Boreout im Job und ratlos

Ich brauche mal euren Rat in einer Job-Angelegenheit und möchte lieber schwarz schreiben - deshalb hier.

Ich bin seit einigen Jahren in meinem Job. Als ich dort angefangen habe, war ich gerade frisch alleinerziehend, meine Kinder noch recht klein. Aus diesem Grund war ich ganz froh darum, dass der Job selbst für mich keine große Herausforderung ist. Zu Hause war ich zu der Zeit genug gefordert. Ansonsten bietet die Stelle für mich viele Vorteile: die ist wohnortnah, der Arbeitgeber ist sehr familienfreundlich, zahlt so gut, dass ich auch in Teilzeit durchkomme und das Team ist toll. Das ist eigentlich das schöne an meinem Job: ich habe unheimlich nette Kollegen, die ich wirklich mag und mit denen ich teilweise auch privat befreundet bin. Auch mit meinen Chefs komme ich gut klar. Das Problem ist nur einfach: der Job selbst langweilt mich zu Tode. Inhaltlich ist es für mich einfach nicht spannend. Wie gesagt war das anfangs ok für mich. Meine Kinder werden aber nun älter, mein Privatleben ist gut sortiert, und ich wünsche mir Herausforderungen und möchte gern neues lernen. Ich wäre letztlich auch nicht fachfremd und bin sicher, dass meine skills eine gute Ergänzung in unser Team bringen könnten. Aber es kommt einfach nicht dazu. Ich habe schon letzten Sommer das Gespräch mit meinem Chef gesucht und mein Problem geschildert. Verständnis, man will mich halten, Lösungen suchen - nichts passiert. Im Herbst habe ich dann eine Weiterbildung beantragt, teuer, wurde genehmigt, ich soll mich ruhig weiterentwickeln. Einsätze finde ich seitdem aber nach wie vor keine. Ich werde immer gelangweilter, meine Stimmung immer schlechter. Langsam merke ich schon, wie ich mich immer schwieriger motivieren kann, morgens da hinzugehen. Nachmittags gehe ich raus und bin den Tränen nah. Es ist nicht so, dass ich nichts zu tun hätte. Aber es ist alles Routine und nichts davon entspricht wirklich meinen Qualifikationen.
Ich frage mich inzwischen, wie lange ich das da noch machen soll. Es wird trotz mehrerer Anläufe einfach nicht besser und ich auch nicht jünger. Aber es hält mich dennoch, wie ich oben beschrieben habe, sehr viel dort. Wahrscheinlich wäre es sinnvoll, sich eine Frist zu setzen. Aber ich weiß auch nicht, wie lange ich dieser Veränderung Zeit geben soll. Ich bin ratlos und inzwischen vollends frustriert. Was würdet ihr mir raten...?

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Sieh dich doch mal um, was der Markt so zu bieten hat. Ich würde mich auf jeden Fall erstmal umschauen und mich auf interessante Stellen bewerben und dann mal sehen... 😉

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Der Text könnte von mir sein - eben auch wegen der Konstellation mit den Kindern und der Teilzeitstelle.

Bin nun seit 4 Jahren im öffentlichen Dienst und es wird zunehmend langweiliger. Weiterbildung leider garnicht möglich geschweige ein anderer Aufgabenbereich.

Es wirkt sich auch auf das Verhältnis zu den Kolleginnen aus. Da ich der Ratscherrei über belanglose Dinge nichts abgewinnen kann und es immer das selbe ist.
Also die Stelle und die Menschen entwickeln sich nicht weiter und alle sind zufrieden außer ich 😅

Da eine größere Umstrukturierung in circa 1 1/2 Jahren ansteht und es dann definitiv nicht besser wird - ist das meine Frist.

Die habe ich mir jetzt gesetzt. Kind ist dann auch soweit dass ich was neues wagen kann.

Also zu deiner Frage: vielleicht hilft die eine persönliche Frist in der du überlegen kannst was es noch für Möglichkeiten gibt und wie die umsetzbar wären.

