Mit Kind nur mehr 16 Stunden Woche Arbeit

Möchte mit Kind nach zwei Jahren nur mehr 16 Stunden in der Woche arbeiten. Freunde von mir sehen das nicht so gut, sie meinen wenn Kinder grösser sind und zwecks Pernsion usw. Bekomme jetzt für 38,5 Stunden 2400€ netto, denk mal für 16 h bekommt man dann auch bisschen was und mein Mann bekommt ca 3000€netto. Beim Haus ist auch nicht mehr so viel zum zurück zu bezahlen. Denk warum nicht, wenn man sich es leisten kann, dafür muss ich dann nicht jedes Jahr auf Urlaub fliegen.

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Und nun? Frage? Oder war das nur ein Statement?

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Möchte wissen was andere davon halten und ob meine Einstellung vielleicht doch falsch ist.

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Jeder muss sowas für sich entscheiden, da jeder selbst mit den Konsequenzen leben muss.

Ich würde nicht so wenig arbeiten wollen. Bin ich aber auch einfach nicht der Typ für.

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Du scheinst dein Arbeitspensum aus der Sicht der ganzen Familie zu betrachten und da reicht das Geld für euch scheinbar.
Deine Freunde sehen, dass es für dich persönlich später ein Nachteil sein kann. In diese Armutsfalle sind schon viele Frauen getappt, die für die Familie beruflich zurück gesteckt haben oder nicht mehr arbeiten wollten, weil der Mann ja genug verdient.
Am Ende muss diese Entscheidung jeder selbst treffen. Ich empfehle dir, falls du nicht mehr Stunden arbeiten möchtest, dass ihr für dich eine private Altersvorsorge anfangt. Alternativ könnten auch dein Mann und du beide die Stunden etwas reduzieren. Dann ist der Gehaltsunterschied und damit dein Nachteil nicht so groß.

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Du wärst nicht die erste, welche so in die Altersarmut tappt. Vorübergehend finde ich es in Ordnung, auf lange Sicht würde ich jedoch aufstocken. Mir persönlich war es auch immer wichtig im Fall einer Trennung auf eigenen Beinen zu stehen und mich und die Kinder problemlos alleine versorgen zu können.
Dieses "mein Mann verdient genug" ist sehr naiv gedacht. Eine Ehe kann schneller in die Brüche gehen als man denkt und dein Mann wird dir nicht endlos Geld zustecken, weil du sich irgendwann mal um die Kinder gekümmert hast. Im Fall einer Trennung denkt jeder nur an sich.

Übrigens, ich würde dich mit so einer Stundenzahl nicht als Mitarbeiterin akzeptieren. Das Minimum bei uns sind 25 Stunden. Sonst lohnt es sich aus Arbeitgebersicht nicht, egal wie die Stunden pro Woche geplant sind.

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Ich arbeite auch nur 16 Stunden pro Woche, verteilt auf 2 Tage. Gründe dafür sind der lange und stauanfällige Arbeitsweg und die Tatsache, dass sich in meiner Abteilung nur ganze Tage lohnen. Ich bekomme knapp 900 Euro netto.

Da ich hier zu Hause auch noch genügend an der Backe habe und mich fast alleine ums Kind kümmern muss, bin ich sehr glücklich mit dieser Lösung. Mein Arbeitgeber macht aber auch sehr viel für die Mitarbeiter. Es gibt eine betriebliche Altersvorsorge und ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell.

Was mir auf jeden Fall auch wichtig ist: Ich könnte relativ problemlos meine Stunden aufstocken. Wenn meine Tochter in die 5. Klasse kommt, würde ich gerne einen dritten Tag arbeiten gehen.

Wenn ich mir hier in der Nähe einen Job suchen würde, dann würde ich mich, vom Arbeitsweg mal abgesehen, nur verschlechtern.

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Ich bin mal vorsichtig.
Klingt für mich wenig echt.
2400€ netto passen nicht zum Sprachstil und der Grammatik.

