Schichtarbeit und Kleinkind - Pro & Kontra? Hilfe?!

Hallo und guten Abend #winke

Ich brauche mal ein paar Denkanstöße von außen weil ich das Gefühl habe, gerade nur schwarz und weiß zu sehen. Ich hoffe, es wird jetzt nicht zu wirr #schwitz

Also, ich befinde mich momentan in den letzten 8 Wochen meiner 2-Jährigen Elternzeit. Nächste Woche Donnerstag habe ich einen Termin mit meiner stellvertretenden Abteilungsleiterin und der zuständigen Personalerin um zu besprechen, wie es für mich weitergeht. Bisher gehe ich davon aus, dass ich in meine ursprüngliche Abteilung zurückkehre. Allerdings weiß ich noch nicht, was mein Aufgabengebiet sein wird.

Eingereicht habe ich einen Teilzeitantrag für 29 Stunden, mit einer täglichen Arbeitszeit von 7-13 Uhr, Freitags von 8-13 Uhr. Dieses wird in meiner ursprünglichen Abteilung problemlos möglich sein...

Nun habe ich mich im April auf eine interne Stellenausschreibungen beworben. Die Stelle interessiert mich wahnsinnig und ich habe gedacht ich probiere es mal. Der Haken daran: Vollzeit im 3 Schicht System und jedes 3. Wochenende.

Nun bin ich tatsächlich heute Morgen zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen gewesen! #huepf
Ich glaube, dass es ein nettes Gespräch wär, rechne mir aber ehrlicherweise keine Chancen aus... Mir wurde aber mit auf den Weg gegeben, mir Gedanken darüber zu machen, ob ich wirklich Schichtarbeit und Kind miteinander vereinbaren kann und WILL.

Die Arbeitszeiten wären wie folgt:
1. Schicht 6.45 - 15.15
2. Schicht 14.45 - 23.15 und
3.Schicht 22.45 - 7.17...
Es wird versucht, ein wöchentlich wechselnder Turnus einzuhalten.

Mhh, könntet ihr das? Ich meine, die 1. Schicht ist nicht mein Problem. Die Nachtschicht könnte doch auch funktionieren, oder denke ich zu naiv? Papa bringt den Kleinen in die Krippe, ich hole ihn ab wenn ich ausgeschlafen habe und gehe Arbeiten während er schläft...

Aber die 2. Schicht... Da sehe ich ihn gar nicht? Oder muss ihn später in die Kita bringen? Noch dazu wären wir dann beim Abholen immer auf Oma/Opa angewiesen, weil ich meinen Freund nicht verlässlich einspannen kann.

Finanziell wäre dieser Job ein Jackpot. Nach einem Jahr und voller Funktionserfüllung hätte ich netto 1000€ mehr als in meiner ursprüngliche Vollzeitstelle #schock

Aber ist Geld alles?!

Dann wäre noch die Sache mit unserem 2. Kinderwunsch. Wie sieht es aus, wenn ich das ganze ein, anderthalb Jahre durchziehe und dann in Elternzeit gehen? Auch doof für die Abteilung, oder?!?!?

Auch wenn mir die Entscheidung keiner abnehmen kann - helft mir mal bitte...

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Hallo!

Ich fürchte, das stellst Du Dir einfacher vor, als es ist.

Schichtarbeit schlaucht sehr und Du schläfst tagsüber nicht so gut wie nachts. Wenn Du nach der Nachtschicht schlafen kannst bist Du trotzdem danach nicht topfit um ein Kind zu bespaßen, und wenn der Postbote klingelt oder die Nachbarn mal lauter sind gehst Du am Stock.

Je nachdem wie lange Du morgens zum aufstehen bis in die Arbeit brauchst bist Du auch nach der Frühschicht vielleicht mal müde.

Und das Kind immer eine ganze Woche lang von wechselnden Personen holen lassen und selber gar nicht sehen ist auch doof.

In der Schwangerschaft darfst Du noch dazu nicht Schicht arbeiten, würdest also sofort wechseln müssen mit BV. Wobei die Fruchtbarkeit auch leiden kann in Wechselschicht.

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Du malst Schichtarbeit jetzt aber ganz schön schlecht.

Wenn man ein funktionierendes Betreuungsnetzwerk hat und körperlich keine Probleme mit Nachtschichten und dem dazugehörenden Tagsschlafen hat, kann das doch durchaus funktionieren.

