chef will mich kündigen...

...und nix weiter zahlen!

hallo!

mein chef will mich loswerden. als ich ss war, stellte er einen neuen mitarbeiter ein, der dann meinen bürojob übernehmen sollte, während ich in elternzeit war.
nun bleibt dieser mitarbeiter und mein chef hat keine verwendung mehr für mich.
erst wollte er, dass ich weniger abeite (zeit, gehalt), aber das hab ich abgelehnt.

weiß jemand von euch, ob ich was erwarten kann?

das sind die fakten:

- kleine firma, nur 2 feste angestellte.

- kündigung aus betrieblichen gründen.

- ich bin dort seit 2000 beschäftigt, hab nun ein kleines kind (1), bin alleinerziehend.

- anderer mitarbeiter ist angestellt seit mai 2007, schwerbehindert (diabetes), geschieden, hat zwei unterhaltspflichtige kinder (14, 16) die bei der mutter leben.

hat jemand von euch ne ahnung, ob ich abfindung verlangen kann? im i-net liest man ja sehr widersprüchliches...

danke euch für die antworten!

lg, sandra

1

Hallo Sandra,

lass Dich von einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten, sobald die Kündigung da ist.. denn nur eine schriftliche Kündigung gilt.

Erstmal kann Dein Chef Dir frühestens nach der Elternzeit kündigen, das wird schwer für ihn...

Melde Dich aber vorsichtshalber sofort bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend, erwähne dort, was Dein Chef an Argumenten hat etc... Vielleicht bekommst Du da schon fachlich kompetente Hilfe..

Du stellst Deine Arbeitskraft erstmal am ersten Tag nach Elternzeit laut dem derzeit ja nur ruhenden Arbeitsvertrag zur Verfügung, damit er nicht behaupten kann, Du würdest unerlaubt fernbleiben.

Abfindungstechnisch bin ich überfragt, es sollte aber ja eh im Vordergrund stehen, dass Du entweder von ihm weiterbeschäftigt wirst oder Du schnellstmöglich einen Alternativjob bekommst...

LG
Mone

2

" Du stellst Deine Arbeitskraft erstmal am ersten Tag nach Elternzeit laut dem derzeit ja nur ruhenden Arbeitsvertrag zur Verfügung, damit er nicht behaupten kann, Du würdest unerlaubt fernbleiben. "

Genau, seine Arbeitskraft dem AG anbieten.

Rein Rechtlich ist eine Abfindung nur in einer Kündigungsschutzklage einzufordern. Was nicht bedeutet, das man sich auch vor einer solchen Klage einigen kann.

Gut, Mone.

3

Unbedingt Rechtsanwalt aufsuchen!

4

Also nix weiter zahlen funktioniert nicht. Du hast dir ja sicherlich nix zu schulden kommen lassen. Also gilt die normale Kündigungsfrist. Die Größe der Firma hat damit nichts zu tun. Ob du Abfindung verlangen kannst ist wirklich unterschiedlich. Kommt ganz darauf an, wie lange du im Betrieb beschäftigt warst und ob sich der Betrieb eine solche auch leisten kann. Kleine Betriebe haben damit meist Probleme. Versuchen kannst du es. Allerdings wird dir die Abfindung wieder auf ALG1 angerechnet.

7

Ob sich der Betrieb die Abfindung leisten kann ist völlig unerheblich!

Wenn das Arbeitsgericht die Kündigung als nicht rechtmäßig beurteilt, dann muss der AG weiter Gehalt zahlen.

Gruß

Manavgat

5

Gibt es noch weitere Beschäftigte und falls ja welche und mit welcher Arbeitszeit?

Wenn das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet (und so sieht es nach Deinen Angaben aus), kann Dir der AG nach der Elternzeit fristgerecht kündigen.

Betriebliche Gründe hierfür müssen nicht bestehen. Dieser bedarf es nur bei bestehendem Kündigungsschutz.

Eine Abfindung steht dir nicht zu.

6

Der Weg sieht so aus:

Sobald Du die schriftliche Kündigung in Händen hälst, sofort zum Anwalt. Kündigungsschutzklage.

Im Verfahren wirst Du eine Abfindung erhalten, die dann aber auf alles angerechnet wird und der Arbeitsplatz wird weg sein. Besser: einen Abwicklungsvertrag machen, der Chef soll Dich noch 3 - 6 Monate beschäftigen aber sofort freistellen. Dann hast Du länger Luft. Ohne Anwalt würde ich aber nichts vereinbaren. Das Arbeitsrecht ist kompliziert.

Gruß

Manavgat

8

Auf welcher Rechtsgrundlage soll die Abfindung beruhen?

Richtig ist, dass hierfür die Kündigung unzulässig gewesen sein müsste.

Hierzu fehlt aber der Sachvortrag (zum Beispiel wie die Kündigung sei während der Elternzeit erfolgt).

Und auch dann wäre die Kündigung unwirksam aber es gibt dann noch nicht automatisch eine Abfindung. Hierzu müsste das Arbeitsverhältnis zerrüttet sein. Zunächst stände man dann also nur wieder in einem Arbeitsverhältnis und der AG kann wiederum kündigen.

Warum also diese Bestimmtheit, das man eine Abfindung erhält?

Unklug war aber vom AG überhaupt einen Grund zu nennen. Besser wäre es gewesen ohne Grund zu kündigen.

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Einer meiner Freunde ist Anwalt und hat mir gesagt, dass es üblicherweise so läuft.

Mehr habe ich nicht gesagt.

Gruß

manavgat

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