weshalb ist der Zuschuss für Erstausstattung so hoch?

Hallo,

ich lese hier auch schon seit geraumer Zeit mit. Finde es auch inzwischen ehrlich gesagt immer wieder erstaunlich, wieviele Leute die immer gleiche Frage nach Erstausstattung stellen. Es gibt doch auch die Möglichkeit des "Suchbegriff" eingebens, und da dieses Thema doch schon dermaßen abgelutscht ist in diesem Forum bekommt man da bestimmt zig Antworten. Aber vielleicht sind die Userinnen auch dafür zu bequem, wie anscheinend auch dafür Vorsorge zu treffen...

Was ich mich jedoch unabhängig von diesem leidigen Thema frage, ist weshalb Caritas, ProFamilia, etc. die Erstausstattung so hoch ansetzen. Wenn damit wirklich nur die ersten Dinge, die ein Erdenbürger wirklich zum Leben braucht abgedeckt werden sollten, dann reicht doch sehr viel weniger.

Bei bescheidenen Ansprüchen:

Kinderwagen (second hand Laden): 50 Euro
Bettchen (gebraucht): 25 Euro
7 Strampler, Söckchen, Bodys, Mützchen: 60 Euro

das macht gerade mal 135 Euro

Bei etwas höheren Ansprüchen:

Kinderbettchen neu: 100 Euro
Kinderwagen neu: 100 Euro
Strampler etc.: 100 Euro
Fläschen: 25 Euro
Wickeltisch: 50 Euro

aber auch das sind dann nur etwa 375 Euro.

Selbst wenn man dann noch meint, dass sich die werdende Mutter noch einkleiden sollte braucht man doch nie und nimmer 1000 Euro und mehr.

Wir haben für unsere Süße für die "Erstausstattung" (bescheuerter Ausdruck denn Neugeborene brauchen so wenig materielle Dinge) gerade mal 100 Euro ausgegeben. Nicht aus Not, sondern wir brauchten einfach nicht mehr. Wir sparen das Geld lieber für wichtigere Dinge, die das Kind später braucht.

Also, abschließend möchte ich nochmal sagen, dass ich die Kritiken vieler hier inzwischen schon verstehe. Anfangs dachte ich auch: "die Armen in Not geratenen". Aber inzwischen muss ich auch sagen, ich finde es unverschämt so zu tun als ob ich das Geld für etwas ganz nötig bräuchte und es dann anderweitig ausgebe. Und keiner kann mir erzählen, dass die 1000 Euro dann wirklich nur für das Kind ausgegeben werden. Und falls doch umso schlimmer, diesen Standart werden diese Eltern doch nie weiterführen können.

Gruss Tomama

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Boa, nicht noch so ein Thema heute! Genug ausgelutscht heute!!! #contra

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Deine Frage kann ich dir leider nicht beantworten da ich sie nie in Anspruch genommen habe und mich auch nie schlau gemacht habe über die Beträge.

Aber eines istmir bei dir grad aufgefallen, deine "gehobene" Erstausstattung ist irgendwie ganz schön niedrig angesetzt. Neuer KiWa für 100€? ;-)

Gestern hab ich mich mal mit meiner Schwester hingesetzt und eine Liste über die Ausstattung gemacht. Da si9nd wir bei "gehoben auf 2200€ und bei "bescheiden" auf 230€ gekommen.

Deswegen versteh ich die 1000€ die einige anscheinend bekommen auch nicht ganz. Ein viertel davon reicht locker und es könnte dann mehr Leuten geholfen werden.

Liebe Grüße Elli

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Hallo,

möchte kurz antworten.

Zu rennmaus: ja ja das Thema dürfen nur Leute wie du ansprechen, die erstens zu bequem sind ein wenig zu sparen und sich Gedanken zu machen, wie sie der Verantwortung Eltern zu werden nachkommen können.

und zu Elli,

ich meinte nicht gehobene Ausstattung, sondern gehobene Ansprüche. Wenn ich es selber nicht schaffe für mein Kind aufzukommen und auf Spenden angewiesen bin, dann nehme ich selbstverständlich auch gebrauchte Dinge. Aber es gibt eben auch unter den "Hilfsbedürftigen" welche die nur Neuware akzeptieren. Also, einen einfachen Kinderwagen gibt es neu im Inernet ab 100 Euro. Der gehobene Anspruch war darauf bezogen. Und ich finde generell, wer sich diese Dinge alleine leisten kann, der soll sich meinetwegen einen Kinderwagen für 5000 Euro kaufen, jedem Tierchen sein...
Aber wer auf Spenden hofft, sollte sparsam denken...

