Mehr als 60 min Fahrt zum Arbeitsplatz

Ihr Lieben,
wer von euch fährt wie oben geschrieben mehr als 60 min zum Arbeitsplatz (ein Weg)?
Ich interessiere mich evtl. für eine Stelle, die in dieser Entfernung zu unserem derzeitigen Wohnort liegt. Ein Umzug der Familie kommt nicht in Frage. Ich bin gedanklich schon div. andere Möglichkeiten durchgegangen:
- Zimmer / Wohnung für Mo-Fr
- Zimmer / Wohnung über den Winter bzw. bei winterlichen Straßenverhältnissen
Leider ist der Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln praktisch nicht zu erreichen.
Meine Frage nun:
- Würdet ihr diesen Mehraufwand in Kauf nehmen, wenn ihr bei der neuen Beschäftigung 25% mehr verdient?
- Wie sehr stresst auf Dauer die Fahrerei?
Ich kann derzeit meinen Arbeitsplatz zur Not zu Fuß erreichen und brauche nun einfach die Einschätzung von Menschen, die täglich diese Strecke bewältigen.
DANKE euch,
schwanog

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Also sorry, aber wegen 60 min. einfache Strecke Überlegungen wie Zimmer nehmen anzustellen, halte ich für absolut überzogen.

Ich habe seit 10 Jahren eine Stunde Fahrzeit (mit ÖPNV), habe zudem meine Kindheit und Jugend in einer Stadt verbracht,in der viele beruflich nach FFM (ca. 65 km entfernt) pendelten. Für mir ist eine Stunde Fahrzeit also etwas völlig normales, was noch absolut im zumutbaren Rahmen liegt.

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Hallo,

60 Minuten Autofahrt und 60 Minuten ÖPNV ist ein großer Unterschied. Öffis erfordern keine Konzentration, eigenes Fahren sehr wohl. 2h täglich Pendeln, wenn man selber fährt, ist unglaublich anstrengend.

Außerdem kann man das nur machen, wenn der Partner sich dann fast 100% um die Kinder kümmert. 8h Arbeit +2 h Fahrtzeit machen das betreuen von Kindern unmöglich.

Ich bin mehrere Jahre 110 km einfache Strecke gependelt, ich weiß, wovon ich rede. Im Winter war ich teilweise 5-6h auf der Autobahn. Das ist weit entfernt von sicher oder gar verantwortungsvoll. Heute würde ich diese Fahrzeit mit dem Auto nicht mehr in Kauf nehmen, viel zu gefährlich nach einem 8-10h Tag.

Mit Öffis wäre ich entspannter, aber auch das ist bare Lebenszeit, die verloren geht. Allerdings kann mit in größeren Städten wir HH oder B schon innerhalb der Stadt so lange unterwegs sein (von A nach B)....

LG

2

Hallo,

Kommt auf mehrere Faktoren an.
Zum einen deckt der mehrverdienst die Fahrtkosten ab?
Traut man sich täglich 2 Std. Fährt zu? Ist auch nicht jedermanns Sache.
Mein Mann hat ne Weile über eine Std. Fahrweg gehabt,hat ihn mit Schichtarbeit ziemlich fertig gemacht, er hat dann später eine Fahrgemeinschaft.
Ein Zimmer würde ich jedoch bei der Entfernung trotzdem ausschließen, ich persönlich würde meine Familie vermissen.
Ein Arbeitsplatz der mit öffentlichen so gar nicht zu erreichen ist, ist generell manchmal echt blöd, ist bei meinem Mann auch so und jetzt wo grad so viel gebaut wird um uns rum ist der Verkehr die Hölle, aber es gibt von uns aus keine Alternative, er hat aber auch nur eine einfache Strecke von 18km.