Nun ja. Du kommst damit auf knapp 1000€.
Mit Kindergeld und deinem Mann über 4000€. Das ist ok.

Für dich persönlich natürlich aber eine Gefahr

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Ich gehe jetzt mit Kind 19,25 stunden arbeiten. Anders ist es bei uns mit der Kinderbetreuung nicht machbar.Mein Mann hat aber schon vor unserer Tochter als ich die Stelle reduziert hatte weil wir uns sonst nie gesehen hätten in eine private Altersvorsorge für mich investiert.
L.G

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Vielen Dank für eure Antworten. Jetzt ist es für mich auch verständlich, weshalb sich meine Freunde darüber Gedanken machen.
Pensionsvorsorge usw.
Da meine Mutter immer Hausfrau war und ich möchte dadurch auch immer für meine Kinder da sein wenn sie nach der Schule nach Hause kommen. Find es schlimm wenn die Kinder Fremdbetreut werden müssen.

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Pension klingt nach Österreich.

Da solltest du auf jeden Fall bedenken, dass du nach einer Scheidung nicht gut da stehst, vor allem im Alter. In Österreich behält jeder seinen eigenen Pensionsanspruch, da wird bei einer Scheidung nix geteilt.

LG

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Richtig, ich bin aus Österreich.
Sicherlich gibt es keine Garantie dass man für immer zusammen bleibt. Aber man kann auch nicht immer so leben, wie wenn man sich trennen würde.
Und die Hälfte vom Haus gehört mir, von dem her bin auch bisschen abgesichert.

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Es ist ja nicht für immer so ;-)

Anderes Bsp. mein Vater hat seine 40 Jahre VOLL einbezahlt in die Rente, wurde zum Pflegefall. Rente bekam er nicht. Die dafür vorgesehene Versicherung weigerte sich (Papierkrieg), die gesetzliche fing erst mit dem gesetzlichen Rentenalter an (kurz vor seinem Tod)

Meine Mutter arbeitete mit Kindern wenige Stunden. Als mein Vater zum Pflegefall wurde, stockte sie auf - aber so, dass sie die Pflege noch gewährleisten konnte und ernährte die Familie. Dann wurde sie auch zum Pflegefall.

Sie haben für die Rente gespart. Eigentlich um dann nach der Arbeit zu leben. So war es dann die Grundversorgung. Dafür haben sie fast nie gelebt und wurden auch durch das zu viel an Arbeit krank.


Die Frage zur Rente finde ich durchaus wichtig und vorsorgen sollte man schon!
Nur, ob das immer durch Mehr Arbeitszeit der Weg ist, ist individuell.


Die Frage sollte
1. mit dem Partner besprochen werden
2. auch Eventualitäten klären
3. was tut dir selbst gut
4. was tut euch als Familie gut
5. wie sind deine beruflichen Aussichten?

Im Freundeskreis gibt es verschiedene Modelle.
Berufe mit goldenen Zeiten, die heute bei Vollzeitarbeit nicht mal mehr die Grundversorgung abwerfen würden.
Was machen diese? Zweite Ausbildung/zweites Studium, um wieder von der Arbeit leben zu können.

Andere haben weniger gearbeitet oder waren in Elternzeit (Ehrenamt oder anderes, damit ihnen die Decke nicht auf den Kopf fiel) und arbeiten jetzt wieder Vollzeit. Wollen, Freude, eigene Motivation, Trennung uvm.
Wiedereinstieg klappt super. Einige AG denken inzwischen um und freuen sich über Mütter, die längere Zeit zu Hause waren und jetzt mit Motivation und nicht-Kleinkindern wieder voll einsteigen; Fokus auf den Beruf; kein schlechtes Gewissen zwischen Mehrfachteilung...

Ein Bsp. Vollzeitarbeitende Eltern, Trennung. Sie reduziert die Stunden auf Teilzeit, weil es mit der Betreuung nicht klappt, bricht zusammen, weil er Unterhalt verweigert und viel stresst, erst mal lange Krankheitszeit. Vollzeitjob nicht mehr ausführbar.

