Chefin meiner Frau macht Wind wg. 5,- Euro für Schwangerschaftsbescheinigung

Ich ärgere mich gerade ein wenig. Jeder intelligente Mensch weiß, dass Kosten für Bescheinigungen, die der Arbeitgeber von einer Schwangeren Mitarbeiterin verlangt, in diesem Falle sogar schriftlich als Brief, von ihm auch zu tragen sind (MuSchG §5). Vor ein paar Tagen schrieb die Chefin meiner Frau einen Brief und bat darin um eine Schwangerschaftsbescheinigung für das Steuerbüro.

Es stand nichts davon im Brief, dass meine Frau vorher anrufen soll wenn das mit Kosten verbunden ist oder dass die Bescheinigung nichts kosten darf. Also ging meine Frau zur Frauenärztin und ließ sich für 5,- Euro eine solche Bescheinigung ausstellen (27. SSW). Die Sprechstundenhilfe sagte ihr noch, dass die Bescheinigung ab der 33. SSW kostenlos sei.

Meine Frau brachte die Bescheinigung sogar noch persönlich vorbei bei ihrer Chefin und sagte, dass es 5,- Euro gekostet habe. Die wurde aber wohl gleich ziemlich ungehalten und machte meine Frau wohl ein wenig runter. Sie fragte meine Frau, warum sie nicht von der Arztpraxis aus angerufen habe dass es Geld kostet und dass der Betrag ja nur auf der Bescheinigung steht aber keine Quittung vorhanden ist und was für ein Problem meine Frau habe, da sie doch stets pünktlich ihren Lohn bekomme usw.

Man muss dazu sagen, dass meine Frau ein hochintelligenter Mensch, aber leider sehr nachgiebig ist. Sie streitet sich nicht gerne - selbst wenn sie im Recht ist und es um ihr Geld geht. Den Part übernehme ich dann meistens, weil ich mich in Sachen Geld und Recht sehr gut auskenne.

Jedenfalls ist meine Frau dann ohne Geld gegangen. Ich habe ihr empfohlen sich an die Frauenärztin zu wenden und um eine ordentliche Quittung zu bitten. Diese soll sie kopieren und mit einem Brief an ihre Chefin schicken. Im Brief soll sie auch nochmals freundlich und sachlich um die Erstattung bitten und auf die gesetzliche Pflicht hinweisen.

Klagen wird meine Frau wg. 5,- Euro selbstverständlich nicht, denn meine Frau möchte nach der Elternzeit wieder dort arbeiten und nicht nach der Elternzeit gekündigt werden (es ist nur ein 2-Personen-Unternehmen), aber es ist doch eine riesige Frechheit was sich die Chefin erlaubt - oder?

Habt ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen? Was habt ihr eurem Chef oder eurer Chefin in dieser Situation gesagt bzw. wie habt ihr die Situation geklärt?

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Ich würde wegen 5 Euro keinen Wind machen bzw hätte der AG eine Kopie der Seite des , aus der der errechnete ET hervor geht, schon viel eher von mir aus gegeben.

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Kannst du den Satz bitte so formulieren, dass man ihn verstehen kann?

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Im übrigen besteht keine Pflicht für die Schwangere eine Bescheinigung vorzulegen. Warum sollte sie also eine solche Bescheinigung von sich aus vorlegen (wenn ich den letzten Teil deines Satzes richtig verstehe) solange sie nicht darum gebeten wird? Was ändert das an der Pflicht des AG zur Erstattung? Nichts!

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Ohne Quittung immer blöd. Quittung besorgen. Zur Not selbst bei der Steuer versuchen abzusetzen.
Wenn nur 2 Man(n) Unternehmen hätte ich auch wegen 5€ angerufen Bzw. Gesagt dass es ab der 33. ssw eine kostenfreie gibt. Bei nur 2 Mitarbeitern sollte die Kommunikation funktionieren.

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Dann kann man der Chefin aber auch vorwerfen, dass sie im Brief nicht genau genug formuliert hat. Woher soll meine Frau wissen, dass ihre Chefin sich weigert die Kosten zu übernehmen, wenn sich diese Pflicht sogar aus dem Mutterschutzgesetz ergibt?

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Bei 2 Mitarbeitern kann man davon ausgehen dass die Chefin auch nicht alles über Schwangere Angestellte weiß. Daher wäre Kommunikation sicher hilfreich gewesen. Es geht hier wohl weniger um 5€ sondern um das Verhältnis von AG zu AN.
Ich kann nur von mir persönlich berichten. Ich arbeite in einem sehr familiären Unternehmen. Bin die 1. Schwangere seit 25 Jahren und für mich so wohl für das Unternehmen ist das alles neu. Ich habe immer alles besprochen.
Der erste Schritt ist sicher erst mal die Quittung besorgen, ob ihr die dann beim AG einreicht mit entsprechenden Hinweis auf den Gesetzestext bleibt euch überlassen.