Meine Mutter hat jedoch viele Arbeitskolleginnen die täglich aus dem Osten nach hamburg pendeln, die machen das gerne und ziehen auch auf gar keinen fall einen Umzug in Erwägung, die bilden allerdings auch alle eine Fahrgemeinschaft weil sie es sonst nicht packen würden.

Und die wichtigste Frage ist wie wichtig ist dir der Job?
Wenn es der absolute Traumjob ist und man derzeitig eher unzufrieden ist, dann würde ich es eventuell in Betracht ziehen, wenn mir der neue Job nicht sehr viel mehr bieten kann als der jetzige dann auf gar keinen fall.

LG

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Hi,
wir wohnen hier, wo man immer 1 Std. zum Arbeitsplatz hat.

45 - 55 km in die nächste Stadt, Koblenz, Wiesbaden, Mainz, Limburg, Simmern.

Wir sind es gewöhnt.

Mein Mann fährt jeden Tag seine 55 km. Er muss um 6 Uhr da sein, also 4.50 Uhr im Auto sitzen.

Da wir hier keine Alternativen haben, wird es halt so gemacht. Es schlaucht den Menschen und das Auto auch. Man ist Stammkunde an der Tankstelle.

Von zu Fuß auf die Arbeit, auf 1 Std. Fahrtzeit. Das musst Du wirklich mal ausprobieren, in den Arbeitszeiten mit dem Auto unterwegs zu sein.

Wenn Du jeden Tag 3 Stunden nur Fahrtweg hast, weil Stau, dann rechnet es sich nicht.

Jetzt hast du keine Spritkosten, Reifen, Öl usw. usw. usw. Wertverlust am Auto.

Ich denke was Du jetzt am Sprit sparst und die Zeit, hast Du die 25 % schon längst raus. Was Du da, Brutto mehr hättest.

1 Möbiliertes Zimmer lohnt sich doch gar nicht.

Rechne es aus.

Gruß Claudia

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Hallo

Wo wohnst du? Genau die Entfernungen habe ich auch in diese Städte. Außer simmern / hunsrück das ist näher.

Lg

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Ich kann verstehen das es dich Nerven und Zeit kostet wenn man täglch 60 Minuten Fahrtweg zur Arbeit hat. doch dafür ne extra Bude unter der Woche verschlingt reichlich Kosten. Mal abgesehen davon für "nur" 25% mehr Geld gleich soviel mehr ausgeben an Benzin hmmm da wäre ich nicht sicher ob sich das lohnt!

Ela

5

Hallo,

ich würde es nicht machen. Habe in der Elternzeit einen Zeitvertrag unterschrieben und habe die Fahrerei echt unterschätzt.

Bei mir sind es nur 42 km, je nach Verkehr 35-50 Minuten. Aber leider gibt es oft Stau und dann braucht man auch mal 1,5 h.

Außerdem habe ich mir innerhalb der letzten 6 Monate 10.000 km aufs Auto gefahren, da ich privat auch viel fahren muss durch die Kids und die Familie, die weiter weg wohnt. Das ist echt übel.

Hast du Kinder? Dann würde ich es auf jeden Fall lassen. Scheiß auf die paar Öcken mehr, die werden von den Mehrkosten aufgefressen.

LG

6

Hallo Schwanog,

Ich habe es mehr als 10 Jahre gemacht - und würde es heute nicht mehr tun.

Die ersten 9 Jahre hatte ich etwas mehr als 1 Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln, das ging noch halbwegs - auch wenn es betreuungsmässig ein Balanceakt war, mit Vorkindergartenkindern und beiden Eltern, die mehr oder weniger Vollzeit arbeiteten.