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Hast Du gesehen, dass es um ein Krippenkind geht, wo Stabilität noch sehr sehr wichtig ist? da ist so viel Wechsel besonders negativ, und es klang jetzt nicht so, als könne das Kind jeden Tag von derselben Person von der Kita geholt werden.

Noch dazu der Kinderwunsch für ein weiteres Kind, und damit das Verbot weiterer Schichtarbeit in der Schwangerschaft.

Übrigens vertragen Frauen Schichtarbeit in aller Regel schlechter als Männer. Gerade durch die Hormonschwankungen im Zyklus wird der häufige Wechsel noch schlechter weg gesteckt. Würde sie jetzt eine hochdosierte Antibabypille durchgehend nehmen würde es vielleicht besser klappen tagsüber erholsam zu schlafen, so ist das aber in der ersten zyklushälfte immer schwierig. Und dann soll für den Kinderwunsch auch noch ein Eisprung stattfinden. Ungünstig, insgesamt.

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""Mir wurde aber mit auf den Weg gegeben, mir Gedanken darüber zu machen, ob ich wirklich Schichtarbeit und Kind miteinander vereinbaren kann und WILL.""

Das war doch eine sehr nett umpackte Absage. Du kriegst den Job eh nicht, von daher brauchst Du Dir gar keine Gedanken weiter darüber machen.

Und zwischen 29 Stunden und nem 3-Schicht-Job liegen mehrere Welten. Es kann gehen, dann musst Du aber körperlich dafür geschaffen sein. Nicht jeder kann nachts arbeiten und am Tag schlafen. Da ist auch nichts mit Gewöhnung.

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Ich denke auch, dass Du Dir das momentan zu einfach vorstellst. Ich kenne mehrere Frauen, die im 3-Schichtbetrieb arbeiten und die haben alle ihre Schichten auf 2-Schicht reduziert, als ihre Kinder noch im Kindergarten waren.

Gerade wenn man das wechselnde Schlafen (tags/nachts) nicht gewohnt ist, ist es am Anfang sehr schwer, seinen Körper permanent aus seinem Rhythmus rauszureißen. Viele haben trotz jahrelanger Schichterfahrung starke (Durch-)Schlafprobleme. Der Schlaf tagsüber ist nicht zu vergleichen mit dem Schlaf nachts, da die Umgebung (Nachbarn, Autoverkehr, Bauarbeiter, Müllabfuhr, Straßen/Treppenhausreinigung ...) viel lauter ist als nachts.
Und was willst Du machen, wenn die Großeltern (die ja auch nicht jünger werden und mal krank oder verreist sind) nicht einspringen können?

Wie regelt ihr den Fall, dass Dein Kind plötzlich krank wird und dann zu Hause tagsüber ist und Du eigentlich schlafen müßtest?
Sobald Du schwanger wirst, darfst Du nur noch bis 20 Uhr beschäftigt werden, d.h. 2 Schichten könntest Du nicht mehr abdecken. Und das, wenn Du jetzt schon weißt, dass Du in 1 Jahr wieder schwanger werden willst?
Natürlich ist alles machbar wenn man will.
Ob Du Dich darauf wirklich einlassen möchtest, mußt Du entscheiden.

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Hallo an alle, ich antworte mal gesammelt :-D

Genau das waren die ganzen Denkanstöße, die ich brauchte. Denn auf sowas wie "was ist wenn du schlafen müsstest, aber das Kind ist krank zuhause?" bin ich noch gar nicht gekommen!

Und ja, ich sehe das Ganze vielleicht wirklich zu naiv - weil ich halt noch nie in Schichten gearbeitet habe. Ich kenne es schlichtweg nicht.

Tendenziell würde ich sagen, ich kann den Job so nicht annehmen. Einfach weil ich doch mehr von meinem Kind haben möchte, als ich es da hätte...

Naja, ich warte jetzt einfach mal auf den Anruf und mache mir bis dahin meine Gedanken. Danke für euer Feedback!

LG

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Wenn Du Dich auf deinen Partner nicht 100% verlassen kannst was soll bitte dann draus werden?????

Dazu braucht man ein gutes stabiles Umfeld, die einen Unterstützen und helfen.

