Mir platzt so langsam der Kragen, Auszubildender (lang)

Hallo ihr Lieben,

so langsam weiß ich nicht mehr weiter, mein Mann und ich betreiben seit knapp 5 Jahren ein Einzelhandelsunternehmen. Im Schnitt stellen wir jedes Jahr einen Auszubildenden ein. Mittlerweile haben wir ein echt super Team zusammen bekommen und die Arbeit macht richtig spaß. Bisher war auch die Atmosphäre zwischen den "Herachien" eher locker, wir dutzen uns, plaundern mal oder machen mal gemeinsam was (Drachenbootrennen, Essen gehen, oder so). War immer optimal.
Seit August ist es leider nicht mehr so toll. Ein großer "noch nicht Kunde" trat an uns herran und bat uns seinen Sohn, der bei einem Konkurrenten seine Ausbildung macht aufzunehmen, weil er dort nur gemobbt würde und man ihn dort auch betrogen hätte (Arbeitgeberbeiträge zu VWL wurden nicht gezahlt). Da der junge Mann schon Anfang 3. Lehrjahr war und seinen Vater als Großkunden mitbrachte war es wirtschaftlich super. Ich zog noch einen meiner Auszubildenen zu rate (sind beide in einer Berufschulklasse) um mich über die Person zu erkundigen und segnete das ganze ab. Er fing also bei uns an und machte sich bis zum Ende seiner Probezeit gut. Aber dann fingen die Probleme an, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll weil kein Tag vergeht ohne das ich vom Glauben abfall (und das wo ich in Elternzeit bin und gar nicht oft dort arbeite). Er lügt in einer Tour und zwar so ungeschickt, dass es immer auffällt. Ein Beispiel:

Nachdem er die private Internenutzung seiner Arbeit vorzog, gab es zum Leitwesen seiner Kollegen ein generelles Verbot der privaten Nutzung des Internettzuganges, jeder hielt sich dran nur er viel immer wieder auf wie er ungeniert in Anwesenheit seiner Kollegen privat surfte. Letzte Woche dann schwärmt er vom Nokia N900, er will es sich unbedingt kaufen,... einen Tag später bekommt mein Mann ein Paket mit genau diesem Handy, welches er sich einige Tage zuvor bestellt hatte. Da sagt er plötzlich, so einen Mist würde er ni kaufen, er hätte ja ein I-Phone zu Hause. Alle waren still und guckten sich an weil er doch tags zuvor uns allen erzählt hatte wie toll das N900 doch sein. Mittags geh ich zum Tisch der Kollegin, die direkt neben ihm sitzt und sehe das er sich im Internet I-Phones anschaut. Ich wartet erstmal ab, nach 20 Minuten hab ich ihn dann angesprochen was er denn da macht, nur meine Emails kurz gucken sagt er. Noch einen Tag später setzt er dem agnzen noch die Krone auf indem er der Kollegin die neben ihm sitzt und am vortag alles mitbekommen hatte erzählt, dass er seinen Kunden wegschicken mußten weil ich ja einfach gekommen wäre und ihm verboten hätte im I-net zu sein. Da war nur kein Kunde und mit Handys haben wir genausoviel beruflich zu tun wie Bäcker oder Fleischer.
Heute wollt er einen Tag frei nehmen denn nachdem wir ihm schon vor Wochen gesagt hatten, das er nicht übernommen wird, und wir ihm mehrfach schon geraten haben sich, wie sein Mitauszubildender, Bewerbungen zu schreiben ect. fiel ihm siedendheiß ein, dass er zum Arbeitsamt muss. Spricht ja nix gegen, aber er hat keine Urlaubstage mehr und Überstunden hat er 3 miese. Er hat aber jeden 2. Freitag Mittag frei, letzten zum Beispiel, da hatte er aber schon was wichtigeres zu tun erklärte er mir.

Die Durchhalteparole heißt bei allen im Moment nur: In 4 Monaten ist er hoffentlich weg!

Alle Gespräche, alle Sanktionen bringen einfach nichts, keiner kann ihn leiden und das Arbeitsklima ist vergiftet.
Ich ärgere mich nur und kann nicht wirklich was gegen ihn unternehmen, denn er ist ja Azubi und kein richtiger Angestellter. Er hat null Respekt und läßt sich durch nichts beeindrucken. Hat jemand mal eine Idee?

LG Melli

Hallo Melli

lass ihn Freitagnachmittag die Stunden nacharbeiten, fertig..

Arbeitsämter haben hier Freitagnachmittag z. B. zu, somit hilft ihm der Freitag nicht..

ich hatte selber mal "Pflegefälle" von Azubis, na Hilfe... einer war Sohn eines Freundes vom Inhaber... half ihm aber nicht, er war einfach nicht geeignet für ein Handwerksbüro, kannte keine Dusche, kannte kein Alphabet, Gespräche waren fruchtlos, somit schaltete mein Chef die Kammer ein, den Ausbildungsbeauftragten und wir kamen aus dem Vertrag raus.. der junge Mann war allerdings auch am Anfang der Ausbildung, kurz vorher war die Probezeit beendet.