lg tomama

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Ok, dann hab ich dich etwas missverstanden. :-)

So gesehen kommt deine Rechnung natürlich hin. :-)

Lg Elli

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Hallo,

das habe ich mich auch schon oft gefragt...wir hatten auch Erstausstattung beantragt und ich war total erstaunt wie viel man mir geben wollte - das waren meine ich etwa 400 Euro! Ich habe sogar kurz überlegt mit einem "so viel brauche ich aber nicht" hinzugehen, aber das habe ich dann doch nicht getan. Das Geld wurde natürlich dann auch schnell für die Erstausstattung aufgebraucht (was da ist...) aber wir haben jedenfalls nicht mehr Geld gebraucht. Auch jetzt beim zweiten Kind hätte ich sicher etwas an Erstausstattung bekommen, habe dieses Mal aber jedenfalls nicht beantragt weil ich beim zweiten Kind ja noch viel weniger kaufen muss....

Ich fänd eigentlich auch (zumindest für ausschließlich ALGII-Empfänger) ein Darlehen völlig ausreichend.
Ich habe noch nie verstanden wieso ein ALG-II-Empfänger nach der Geburt eines Babys (welches an Unterhaltungskosten (Miete und Nebenkosten werden ja bezahlt) vielleicht 50 Euro im Monat kostet (Windeln, etwas Strom, etwas mehr Essen für Mama, Kleidung) gleich 500 Euro (300 Euro Elterngeld+Kindergeld und ca. 50 Euro vom Amt) mehr Monat hat. Die fehlen vielleicht wenn das Kind älter ist und zur Schule geht aber am Anfang sind die doch defintiv nicht nötig. So könnte man das Darlehen problemlos zurückzahlen (aber Darlehen finde ich schon ganz nett - manchmal hat man vielleicht nicht genügend Geld...).

Das sind tatsächlich so Sachen, die ich auch wirklich nicht verstehe!

Grüße,
Sonja

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Hallo Tomama

Bei meinem ersten Sohn wurde ich auch überraschend schwanger (leider räumte mein alter FA seinen Fehler nicht ein, lange Geschichte).
Auf jeden Fall war es damals für uns ein sehr schlechter Zeitpunkt. Mein damaliger Freund (jetzt Mann) noch mitten im Hauptstudium, ich gerade mit der zweiten Schule fertig geworden.
Also wirklich sehr unpassend.
Ich dachte wirklich über Abtreibung nach und mein Mann war geschockt. Wir hatten einen Termin bei ProFamilia (muss man machen wenn man eine Abtreibung machen möchte).
Dort wurde uns aufgezeigt das man auch in unserer Situation schaffen kann.
Wir sagten uns dann, es werden 2 enge Jahre aber danach sieht eh alles anders aus (mein Mann brauchte noch 2 Jahre Studieren und hat auch wie gehofft jetzt neu super Arbeit die gut bezahlt ist).

Wir bekamen damals von der MuK Stiftung 400€ und von der Arge nochmal zusätzlich knapp 500€ (300€ Erstausstattung und 200€ Umstandsmode)

Wir mussten davon kaufen:
komplettes Kinderzimmer (das alte Zimmer war das Arbeitszimmer meines Mannes, wo geraucht wurde, also Tapeten ab, Teppich raus und alles neu). Möbel würden gebraucht gekauft. Auch an Kleidung wurde vieles gebraucht gekauft. Kinderwagen hatte uns damals gebraucht 50€ gekostet. Nur die Umstandsmode war etwas teurer.

Wir konnten davon noch vieles mehr für unseren ersten kaufen, und zwar was er das erste komplette Lebensjahr brauchte (Buggy, Kindersitz nach Maxi Cosi Zeit ect).

Wir brauchten gar nicht ans Elterngeld gehen. Konnten das alles weg sparen.

Es ist also wirklich eine Menge Geld die man bekommt.
Ich habe aber dadurch meine Entscheidung das Kind zu behalten NIEMALS bereut. Ich denke mal gerade weil es doch sehr viel ist was man in Notsituationen bekommt erschwert es vielen Müttern eine Entscheidung gegen das Kind.

