Ausstieg aus dem Vertrieb bei der Bank

Ich arbeite seit einigen Jahren bei einer großen Privatbank, mittlerweile wegen der Kinder nur noch Teilzeit. Der Vertriebsdruck wird aber immer mehr, und so langsam kann ich mir wirklich nicht vorstellen, diesen Job bis zu meiner Rente durchzuhalten.
Ich bin gelernte Bankkauffrau. Da ich gleich nach der Ausbildung übernommen habe, fehlen mit echt die Ideen, wohin ich mich anderweitig orientieren kann. Die ganzen internen Abteilungen werden bei uns immer weiter gekürzt und bei den meisten anderen Banken finde ich bisher auch keine freien Stellen.
Ausserdem habe ich ehrlich gesagt schon ein bisschen Angst, meine "sichere" Anstellung mit guter Bezahlung aufzugeben. Aber ich finde doch, dass der Preis dafür von meiner Seite echt zu hoch ist....wenn man schon mit Bauchweh zur Arbeit geht......

geht es jemandem ähnlich wie mir? Oder habt ihr Ideen?

Hallo!

Ich kann dich so gut verstehen!

Ich bin auch gelernte Bankkauffrau und arbeite momentan nur etwa 20 Stunden pro Woche.
Auch ich bin nach der Ausbildung übernommen worden und habe einige Jahre Beratung gemacht. Das ist zwar schon 6 Jahre her, aber mir ging der Druck damals schon auf die Nerven.
Ich war ständig krank, schlecht gelaunt und hatte jeden Morgen Bauchschmerzen.
Also habe ich mich mit meiner Chefin und der Personalabteilung darauf geeinigt, dass ich einen Kassenplatz übernehme.
DAS war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Mache jetzt seit 2004 ausschließlich Kasse und Service. Bis 2007 in Vollzeit, dann etwa 10 Monate Elternzeit und seitdem in Teilzeit.
Klar muß ich auch Kunden ansprechen und überleiten, aber der Druck ist bei weitem nicht so hoch wie in der Beratung.

Vielleicht wäre das eine Möglichkeit für dich?!

LG und alles Gute
Tanja

Danke für deine Antwort!
Leider werden die Kassenmitarbeiter nicht so sehr gesucht, weil bei uns immer weiter reduziert wird in dem Bereich. Die Kunden sollen ja am besten alles schön alleine an den Automaten machen......
Das Problem ist, ich weiß nicht ob ich meine Personalbetreuerin oder sogar die Chefin darauf ansprechen soll. Wenn die wissen, ich habe eigentlich gar keine Lust auf den Vertrieb, dann wird es doch sicher noch mehr Druck. Solange keine Position frei ist auf die ich mich bewerben kann, wird es daher wohl echt schwer. Oder wie hasst du das denn gemacht? Gleich mit offenen Karten gespielt, und die hatten dann direkt die passende Stelle für dich?

Da hast du allerdings recht. Wenn deine Chefin weiß, dass du eigentlich keine Lust mehr hast, macht sie dir es evtl. noch schwerer.

Bei mir war es damals anders. Ich habe meine Ziele einfach nicht erfüllt. Egal, wie sehr ich mich angestrengt habe. Jede Woche konnte ich mir eine Predigt von meiner Chefin anhören und indirekt hat sie mir auch zu verstehen gegeben, dass ich auf dem Platz nicht tragbar wäre, wenn ich die Ziele nicht erfülle.
Also, habe ich für mich den Entschluss gefasst, in die Kasse zu gehen. Das habe ich dann mir ihr und der Personalabteilung besprochen und sie wollten dann für mich einen Platz suchen.
Allerdings ging es dann ganz schnell, dass ich mal zur Einarbeitung einer neuen Kasse (habe damals auch Kassenvertretung gemacht und die Kassiererin hatte Urlaub) in eine andere Zweigstelle kam, da unsere Zweigstelle umgebaut wurde und wir nachher eine neue Kasse bekamen. Und da sagte mir der Kassierer, dass er evtl. einen neue Stelle hätte und sein Platz frei werde.
Tja, und so kam ich dann etwa 2 Monate nach meiner Entscheidung zu einem Kassenplatz!