Alles liebe

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Es ist schwierig Tipps zu geben, da du nicht viele Informationen preis gibst. Aufgrunddessen, was du schreibst, würde ich jedoch im alten Job bleiben. Solche Rahmenbedingungen findest du sicher so schnell nicht wieder. Oder bist du inzwischen nicht mehr alleinerziehend und / oder die Kinder sind schon erwachsen?
Wer weiß, was dich im nächsten Job erwartet? Da würde ich eher für einen Ausgleich im privaten Bereich suchen. Sport, Buchclub, Sprache lernen, Fernstudium... Irgendwas, was dich fordert. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann kannst du dich immernoch neu orientieren. Mir wäre alles andere zu unsicher, wenn doch sonst fast alles passt.

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Hm. Also alleinerziehend bin ich nicht mehr - aber dennoch meilenweit davon entfernt, mich auf dem Gehalt meines Partners auszuruhen.

Ich mache Sport, spreche mehrere Sprachen und habe Hobbies und Freunde. Ich komme privat genug raus. Ich wünsche mir eine berufliche Herausforderung. Und die kann mir weder Kick-Boxen noch Makramee bieten. Deswegen bilde ich mich extra weiter und lerne abends dafür. Ich bin nur leider nicht in einer Position, meine theoretisch erworbenen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden und mich so weiterzuentwickeln. Das ist es, was mich frustriert.

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Was hindert dich daran dich anderweitig zu bewerben?

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Hey,
Ich kann dich absolut verstehen. Ich brauche auch immer geistiges Futter😉. Ich würde auch dem zustimmen, das du erstmal schaust, was der Arbeitsmarkt dir zu bieten hat unter welchen Rahmenbedingungen etc.... Manchmal löst sich dann der Gedanke wieder schnell auf, weil man merkt, daß plötzlich der Arbeitsweg weiter weg wäre, das Gehalt anders ist oder Arbeitszeiten oä.... Oder dein Gefühl bestärkt sich dadurch und bist innerlich schon voller Vorfreude auf die neuen Aufgaben die dich erwarten würden. Erstmal alles abchecken und dann abwägen und Entscheidung treffen!

Lg🍀

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Vieles lernt man erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat.
Du sollst entscheiden,was du willst.in einem neuen Job wird dir eventuell alles passen aber die Kollegen sind dann doof.kannst du dann damit leben?
Suche dir neben dem job ein Hobby oder ehrenamtliche Tätigkeit.
Ich denke es geht gar nicht um Erfüllung auf der Arbeit,du bist mit dir selber unzufrieden.dir fehlen Ziele im Leben. Vielleicht lege ich auch falsch.aber bevor du dich auf neue Jobsuche begibst oder dein Chef um Veränderung nachfragst, frag dich welche Veränderungen sind denn notwendig!! Hast du schon paar Ideen deinem Chef geliefert?

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Das habe ich doch oben geschrieben: ich habe schon mehrfach mit meinem Chef gesprochen und mache aktuell eine von ihm persönlich genehmigte Weiterbildung in dem Bereich, in den ich gerne gehen möchte. Aber es bleibt einfach Theorie, ich werde nicht eingesetzt, die angestrebte Veränderung passiert nicht.
Ich habe privat ein schönes Leben. Aber ich wünsche mir, mich im Job weiterentwickeln zu können, mich im Team und im Kundenkontakt zu beweisen und Dinge zu erreichen. Ich suche kein Hobby.

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Dann musst du dich umsehen und kündigen.
Mit dem Text gibst du ja deine Antwort

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Ist es nicht immer schwierig das vertraute Umfeld zu verlassen? Wenn dich der Job langweilt, du Herausforderungen suchst, musst du was Neues beginnen. Mit der Gefahr, dass das nicht klappt. Aber versuchen MUSST du es. Nur die Rahmenbedingungen stellst du selbst. D.h. bewerben und dabei abwägen und ggf. Fristen einfordern. Das geht im Moment, in drei Jahren vielleicht nicht mehr, weil der Markt es nicht mehr hergibt. Wenn nicht jetzt , wann dann?

