Individuelles Beschäftigungsverbot - in SS nach HELLP möglich?

Hallo zusammen,

Vielleicht kann mir jemand von Euch helfen. Ich habe eine relativ entspannte Frauenärztin, die ich selbst immer wieder auf die Risiken meiner SS hinweisen muss... ist ja nicht jeder Profi in Gestose-Themen.

Kurz zu mir. Bin 45, nach Eizellspende mit meinem 2. Kind jetzt in der 25. SSW. Bis vor kurzem war ich ziemlich beschwerdefrei. Nehme seit der 8. SSW 150mg ASS/Tag als Preaeklampsieprohpylaxe. Zwei Feinultraschalls waren bislang unauffällig (13. und 21. SSW).

Hintergrund: Vor sechseinhalb Jahren habe ich meinen ersten Sohn, nach einer Notsection bei 35+0 wegen akuten HELLP-Syndroms bekommen. Außer Wassereinlagerungen hatte ich damals keinerlei Vorbeschwerden gehabt.

Seit zwei Wochen treten nun erste Wassereinlagerungen auf. Hab Kompressionsstrümpfe bekommen, die angenehm sind, allerdings bekomme ich sie abends fast nicht mehr ab, weil sie so prall sitzen.
Ich arbeite 60%. Bin verantwortliche Kommunikatorin in Finanzhaus. Wir haben nur wenig Mitarbeiter, ich habe keine Vertretung oder irgendjemanden, der mich entlasten könnte. Das setzt mich unter Druck. Gerade habe ich ziemlich Terminstress. Vor 14 Tagen habe ich innerhalb drei Tagen drei Kilo zugenommen. Fühlte mich dann auch echt schlecht. Am vierten Tag litt ich unter Atemlosigkeit, Schlappheit, Kopfschmerzen und mein Bauch rumorte. Abends war mir sterbensschlecht und ich verbrachte die Nacht mit üblen Durchfällen. Ich schätze Magen verdorben. Ich war einen Tag krank im Bett, danach das Wochenende sehr ruhig daheim. Gewicht ist wieder um die 3 Kilo zurückgegangen. Nach dem Wochenende ging es mir besser. Bei der Arbeit bemerkte ich, dass das Baby immer heftig zappelt. Sitze ja die ganze Zeit am Schreibtisch. Scheint ihm nicht zu gefallen. Nachmittags, habe ich mittlerweile jeden Tag einen harten Bauch, teilweise Schmerzen und Ziehen in Leiste, hinterm Schambein, unterer Rücken. Wird erst besser, wenn ich stundenlang auf dem Sofa liege, resp. über Nacht. Mein Kind kommt total zu kurz.
Gestern Morgen war mir beim Aufstehen schlecht und mein Bauch morgens schon bretthart.

Nach der Geburt meines Sohnes wurde mir nahegelegt, in der nächsten SS extrem darauf zu achten, dass ich Stress vermeide. Kunststück, als arbeitende Mutter! Ich gebe zu, ich habe da bislang nicht wirklich drauf geachtet, denn irgendwie muss der Tag ja laufen.

Langsam bekomme ich aber richtig Angst. ASS Prophylaxe ist leider keiner Versicherung gegen Gestose oder Wiederauftreten eines HELLP.

Ich habe morgen Termin beim Arzt. Kann ich um ein individuelles Beschäftigungsverbot bitten?

Wie seht Ihr das und wie würdet Ihr an das Gespräch herangehen?

Laut Statistik liegt das Wiederholungsrisiko zw. 5 und 19 Prozent. Das erhöhte Risiko durch Eizellspende ist da meines Verständnisses nach nicht berücksichtigt.

LG und vielen Dank im Voraus.

Ich habe morgen meinen nächsten Arzttermin.

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Fragen kostet nichts.
Bei deiner Vorgeschichte wäre es vermutlich angebracht.

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Misst du denn regelmässig Blutdruck? Wie habt ihr deine Schwangerschaft denn besprochen bzw geplant mit dieser Vorgeschichte?

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Mein Blutdruck ist in Ordnung. Aber das war er in der letzten SS auch. ist ja leider oft beim HELLP so, dass es aus dem scheinbaren nichts kommt.

Die SS habe ich nicht mit meiner Frauenärztin geplant. Die hat erst hinterher davon erfahren. Wir waren mehrere Jahre in KiWu Behandlung in Deutschland, bevor wir uns zur EZS entschlossen haben.

