Beruflich unglücklich - was habe ich noch für Möglichkeiten?

Hallo!

Zu meinem Hintergrund:
Ich bin Lehrerin (nicht verbeamtet) und war die fünf Jahre nach dem Ende meiner Ausbildung im Schuldienst (Hamburg, später NRW).

Ich war immer unglücklich.
Ich liebe Kinder und wollte immer mit Kindern arbeiten.
Ich mag es auch, Kindern "etwas beizubringen", sie beim Wachsen und Lernen zu begleiten, individuell auf sie einzugehen.
Vielleicht hatte ich auch zuviel Idealismus...!?

Mein größtes Problem war, dass ich keine Respektperson bin.
Ich habe immer laute Klassen gehabt, immer Kinder, die mir auf der Nase herum getanzt sind.
Habe deshalb Fortbildungen diesbezüglich gemacht und war sogar in der Psychotherapie und bei einer Persönlichkeitstrainerin.
Alles hat nichts gebracht. Ich bin einfach zu "gut" - gebe nach, weil mir Kinder leid tun o.ä. (nicht ganz soo krass, kann schon konsequent sein und auf Einhaltung von Regeln beharren - klappt bei meinen eigenen Kindern ja auch...)
Aber diese großen Gruppen (hatte NIE weniger als 27 Kinder in einer Klasse) und der Anspruch jedem gerecht werden zu müssen...

Mit den Geburten meiner Kinder habe ich mich aus dem Schuldienst zurückgezogen - zunächst erleichtert.

Nach kurzer Zeit habe ich aber gemerkt, dass mir etwas fehlt.
Ich habe eine (selbstbezahlte) Ausbildung zur Lerntherapeutin gemacht.

Nun arbeite ich selbstständig in diesem Beruf.
Das, was ich wollte und was mir liegt: Mit kleinen Gruppen bzw. mit einzelnen Kindern arbeiten.
Aber: Ich bin immer noch nicht glücklich.
Ich glaube, ich bin einfach zu perfektionistisch.
Kinder mit schwer wiegenden Problemen (Legasthenie, AD(H)S sind in dem Sinne nun mal nciht "heilbar",man kann ihnen nur helfen, all das zu meistern, damit sie "klar kommen".
Vielen Eltern reicht das nicht, sie wollen "große Erfolge" sehen und ich fühle mich dadurch inkompetent.
Wir wohnen in einem kleinen Dorf im MÜnsterland und die Klientel ist zwar gut, aber nicht so, dass ich sehr viel zu tun hätte. Ihc kann also nur einen kleinen Anteil zum Familieneinkommen beisteuern.

Ich weiß nicht,w as ich machen soll.
Ich hätte nach wie vor, die Möglichkeit, zurück in den Schuldienst zu gehen.
Aber ich kriege fast shcon Alpträume, wenn ich nur daran denke...
Mit der Selbstständigkeit kann ich mich nicht lange über Wasser halten...

Aber was bleiben mir für Alternativen?
Ich kann mich doch nicht irgendwo an die Kasse setzen?
(Nicht falsch verstehen, für viele ist das bestimmt der passende Job, der einigen auch Spaß macht, aber ich habe ja was anderes gelernt und würde schon gerne mit Kindern arbeiten und/oder im Bildungsbereich...).

Bin etwas verzweifelt momentan und wäre dankbar für Antworten.

Missi

Hallo,

kann dich total gut verstehen. Ich bin hauswirtschaftliche Betriebsleiterin und seit fast 6 jahren in Elternzeit. Da ich keine Karrierefrau bin und mit meinen vier Kindern nicht Vollzeit arbeiten will/kann, werde ich wohl in meinen Beruf nicht zurück können. Bei mir ist es zwar nicht so wie bei dir, ich würde gerne zurück, mit hat mein Job Spaß gemacht. Leider gibt es so gut wie keine Teilzeitstellen und als Führungskraft wird man wohl mit vier Kindern auch nicht eingestellt.

Nach meiner Elternezeit werde ich wohl kündigen müssen. Ich möchte gerne wieder arbeiten gehen, ich weiß nur noch nicht was ;-)
Bin dir nicht wirklich eine Hilfe #aha

Alles Gute!

LG

Hallo,

bevor ich das mit der Kasse weiterverfolgen würde :-), da würd Nachhilfe wohl besser zu Deiner Ausbildung passen.

Vielleicht wärst Du an einer Privatschule besser aufgehoben? Soll jetzt nicht abwerten klingen, ich hab selbst staatliche Schulen besucht. Aber da sind die Klassen doch erheblich kleiner. Auch andere Gegebenheiten sind dort anders als an den staatlichen Schulen.

Oder Du steigst um auf Erwachsenenbildung. Ich weiß von einer Lehrerin an der Bundeswehrfachschule (unterrichtet Deutsch, Politik und Geschichte), dass sie vorher bei der Polizeischule Deutschunterricht gegeben hat. Das kann man auch alles als Beamte machen. Bei Interesse kann ich Dir gerne Kontakt zu ihr vermitteln. Sie ist recht früh aus dem normalen Schuldienst ausgestiegen und hat nur noch solche Stellen gehabt und es nicht bereut.

LG;
smurfine

Danke, das ist lieb von dir!
Ich würde aber dennoch gerne mit Kindern arbeiten.
Ich habe insgesamt schon gerne mit Menschen allgemein zu tun, aber im Umgang mit Erwachsenen bin ich rhetorisch oft hilflos...
Vor der Klasse stehen und reden, erklären... kein Problem. Elternabende? Horror! #zitter

Hallo Missi,

ich selbst komme auch aus dem Münsterland. Habe meine Ausbildung zur Speditionskauffrau nicht zu Ende machen können, da meine kleine unterwegs war und mich somit immer nur mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten.

Jetzt im Januar bin ich bei einem Familienservice angefangen. Wir gehen in die Familien, wo die haushaltsführenden Personen aus Krankheitsgründen länger ausfallen.

Ich gehe in dem Job total auf. Ich habe immer wieder neue Familien, neue Lebensumstände, andere Mentalitäten etc. Es sit total spannend.

Aktiv sieht man einfach was man erreicht, wenn man den Haushalt macht und die kinder sich auf einen freuen, wenn sie aus der Schule, dem Kindergarten kommen, mich das Baby süß anlächelt.

Wir machen den Haushalt ( Kochen , Putzen, Waschen , Bügeln), die Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe.... halt alles was Mutti sonst macht.

Hier ist es auch kein Problem, wenn man mal nicht so konsequent sein kann, denn es ist ja eh ein Ausnahmezustand.

Mir macht es echt Spaß und wenn du näheres wissen möchtest, meld dich einfach noch mal. Ich komme übrigens aus Rheine

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