Dann kam das Top-Jobangebot für mich, mit 20 % mehr Verdienst, aber ca. 50km weit mit dem Auto entfernt. Nicht mehr zu erreichen mit öffentlichen Verkehrstmitteln. Ganz wohlgemut haben wir uns ein zweites Auto angeschafft (die Ausgaben dafür hat dann schon mal gleich das erste Jahr Mehrverdienst "aufgefressen"). Und ich habe die Pendelei ganz optimistisch und wohlgemut angegangen...und wurde nach ein paar Monaten an meine Grenzen gebracht: Staus ohne Ende, ungeplante last-minute meetings, spät oder früh, viel Engagement im neuen Job verlangt...kurz, mein Mann musste sich - trotz Vollzeitjobs mit Homeoffice - um die Kinder, den Haushalt, die Einkäufe kümmern, weil ich es entweder nicht rechtzeitig nach hause geschafft habe, oder eben so viel zu tun hatte, dass ich erst spät aus dem Büro weg kam.

Ich habe ganz 5 Monate durchgehalten, dann haben wir beschlossen, dass ich entweder einen neuen Job in der Nähe unserer "Heimat" suche...oder dass wir alle umziehen. Das traf sich insofern gut, als dass wir eh auf der Suche nach einem Haus waren und wir dann einfach unser Suchgebiet zu meinem neuen Arbeitsort verlegt haben. Das war aber auch nur möglich, weil mein Mann seinen Homeoffice-Sitz ohne Probleme verlegen konnte. Er hatte also durch den Umzug nicht wesentlich mehr Fahrweg als zuvor.

Nun arbeite ich seit 7 Jahren in fast fussläufiger Entfernung - und würde dies nur ungern wieder aufgeben. Der Gewinn an Lebensqualität ist einfach unglaublich und ich kann mich - trotz eines anspruchs- und verantwortungsvollen Jobs - auch halbwegs gut um meine Familie kümmern.

LG
Kikou

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Kommt auf den Verdienst an....wenn Du derzeit z.B. 2500 Netto hast und da dann 3200 Netto hättest würde es sich lohnen. Auch ein Zweitwohnsitz wäre evtl drin - kannst ja steuerlich geltend machen.....oder halt täglich fahren wenn Du nen Diesel hast oder günstig mit der Bahn hin kommst.

Durch das höhere Einkommen erhöht sich ja auch automatisch Deine Rentenbeiträge....

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An die Auswirkungen für meine Rente habe ich bisher noch gar nicht gedacht. DANKE für diesen Hinweis...
LG schwanog

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@schwanog

Dass mit der Rente wollte ich Dir auch nahelegen.
Ein nicht zu unterschätzender Faktor.

F

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Lieben Dank euch allen bis hierhin, ihr habt viele interessante Gedanken mit eingebracht!
Vielleicht ein paar Fakten mehr, für die, die es noch interessiert.
- Zwei Autos haben wir eh schon, müsste also nicht extra angeschafft werden, eines davon ein Diesel.
- Auf der Strecke wird es keinen Stau geben, ist tiefstes Hinterland. Eher mal ne Umleitung wegen einer Baustelle...
- Die 25% mehr wären deutlich über 1000 €, also schon ein nettes Sümmchen, das mich ehrlich gesagt zu der Herausforderung ein ganz klein bisschen lockt...
- mein Mann arbeitet stundenweise von zu Hause aus und betreute von Anfang an zusammen mit mir die Kinder.
Mal sehen, wie sich das Ganze entwickeln wird...
Einen schönen Abend euch,
schwanog

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mir wärs zuviel. ich finde das verschwendete lebenszeit. da biste ja länger als 10-11 stunden außer haus. würds nur aus not machen. besonders im winter auf dauer frsitrierend

hatte das ne zeitlang auch mal - war zum kotzen. morgens hin ging noch, da war der zug leer - aber abends dichtgedrängt im abteil stehen - ich habs genau 3 monate gemacht.

ok wenn man selbst fährt ist es vermutlich angenehmer - aber wenn das so typische pendlerstrecken mit staus sind - also das leben ist stressig genug - wie gesagt, wenn es nicht unbedingt sein muss - und der höhere verdienst scheint mir das ganze nicht u rechtfertigen.

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