staat "verschenkt" hat.

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