Lebenshaltung während Umschulung?

Hallo,
mein Mann (43) hat ein Angebot per Quereinstieg eine neuen Beruf anzugehen. Dazu ist ein 4monatiger Lehrgang in Vollzeit notwendig, wo Hoffnung besteht, dass dieser mit dem Bildungsgutschein finanziert wird.
Im Anschluss daran besteht Jobgarantie und endlich Mal gute Bezahlung, daher möchte er das machen.
Nun die Frage: wie kann man in der Zeit seinen Lebensunterhalt finanzieren? AlgI- oder II-Anspruch besteht nicht. Gibt es Förderungen, BAföG oder Ähnliches? Ein Minijob, besser als nix, nebenher ist kaum machbar, da wir 3 kleine Kinder haben. Er muss ja auch ranklotzen, um die Prüfung zu schaffen. Ich bin selbst auch in Elternzeit und Elterngeldbezug läuft bald aus. Wohngeldanspruch werden wir auch nicht haben, da wir mietfrei im Haus meiner Eltern wohnen. Wir haben aber gerade umgebaut und trotzdem viel Geld ins Haus gesteckt.
Hat jemand Erfahrungen/Ideen, auch kleinere Finanzierungsmöglichkeiten?

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Hallo.

Es geht also darum "nur" vier Monate zu überbrücken?
Und im Anschluss an die Weiterbildung ist ein gut bezahlter Job sicher?

Nun, dann dürfte es doch nicht sooo tragisch werden.

Habt ihr schon mal mit eurer Bank gesprochen? Vielleicht gibts ne Art "Kleinkredit" (oder wie man das nennt)??
Oder ihr könntet euch evtl. bisschen was von Eltern/Geschwistern borgen?
Wenn ihr eh im Haus deiner Eltern wohnt. Könnten die die Kinder nicht stundenweise beaufsichtigen, damit DU dir nen Teilzeitjob suchst?

LG

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Kredit aufnehmen geht natürlich.

Minijob für mich eher nicht. Unsere Kids sind 2*1,5 (Zwillinge) und 4. Meine Eltern sind gehobenen Alters und gesundheitlich angeschlagen. Sie nehmen sie Mal einzeln oder auch Mal eine Stunde alle 3 und sind danach völlig fertig. Aber nicht so, dass ich 15h oder so in der Woche arbeiten gehen kann.

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Du könntest am Wochenende doch arbeiten, oder?

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Hallo,

Ist dein Mann gerade arbeitslos oder kündigt er seinen Job um die Schulung zu machen? Wovon lebt ihr im Moment und bist du dir sicher, dass ihr kein alg2 bekommt? Wenn die Schulung per bildungsgutschein finanziert wird, steht er ja scheinbar im Bezug alg1 oder 2, oder? Dann bekommt er doch auch Leistungen.

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Soweit ich weiß gibt's den Bildungsgutschein, sofern man sich arbeitssuchend meldet, unabhängig vom Leistungsbezug. Und ja, ich bin mir sicher, dass uns kein ALG zusteht. Hab gerade Mal den algII-Rechner genutzt. Da wir formell keine Miete zahlen (Ausgaben fürs Wohnen haben wir trotzdem) und das Kindergeld verrechnet wird, würden wir auf 280 Euro Anspruch im Monat kommen. Dafür müsste ich dann unsere Familienkutsche verkaufen, da diese über 7500 Euro wert ist...ist also völlig indiskutabel.

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Deine Kinder sind alle nicht fremd betreut?

Warum kann dein Mann nicht auf die Kinder am Wochenende aufpassen und du gehst Regale im Supermarkt einräumen oder so?
Ihr müsst ja nicht beide gleichzeitig auf die Kinder aufpassen.

Wenn ihr keine Miete zahlen müsst sollten 4 Monate echt absolut kein Problem sein.

Wie gesagt Mini Job für dich am Wochenende oder Kredit aufnehmen. Oder du denkst drüber nach deine Kinder in die Kita zu schicken, dann kannst du auch halbtags arbeiten. Wäre bei dem Alter deiner Kinder wirklich nicht verwerflich.

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Ihr habt keine Miete und könnt nicht 4 Monate überbrücken?!

