An die LehrerInnen: Versetzung, Schwangerschaft

Hallo!
Heute bräuchte ich mal euren Rat. Bin Lehrerin in Niedersachsen und frisch schwanger, was bislang aber noch niemand weiß. Die Schwangerschaft war nicht wirklich geplant, aber ist auch nicht unerwünscht, nur zeitlich total unpassend: Zurzeit bin ich wegen einer Abordnung nicht an meiner Stammschule eingesetzt, ich wüsste also schon mal als erstes nicht,wo ich mich zuerst hinwenden müsste.

Mein zweites Problem ist aber viel größer:
Momentan läuft mein Versetzungsantrag,weil ich momentan nicht sehr wohnortnah arbeite. Vor den Herbstferien habe ich bereits von der Landesschulbehörde erfahren, dass ich zum Februar Glück habe und ich versetzt werden soll. Bislang habe ich aber nix schriftlich.

Dass mich die neue Schule verfluchen würde, wenn die Schwangerschaft intakt bleibt, ist mir klar und bereitet mir Sorgen. Aber können sie mich denn wieder ablehnen,wenn ich einmal den Brief von der Behörde habe?Wäre es jetzt noch möglich, falls ich es jetzt in der Schule sage,dass mich die neue Schule ablehnt,weil die schriftliche Bestätigung fehlt? Ich mache mir Gedanken,da ich mich permanent übergeben (5.ssw) muss, aber natürlich jetzt nicht ewig krank geschrieben sein mag.

Wie würdet ihr in meiner Situation handeln? Und dass die Schwangerschaft echt blöd grad ist, weiß ich selber.. :-\

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Ich habe meinem Schulleiter direkt nachm ersten Gyn Besuch gesagt, dass ich schwanger bin. So musste ich keine Aufsicht mehr machen und auch Ausflüge blieben mir erspart. Der Rest des Kollegiums hats ab der 12. Wochen erfahren.

Mir ging es in den ersten Wochen sehr gut. Dafür bin ich jetzt im individuellen Beschäftigungsverbot wegen SSDIabetes. Was ich damit sagen möchte, ist, dass du auf dich und deinen Körper hören solltest. Wenn du dich nicht in der Lage fühlst zu arbeiten wird da schon was dran sein. Klar, es ist immer irgendwas wegen dem man grad nicht fehlen kann, aber jetzt gehst du und dein Baby vor.

Zum Thema Versetzung kann ich dir weniger sagen. In Hessen ist es allerdings so, dass dir niemand garantieren kann, ob du an deine Stammschule nach der Elternzeit (ich glaub bis maximal ein Jahr) zurück kommst.

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Vielen Dank für Deine Antwort!
Weißt du,ich möchte sehr gern ab Februar in der neuen Schule starten, da ich dann 10 Minuten Bus fahre oder 5 Minuten Auto anstelle von jetzt 50 Minuten über Land. Ich habe auch schon zwei Kinder und mache mir Sorgen, dass mir das alles zu viel wird. Die Versetzung war wie ein Sechser im Lotto. Hier ist bislang jede befreundete Lehrerin an ihre alte Schule zurückgekommen,nur bei Grundschulen klappt das wohl nicht immer. Meine neue Schule wäre also meine Wunschschule bis zur Rente in 35 Jahren ;-) Nein,aber im Ernst,ich hab solche Angst,mir das mit der Schwangerschaft zu verspielen!!

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Erstmal: Herzlichen Glückwunsch!
Ich würde mich an die SL der momentanen Einsatzschule wenden sobald du es offiziell machen willst. Dann greift das MuSchu, du darfst z.b. Nicht mehr zur Aufsicht verpflichtet werden.
Was die Versetzung angeht, wird die nicht rückgängig gemacht weil du schwanger bist. Ob die neue Schule damit glücklich ist oder nicht spielt keine Rolle. So kenne ich es ( allerdings aus NRW)
Hier ist es sogar so, dass die Rückkehr aus der Elternzeit eine Versetzung vereinfacht, weil man einen Anspruch auf wohnortnahen Einsatz hat.
Erkundige dich vielleicht beim Personalrat. Die können es dir in der Regel sagen.
Alles gute

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Auch dir vielen Dank für Deine Antwort!
Wie gesagt, mein großes "Problem" ist,dass ich noch auf das offizielle Schreiben von der Behörde warte. Momentan ist der Gang zur Schule eine Qual. Heute hatte ich sechs Stunden am Stück und hatte danach massive Bauchschmerzen und mir war ganz übel. Wie viele Gerüche doch so eine Schule hat!! Und wenn ich endlich wüsste,wann der Brief von der Behörde kommt... Meine neue Stelle könnte ich ja auch wirklich regulär antreten. Nur wäre ich ab Juni irgendwann weg. Da laufen ja auch die Eltern Sturm, Lehrerwechsel zum Halbjahr und dann geht die gleich wieder! Ach mann...

