Kinderzuschlag

Hallo,

ich habe mich eben mit der Beantragung vom Kinderzuschlag auseinander gesetzt. Es soll das Einkommen der letzten 6 Monate VOR Antragsstellung angegeben werden.
Aber dann ist es doch keine Hilfe für den Moment, wo das Einkommen knapp ist, oder sehe ich das falsch?

Denn ich beziehe ja ab JETZT Elterngeld (geboren 04/19) und nicht erst in 6 Monaten. Da beziehe ich dann zwar immernoch Elterngeld, aber dennoch ändern sich bis dahin unsere Einkommensverhältnisse erheblich, da mein Mann noch bis Oktober studiert und dann eine gut bezahlte Anstellung antritt.

Dann bekommen den Kinderzuschlag nur Familien mit einem dauerhaft sehr geringem Einkommen? Und ich muss die nächsten 4 Monate mit unserem Ersparten überbrücken? Oder einfach in 6Monaten beantragen, denn da sind ja vier sehr einkommensschwache Monate dabei? Wenn das tatsächliche Einkommen überhaupt keine Rolle spielt?! Irgendwie finde ich das komisch und eigentlich komme ich mit dem bürokratischen Krempel gut zurecht.

Kann mir mal jemand von seiner Erfahrung berichten? Es gibt ja sicherlich Familien, die den Zuschlag erhalten...

Danke im Voraus.

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Deine Ersparnisse musst Du auch angeben. Für den Kinderzuschlag musst Du Dich genauso offenbaren wie für einen ALGII Antrag.

Wenn Ihr die vier Monate mit Ersparnissen überbrücken könnt ist doch alles super. So ist das auch vernünftig. Vorplanen, sparen und die Elternzeit selbstfinanziert genießen. So macht das der überwiegende Teil der Eltern.

Der Kinderzuschlag ist für Eltern, die normalerweise ein knappes Einkommen haben und sich ohne Kinder versorgen können und erst durch die Kinder an die Grenze des ALGII Bedarfes kommen. Wer vorher gut verdient und nur durch Elternzeit einen "Einbruch" hat, sollte vorgesorgt haben.

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Wir haben bereits die letzten drei Jahre viel von unserem ersparten aufgebraucht, wegen des späten Studium meines Mannes. Und mit 30 std Teilzeit als quasi Alleinverdienerin ist es doch etwas schwierig, viel beiseite zu packen. Also ich habe leider "normalerweise ein knappes Einkommen", weil ich in einem Job arbeite, den ich liebe, aber der eben schlecht bezahlt wird und auch noch in einem Bundesland mit geringem Lohnniveau lebe.

Ersparnisse unter 7700€ werden nicht berücksichtigt...

Aber danke, dass du auf meine eigentliche Frage so gar nicht eingegangen bist ;-)

Sobald hier unter Finanzen und Beruf eine finanzielle Frage im Zusammenhang mit einer Sozialleistung gestellt wird, bekommen die Fragestellenden, wenn nicht direkt, durch die Blume zu hören, sie wären nicht oder nur schlecht in der Lage, ihr eigenes Leben selbständig zu finanzieren, aber wirklich eine Hilfe kommt nicht. Das ist sehr traurig, aber scheint wohl den Egoismus in der Gesellschaft widerzuspiegeln.

Eigentlich müssten doch all diejenigen, die es nicht gut finden, dass eine Familie vorübergehend auf Sozialleistungen angewiesen sind und auch noch so dreist sind, diese zu beantragen, sich mit den Parteien beschäftigen, die Sozialleistungen kürzen und streichen wollen und diese dann bitte auch schön wählen.

Also lasst uns das Solidarprinzip komplett abschaffen, wer ein schweres gesundheitliches Problem hat, darf gern sterben, denn Krankenkassen braucht es dann auch nicht mehr und wer nicht selbst vorgesorgt hat, hat Pech gehabt, egal ob Kind, Mutter oder Oma. Dann darf auch schön Bildung komplett allein finanziert werden, sowie die Kinderbetreuung zu 100% usw.

Also nutzen doch alle staatlich geförderte Leistungen, so wie auch alle (bis auf paar ganz reiche Leute und Firmen) schön Steuern einzahlen. #bla#bla#bla

Also bitte, wer etwas konstruktiv beitragen kann, sehr gern, alle anderen können sich auch ihren Teil denken...