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Ja, wir zahlen keine Miete. Das heißt aber nicht, dass wir kostenlos wohnen. Es ist ein altes Haus. Wir haben gerade erst für fast 40000 Euro umgebaut, wie ich oben geschrieben habe.

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Kann ich noch weniger verstehen,man kümmert sich um Erspartes und schaut nicht nach Gelder von der Allgemeinheit.
Hier geht es nur um 4 Monate...

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Seht erstmal zu, dass ihr den Bildungsgutschein erhaltet. Auch nach der aktuellen Änderung dürfte das aus einem bestehenden, ungefährdeten Arbeitsverhältnis einen Bildungsgutschein zu bekommen eher eine schwierige Sache sein.

Aber ich wünsche trotzdem viel Glück.

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Ich schreibe jetzt noch ein letztes Mal was dazu und klinke mich dann aus.

Zu unserer Lebenssituation: ich selbst habe in meinem Leben noch nie irgendeine Sozialleistung beantragt, habe einen gehobenen Studienabschluss und verdiene, wenn nicht gerade in EZ als Hauptverdiener sehr gut. BAföG habe ich damals bekommen, da ich selbst in einer Familie unter Mindestlohn, den gab es damals noch nicht, aufgewachsen bin. Ich zahle heute noch Reste davon zurück.
Mein Mann ist leider nicht so gut dran, hat trotz 2er Ausbildungen immer nur Mindestlohnjobs. In den 2 Berufen gibt's hier nur Mindestlohn. In anderen Ecken von Dtl. würde man da den Kopf schütteln und sich nicht Mal vom Sofa hoch bewegen. Er ist, als unser erstes Kind geboren wurde, auf 35h runter gegangen. Nachdem ich dann 2018 unerwartet Zwillinge bekommen habe, haben wir beschlossen, dass wir von unserem Ersparten so lang wie möglich zehren und ich mir 2 Jahre EZ erlaube und dass diese kurze Zeit im Leben einfach Mal komplett für die Kinder da ist. Der Umbau war auch nur richtig nötig, weil wir nun 5 statt 4 Bewohner sind.
Nun hat mein Mann, leider ausgerechnet gerade jetzt gegen Ende meiner EZ, die Chance aus dieser Niedriglohnmisere rauszukommen, was für mich mit 3 Kindern den Luxus bedeutet, nach meiner EZ evtl. in TZ (30h) arbeiten zu dürfen. Das Ganze ist auch ungeplant, sonst hätten wir natürlich die Rücklagen, wir hätten den Kita-Platz eher genommen und ich wäre eher wieder arbeiten gegangen. Ich finde es so dermaßen anmaßend und traurig, uns hier als Sozialschmarotzer hinzustellen, die nicht arbeiten wollen.
Hat jemand von euch 3 Kinder in der Alterskombi oder jemand im Umfeld, der das hat? Wer das hat kann wohl verstehen, dass mein Mann sich lieber beim Regale einräumen entspannen würde als zuhause 3 kleine Kinder zu bespaßen.
Meine Frage bezog sich auf Fördermöglichkeiten/BAföG für Erwachsene oder was auch immer, wo es ja anscheinend nichts gibt, weil ich dazu nämlich noch nicht eine vernünftige Antwort bekommen habe. ALG und Wohngeld habe ich lediglich erwähnt, dass wir eh keinen Anspruch haben, sodass nicht jemand auf die Idee kommt das vorzuschlagen.
Dass wir einen Kredit aufnehmen können ist mir klar. Für uns als Paar ist es allerdings ein größeres Unding auf Pump zu leben als eine Förderung in Anspruch zu nehmen...da scheiden sich anscheinend die Geister.

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Dein Mann räumt also lieber Regale ein, als SEINE Kinder zu bespaßen?

Ohne Worte, ehrlich.

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DAS ist der Teil, den Du dem Text oben entnimmst?

OHNE WORTE, ehrlich

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Ich sehe hier nur die Möglichkeit, das Vorhaben zu verschieben (wenn Du wieder arbeitest) oder einen kleinen Überbrückungskredit zu nehmen.

Auf den Rest gehe ich jetzt mal nicht ein.