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Bei einem so kleinen Betrieb/Büro hätte ich auch definitiv bei meiner Chefin angerufen und gesagt es kostet 5€ oder ist ab der 33. Woche kostenlos. Ich hätte auch angeboten vorab meinen Mutterpass zu kopieren sollte die Bescheinigung so dringend benötigt werden.

Ich abreite auch in einem kleinen Ingenieurbüro und mein Chef hat keine Ahnung von Mutterschutz oder Elternzeit, dabei bin ich die zweite Schwangere in diesem Büro. Da erklärt man Ihm gerne auch zwei oder drei Mal was als nächstes kommt oder was er wann zahlen müsste. Aber das ganze in einem netten, verständnisvollen und hilfsbereiten Ton.

Aber selbst, wenn sie die Bescheinigung sofort benötigt hätte, würde ich definitiv nicht auf diese 5 € bestehen. Sie möchte nach der Elternzeit dort wieder anfangen dann solltest du nicht so einen Wind machen und irgendwelche Sachen für sie klären wollen. Sie ist eine erwachsene Frau und sollte selbst in der Lage sein.

Wenn Ihr auf diese 5€ wirklich so dringend angewiesen seid ist, dass vielleicht etwas anderes aber dann würde ich das der Chefin auch klar kommunizieren. Und nicht mit Gesetzen drohen und druck ausüben.

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Wegen 5€ würde ich mir nicht ins Hemd machen. Du schreibst nicht, dass es euch finanziell schlecht geht?! Ehrlich, da wäre mir ein gutes Verhältnis wichtiger als die paar Euro... In einem so kleinen Betrieb hat die Chefin doch schon genug Umstände, wenn die einzige Mitarbeiterin ausfällt (auch wenn man soetwas nicht laut sagen darf)...

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Naja, wenn ich wegen falsch Parkens unrechtmäßig ein Ticket bekommen würde würde ich es auch nicht zahlen wollen, nur weil die Politesse vllt meine Nachbarin wäre... 😄

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Der Zusammenhang ist jetzt etwas weit her geholt 🤔 ICH habe halt bisher mit allen AG ein gutes Verhältnis gehabt und hätte keinen Grund gesehen, wegen 5€ einen riesen Wind zu machen bzw. auf mein Recht zu pochen. Zumal es mir mehr als peinlich wäre, wenn mein Partner versucht einen Konflikt zu klären / aufzubauschen, den ich längst abgehakt habe... In deinem Beispiel: Wenn ich das Ticket bezahlt hätte, weil ich vllt. doch nicht ganz umsichtig war und mein Partner nochmal hingeht und das Geld zurück verlangt...

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Ich kann den TE durchaus verstehen und. Ich würde es auch bodenlos ärgern. Erst eine Bescheinigung verlangen, dann wegen 5€ so ein Fass aufmachen. Und nein, ichvhötte wegen 5€ auch nicht im Büro angerufen, das ist doch albern. Jeder durchschnittlich intelligente Mensch weiß dass bei fast allen Ärzten jegliche Art von Attesten, Bescheinigungen oder Berichten (als Kassenpatient) kostenpflichtig sind! Wer die Musik bestellt, der soll auch ohne so ein Gehampel zahlen. Gerade diese ausufernde Beschwerde des AG wäre das, was mir bitter aufstoßen würde. Ich würde auch beim Arzt um eine Quittung bitten und dem Arbeitgeber zukommen lassen, ohne jedoch selbst noch einmal ein Fass aufzumachen.

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Keine Buchung ohne Beleg. Da würde ich auch nix erstatten.

Ich habe übrigens auch mal in so einem Mini-Unternehmen gearbeitet. Für die ist eine Schwangerschaft als Arbeitgeber nervenaufreibend genug. Damals habe ich mein Karma gefüttert und auf die 5 Euro einfach verzichtet, rechtliche Pflichten hin oder her. Karma hats mir gedankt und ich habe nach der Elternzeit eine viel bessere Stelle bekommen!

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Ich würde keine 5 Euro von meinem Chef verlangen. Kleinkariert.

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Ganz ehrlich, wegen 5€ würde ich kein Fass aufmachen...

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Ja, absolut ... eine riesen Frechheit... nicht auszuhalten diese bodenlose Unverschämtheit ... schreibst am besten du ihr den Brief ... und direkt eine Entschuldigung hinterher, weil sie so morgen nicht zu Arbeit kommen kann ... soviel Stress ist ja nicht zuzumuten ... unbedingt zum Arzt, und auf ein Beschäftigungsverbot bestehen, vorher die Praxis nicht verlassen, ansonsten mit Klage drohen ...

Oh man, ich hoffe euer Kind hat nie Ärger im Kindergarten oder später in der Schule ... was da auf die Erzieher und Lehrer zukommt ... nicht auszuhalten.

So jetzt kannst du wieder deine kleine Frau vor der bösen, bösen Welt beschützen...

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