Lisa

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Hallo Lisa,

ich hoffe das ist nicht falsch rüber gekommen... Ich kann mich in allen Lebenslagen immer auf meinen Partner verlassen - außer es geht um seinen Feierabend. Er arbeitet im Familienbetrieb, macht sich nebenher gerade selbstständig.

Mit Kita-Start fängt er jeden Tag anderthalb Stunden später an zu arbeiten, damit ich pünktlich anfangen kann zu Arbeiten und er bringt unseren Sohn dann morgens in die Kita.

Er kann nicht fest zusagen, ihn in der Spätschichtwoche pünktlich abzuholen. Deshalb suchen wir Alternativen. Diese bieten sich in Form seiner Mutter oder meines Vaters, die ihn - je nachdem für wen wir uns entscheiden - abholen und bis zu seinem Feierabend betreuen würden. Ich denke, das ist Stabil, oder? Normalerweise ist er zwischen sechs und sieben Zuhause..

Naja, trotzdem bleibt es die Frage, ob ich das will. Ich habe ja noch ein paar Tage Zeit mir etwas zu überlegen - wenn es überhaupt eine Zusage gibt. Ist ja auch fraglich.

LG

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Hi,

nein, Geld ist definitiv nicht alles - aber es erleichtert das Leben schon ungemein :-p. Mich persönlich würden die 1000 Euro auch mehr als in den Fingern jucken, ich würde es trotzdem nicht machen.

Ich habe einen Mann, der arbeitet in Schichten. Es sind ein paar mehr unterschiedliche Schichten wie bei Dir und auch nicht unbedingt regelmäßig und planbar bei ihm schon gleich gar nicht.

Es kann bei Euch funktionieren, muss aber nicht.

Schicht heißt auch, dass es wirklich schlaucht - vor allem die Nachtschichten. Ich würde sagen, bei Schichtarbeit brauchst Du ein Netzwerk, was 1000% funktioniert. Du brauchst bei der Frühschicht jemanden verlässlichen, der das Kind auch wirklich täglich dann in den KiGa bringt und bei Deiner Spätschicht brauchst Du immer jemanden, der es verlässlich täglich und wochenweise aus dem KiGa abholt und im Anschluss betreut.

Denke auch dran, dass es nicht nur eine Übergangslösung ist, sondern für die kommenden Jahre.....

Es ist nicht einfach, das "Leben" hört ja nicht nach Deiner Schicht auf, sondern geht weiter. Dein Kind fordert Dich, will irgendwann in Sport, Musik oder wie auch immer gehen.

Früher oder später wirst Du nachmittags zusätzlich noch unterwegs sein, einkaufen gehen müssen und Essen machen. Die Wohnung wartet auch drauf, irgendwann vom Staub befreit zu werden. Und mit zwei Kindern wird es nicht leichter.....#schwitz

Ich muss Dir ehrlich sagen, einen Vollzeitjob für mich mit den Schicht-Arbeitszeiten von meinem Mann - never ever! Ich bin eh schon viel alleine mit den Kindern und dann kommen die Wochenenden noch dazu. Es kann schon nerven. Schau, mein Mann hatte jetzt die vergangen 3 Tage - wo es so toll heiß draußen gewesen ist - von 7 Uhr - 19 Uhr Dienst, gestern ist er erst um 21.30 Uhr gekommen (Überstunden). Ich bin es gewohnt, trotzdem hat es mich genervt, alle anderen haben tolle Wochenenden als Familie - wir mal wieder nicht. (Bei uns war es trotzdem lustig im Pool :-p)

Ich würde wohl eher die Teilzeitstelle mit den geregelten Arbeitszeiten bevorzugen, wenn es finanziell für Euch möglich ist. Auch gerade im Hinblick auf Euren weiteren Babywunsch. Ist doch toll, wenn man als Mama für seine Kinder da sein kann, oder nicht?!

LG und einen heißen Sonntag und Montag
Caro

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Hallo Caro,

danke für deine Antwort.

Das war z.B. auch ein Argument der Personalerin, die mir unter vier Augen nachher sagte ich soll es mir gut überlegen. Irgendwann kommen die Kinder in die Schule. Was dann?!

Und klar ist es schön, für seine Kinder dazu sein. Das ist ja mein Dilemma. Sie werden so schnell groß.

