Elternzeit / Elterngeld für 1 Jahr und kann ich danach kündigen?

Bin gerade am überlegen ob ich nur für 12 Monate Elternzeit beantrage und somit auch nur für 12 Monate volles Elterngeld bekomme. Danach bekommt man ja kein Geld mehr, so dass ich mir jetzt denke da ich bei meiner jetzigen Arbeit sowieso nicht mehr arbeiten kann ich denen direkt nach der Elternzeit kündige und dann kriege ich doch direkt Arbeitslosengeld oder? (mit einer Sperre von 3 Monaten da ich ja selbst kündigen würde?!)

Hallo

Du bekommst nur ALG 1 wenn du dem Arbeistmarkt mind 15 Stunden in der Woche zur Verfügung stehst. und das musst du nachweisen. Und du bekommst das ALg auch dann nur anteilig.

Bianca

Ja aber ich denke immer noch besser als nix oder? :-)

Weil ich arbeite seit mittlerweile 7 Jahren in dem Job dort und die vergeben nur vollzeit stellen, so dass ich sowieso dort nicht mehr arbeiten könnte. Und ob ich jetzt elternzeit für 2 oder 3 jahre nehme aber nur für 1 jahr elterngeld kriege, kann ich lieber direkt nach einem jahr elternzeit kündigen und dann hoffen arbeitslosengeld zu kriegen... bis ich dann mein baby irgendwo unterkriege im kindergarten um dann halbtags arbeiten gehen zu können woanders dann... Das ist meine Überlegung... :) oder versteh ich an dem ganzen System der Elternzeit / Elterngeld was falsch?

Hallo

Wenn du keine Betreuung hast, gibt es kein ALG

Bianca

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ALGI gibt es nur bei vorhandener Kinderbetreuung!

Wenn keien Elternzeit mehr da ist, dann ist auch keine beitragsfreie KK mehr da. Sprich, wenn man nicht in die Familienversicherung kann aber auch nicht ALGI bezieht, dann muss man die KK auch noch selber zahlen!

Übrigens kann man auch in Elterneit ALGI beziehen, wenn man beim AG nciht arbeiten kann.

Wenn du selbst kündigst bist du doch nicht Sozialversichert. Und warum willst du kündigen solange du nichts anderes hast. Die Elternzeit wird dir doch auf deine Rente mit angerechnet. Klar man weiß nie was mit der Rente mal ist, aber warum soll man das herschenken.

Wenn du nicht auf das Arbeitslosengeld angewiesen bist was du nach den 3 Monaten Sperre bekommst würde ich erst kündigen wenn ich was neues habe.

Es wird nicht die Elternzeit auf die Rente angerechnet, sondern Kindererziehungszeiten. Das bekommen also auch Berufstätige und Hausfrauen. Also auch Arbeislose. Der einzigste Punkt ist, dass das eben nur EINER der Eltern bekommt. Also ist es völlig egal, ob beide in Elternzeit gehen, nur einer bekommt die Rentenpunkte.

Hi,
hast du es mit einem verbindlichen Antrag auf Teilzeit denn überhaupt mal versucht? Du hast nämlich gewisse Rechte darauf (bestimmte Mindest-MA-Zahl). Einfach sagen "wir machen das nicht" kann der Chef nicht. Dafür muss er schon bestimmte Gründe haben.

vielleicht erst mal die Klärung, das Elterngeld nicht gleich Elternzeit ist. Elternzeit darfst du bis zu 3 Jahre nehmen.

Deine Rechnung geht nicht auf.

Warum liegt erst mal daran, dass ALG1 eine VERSICHERUNG ist, die bei Arbeitslosigkeit einspringt. Wenn du kündigst, aber nicht arbeiten willst (weil du dein Baby nicht abschieben willst...) bist du aber nicht arbeitslos in dem Sinne. Du hast zwar keinen Job und kein Einkommen, stehst aber dem ARbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Und das ist nun mal zwingende voraussetzung dafür, um ALG1 zu bekommen.

Mein Vorschlag:

- rechne aus, wie viel EG du bekommst.
- stelle Antrag auf Elternzeit für 2 Jahre (das dritte kannst du anhängen)
- teil dir den Elterngeldbetrag so ein, dass es für die Zeit reicht, die du zu hause bleiben WILLST. Das muss ja nicht "entweder 12 Monate oder 24 Monate" heißen. Es kann auch 15 oder 18 Monate sein. Nimm einen Taschenrechner und rechne aus, was du zurücklegen müsstest um es auf 18 zu strecken. Oder was auch immer.

Und stell direkt mit der EG-Anmeldung einen Antrag auf Teilzeitarbeit zu dem Zeitpunkt, wo du wieder arbeiten WILLST. wie so etwas aussieht kann man sich z.B. auf der Website von Finanztest - Suchtwort "Elternzeit" - angucken.

Der AG darf -wo genau die Mindest-Mitarbeiterzahl liegt weiß ich momentan nicht - diesen Antrag auf Teilzeit nur mit dringenden betrieblichen Gründen ablehnen. "Wir haben so etwas noch nie gemacht" zählt nicht dazu.

WENN er ablehnt, hast du wieder mehrere Möglichkeiten:
- du klagst gegen die Ablehnung - je nachdem, welchen wirklichen Grund der chef hat oder welchen er vorschiebt kannst du damit durchaus Chancen haben
- du suchst dir zu dem Zeitpunkt, wo du wieder arbeiten willst etwas neues, passendes und kündigst. DU darfst in der EZ kündigen. Dein AG nicht.

