Was ist denn nun der Tarif für eine Verkäuferin (Sachsen)?

Hallo ihr lieben. :-)

Ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch -> Verkäuferin, Teilzeit, 20 Std. die Woche

In der Anonce stand in etwa: Lohn nach Vereinbarung.

Ich selbst bin gelernte Verkäuferin.

Bekannte sagten mir das dieser Arbeitgeber nach Tarif entlohnen würde, also habe ich mich beworben.

Heute erfuhr ich das ich ca. 8,30 Euro bekommen würde.

Ich weiß nicht so recht, im Netz habe ich was von 10,49 Euro gelesen und mit diesen 10,- hab ich auch kalkuliert, will ja auf alles gefasst sein. ;-)

Ist dieser Stundenlohn in Ordnung?

Falls ich die Stelle bekommen sollte, nehme ich sie natürlich dennoch an, ich frag also nur nach.

Im Hinterkopf habe ich das bei uns in der Gegend Vollzeitjobs mit knapp 7,- entlohnt werden, da sind die 8,- schon besser.

Aber wie sieht der Tarif eigentlich nun wirklich aus?

Grüße

8,30 ist nicht viel. Ich weiß aber, dass durchaus manch einer 5 oder 6 € bekommt, ist eine Schande.

Wenn es nach Tarig geht, stehen einem Hilfsarbeiter 10,45 zu, einem gelernten 13,10 € #kratz

http://www.smwa.sachsen.de/set/431/20111020_Einzelhandel_und_Versandhandel.pdf

http://www.smwa.sachsen.de/de/Arbeit/Arbeits-_und_Tarifrecht/Tarifrecht_Tarifregister_des_Freistaates_Sachsen/17732.html#block2

Ich tausche das g gegen ein f (sieht doch besser aus)

Oh man...das ist wirklich, entschudligt, dreißt.

Hab mich schon oft gefragt wozu ich eigentlich eine Lehre gemacht habe. 13,10 Euro würden mir zustehen, laut Tarif aber es hällt sich kaum ein AG daran, außer Kaufland ;-)

Ist schon irgendwie ein komisches Gefühl wenn man weiß das andere ungelernte in ihren Berufen mehr bekommen wenn ihre Arbeitgeber nach Tarif bezahlen, als wie ich als gelernte falls ich diesen Job bekomme. Man fühlt sich irgendwie....hmm...mir fällts einfach nicht ein, hab keine Worte dafür, minderwertiger vieleicht?!

Das mit den 5,- - 6,- kenne ich auch. In meinen kleinen Minijobs bekomme ich pro Std. 5,-. Haben wir damals so ausgemacht, läuft über privat aber auch hier gibt es mittlerweile einen Tarif und in dieser Satzung heißt es, wer eine Haushaltshilfe einstellt und weniger als XY bezahlt, macht sich strafbar und ich liege mit fast 3,- drunter.

Ich glaube aber das ich zu meinen Arbeitgebern nichts sagen werde, könnte ja die Jobs auch verlieren....könnte.

Also entweder traut man sich etwas zu sagen, oder man sagt bei "Nicht-Tarif-Zahlern" ab oder nimmt es einfach so hin.

Ich danke dir vielmals für den Link. :-)

Grüße

Ich glaube, 90% arbeiten in Sachsen unter Tarif, wenn man das so mitbekommt.

Aber wie es halt so ist, keiner macht was..................

Ich bin unter anderem dann einer der Leidtragenden, aber ich bin nicht hier um zu jammern.

Viele Grüße in den Nachbarkreis nach Leibdzsch. :-)

Wenn 90% überhaupt reichen. ;-)

Wie geschrieben -> im nebenort werden 3-4 Vollzeitjobs angeboten, unterschiedlicher Branchen, es wird kein Lehrabschluss verlangt aber auch hier sind die Entlohnungen zwischen 7 und 7,10 Euro. Im Grunde ganz normal das es auch so viele ALG2 Empfänger gibt, man kommt einfach mit dem Gehalt nicht aus und bekommt halt zusätzliche Stütze.