Zum Glück sind diese Zeiten für uns Passé.
Als mein Mann mit dem Studium fertig wurde bekam er gleich super Arbeit und wir konnten mit einem Zweiten nachlegen ;-)

Allerdings wäre ich niemals auf die Idee gekommen, bewusste in meiner damaligen Situation ein Kind zu planen und anschließend die Hand auf zu halten.

LG Alexa

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Hallo Alexa,

da ihr ja nun finanziell wieder besser gestellt seid, habt ihr mal darüber nachgedacht das Geld welches euch zur Verfügung gestellt wurde - oder zumindest einen Teil davon- wieder "zurück" zu spenden?

Das ist nicht böse gemeint, nur mal eine Idee seine Dankbarkeit zu zeigen.

Liebe Grüße
N.

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Hallöchen

Natürlich darfst Du fragen :-)

Wir haben einiges zum Sozialkaufhaus und zur Arche gebracht. Sachspenden, kein Geld.
Geld spenden wir idR der evangelischen Kirche unserer Gemeinde :-)

Auch habe ich einiges einer Freundin geschenkt die vom ALG2 lebt und nicht viel Geld hat.

Gruß Alexa

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Hallo

Frag doch mal nach bei Pro Familia warum es so viel Geld gibt.

Aber wieso hast du es nicht beantragt? Hast du genug Einkommen?

Warum bist du so mißgünstig?

Gruß Arienne

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Hallo Tomama,

nun, unser Staat handelt zu sehr "gleichstellungsgezielt", von daher wohl auch die Stiftung etc.

Wenn ich bedenke, dass so manche Familie sehr sparsam ist, damit sie alles selber bezahlen kann, bzw. die Familie alles selber finanzieren will, da ist die Höhe der Erstausstattungsgelder für viele ein Schlag ins Gesicht.

Garantiert spricht nix gegen Unterstützung von Aussen, jedoch gibt es halt Charaktere, die es partout nicht einsehen, ihr Handeln selber zu verantworten bzw es selber zu finanzieren.

Ginge es nach mir und manchen anderen hier, dann würde die Erstausstattung nicht in Geldform sondern als Sachleistung vergeben.

Wer braucht denn zwingend eine Wickelkommode, einen Vaporisator, eine Babyschere, warum muss es ein "modernes Babyzimmer" sein etc pp...

Gleiches für Umstandskleidung, beruflich bedingt musste ich halt businesslike gekleidet sein, tja, es gibt aber viel Secondhand und die Auktionshäuser... für Eigenfinanzierende selbstverständlich, für Transferleistungsempfänger scheinbar genauso unzumutbar wie es wegen der "tollen Gleichstellung" für die Transferleistungsempfänger auch unzumutbar ist, wenn sie kein EG erhalten würden.

wir haben so einen Fall im engen Umfeld, tja, Verwandtschaft halt... verschenk ich es, wird alles genommen und ggf WEITERVERKAUFT... möchte ich aber z. B. für Umstandskleidung (von mir meist NEU gekauft) noch einen Obulus, heisst es, nee ich hab da kein Geld für... weisst Du, da bekomm ich einen Anfall..

Solange es ist nicht allgemein eingesehen wird, dass ein jeder was für die Gemeinschaft bringen muss, solange wird es hier weiter krachen und ja "die armen Notleidenden" (welche in Wahrheit munter absahnen) reissen die wahrhaft in Not geratenen total rein.

Da aber Institutionen wie Caritas etc auch viele Mitarbeiter haben, die es für unzumutbar halten, nur Sachleistungen zu geben, wird es wohl leider nie anders werden.

Denn selbst als Sachspendende wird man mitunter kaum die Sachen los... ein Babybett, wo schon drei Kinder drin schliefen ist ja nicht mehr neuwertig, somit unzumutbar für Notleidende... Noch Fragen?? Ich habs dann erfolgreich verkauft... wie vieles andere der Ausstattung unserer Kinder..

Wir selber kauften für die Kleine einen neuen Kinderwagen im Auktionshaus für 99 Euro, umbaubar als Sportwagen, das Zimmer online für 300 Euro (Geschenk der Grosseltern), MaxiCosy mit Versicherung für 50 Euro Neu, etc pp... Kleidung kaufen wir Secondhand einer Freundin regelmässig ab, da ihre Kleine man grad 2 Nummern grösser trägt als unsere Maus etc.. da verdrehen viele die Augen, weil es halt nicht Hello Kitty, Barbie oder sonstiges ist..