- du suchst dir etwas neues bis max. 30 Stunden und beantragst bei deinem AG, woanders arbeiten zu dürfen. Wenn es nicht gerade Konkurrenz ist wird es schwer für ihn, da einen Grund zur Ablehnung zu finden, wenn er es vorher abgelehnt hat, dich in TZ zurückzunehmen
- du suchst etwas neues in Teilzeit (während der Elternzeit bei deinem alten AG, ohne Kündigung), du findest aber nichts : dann kannst du dich sogar in der Elternzeit, mit dem noch ruhenden Vollzeitvertrag arbeitslos melden (mit ALG1) - voraussetzung ist natürlich dass du wirklich Arbeit suchst und eben die Kinderbetreuung hast.

Deinen festen, alten Arbeitsvertrag zu kündigen um bewusst in die Arbeitslosigkeit zu gehen ist so ziemlich die ungeschickteste Lösung.

Du solltest halt auch eines bedenken: wenn du EG nur für 12 Monate nimmst, und dann deinen Arbeitsvertrag kündigst und dich nicht arbeitslos melden kannst (weil du eben keine Arbeit suchst, sondern noch zu hause bleiben willst) bist du auch nicht mehr beitragsfrei krankenversichert. Wenn du vom "Freund" redest kommt nämlich eine Familienversicherung nicht in Frage, die geht nur bei Verheirateten. Du würdest damit die monatlichen Kosten schlagartig um ca. 150 euro erhöhen (da du dann eben die Krankenversicherung selbst zahlen musst).

Beitragsfrei krankenversichert bist du nur,

- während der Elternzeit mit ruhendem Arbeitsvertrag (bei dir bis zu 3 Jahre möglich!), was logischerweise schlagartig beendet ist wenn man kündigt
- und/oder während der Bezugszeit vom Elterngeld (gesplittet verlängert den Zeitraum)
- oder eben im ALG1 - Bezug - aber warum das nicht so geht wie du dir das vorstellst wurde dir ja schon beschrieben.

Und zu deinem Anspruchsdenken, und dass du ja schon soooo viel eingezahlt hättest und noch nie etwas bekommen hättest:

Um einen Monat ALG1 zu "erwirtschaften" (ich nehme jetzt mal nur den Arbeitnehmerbeitrag, denn es geht dir ja darum, dass DU immer nur Beiträge bezahlen würdest und nichts fordern würdest) müsste ich so pi mal Daumen 24 Monate arbeiten (ALG1 auf Basis meines aktuellen Nettogehalts, Einzahlung auf Basis meines Bruttogehalt).

Wie hohe Ansprüche willst du denn aus deinen stolzen 7 Jahren herleiten? Rechne doch mal aus, wie wenig du bisher wirklich geleistet hast für die Versicherung und was du verlangen willst!

Abgesehen davon dass solche Rechnungen natürlich dem Prinzip dieser Versicherung widersprechen - aber vielleicht wird dem einen oder anderen dann mal klar, warum das mit solchen Überlegungen absolut nicht funktionieren kann.

Viele Grüße
Miau2

super ausführliche Antwort, die TE wird sich freuen!

Eine Frage hätte ich da an dich, denn das mit dem Strecken von Elterngeld wusste ich nicht! Wenn ich durch mein Einkommen einen Elterngeldanspruch von 1800 Euro (weil Maximalhöhe) habe und ich meine Elterngeldzeit auf 24 Monate strecke, bekomme ich dann pro Monat 900 Euro Elterngeld?

lg

Hi,
ich weiß nicht, ob man auf jede beliebige anzahl Monate (max. bis 2. Geb.) strecken kann. Ich habe die Auszahlungsmonate verdoppelt und "einfach" dann doppelt so viele Monate lang die HÄlfte bekommen. Deine rechnung stimmt nicht ganz, denn du bekommst ja keine 12 Monate Elterngeld, sondern nur ca. 10 (ich gehe mal davon aus, dass dein Mutterschaftsgeld höher ist als das Elterngeld, und das Mutterschaftsgeld nach der Geburt wird angerechnet auf das Elterngeld). Damit hättest du ca. 2 Monate Mutterschaftsgeld + ca. 20 Monate Auszahlung Elterngeld. wie die dann verteilt sind ist m.W. nach bundeslandabhängig, ich hatte Zahlungen bis zum 2. Geburtstag, aber zwischendrin mal 2 Monate ohne Elterngeld (13. und 14.). Die Auszahlungsübersicht habe ich aber ganz am Anfang bekommen, wusste also, wie es läuft.

Aber es ist - theoretisch ;-) - doch auch anders ganz einfach:

- nimm das Geld, das du bis zum ersten Geburtstag bekommen würdest (Elterngeld, Mutterschaftsgeld)
- teile es durch die Anzahl Monate, die du Geld brauchst (15, 18, 24 oder auch 36)
- dann weißt du, was du im Monat ausgeben darfst...und auch, was du im MOnat zurücklegen musst, damit das Geld reicht.

Wenn es nicht um die beitragsfreie Versicherung geht wäre das die sinnvollere Variante, wenn man es schafft, wirklich Geld beiseite zu legen (steuerliche Gesichtspunkte mal außen vor gelassen).

Viele Grüße
miau2

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