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Hallo!

Mir ging es genauso.
Wahnsinnig nettes Team, familienfreundlich, ÖD, wo alle meinten, sowas gibt man doch nicht auf!

Aber einfach unendlich unterfordernd. Man glaubt nicht, wie lange schon nur 4 Stunden am Tag sein können!!

Ich habe es gewagt, mich neu beworben und bin heute einfach nur glücklich im neuen Job.

Hab jetzt auch tolle, familienfreundliche Kollegen und Chefs, ein super Betriebsklima, Gleitzeit - und zusätzlich einen interessanten Job mit Luft nach oben.

Umschauen und bewerben, würd ich dir raten!!

LG Claudi

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Ich würde mich wegbewerben, sofern ich von meiner Ausbildung einigermaßen gefragt bin und finanziell es nicht sehr drückt.

Das Leben ist zu kurz, um täglich gefrustet zu sein, und man verbringt zuviel Zeit im Job, um einen zu machen, der aktiv unglücklich macht.

Halten tut einen oft nur die Gewohnheit und die Angst, neu anzufangen und womöglich woanders es noch schlechter zu haben. Das ist natürlich möglich, es könnte aber auch viel besser sein!

Ich hatte auch so einen Job, wo ich täglich unglücklich war. Als ich dann erfolgreich weg war, habe ich mich sehr geärgert, so lange dort geblieben zu sein.

Bzgl Veränderung in deinem aktuellen Job: Dass sich gar nichts verändert, obwohl du es angesprochen hast, heißt vermutlich dass dein AG es dir nicht zutraut. Normal ist man nämlich froh, wenn ein Mitarbeiter mehr Verantwortung übernehmen will.
Da würde ich mal überlegen, ob es dafür Gründe (bei dir) gibt oder ob dein Vorgesetzter schlecht ist.

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Das mache ich natürlich - überlegen, was falsch läuft. Und das macht die Sache echt nicht leichter. Ich habe den halben Tag Zeit, darüber zu brüten, ob ich etwas falsch mache, warum es nicht weitergeht. Es frisst mir echt massiv am Selbstbewusstsein, dass ich so viel versuche und mich anbiete - aber es ist nie gut genug.

Ich versuche wirklich, hier mein bestes zu geben, und in meinen Personalgesprächen bekomme ich sehr gutes feedback. Aber langsam habe ich auch Angst, in eine Negativspirale zu geraten. Ich finde es inzwischen fast anstrengend, die Aufgaben zu erledigen, die so einfach sind, dass sie mich eigentlich keine Anstrengung kosten dürften - weil sie mich so langweilen. Ja, manchmal bleiben hier inzwischen Dinge länger liegen, weil ich mich nur schwer dazu aufraffen kann. Und dann gebe ich mir die Schuld an der Situation, und es geht mir noch schlechter.

Letztlich glaube ich nichtmal, dass es an mir liegt. Ich weiß, dass einer meiner Chefs echt kein Gespür für sein Personal hat, das sehe ich auch an anderen Stellen. Ein weiterer Kollege von mir ist mit einer ähnlichen Problematik auf dem Absprung. Was die Personalentwicklung angeht liegt hier was im Argen.

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Sehr gutes Feedback, dennoch keine Veränderung und Kollegen in ähnlicher Situation klingt eher nach schlechten Chef und/oder keine anspruchsvollere Arbeit da und/oder interne Politik.

Das sind alles Faktoren, die du höchstwahrscheinlich überhaupt nicht beeinflussen kannst!

Genau diese Demotivation, die du beschreibst, finde ich den besten Grund um zu wechseln.
Überleg mal, was das mit dir macht, wenn du diese Gefühle die nächsten Monate, Jahre mit dir rumträgst. Das saugt unheimlich viel Kraft und muss nicht sein.

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Ich würde mich nach einem anderen Unternehmen umschauen und beim jetzigen AG schonmal ein Zwischenzeugnis beantragen. Dann machen die sich vielleicht doch mal mehr Gedanken....

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