Müssen immer Geld vorstrecken - normal?

Hallo,

und zwar hatte ich mit meinem Mann heute eine Diskussion, weil ich mich aufgeregt habe. Erst ist Fechttrainer und er arbeitet ziemlich viel, auch an den Wochenenden und spät Abends, verdient aber nicht so toll. Es ist okay, es ist eben sein Job und es macht ihm auch Spass und wegen mir müssen wir auch nicht im Luxus schwelgen.

Was mich aber echt aufregt ist dass, wenn er Turniere hat, teilweise auch im Ausland muss er von unserem Konto erstmal alles bezahlen. Mietauto (für die fechter), Sprit, Hotel, eventuell Flug und Essen etc.
Und dann muss er eine Abrechnung machen und bekommt dann alles zurück. Allerdings dauert es manchmal wochenlang (3-6 Wochen) bis das Geld endlich da ist und während dieser Zeit sind ja trotzdem weiterhin Turniere etc. für die wir auch das Geld auslegen müssen. Wir sind deswegen manchmal ganz schön im Minus (weil er ja auch nicht so viel Verdient...) und wir müssen die Sollzinsen bezahlen, die wir ja nicht erstattet bekommen.

Dann regt mich noch auf, das er eine Pauschale für das Essen bekommt, oder er soll die Rechnung abgegeben, Getränke werden aber nicht bezahlt. Wäre er aber nicht auf den Turnieren, müsste er ja auch nicht in irgendeinem Hotel essen und trinken. Und für mehrere Tage kann er sich ja auch schlecht Wasser mitnehmen finde ich. Finds ne Sauerei. Dann muss er alle geschäftlichen Telefonate von zu Hause oder unterwegs (Turniere) tätigen. Das heißt er gibt Geld mit dem Handy zum Beispiel aus, das wir auch nicht erstattet bekommen. Wäre er gut bezahlt worden, wäre es mir egal, aber für den mikrigen Lohn... boah mich regt es einfach nur auf!

Überstunden (und er hat viele) werden auch nicht bezahlt und er ist in ständiger rufbereitschaft. Die Leute rufen hier von 8 Uhr morgens bis teilweise 23 Uhr an. Das geht nicht finde ich. Man ruft doch niemand um 23 Uhr an wegen der Arbeit, oder?

Also naja, ihr seht, ich rege mich halt auf. Mein Mann sieht es ganz anders und sagt es gehört dazu. Sehe ich aber nicht so, finds ne Schweinerei das wir das Geld immer auslegen müssen und dann auch noch ewig warten müssen bis wir es zurückbekommen. Ich mein wir haben ja auch Ausgaben...

Wie seht ihr das? Ist das rechtlich überhaupt okay so, oder müssen wir das nicht akzeptieren?

Liebe Grüße,

Salma

Dein Mann hat keinen Arsch in der Hose!

Den AG freundlich anschreiben und um Auskunft bitten, wie er vorgehen muss, um einen Reisekostenvorschuss zu erhalten. Alternativ anbieten ein Konto für welches der AG die Gebührend trägt zu eröffnen und darüber die Rechnungen zu bezahlen.

Überstunden dokumentieren und am Ende des Monats einreichen.

Alternative 1: andere Arbeit suchen

Alternative 2: lernen zu leiden ohne zu jammern.

Alternative 3: andere Frau suchen.

Gruß

Manavgat

Den Vorschlag mit dem Konto finde ich gut. Die Alternativenvorschläge hättest du dir allerdings sparen können, den das tut hier nix zur Sache.
Danke trotzdem für deine Antwort

"Alternative 3: andere Frau suchen."

#gruebel#nanana

Ich würde auf jeden Fall die telefonische Rumnerverei einschränken.

Bei mir z.B. ist z.B. vor 9 kein Telefon an und nach 20 Uhr auch nicht mehr. Das ist meine private Zeit. Und der Sonntag ist bis auf Ausnahmen tabu.

Er muss ja nicht den ganzen tag Getränke vom Hotel beziehen, man kann sich auch was im Supermarkt kaufen.

Soll er halt seinen Chef fragen ob er einen reisekostenvorschuß bekommt.
Haben Monteure ja auch teilweise.
Ein Bekannter von uns hat mit Dienstbeginn eine 4 stellige Summe überwiesen bekommen von der er Flüge, Hotel und so weiter bezahlen kann.
Ist die Baustelle abgeschlossen wird abgerechnet und diese vierstellige Summe ist wieder komplett.
Man darf natürlich nicht vergessen das dieses Geld immer auf dem Konto bleiben muss und nicht für Privatzwecke genutzt wird.

