Einigen gehts scheinbar zu gut...

Hallo zusammen!

Muss einfach mal meinen Frust loswerden:

Ich wollte im Mai eine Woche Urlaub machen. Die Aushilfe, die mich vertritt (sie ist derzeit arbeitlos und besitzt einen kleinen Online- Shop), meinte heute:" Ach, ne, ich hab keine Lust. Mir wird mein Online- Shop schon angerechnet und mir ist das zuviel Aufwand und Papierkram mit dem Arbeitsamt, wenn ich Dich vertreten muss und ich nachher genauso viel Geld habe, als wenn ich daheim sitze."

Ich kann ihre Meinung in gewisser Weise nachvollziehen. Trotzdem ärgere ich mich wie verrückt.Nicht nur, dass mein Urlaub jetzt schwer wird- es wird wahrscheinlich ohne Vertretung dann darauf hinauslaufen, dass ich ihn eben ausbezahlt bekomme- sondern auch die Einstellung. Wie kann man nur so sein?

Ich habe dann spaßeshalber nachgerechnet: Ich arbeite 6 Tage in der Woche, fahre pro Tag 50 km (Bahn läuft hier aufm Kaff mal wirklich gar nicht- schon geprüft und ich wäre insgesamt 3 h unterwegs)- Spritkosten ca. 150,- €/ Mon.

Arbeitslosengeld bekäme ich geschätzt wohl ca. 620,- Euro. Macht schon 770,- €. Verdienen tu ich aber nur 870,- €. Und die 100,- € mehr gehen mit Sicherheit für diverse Werbungskosten wie Autoverschleiß, gute Kleidung für die Arbeit (Dienstleistungsgewerbe) us.w etc. pp. drauf. Wenn ich nicht sogar mal " Miese" mache.

Mal ganz davon abgesehen, was für eine Plackerei diese körperliche Arbeit 6 Tage in der Woche für den Körper bedeutet.

Also, was meint ihr: Bin ich bescheuert, dass ich arbeiten gehe? Bevor Ihr fragt- nein, andere Optionen wie diesen Job habe ich leider momentan nicht. Oder ist meine Vertretung hart an der Grenze zum Schmarotzer- Tum?

Lasst es mich wissen!

Gruß fassungslos

1

Hallo,

also ich hatte netto nach der ersten Elternzeit weniger, als ich an ALG1 Anspruch hatte... ABER: ich VERDIENTE mein eigenes Geld, ich setzte meine Ausgaben ab, ich saß nicht nur daheim rum.

Leider leider leben viele nach dem Motto "der Staat füttert uns ja durch", hatte ich hier auch schon... da bot ich einer ALG2-Empfängerin einen Minijob an, offiziell angemeldet etc... O-Ton der Dame: Nee, dafür gehe ich nicht los, dass ich 140 Euro monatlich mehr in derTasche habe".

Gleiches bei Verwandten bzw Bekannten, die sehen auch nicht ein, für den ALG2-Satz bzw knapp drüber arbeiten zu gehen.. Traurig aber ist so..

Einziger Lichtblick: Nicht alle Arbeitslosen sind dermassen dreist und bekloppt... viele gehen lieber notfalls unter ALG1-Höhe arbeiten, können aber stolz auf sich sein, da sie sich selber finanzieren.

LG
Mone

2

Hallo Mone,

also lag ich meinem Impuls, wütend zu sein, doch nicht so falsch, oder? Ich mein, das kanns doch nicht sein.

"Nee, dafür gehe ich nicht los, dass ich 140 Euro monatlich mehr in derTasche habe" Genau das! hat sie auch gesagt. Sie müsste dann immer hin zur Agentur für Arbeit und vom AG die Formulare ausfüllen lassen und überhaupt der Sprit und achja.....


:-[:-[:-[

Lg

Fassungslos

3

Hi Du,

tja, wenn es nach mir ginge, dann würden alle ARBEITSFÄHIGEN Arbeitslosen zu irgendwelchen gemeinnützigen Taten verdonnert werden... z. B. Spielplatz von Brennesseln befreien etc pp... da fiele mir viel ein ;-) Aber nee.. Gemeinde hat kein Geld, wir Eltern rupfen somit selber bzw räumen auch Hinterlassenschaften weg..

Mit dieser Einstellung ernte ich meistens aber nur böse Blicke, werde im privaten Umfeld aufs Ignoriergleis geschoben oder gesteinigt... egal... ich finde es eine absolute Frechheit, dass manche echt meinen, ach, der Staat muss ja helfen, somit mach ich nix...

Eine derjenigen arbeitet lieber schwarz, naja, irgendwann bekommt sie hoffentlich die Quittung..

LG

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Hallo,
grundsätzlich kann ich die Dame sogar verstehen. Der Papierkram, wenn man Gelder beantragen muss, ist mehr als nervig. Musste auch, als meine Tochter da war und ich noch Studentin war, einige Gelder beantragen und ich bin froh, dass ich das jetzt nicht mehr muss, sondern mich einfach nur über mein Gehalt am Monatsende auf dem Konto freuen kann.
Das Problem liegt wahrscheinlich darin, dass es meiner Meinung nach zu viel Geld vom Staat gibt. Mir ging es damals nicht schlecht. Vielleicht lag es auch daran, dass mein Lebensstandard noch nie hoch war, da ich bislang nur Studentin oder Schülerin (wohnend bei Mutti) war. Aber ich hatte nie das Gefühl am Existenzminimum zu leben und mein Kontostand ging auch nie am Monatsende gegen null. Im Gegenteil: Ich konnte sogar noch was sparen. Der Staat macht es den Leuten also leicht, zu Hause zu bleiben. Ich habe hier im Forum auch schon von Meinungen gelesen, wie "Ich bleibe trotz ALG 2 3 Jahre zu Hause, wenn ich ein Kind kriege." Also kann es nicht so schlimm sein. Und durch den Papierkram, den man dann erledigen muss, wenn man mal eine Woche arbeitet, wird die Motivation zu arbeiten bei einigen eben noch gesenkt.

LG Annika

6

Ja, ich kanns auch irgendwo verstehen- sag ich ja. Trotzdem empfinde ich diese Haltung oder das System, welches diese Haltung möglich macht, als ein Schlag ins Gesicht aller Arbeitenden. Zumal- vielleicht sollte das noch erwähnen- die Dame auch einen Batzen an Schulden bei der ARGE hat wegen Betrug.

LG

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Hallo,

ich habe bis 2007 in meinem Beruf als ZA Helferin gearbeitet. Einstiegsgehalt: 700 Euro, nach diversen Gehaltserhöhungen nach 5 Jahren 850 Jahren und selbst meine eigene Familie hat mir geraten, lieber Zuhause zu bleiben, da hätte ich mehr (habe kein ergänzendes ALG 2 beantragt, esging auch so.) Aber ich habe weiter gearbeitet, denn selbst verdientes Geld fühlt sich besser an und ich liebe meinen Beruf. Nun fang ich in 4 Wochen auch erstmal nur mit einem 400 Euro Job an, aber erstens sind 160 Euro mehr, eine Menge Geld für mich und 2. wie gesagt, mir macht es Spass..

LG JUlia

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Verstehe nicht so ganz wie du das mit der Vertretung meinst. Bist du angestellt? Was kümmert dich dann die Vertretung während deines Urlaubs? So ganz schlau werd ich daraus nicht.

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