Dabei will man ja nur davon weg kommen denn trotz so einem Job und egal wieviel man noch zusätzlich vom Amt bekommt, seien es nur 50,- die fehlen würden, muss man alle weiteren Verpflichtungen diesem Gegenüber weiterhin nachkommen, weiterhin bewerben, anträge stellen, termine wahr nehmen ect.

Richtig, man macht nichts weil man eben Angst hat seinen Job zu verlieren, egal wieviel oder wenig man verdient.

Nun gut, ich weiß ja wenigstens jetzt bescheid, danke nochmals und viele Grüße von Leibdzsch nach ich weiß nicht so recht. :-p

Hallo,

7 oder 8 Euro finde ich schon ziemlich knapp. Das bekommen hier die studentischen Aushilfen gezahlt.
Ich denke bei 80 Std./Monat dürften es ca. 1400 Euro brutto sein. Ich lebe allerdings in NRW.

LG Z.

Hi :-)

Ich finde die Unterschiede auch sehr gravierend aber ich glaube uns hier im "Osten" ;-) bleibt nichts anderes übrig als für so einen doch sehr geringen Lohn arbeiten zu gehen.

Ansich hab ich da ja auch nichts dagegen, dennoch find ich es sehr unfair.

Wie geschrieben, man fühlt sich minderwertiger. Knapp 8,- würde mir gezahlt werden aber ca. 13,- würden mir zustehen. Etwas groß der Unterschied. Als nicht ausgebildete das gleiche -> 7,- würden gezahlt werden, aber knapp 10,- würden einem zustehen.

Kein Wunder das viele es nicht schaffen unabhängig vom Staat zu sein.

Grüße

"Ich glaube aber das ich zu meinen Arbeitgebern nichts sagen werde, könnte ja die Jobs auch verlieren....könnte."

Ja, so lange es Arbeitnehmer für diese Dumpinglöhne gibt, werden Arbeitgeber das auch ausnutzen.

Gruß,

W

Was sollen ALG2 Empfänger denn tun? Sie sind dazu verpflichtet jeden Job anzunehmen und wenn es zu einem Hungerlohn wäre.

In meinem Fall sind diese 5,- pro Std. aber ok, denn so komme ich nicht über die 100,- die anrechnungsfrei sind.

Gruß

"In meinem Fall sind diese 5,- pro Std. aber ok, denn so komme ich nicht über die 100,- die anrechnungsfrei sind."

Das hätteste jetzt besser für Dich behalten.
Genau DIE Einstellung führt nämlich unter anderem dazu, dass diese Jobs nicht totzukriegen sind.

Du mußt übrigens sicher keinen sittenwidrigen Lohn akzeptieren, auch als ALGII-Empfänger nicht. Es ist aber bezeichnend, dass er Dich in Deinem anrechnungsfreien "Neben"job bislang nicht gestört hat.

Gruß,

W

Es ging in meinem Fall ja auch nicht um so einen Minjob, sondern um einen Teilzeitjob bzw. Vollzeitjob die weit unter dem Tarif entlohnt werden.

Für diese 100,- gehe ich 2x die Woche für gesamt 5-6 Stunden arbeiten und da ist der Lohn für mich moralisch gesehen in Ordnung und von der Tätigkeit her auch, mal davon abgesehen das ich darin keine Fachkraft bin, also in dem Minijob.

"Ein ALG-II-Bezieher muss jeden zumutbaren Job annehmen. Unzumutbar ist eine Tätigkeit, wenn der Lohn mindestens 30 Prozent unter der ortsüblichen Bezahlung für diese Tätigkeit liegt oder diese "sittenwidrig" ist. Weitere Ausnahmen von der Arbeitspflicht werden gemacht, wenn die Tätigkeit die Pflege von Angehörigen, die Erziehung von Kindern unter drei Jahren oder die Chance, einen passenderen Job zu finden, beeinträchtigt. Auch sehr lange Pendelzeiten zum Arbeitsort können einen Job unzumutbar machen."

Laut Netz wäre in meinem Fall ein sittenwidriger Lohn wenn er unter 8,- die Stunde wäre.