Finanziell ist es machbar. Ich verdiene mit meinen 29 Stunden TZ schon echt gut. Das haben manche mit einem VZ-Job nicht. Meine eigentliche Überlegung geht auch dahin, wenn ich erneut schwanger werden würde, wieder aufzustocken auf meine normalen 37 Stunden. Dann hätte ich Mo-Do um 15.30h Feierabend und Freitags um eins. So wäre mein Elterngeld höher und ich habe trotzdem was vom Kind.

Also eine Tendenz meinerseits ist schon da ;-)

LG und euch auch tolle heiße Tage!

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Hi,

mach das! Das klingt doch super!

Besser als dieses Schichtsystem - da hat die Personalerin nicht unrecht, lass das Kind erst mal in die Schule kommen #schwitz und dann noch ein KiGa Kind. Nicht ohne das Ganze. Besser die Teilzeit zu nehmen und in ein paar Jahren auf Deine 37 Stunden aufzustocken!

Geh nach Deinem Bauchgefühl und versuche die 1000 Euro zu verdrängen :-p.

So, jetzt hupfe ich noch mal in den Pool und dann wird gegrillt!

LG
Caro

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HI :-)

Die Arbeitszeiten wären wie folgt:
1. Schicht 6.45 - 15.15
2. Schicht 14.45 - 23.15 und
3.Schicht 22.45 - 7.17...

Wenn Du die Stelle wirklich willst ...dann würd ichs machen (also, wenn es nicht "nur" wegen den 1000€ mehr ist)

Ich geh wieder VZ arbeiten (auf dem Papier 40h) seit der Zwerg 18 Monate ist ... ich hab aber auch Tage dabei, wo es am Ende doch 12h Dienste sind und nicht die 8h laut Papier ... und ich seh meinen Zwerg gar nicht.
Ihn stört es nicht wirklich (ist dann den ganzen Tag bei der Oma).

Wenn ich später Anfangen muss, dann wird in der früh noch ne runde gespielt und gekuschel und gut ist :-) ... dafür machen wir halt am WE viel zusammen (und putzen und Co wird erledigt wenn er am schlafen ist).

Und Du kannst ja nach der EZ mit dem zweiten reduzieren wenn Dir die 100% zuviel sind (hast Dir aber bis dahin super EG verdient).

VG

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Mal aus "Kindersicht", da meine Mutter ebenfalls im 3-Schicht-System gearbeitet hat. Allerdings 6 Tage arbeiten, 2 frei. Also auch am Wochenende und ich muss dazu sagen wir waren bereits in der Schule.

* Frühschicht klar- wir mittags aus der Schule heim und meine Mutter kam kurz darauf
* Mittelschicht - wir mittags aus der Schule heim und meine Mutter fuhr arbeiten. Da haben wir sie wenn nur kurz gesehen, war aber nicht dramatisch da Papa ja da war. Im Notfall auch Oma/Opa die sich dann gekümmert haben
* Spätschicht - wir mittags aus Schule heim und meine Mutter stand auf.

Sie war also praktisch ständig da.

Schwierig war es eigentlich nur in der Mittelschicht für meine Mutter, da sie da relativ wenig "Kontrolle" über uns hatte. Mein Papa war nämlich viel cooler und hat vieles lockerer gesehen. Wir als Kinder haben die Wochen genossen.

Allerdings waren wir auch schon was älter und nicht mehr so auf unsere Eltern angewiesen. Sprich, wir sind selbst zu Freizeitaktivitäten gefahren, haben unsere Hausaufgaben gemacht, uns mit Freunden getroffen etc.

Aber ich denke, mit einem verlässlichen sozialen Netzwerk und einem guten Willen ist es auch mit Kindergartenkind machbar.

Als Kind gewöhnt man sich jedenfalls schnell an solche "Arbeitsmodelle". Ich glaub, für uns Mütter ist es schwieriger das Zepter aus der Hand zu geben.

Väter können meist genauso gut auf die Kids acht geben und verpflegen wenn man sie denn mal lässt.

Nichts desto trotz weiß ich aber, dass für meine Mutter die Schichtwechsel selbst teilweise sehr schwierig waren/sind da der Tag-Nacht-Rythmus durcheinander kommt.

Aber im Endeffekt muss es jeder selbst entscheiden.

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