Schwanger und tägliches arbeiten mit Gefahrstoffen (Aceton, usw.). Erlaubt?

Hallo,

habe am Montag erfahren, dass ich schwanger bin (6. Woche). Die Freude war rießig ;-)

Am Dienstag habe ich direkt mit meinem Arbeitgeber gesprochen, da meine Frauenärztin mir dringend dazu geraden hat. Arbeite in der Montage und habe daher täglich mit Aceton, Ethanol, Lacken, Verdünnung und Härter und ab und zu auch mit Loctite, Araldit und Waschbenzin zu tun! Wir haben keine Absaugung in unseren Räumen und tragen keinen Mundschutz, Handschuhe oder sonstiges...

Die letzten Tage war ich zu Hause. Heute hat mein Arbeitgeber mich angerufen und gesagt, dass der Werksarzt alles für unbedenklich hällt. Es besteht keinerlei Gefahr für mich und das Kind wenn wir die Stoffe einathmen oder mit der Haut in Berührung kommen. Alle anderen, mit dehnen ich bisher geredet haben, sagten, dass ich auf keinen Fall mehr dort arbeiten darf! Jetzt habe ich rießige Panik und Angst.

Hat mein AG mit seinen Aussagen recht? Er möchte, dass ich meine Frauenärtztin von ihrer Schweigepflicht entbinde und möchte selbst mit ihr reden. Kann ich mich wehren???

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Die für Dich relevanten Gefahrstoffe sind hier bzw. in den hier genannten Quellen genannt: www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/muscharbv/gesamt.pdf

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Hallo

Sag deiner Frauenärztin, wie dein Ag und der Werksarzt das sehen. Meiner Meinung nach solltest du da nicht mehr arbeiten dürfen.

Sprich mit deiner Frauenärztin über ein BV, dann bekommst du dein Gehalt weiter und kannst zu Hause bleiben
Und du musst deine Ärztin auch nicht von der Schweigepflicht entbinden. Das kann kein Ag verlangen

Bianca

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Hallo,

Lösungsmittel sind in der Schwangerschaft sind nicht unbedenklich.

Wenn dein Arbeitgeber der Meinung ist,das das dem Kind nicht schadet, würde ich mal rasch die zuständige Gewerkschaft sowie Berufsgenossenschaft mit einbeziehen.

Eine Schwangerschaft muss (zumindest hier ) an die zuständige Aufsichtsbehörder zb Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Dann bekommt der Arbeitgeber ein Formular, was er auszufüllen hat. Arbeitet man mit bedenklichen Stoffen, worunter Lösungsmittel ja fallen, darf die schwangere Arbeitnehmerin diese Tätigkeit nicht mehr ausführen.

Die Schweigepflicht besteht nicht umsonst und der Arbeitgeber hat kein Recht zu verlangen, das die Gynäkologin davon entbunden wird. Der Arbeitgeber hat das recht dich zum MDK bestellen zu lassen, aber mehr auch nicht.

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Ich arbeite auch mit Aceton, Lösungsmitteln - halt Dämpfen. Schon im Studium wurde sehr viel wert auf die korrekte Schutzkleidung und Mundschutz gelegt, auch bei "kleinen" Arbeiten - weil es sich auf Dauer einfach summiert. Und das haben alle Professionellen bestätigt, die ich kenne.

Du hast zum Schutz der Schwangerschaft schon Beiträge bekommen, aber auch ohne Baby solltest du genug auf deinen Körper achten! Ich halte den Arbeitgeber für unverantwortlich.

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>>>aber auch ohne Baby solltest du genug auf deinen Körper achten! Ich halte den Arbeitgeber für unverantwortlich. <<<

Das dachte ich beim Lesen des Beitrags auch.

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Hallo,
das Thema ist zwar schon ein paar Monate alt, aber ich bin nun in der gleichen Situation. In der 5. SSW habe ich erfahren, das ich schwanger bin. Ich arbeite als Zerspanungsmechanikerin und muss täglich schwer heben und habe mit vielen Giftstoffen zu tun. Als ich in der 6.SSW war habe ich meine Frauenärztin angerufen. Der Test war auch positiv. Leider habe ich erst in 1 1/2 Woche meinen richtigen Untersuchungstermin, weil sie meinte vorher kann man eh nichts sehen. Um ganz sicher zu gehen habe ich auch meinen Betriebsarzt angerufen. Der meinte auch, dass ich es meinen AG sofort sagen soll. Habe es am Montag gleich meinen AG gesagt. Der hat mir von sich aus sofort ein BV ausgesprochen. Leider hatten sie keine andere Arbeit für mich. Ich würde sehr gerne weiter arbeiten gehen, weil mir die Decke auf den Kopf fällt. Aber bevor ich noch meinen kleinen Untermieter gefährde bleibe ich brav zuhause :) Geht es hier jemanden ähnlich?

LG