Kellnern würde ich meine Frau auch nicht schicken.

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Gibt ja noch genug andere Sachen außer kellnern. Zeitung austragen, bei McDonalds arbeiten etc etc.

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"Kellnern würde ich meine Frau auch nicht schicken."

Lach..... Ich dachte dabei auch eher an ein nettes Cafè, oder ein Speiselokal.
Nicht ans Münchener Oktoberfest oder die Stammkneipe der Hells Angels. #schwitz

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Hallo

Für vier Monate den Gürtel enger schnallen, müsste gehen. Als ich mal sehr sparsam leben musste (um zu auf etwas zu sparen, mache ich manches immer wieder mal gern) :

- nicht mehr Benötigtes auf ebay Kleinanzeigen verkaufen
- günstig kochen, Zb Kartoffeln sind gesund und günstig, Nudeln, Gemüsesuppen, Eintöpfe
- Reste einfrieren
- wenig Fleisch und Wurst
- Leitungswasser trinken, auch für unterwegs umfüllen und mitnehmen (wir haben uns einen Sodastrem zum sprudeln gekauft)
- Essen und Trinken für unterwegs immer mitnehmen
-alles, wirklich alles aufschreiben, was gekauft wurde
- Geschirrspülertabs hab ich sogar zeitweise geteilt und für zwei Spülgänge verwendet
- Seife statt Duschgel, hält länger her und man hat auch weniger Plastikabfall
- duschen statt baden
- mit Einkaufszettel einkaufen und nur was nötig ist
- mit dem Auto nur fahren, wenn wirklich nötig, evtl Fahrgemeinschaft
- im Discounter einkaufen, no Name Ware

Puh, vielleicht fällt mir noch was ein.... Für die kurze Zeit, denke ich, bekommt ihr das bestimmt hin.

Liebe Grüße

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Ja, wir werden es auch so machen. Den Bildungsgutschein bekommt er und die Fahrtkosten zur Weiterbildung auch.
Dass wir in vielen Dingen sehr sparsam leben ist eh so. Das haben wir quasi in die Wiege gelegt bekommen. Wir machen das alles so, wie du aufgelistet hat, aber immer. Nur das Thema Seife und Geschirrspültabs machen wir nicht so. Dafür gehe ich 3x wöchentlich mit Kinderwagen zum Lidl und decke mich mit Lebensmitteln ein, die 30 oder 70% reduziert und die halt nur noch 1-2 Tage haltbar sind. Das macht bei 5 Personen wahnsinnig viel aus. Und die Kinder können so trotzdem Mal Himbeeren naschen. Die Kinder verputzen bei uns gefühlt tonnenweise Obst und Gemüse. Auswärts gegessen wird in den nächsten Monaten nicht.
Familien-Unternehmungen werden reduziert bzw. kostenlose Sachen gemacht. Urlaub findet sowieso keiner statt. Der Große darf mit Oma und Opa in den Urlaub fahren. Ausgegangen sind wir in den letzten 4,5 Jahren wegen der Kinder genau 3x. Das muss also auch nicht gerade jetzt sein. Mein Auto fährt auch kaum noch. Ich komme mit Zwillingen eh selten weg. Die Teilnahme am Spielkreis gönnen wir uns noch. Sachen müssen auch nicht gerade jetzt gekauft werden bzw. dann halt auf der Kindersachenbörse. Renovierung des Kinderzimmers wird verschoben. Und ganz wichtig: gekauft wird wirklich nur was sein muss...d.h. auch den Großen möglichst nicht zum Einkaufen mitnehmen.
Und Ende Juli (mein erster Monat nach EZ und erstes Gehalt von meinem Mann nach Umschulung) müsste dann bei beiden von uns wieder ordentlich Geld eingehen, sodass es steil bergauf geht ;-)

Mein Mann hat übrigens bei AAmt nachgefragt. Eine Förderung zur Qualifizierung von Erwachsenen hat es wohl früher Mal gegeben, ist aber schon eine Weile her. So unmöglich war also meine Frage nicht.

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Kinderbetreungskosten können unter bestimmten Bedingungen auch übernommen werden.
§§ 81 ff SGB III

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