Bei welcher Bank bist du denn? Kannst auch gerne per PN schreiben...

LG Tanja

Mein kurzer "Lebenslauf":

1989-1991 Ausbildung zum Bankkaufmann
Mitte bis Ende 1991 Schalter und Kasse in einer großen Filiale
ab 1992 Kreditsachbearbeiter im Kreditbereich
Anfang bis Mitte 1994 Sparkassenfachlehrgang
November 1995 Wechsel in die Finanzabteilung, wo ich im Grunde bis heute bin. "Im Grunde" deshalb, weil wir ein Outsourcing hinter uns haben und ich jetzt in der Tochterfirma das mache, was ich vorher direkt in der Sparkasse gemacht habe.

Ich hätte auf den Verkaufsdruck heute auch nicht mehr die Lust. Zumal ich nicht so der Verkäufer bin.

Meine Arbeit als Controller macht mir einen Riesen-Spaß und wird ganz gut bezahlt. Für das Gehalt müsste ich schon eine mittelgroße Filiale leiten.

Wenn ich mich aus meiner damaligen Situation (Vertriebsmitarbeiter) auf meinen jetzigen Job beworben habe, hätte ich 0,0 Chance gehabt. Die hätten mich gefragt, ob ich nicht ganz sauber ticke. Aber der Job, auf den ich mich damals beworben hatte, war deutlich anspruchsärmer und der "Aufstieg" kam dann im Laufe der Zeit. Weil ich in der Finanzabteilung der richtige Mann am richtigen Platz war und meine Stärken voll ausspielen konnte.

Der Ansatz sollte nicht sein, vor dem Verkaufsdruck zu flüchten sondern eher etwas zu finden, was den eigenen Neigungen und Stärken eher entspricht. Wenn du im Vorstellungsgespräch vermittelst, dass du vor dem Verkaufsdruck flüchten willst, hast du keine Chance. Wenn du aber vermittelst, dass du deine Stärken einbringen willst, sieht das gleich viel besser aus. Entweder bei deiner Bank. Oder auch außerhalb deiner Bank.

Ich wünsche dir viel Erfolg. Du solltest unbedingt dafür sorgen, dass du wieder ohne Bauchweh zur Arbeit gehen kannst. Das nützt nämlich weder dir noch deinem Arbeitgeber.

LG
Christian

Es geht fast allen, die in einer Bank arbeiten, so wie dir. Es wird nur noch verkauft.

Du müsstest feststellen, was Du kannst, wo Deine Stärken liegen und dich dann umorientieren.

Einfach kündigen würde ich nicht.

Gruß

Manavgat

ja mir gehts genauso, nach 19 J. in der selben Bank werde ich mich nun also umorientieren- als Bürokraft, halbtags. Paßt besser für meinen Sohn, die ganzen Tage sind schwer zu organisieren u. Verkauf unter Druck macht mich auf Dauer krank. Drum meine Entscheidung, u. Du solltest mit 31 auch nochmals umdenken, als noch mind. 30 J. was zu tun, was Dir nicht entspricht

Hi,
auch ich kann dich verstehen :-)

Ich habe nach insgesamt 5 Jahren bei der Bank das Handtuch geworfen - ich war PK-Berater und in einer Dorffiliale hauptsächlich für die Beratung im Bausparbereich und Versicherungen zuständig (die grundsätzlichen Dinge wie TG-Konten, Kleinkredite, Festgelder wurden derzeit bereits (FDL-System) durch die Servicekräfte bewältigt.

Ich bin heute glückliche Assistentin in einem ganz anderen Bereich (Schifffahrt) - nach einem Jahr GL Assistenz in einer fremdländischen Bank und einem Jahr als Privatsekretärin.
Ich bin organisatorisch ganz gut und denke, dass ich das richtige für mich gefunden habe.

Vielleicht gehst Du mal in Dich, schaust, was genau Dir liegt - muss ja nicht mehr Bank sein - und gehst auch mal zum Arbeitsamt (die sind nicht alle schlecht ;-) )

LG Simone

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