Eine andere Azubine erschlich sich permanent frei, machte blau, log was ging vom Himmel runter.. nun, als wir ihr auf die Schliche kamen, wurden die Azubine mitsamt Eltern zum Gespräch gebeten.. es ging um Fehltage, unentschuldigtes Fehlen in der Berufsschule etc, ebenfalls um private Nutzung des Internet im Überfluss... getroffene Vereinbarungen aus dem Gespräch wurden ignoriert, der Ton war der Hammer und ihre Lügen brachten ihr dann eine Auflösung des Ausbildungsverhältnisses... morgens angeblich kurz vor Ausbluten durch Nasenbluten, traf ich sie zufällig mittags beim shoppen, ihr Pech, dass sie einer Freundin zu laut mitteilte, wie doof wir doch seien und ihr alles glauben...

Ihr habt noch vier Monate,haltet sie durch. Ggf Abmahnen und wenn es hart auf hart geht, via Ausbildungsbeauftragtem der Kammer sonst doch rauswerfen, hilft ja nix. Parallel den Vater aber mit einbeziehen, insofern der Herr noch nicht volljährig ist.. Habt Ihr schriftlich, was für Konsequenzen die private Internetnutzung hat?

Legt er das Berichtsheft jedenfalls regelmässig vor und besucht er die Berufsschule regelmässig? Schon mal mit der Berufsschule Kontakt aufgenommen?

LG
Mone

Hallo,

also vorab zu der Geschichte mit der Arbeitsagentur. Er hat einen Anspruch darauf, freigestellt zu werden, wenn er einen Termin bei der Arbeitsagentur hat. Sag ihm aber, du möchtest die schriftliche Einladung sehen. Hier bei der Arbeitsagentur geht ohne Termin nichts. Kann er die nicht vorlegen, muss er in der Firma bleiben. Freitag nachmittags hat die Arbeitsagentur geschlossen.

Kann es sein, dass ihr dem Bengel alles durchgehen lasst, weil sein Vater evtl. mal ein guter Kunde werden könnte? Wenn ja, dann stellt das sofort ab. Nur aus dem Grund solltet ihr euch nicht terrorisieren lassen. Ich würde sogar so weit gehen und den Vater direkt auf das Fehlverhalten seines Filius ansprechen. Schließlich hat er ja auch seine Beziehungen genutzt, um den Jungen bei euch unterzubringen und ihn euch somit vermittelt. Vielleicht schafft er es, seinen Sohn ein wenig zur Vernunft zu bringen.
Hilft das nicht, würde ich ihn schriftlich abmahnen. Und wenn auch das nichts bringt, kündigen. Mir scheint, es ist allerhöchste Zeit, dass ihm mal Grenzen aufgezeigt werden und er Konsequenzen für sein Verhalten zu spüren bekommt.

Was das surfen im Internet betrifft, so würde ich ihm die Möglichkeit nehmen. Bei einem meiner Ex-AG gab es einfach keinen Internetexplorer auf den PCs.

Die Minusstunden würde ich ihn freitags nacharbeiten lassen. Allerdings würde ich das vorher ankündigen, damit er sich darauf einstellen kann. Wenn notwendig, auch als schriftliche Arbeitsanweisung.

Ich hab so ein Theater auch schon durch mit ein paar Azubis.
Eine hat nie das gemacht, was sie sollte. Unterlagen bearbeitet und dann einfach nicht zurück gegeben, sondern in der Schublade gebunkert. So wußte man nie, ob sie fertig ist. Und das, obwohl ihr gesagt wurde, sie soll sie sofort nach der Bearbeitung zurück geben. Da half eine Abmahnung und eine schriftliche Arbeitsanweisung.
Einer war immer unwillig und bockig und hat nie gemacht, was er sollte. Hat er etwas verbockt, waren es immer die anderen. Es gab Ärger in der Berufsschule, aber das lag nur an den Lehrern usw.. Da hat es geholfen, den Vater einzuschalten. Der hat sich so gefreut gehabt, dass sein Sohn einen Ausbildungsplatz bekommen hat. Er hat unbedingt wissen wollen, wenn etwas nicht glatt läuft. Hat seinen Sohn wohl gut gekannt...
Der schwierigste Fall war ein Azubi, den wir auf Wunsch des Opas (sehr guter Geschäftspartner) eingestellt haben. Das Mädel hat gelogen, sobald sie den Mund aufgemacht hat. Die Schule lief nicht rund und die Ausbildung selber auch nicht. Sie hat einfach nichts gebacken bekommen und war mit dem Kopf dauernd woanders. Der Ausbilder hat reagiert wie ihr: Bloß nicht den Geschäftspartner verärgern. Obwohl dieser regelmäßig gefragt hat, wie es mit dem Mädel so läuft. Irgendwann ist das Ganze dermaßen hochgekocht, dass auch er etwas mitbekommen hat. Er war stinksauer, dass der Ausbilder ihm nicht von Anfang an die Wahrheit gesagt hat. Denn er wußte ganz genau, dass sie gerne Lügengeschichten erzählt. Das ist übrigen etwas, was ich ihm übel genommen habe. Er hätte uns das auch vorab sagen können. Also, das sie etwas schwierig ist. Das Mädel ist übrigens durch die Prüfung gefallen und hat die Ausbildung dann abgebrochen.