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Hallo,

Ich weiß nicht, ob dir das hilft. Wir haben vor einiger Zeit Kinderzuschlag beantragt. Dieses wurde immer für 6 Monate bewilligt und dann musste man erneut beantragen. Leider war es bei uns so, dass wir Kinderzuschlag bekommen haben, aber da mein Mann damals Weihnachts- und Urlaubsgeld bekommen hat, mussten wir dann immer alles zurück zahlen. Wir hatten zwar Anspruch, aber diese Sonderzahlungen werden als Einkommen natürlich mit angerechnet und somit hatten wir das Geld unberechtigt erhalten. War blöd aber vermutlich geht es vielen anderen auch so.

Und ja, Ersparnisse, Versicherungen etc. Muss man alle offen legen.

Gruß, kleinekecki

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Wieso beantragt ihr den Kinderzuschlag nicht JETZT? Verstehe ich nicht! 6 Monate vor Antragsstellung heißt doch nicht, dass du erst in 6 Monaten für zurückliegenden Zeiten beantragst.

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Das ist ja richtig, aber wenn ich mein Einkommen der zurückliegenden 6 Monate vorlege (was laut Antrag gefordert wird), habe ich keinen Anspruch. Würde ich aber unser gegenwärtiges Einkommen vorlegen, sprich Elterngeld, plus das bissl was mein Mann im Studium bekommt, hätte wir wohl Anspruch.

Ich verstehe halt nicht, weshalb nur auf die vergangenen 6 Monate geblickt wird und nicht auf das, was tatsächlich da ist.

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Deine Ersparnisse musst du angeben. Die werden angerechnet.

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Hallo weisse2010,

Wir befunden uns gerade in ähnliche Situation und wie du schon geschrieben hast geht es nicht immer das man vorher Geld beiseite legen kann.

Das haben wir bei der Großen so gemacht und die 10.000€ erspartes waren dann nach einem Jahr auch weg.

Naja bei den anderen beiden ging das dann nicht mehr, weil mein Mann ein Arbeitsunfall hatte und in seinem Beruf nicht mehr arbeiten kann. Aber das ist ein anderes Thema.
Wir wollten aber davon nicht unsere Kinderplanung abhängig machen.

Ich arbeite Vollzeit, was für uns auch vollkommen ausreichend ist. Allerdings reicht das Elterngeld nicht.

Daher haben wir Wohngeld/Lastenzuschuss beantragt, vom Kinderzuschlag hatte ich schon viel schlechtes gelesen, also das viele das Geld zurück zahlen mussten.
Das würden wir aber nicht wuppen können.

Hast du dich schon mal mit Wohngeld auseinandergesetzt? Wenn man ein Kredit abzahlt für ein Eigenheim heißt es Lastenzuschuss. Die Anträge kannst du dir auch online holen.

Ich hoffe ich konnte dir da etwas helfen.

Achso, wenn Wohngeld oder Kinderzuschlag bewilligt wurde hast du auch anrecht auf das Bildungspaket, also in Zuschlag für Schulsachen, teilweise Kostenübernahme für Mittagessen, Beitrag für Sportverein usw., ich bin mich da aber gerade selber erst am einlesen.

Die Bearbeitung des Antrages kann auch sehr lange dauern. Wir haben diesen im April abgegeben und immer noch kein Bescheid bekommen.

Viele Grüße!

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Vielen Dank für deinen Beitrag. Wohngeld und Bildungspaket habe ich auch bereits auf dem Schirm, zumindest werde ich Wohngeld für uns beantragen, aber da mein Mann einen Anteil bafög erhält, weiß ich nciht, ob wir dann Wohngeld bekommen können, da im bafög auch ein Mietzuschuss pauschal enthalten ist.
Auch die Beratungsstelle war mit unserer Situation überfordert.
Aber das schöne ist ja, beantragen kann man alles, ob man es erhält, ist eine andere Sache. Und leider sind die Gesetze nicht immer gut zu durchschauen und die verschiedenen Einzelfälle machens dann noch komplizierter.

Alles Gute für Euch!

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Ich weiß nicht ob dir das hilft aber wir haben damals wohngeld bekommen. Mein Freund hat gearbeitet und ich war in der Ausbildung und habe Bafög bekommen.
Ich durfte den wohngeldantrag nicht stellen, aber mein Freund konnte ihn für sich und unseren Sohn einreichen.
Falls ihr verheiratet seid weiß ich nicht wie da die Situation ist.

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