Ergebnis: auch das war eine Umstellung. Nix mit Sicherheit bei Trennung. Krankheitszeit überstanden, wieder aufgestanden, Neueinstieg in Teilzeit (anderer Bereich) und sich dann hochgearbeitet zu Vollzeit, als die Gesundheit es zuließ und die Kinderbetreuung passte.


Ja, ich finde schon, dass man einige Punkte beachten sollte.
Z.B. nur weil es JETZT so ist, muss es NICHT für IMMER so sein.
Sowohl Vollzeit/super Job, als auch jetzt Teilzeit.


Was mir wichtig ist, dass ich Selbstvertrauen habe. Auch wenn ein Job geht (gesundheitlich, finanziell, Filiale schließt, Betrieb insolvent, AG hört auf, Fusion, Wegrationalisierung uvm.)
dass ich das Selbstvertrauen habe, wieder etwas Neues zu finden. Dass ich den Mut habe, auch nach vielen Jahren noch eine neue andere Stelle anzunehmen.

Egal, ob ich nun von Teilzeit auf Vollzeit aufstocken möchte
oder von Vollzeit auf Teilzeit reduzieren.
Wenn es im bestehenden Betrieb klappt, prima! Oft kann man ja mit dem Chef reden. Wenn es da nicht klappt, dass ich dann den Mut habe, woanders etwas anzufangen.


Die vermeintliche Sicherheit einen Arbeitsplatz zu haben, ist auch keine Garantie/Sicherheit. Diese ist auch nur für den Moment, mit der Hoffnung, dass es für sehr lange so ist.


Wegen Rente rechnet es euch durch. Welchen konkreten Unterschied macht es bei der Rente aus? Wie könnt ihr privat vorsorgen? Was kann vom Gehalt deines Mannes abgedeckt werden? Steht er zu dem Modell, dass du weniger arbeitest?

Plan B: Pflegefall, Trennung usw. Könnt ihr da schon vorsorgen, dass du nicht zu kurz kommst (Rentenvorsorge, privat) ohne dass er "ausgenommen wird". So, dass es euch beiden gut geht damit.
In einer Ehe sollte man darüber reden können. Zumindest wäre das für mich Voraussetzung um überhaupt zu heiraten. (mit gestiegener Lebenserfahrung sind mir solche Punkte wichtiger geworden). Wertschätzung heißt für mich auch, über finanzielles reden zu können und wertzuschätzen, wie sich beide jeweils in die Familie einbringen.

Spielt gedanklich verschiedene Modelle durch. Für jetzt.
Für später.
Für spätere Möglichkeiten. Wie stehen deine Chancen für einen Wiedereinstieg? Müsstest du beruflich auf viel verzichten, wenn du weniger arbeitest (wärst du dann raus aus der Branche?) oder wäre es fast egal, weil es den Beruf häufiger gibt?

Wie könnt ihr das als Familie organisieren, dass keiner zu kurz kommt. Jetzt nicht und später auch nicht.

und dann entscheidet gemeinsam, was für EUCH als Familie passt und jeweils zu euch als Person.

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Danke du hast das toll geschrieben.
Meine Mutter bekommt nur bisschen weniger Pension, gegenüber ihrer Freundinnen die bis 60ig Teilzeit ca 30 Stunden in der Wochen gearbeitet haben. Obwohl meine Mutter nach zwei Kindern nicht mehr gearbeitet hat. Is zwar nicht fair, aber sie freut sich, die anderen würden sich ärgern wenn sie dies wüssten. Darum meine Einstellung, nur arbeiten zwecks der Pension ist nicht notwendig. Kann ja blöd ausgehen wie bei deinen Eltern, wenn man dann krank ist im Alter oder gar nicht mehr ist.
Mir ist es Wichtig dass wir bald ca. in 10 Jahren da Haus abbezahlt haben und noch einen guten Geldpolster haben. Dann lässt sich es später im Alter auch gut leben, mit wenig Pensionsgeld.

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Und wenn ich mir die Debatten über die Negativzinsen so ansehe.... #schwitz

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