Grundsätzlich war erst mal das Ziel vor Augen, schwanger werden und bleiben. Und ASS-Prophylaxe haben wir natürlich von Anfang an mit eingeplant. Aber KiWu-Ärztin betreut natürlich nicht mehr in der Schwangerschaft. Die übergeben dann irgendwann an die niedergelassenen Frauenärzte...

Außerdem kann man ja immer so schlecht vorher wissen, wie es dann effektiv läuft ...

LG

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Ich find das ehrlich gesagt etwas fahrlässig. Besonders weil du auch Verantwortung gegenüber deinem erstem Kind hast.

Wir haben das lange und ausführlich mit sämtlichen Leuten besprochen die involviert sind.

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Hallo
Ich hatte bei meiner Tochter vor 6 Jahren ein starkes Hellp mit notsectio in 35 Woche. Mir ging es sehr sehr schlecht. Bin dem Tod nochmal entkommen, Gott sei Dank.
Jetzt bei der zweiten ss (19 ssw) geht es mir bis jetzt gut, toi toi toi). Ich nehme auch ass 150 mg, bin als Risikoschwangere eingestuft. Und hab seit der 10 ssw ein BV von der Frauenärztin bekommen auf Grund der Vorgeschichte.

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Hallo Tina,
Das ist interessant, dankeschön. Hab ich jetzt schon mehrfach gelesen, dass Hellp-Patientinnen dann BV bekamen. Bei mir wäre so früh noch nicht notwendig gewesen, aber ich glaube ganz so schlimm wie Dich hatte es mich nicht erwischt. Hast Du drum gefragt oder war das die Initiative Deines FA?? LG

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Ich war ab der 29. oder 30. SSW krank geschrieben wegen Wassereinlagerungen, kurz drauf ist der Blutdruck entgleist, und schließlich kamen meine Zwillinge bei 36+6 oer Sectio zur Welt. Für mich war die AU kein Problem, da ich nicht ins Krankengeld komme.
Als meine Ärztin mich rausnehmen wollte, hab ich das erst abgelehnt und sie nicht so ernst genommen. Ich kam ja nur nicht mehr in meine Sportschuhe rein. Ist doch lustig!

Nachdem ich mich notgedrungen mit der Thematik befasst habe denke ich, dass Du dringend kürzer treten solltest. Ob das ein vollständiges BV sein muss, weiß ich aber nicht. Wie hat Dein AG denn geplant? Du schreibst, Du hast keine Vertretung. Irgendwer wird den Job ja in Deiner Abwesenheit machen. Ich hab halt immer ein gedankliches Problem mit "ich kann beruflich nicht kürzer treten, weil wir personell eh eng besetzt sind/ich keine Vertretung habe, deshalb brauche ich ein BV!"
Das ist dann ja auch beruflich kürzer getreten, und zwar von jetzt auf gleich maximal, und ein bisschen "nach mir die Sintflut".

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Mein AG plant nicht, mich zu ersetzen, sondern externe Dienstleister in Anspruch zu nehmen. Ich finde Bewertungen von anderer Leute Einstellung immer etwas schwierig. Aber ich kann Dir nach 16 Jahren in dem Job sagen, es dankt einem niemand, wenn man aus Pflichtgefühl die Gesundheit opfert. Wenn ich übermorgen umfalle hat das auch niemand geplant und einen Plan B in der Tasche.

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So hart das klingt und so schwer die Geschichte mit dem HELLP in der 1. Schwangerschaft war - die Ausübung eines Jobs ist meiner Meinung nach keine Ursache eines HELLPs.

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Sagt ja auch niemand. Es sind keine Ursachen von HELLP bekannt. Aber Job und Stress steht ziemlich oft in direkter Beziehung miteinander.

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Für alle die es interessiert. Ich brauchte gar nicht zu fragen. Ich habe nur meine Symptome geschildert und hatte die vollste Aufmerksamkeit. In der Summe in höchstem Masse ernst zu nehmen und es war völlig ausser Frage, dass ich weiter arbeiten gehe. Nächster Schritt Hellp-Diagnostik.
Für mich heißt das jetzt: runterfahren, langsamere Gangart einschlagen und weiter auf mein Bauchgefühl vertrauen.

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