Gruß
Sassi

Da es sich um den Sohn eines großen Kunden handelt, würde ich das aussitzen und die Nichtübernahme mit wirtschaftlichen Gründen beschreiben.

Er wird irgendwann die Quittung bekommen.

Gruß

Manavgat

Schade, dass ihr es Euch mit dem Vater nicht verderben wollt bzw. könnt (verstehe ich). Ich würde ihn mir aber trotzdem mal vor nehmen, schon im Interesse des Arbeitsklimas. Denn eins ist klar, die anderen Mitarbeiter und vor allem auch die anderen Azubis bekommen das mit und wenn Ihr Pech habt, dann schalten die irgendwann auch auf stur. So nach dem Motto, warum soll ich nicht im Internet privat surfen, wenn er es doch ungestraft macht. Darauf müßt Ihr einfach aufpassen. Ihr müßt ihn ja nicht raussetzen, aber mal ein intensives Gespräch und vielleicht auch pro forma mal eine Abmahnung würde ich schon durchziehen. Klar, es sind nur noch 4 Monate, aber nur, wenn er die Prüfung auch besteht, sonst habt Ihr ihn noch länger an der Backe. Wieso hat er denn Anfang des Jahres schon keinen Urlaub mehr? Wenn er dennoch unbedingt frei haben will, dann würde ich ihm unbezahlten Urlaub geben. Spricht doch nichts dagegen ihm den Lohn zu kürzen.

Wenn Du die Chefin bist, dann zeig ihm das auch. Ganz ehrlich, ich hätte mir das keine 20 Minuten angesehen, ich hätte ihn direkt richtig rund gemacht. So etwas geht nunmal gar nicht und ist, wenn man es genau nimmt ein Grund für eine fristlose Kündigung. Das hätte ich ihm auf jeden Fall mal vor Augen gehalten.

Ich hatte bisher Glück mit meinen Azubis und Aushilfen aber ich erinnere mich an meine eigene Ausbildung. In meinem Lehrjahr hatten wir eine die war zwar lieb und nett, aber leider nicht wirklich die Hellste. Irgendwie tat sie einem ja leid, aber einige sind an ihr auch echt verzweifelt. Ist schon spannend, wenn man sich wundert, wo die bestellten Waren bleiben und dann feststellt, dass sie die Bestellung an den Auftrag geheftet und dann abgelegt hatte, statt sie zu verschicken. #klatsch Die hatte ständig solche Sachen drauf.

LG Sandra

Danke für eure Antworten.

Es ist ja nicht so, dass wir ihm das alles durch gehen lassen würden. Gespräche gab es zu Hauf bei denen tat er auch immer einsichtig oder hatte die wunderbarsten Ausreden parat. Richtig rund gemacht hab ihn auch schon, weil mir irgendwann mal richtig der Kragen geplatzt ist. Wie oft ich ihn schon hab Regale wischen lassen oder ähnlich ungeliebte Arbeiten es bringt nichts.
Als ich ihm vorhin sagte er soll sich einen Termin beim Arbeitsamt geben lassen und ich würde ihn freistellen für die Zeit, mußte er nicht mehr zum Arbeitsamt sondern zur IHK. Da hätte er morgen einen Termin, dumm nur, dass er auf seinem Platz einen Zettel liegen hatte mit einem Termin für eine Wohnungsbesichtigung morgen Mittag. Den hab ich gefunden nachdem er schon feierabend hatte, schon wieder beim lügen erwischt!

So wichtig kann kein Kunde der ganzen Welt sein, das Ihr Euch das Betriebsklima von so ner Rotznase verderben lasst.

Der sol sich für den Rest der Ausbildung einen anderen Betrieb suchen.

Mir scheint auch, der benutzt Euch nur, und wird sicher nie Groß-Kunde.

Genau meine Meinung.

Wahrscheinlich hat sich der Bengel bei dem vorherigen Ausbildungsbetrieb genauso benommen und nun ist es dem Vater peinlich, weiterhin dort einzukaufen. Und die TE hat er damit "geködert", dass er guter Kunde werden würde.

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