Beispiel: "Ein Stundenlohn von sechs Euro für eine Fachverkäuferin ist vor allem dann sittenwidrig, wenn die Verkäuferin ein Geschäft quasi alleine führt. Der Einzelhandelstarifvertrag in Sachsen sehe in vergleichbaren Fällen geltende Tariflöhne von 12,34 Euro pro Stunde vor. Eine um etwa die Hälfte niedrigere Vergütung sei nicht gerechtfertigt. Die Fachverkäuferin habe somit Anspruch auf die von ihr geforderten 8,50 € Stundenlohn.
Arbeitsgericht Leipzig, Urteil vom 11.03.2010 [Aktenzeichen: 2 Ca 2788/09] "

Das heißt für mich das ich mit den 8,- und zufrieden sein müsste (laut Tarif wären es 13,10 Euro) und auch laut ALG2 diesen Job annehmen muss wenn ich dieses Jobeangebot hätte von ihnen bekommen.

Gruß

Ich sehe keinen moralischen Unterschied zwischen den beiden mies bezahlten Jobs außer dem Umstand, dass Minijobs moralisch ohnehin nicht vertretbar sind.

Warum stört es Dich im Teilzeitjob, 8 Euro zu bekommen, während Du im Minijob freiwillig für 5 Euro arbeitest?
Ich denke mal, auch für den jetzt anstehenden Job braucht man keine Ausbildung, oder?

Gruß,

W

Weil der Minijob nur ein Zuverdienst ist und wir vom Teilzeitjob leben und laufende Rechnungen begleichen müssten, ist für mich ein Unterschied.

Doch, bei dem jetzigen wird die Ausbildung als Verkäuferin vorausgesetzt.

Gruß

Was ist das denn für ne Logik?
Der AG kann Dich noch beschissener bezahlen, weil Du von diesem Geld keine laufenden Rechnungen bezahlst? Das ändert doch nichts daran, dass Du Deine Arbeit schlechter vergütet bekommst!
Es ist ein Teufelskreis - solange es Leute gibt, die für 5 Euro arbeiten, werden diese mies bezahlten Jobs nicht aussterben.

Ja das ist richtig, mag sein das ich sie schlechter vergütet bekomme aber es sind eben für mich 100,- die ich zur Seite legen kann.

Außerdem läuft dieser Job über privat, dh. es sind zwar meine Arbeitgeber aber keine regulären wie in irgendwelchen Handelsketten oder Firmen. Du musst das ja nicht in Ordnung finden, für mich ists aber ok.

Es ist doch nur ein Minijob, kein Job auf 165,- Basis, keiner auf 400,- Basis, kein Teilzeit.- und auch kein Vollzeitjob!

Dennoch nochmals -> es geht hier nicht um meine Minijobs somit wars das jetzt was das anbelangt.

Nee, Dir geht es nicht um Deine Minijobs, weil Du die vorteilhaft für DICH findest.
Leute, die solche Jobs akzeptieren (noch dazu ohne Not) machen aber den ganzen Markt kaputt, wie Du jetzt siehst.
Warum sollte ein Arbeitgeber unterscheiden zwischen gelangweilten Muttis, die nur ein Taschengeld "dazu" verdienen wollen und einer armen alleinerziehenden Mutter, die plötzlich finanziell auf eigenen Beinen stehen möchte?

Du bist gut, ehrlich, richtig gut.

Schon wieder urteilst du einfach so -> woher willst du wissen das ich eine "gelangweilte Mutti bin"? Woher willst du wissen das nicht auch wir in gewisser Art und Weise nicht "ohne Not" leben? Woher willst du das bitte wissen. Woher willst du wissen das nicht auch ich finanziell auf eigenen Beinen stehen möchte? Woher? Du hast keinen Plan davon unter welchen Umständen ich an diese Jobs gekommen bin oder?

Ansich merkwürdig denn, warum auch immer, zu meinen Beiträgen gibst du fast immer Kommentar und du bekommst doch mit das wir uns lieber aus dem Weg gehen sollten.