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Mach dir nicht so einen Kopf. KEIN Kollege wird zu einem "passenden" Zeitpunkt schwanger - da kann dir jede Schulleitung ein Liedchen von singen! #rofl

Und du weißt doch gar nicht, wie es personell an der neuen Schule aussieht: Möglicherweise gibt es für die Kollegin, die du zukünftig ersetzt, schon übergangsweise eine Vertretungskraft? Die wahrscheinlich eine Klassenführung mit allem pi pa po hat - SUPER unglücklich, wenn sie die mitten im Schuljahr an dich abgeben müsste! Wie schön, dass du schwanger bist und die Vertretungskraft eine Vertragsverlängerung bekommt und die Klasse weiterführen kann! ;-)

Oder es wird gerade eine Referendarin an dieser Schule mit der Ausbildung fertig, und alle freuen sich, dass sie für deine Stelle einen Vertretungsvertrag bekommt und nicht gleich arbeitslos wird?

Fazit:
Freu du dich mal über deine Schwangerschaft! Probleme löst man, wenn sie da sind! :-)

LG #winke

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Behalte es für Dich und lass Dich versetzen.

Ob das irgendeiner blöd findet, ist nicht von Belang.

Dass Frauen schwanger werden und Mitarbeiter ausfallen können gehört zum Leben dazu!

Gruß

Manavgat

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*Dass Frauen schwanger werden und Mitarbeiter ausfallen können gehört zum Leben dazu!*

Abslut!

Das mit dem Verschweigen ist allerdings nicht so einfach, wenn sie Grundschullehrerin ist. Es gibt bestimmte Kinderkrankheiten, gegen die man sich auch nicht impfen lassen kann und die zur Gefahr fürs Baby werden können.

Scharlach ist so ein Beispiel. In der Grundschule absolut nicht selten und eine Schwangere bekommt sofort vorübergehend BV, wenn Scharlach auftritt.

Die Versetzung kann wegen der Schwangerschaft eh nicht abgelehnt werden, also kann sie es auch sagen.

Hinzu kommt: Bei uns sind z. B. die finanziellen Mittel knapp, und wenn das Schulamt erfährt "XY ist schwanger", werden sofort Gelder blockiert. Damit die Vertretung mit dem Beginn des Mutterschutzes gewährleistet werden kann.

Wer da bis zur letzten Minute den Mund hält, der erweist dem zukünftigen AG einen Bärendienst und macht sich damit ganz bestimmt unbeliebt.

LG

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Erst einmal vielen Dank für alle Antworten.

@ilva: ich bin ja momentan erst in der 6.ssw und habe meinen Termin beim FA in 9 Tagen. Wenn die kritischste Zeit wieder rum ist, werde ich es auch sagen, also je nach Arzttermin vor und direkt nach den Weihnachtsferien. Erstmal muss ja eh alles gut gehen.

Ich muss durch meine Schulform nur genug Antikörper gegen Röteln haben. Nun ja, und was Kinderkrankheiten angeht: Meine beiden Kinder sind in KITA und Grundschule, da hole ich mir vermutlich mehr als in meiner Schule. ;)

Mir geht es ja vor allem darum, dass ich momentan gar nicht fit bin. Das kenne ich schon aus den ersten beiden Schwangerschaften, da war die ersten 12 Wochen nicht viel mit Unterrichten, denn ich habe mich permanent übergeben müssen. Danach ging es dann wieder. Nur habe ich momentan noch immer nicht die schriftliche Bestätigung der Versetzung und trau mich nicht, lang krankgeschrieben zu sein.
Mir gratuliert dauernd wer zur Versetzung und ich bin aber erst sicher, wenn mir auch der entsprechende Brief der Landesschulbehörde vorliegt. Momentan könnte meine neue Schule ja "streiken" und mich im letzten Moment vielleicht doch noch irgendwie ablehnen und am Ende heißt es: Nun ja, mündliche Zusage ist eine Sache, nen Brief haben sie aber nicht vorzuweisen.
Ich überleg auch schon, was denn die Eltern meiner neuen Schüler dann sagen würden: Lehrerwechsel zum Halbjahr und die neue Lehrerin verschwindet dann im Juni sang- und klanglos auch noch in den Mutterschutz. Vermutlich ist das echt einfach Berufsrisiko, aber toller Start ist echt anders.