Das Anspruchsdenken ist extrem überzogen, ebenso überzogen sind die Geldleistungen.

Wenn sich eine Leistungsempfängerin mal eben einen Kinderwagen für 500 Euro leisten kann, nun, da fiel ich um... das Geld sah und seh ich nicht ein... und als sie mir dann sagte "der Staat muss mich ja finanzieren".. naja, da schiss ich sie an... da sie und ihr LG fleissig betucken... ich geh für uns arbeiten, also war das wohl genehmigt.

Gruß

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Ich finde das auch nicht ok, was die Höhe angeht! Die bekommen ja teilweise mehr als ein Otto-Normal-Verdiener ausgeben kann!

Ich hätte alles neu kaufen können. Wollte ich aber gar nicht. Das Kinderzimmer ist ein Ausstellungsstück, Wiege hab ich von Verwandten bekommen, alt und oft weitergegeben aber superschön und völlig intakt. Ich habe auch Unmengen von Klamotten von einer Bekannten geschenkt bekommen, von einer anderen haufenweise Badehandtücher. Über die Freundin einer Kollegin habe ich spottbillig Klamotten gekauft (zum Teil Markenware und ungetragen). Und an Schwangerschaftsmode braucht man auch nicht viel. Hauptsächlich Hosen meiner Meinung nach! Und da gibt es nun wirklich günstige Läden, in denen man sich für die wenigen Monate einkleiden kann!

Abgesehen davon gibt es Secondhand-Läden, in denen man wunderbar einkaufen kann. Dass "arme Leute" was bekommen sollen steht gar nicht zur Debatte, sondern wie viel sie bekommen und dass sie alles neu bekommen! Caritas und Co. haben schließlich auch Kleiderkammern etc. Ich finde, da sollte was geändert werden. Es wäre nun wirklich nicht schlimm, wenn ALG II-Empfänger etc. an diese Einrichtungen verwiesen würden, anstatt mit Geld ausgestattet zu werden, um alles neu zu kaufen. Wird das eigentlich kontrolliert? Oder bekommen die Bargeld und kaufen am Ende anderes Zeug? Manch einem wäre es zuzutrauen!

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Hallo,

du hast 100 Euro für die Erstausstattung ausgegeben? Wie hast du denn das gemacht? Dafür haben wir grad mal die Matratze für das Babybettchen bekommen.

Wir haben 2000 € ausgegeben aber selbst finanziert ohne finanziellen Hilfen.

Ich bin durchaus dafür, dass in notgeratenen Eltern Hilfe bekommen. Allerdings wird es damit auch jeden Deppen leicht gemacht ein Kind in die Welt zu setzen.

LG

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Ja, das frag ich mich auch. Und da bekommt man wahrscheinlich 300 Euro von der Caritas und uns wird empfohlen von denen, es woanders zu probieren weil die zurzeit kein Geld im Topf haben und man hier im Forum fragt, wo man noch weitere Geld beantragen könnte, wird man gleich DUMM angemacht! Willkommen in Deutschland!

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Hallo

Also wir haben auch weitaus mehr ausgegeben. Wir haben 3500 Euro bezahlt, habe aber auch alles neu gekauft und gute Sachen.

Aber wir sind beide arbeiten gegangen und hatten das Geld. Und wir haben immer gespart, seid wir zusammen sind, weil uns klar war, das wir mal Kinder, Urlaube etc wollen.

BIanca

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Naja, die Kleidung in Gr. 56 o.ä. reicht ja nun grade mal für die ersten Wochen ... unter "Erstausstattung" fällt für mich schon der Bedarf fürs erste halbe Jahr, nicht für die ersten drei Tage daheim.

Um Second-Hand-Bettchen o.ä. zu transportieren, braucht man in der Regel ein Auto, das man als Bedürftiger nicht unbedingt hat. Oder wenn doch - Du hast keinen Autokindersitz mit eingerechnet, und der sollte aus Sicherheitsgründen ja NICHT second hand oder zu billig gekauft werden!

Und daß Du Fläschchen schon zu "höheren Ansprüchen" zählst, finde ich dann auch etwas kraß!

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