Vieleicht macht es dir aber auch einfach nur Spaß da du ja die letzten Jahre mitbekommen haben müsstest wie ich bin. Ich glaube das wird es sein und ab heute werde ich zu den Kommentaren die von dir auf meine Threads geschrieben werden nichts mehr geben, rein garnichts. Ich habe immer noch keine Ahnung woher du deine berauschenden Erfahrungen nimmst aber irgendwie scheinst du ja allmächtig und allwissend zu sein. Bitte, danke aber nicht mehr mit mir.

Jedes mal die Rechenschaften abgeben....jedes mal das ablenken von dem Ursprungsthema. Kein Bock mehr, es nervt!

Wieso kackst eigentlich nur mich an? Schreib doch der Merkeln einen Brief und lass da deinen Frust ab.

Keiner von uns ALG2 Empfängern hat die Möglichkeit NEIN zu einem Jobangebot zu sagen weil wir froh wären endlich vom Staat los zu kommen. Wir MÜSSEN jeden Job annehmen der mit mindestens knapp über die Hälfte des Tarifes der uns gelernten eigentlich zusteht entlohnt wird. Wir haben garkeine andere Wahl sonst gibts Sanktionen also würde ich lieber bei den Arbeitgebern anfangen nachzuhacken, anstatt bei uns. Diese wissen nämlich wie die Regelungen und Gesetze aussehen und es sind nur die ALG2 Empfänger die für solche Löhne arbeiten gehen und das oftmals nicht weil sie wollen, sondern weil sie müssen, weil es die einzige Chance ist nicht zu 100% auf den Staat angewiesen zu sein, weil es die einzige Chance ist weiter Berufserfahrung zu sammeln, die einzige Chance um irgendwann durch zb. Lohnerhöhungen, Kontakte, Übernahmen ect. komplett unabhängig zu sein und das wichtigste -> um keine kürzungen zu erhalten, was so wäre wenn ich aufgrund des Lohnes diesen Job um den es sich eigentlich dreht, ablehnen würde und das ja nur weil er nicht nach Tarif bezahlt wird und ich den Arbeitsmarkt und die Zukunft dessen kaputt mache. :-D Dieser Lohn ist nicht "sittenwidrig". Es gäbe für das Amt keinen Grund eine Ablehnung zu tollerieren.

Nimms mir net übel, denn wieder verrat ich dir etwas -> mach erstmal diese Erfahrung.

PUNKT

PS.: Und nochmal -> meine Jobs laufen über Privat, NICHT über irgendwelche Firmen oder ähnliches, also mach ich ganz sicher den Arbeitsmarkt nicht kaputt.

Ist im grunde genauso wie wenn du bei deiner Oma das Bad putzt. ;-)

Unsere Kanzlerin heißt Merkel und wir haben nur eine!

Menschenskinder, nimm doch nicht alles persönlich.
Ich hab nicht Dich als gelangweilte Mutti bezeichnet, sondern bin auch Dein "Zuverdienst-Beispiel" eingegangen...
Ich behaupte auch nicht, dass Du nicht gern auf eigenen Beinen stehen würdest, ich kann Dir aber garantieren, dass das nicht klappen wird und das hängt u. a. auch daran, dass Arbeitgeber Leute für 5 Euro/Stunde finden. Warum sollte man dann mehr zahlen?

Natürlich dürfen auch ALGII-Bezieher unzumutbare Jobs ablehnen, schreibt nicht s einen Stuß. Einen Beitrag vorher hast Du das selbst noch zitiert.
Wie Du an Deine Dumpinglohnjobs gekommen bist, ist völlig irrelevant. Tatsache ist, dass sie unserem Sozialsystem grob schaden und auch den vielen Frauen, die nicht langfristig denken und freuen, dass sie keine Abzüge haben.

Welche Deiner Erfahrungen soll ich denn heute nachempfinden? Schwanger mit 19 ohne Geld oder einen Minijob für 5 Euro zu machen, weil mir dann nix angerechnet wird?
Oder Schwarzarbeit bei meiner toten Oma?

Du weißt doch gerade gar nicht, wovon Du redest...natürlich würden die Jobs, die gelangweilte Muttis für 5 Euro machen, sonst anderweitig vergeben und besser bezahlt, wenn sich für 5 Euro niemand fände.

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