Ich habe im öffentlichen Dienst gearbeitet und da war es recht normal, dass man das Geld vorstreckt und erst nach der Reisekostenabrechnung bekommt (was auch mal gerne 3 Monate dauerte). Für die Verpflegung gab es eine Tagespauschale, die sich auch nur auf ein paar Euro beliefen.

Was ich nicht verstehe ist diese Rufbereitschaft als Fechttrainer. Notdienst wie Schlüssel, Gas/Strom/Wasser oder Human-/Veterinärmedizin - versteh ich. Aber was gibt es dringendes zum Fechten um 23 Uhr zu bereden?

Hi,
weißt du es geht sogar noch besser. Mein Mann unterrichtet hauptsächlich angehende Meister, aber auch Berufsschüler. Manchmal hat er als Klassenlehrer 2 Klassen. An der Schule ist es so, das mindestens 2 lange Fahrten ins Ausland stattfinden und noch einzelne Tage übers Jahr verteilt. Mein Mann streckt in dieser Zeit alles vor. Angefangen von der Unterkunft für meistens 10-15 Personen bis hin zu Eintritten und gemeinsamen Essen in der Gaststätte.
Die Reisekostenerstattung gibt es dann mit ein wenig Glück nach 3-4 Wochen, manchmal auch eher. Aber nur das, was er an Eintritt und Übernachtung für die Schüler ausgegeben hat. Das sind, gerade bei 10-tägigen Reisen oft Kosten im 4stelligen Bereich.

Alles andere müssen ihm die Schüler geben, da ist er oft genug darauf sitzen geblieben (seit einem Jahr müssen die Schüler nun endlich vorher einen Teil einzahlen).
Seinen eigenen Anteil bekommt er oft erst nach einem halben Jahr. Wir hängen deshalb oft genug im Minus.
Die ganzen Telefonate wegen Betriebsbesichtigungen, viele Ausdrucke und oft genug wird unser Auto auch noch mitgenommen (haben einen großen Bulli) - das geht auch alles aus der eigenen Tasche....... Früher haben wir dafür das Weihnachts/Urlaubsgeld genutzt - gibts ja aber nicht mehr--
Gut, er könnte sich weigern, hat er auch schon - da gab es allerdings ein sehr heftiges Gespräch mit der obersten Stelle. Mit dem Ergebnis, das er es nun doch wieder vorschießt :(

lg Heidi

Vorschuss verlangen und nen ISDN Anschluss und nur eine Nummer rausgeben, die am 20 Uhr automatisch auf die mailbox geht...oder einfach nicht mehr rangehen...

Wenn die vorgestreckten Auslagen das Konto derbe ins Minus reißen, muss man das nicht akzeptieren.

Wie schon geschrieben, einen Reisekostenvorschuss verlangen. Es ist auch möglich, wenn diese Kosten kalkulierbar regelmäßig auftauchen, einen ebenso regelmäßigen monatlichen Vorschuss zu verlangen.

Dieser muss von der Buchhaltung nur richtig bei der Abrechnung kontiert und verbucht werden. Der Aufwand ist höher, fordert auch mehr Ansprüche ans System, aber dennoch muss man sich dieses nicht gefallen lassen.

Wenn sich die Firma nicht drauf einläßt, würde ich ganz kackfrech, für den vergeschossenen Teil die Sollzinsen mit auf die Abrechnung setzen.

Tischgetränke müssen in einem verträglichen Rahmen mit erstattet werden. Wenn Dein Mann jetzt zu jeder Mahlzeit nen teueren Champagner schlüft, dann dürfte gemeckert werden, aber Tischgetränke müssen bei der Realabrechnung eigentlich mit erstattet werden.

Bei der Wahl der Verpflegungspauschale sind alle Kosten, Essen und Trinken, mit abgegolten. Daher kann sich der Arbeitgeber bei der Realabrechnung nicht weigern, Getränke auszugleichen.

Es gibt aber eine Tücke bei der Realabrechnung (anhand von Rechnungsbelegen/Quittungen). Übersteigt die Gesamtsumme den steuerlich festgelegten Satz der Verpflegungspauschale, muss alles, was drüber liegt, komplett versteuert werden.

Daher würde ich mir genauestens durchrechnen, ob es für Deinen Mann nicht in der Tat günstiger wäre, einfach die pauschale Erstattung zu wählen, anstatt nahher netto noch weniger rauszuhaben, als er bisher auf der Lohnabrechnung findet.

Euch alles Gute, Janette

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