Mit 34 Jahren nochmal studieren?

Hallo zusammen!

Bin ganz neu hier und hab gleich ein bisschen Ballast abzuladen:-)

Aaaalso: Ich bin 34 Jahre alt und hab nach einer Totgeburt, einer Eileiterschwangerschaft und einer Schwangerschaft, in der ich vor Angst fast verrückt geworden wäre, endlich das ersehnte Kind bekommen.

Ich hab ein abgeschlossenes Studium, hab aber in diesem Beruf nie gearbeitet (die heiße Liebe war dieses Fach nicht), sondern danach was anderes gemacht.

Da mein Mann einige Jahre im Ausland gearbeitet hat, hab ich hier meinen Job aufgegeben und bin mitgegangen, hab dort aber nicht gearbeitet. (Vereinigte Arabische Emirate -> Arbeitsmarkt für Frauen nicht soooo prickelnd)

Tja. Und jetzt steh ich vor dem beruflichen Nichts. Es geht absolut nicht ums Finanzielle, es ist genügend Geld da und selbst bei Arbeitslosigkeit etc. wären genug Ersparnisse da, um das zu überbrücken.

Aber so ein Leben kann noch ganz schön lang werden, wenn man nur zuhause hockt. Da ich aus dem alten Beruf komplett draußen bin und auch nicht mehr rein will, wenn ich ehrlich bin, hab ich mir überlegt, nochmal zu studieren.

Fertig wäre ich dann mit knapp 40. Macht das noch Sinn? Wenn ich dann solche Nachrichten lese, wie Z.B. "Jugendwahn in den Chefetagen"#bla#bla, bekomme ich Angst, dass mich keiner mehr einstellt in dem Alter. Dann wäre die ganze Mühe umsonst.

Hat jemand vielleicht jemand als "älteres Semester" ein Studium durchgezogen und kann mir von seinen Erfahrungen berichten?

Ich bin auch froh über alle Meinungen von "Außenstehenden", weil ich mir nicht sicher bin, ob mein Hausfrauenhirn schon zu vernebelt ist und ich mir das alles zu einfach vorstelle.

Liebe Grüße und schonmal Danke für alle Antworten.

Chatter

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Du kannst studieren, an irgendeiner überfüllten Hochschule einem frischgebackenem Abiturienten einen Studienplatz wegnehmen... um dann mit 40 Jahren feststellen zu müssen, dass du allen Arbeitgebern als "Berufsanfängerin" zu alt bist.

So ist es meiner Nachbarin ergangen, sie hat ein Studium samt Diplom, aber keine Chance auf einen Arbeitsplatz.

2

Hallo!

Danke für Deine ehrliche Antwort, ist aber in meinem Fall zumindest hinsichtlich des Studienplatzes wohl nicht so, da das Fach nicht zulassungsbeschränkt ist und es eine kostenpflichtige Privatuni ist.

LG

4

Dann mach, wenn du Zeit und Geld über hast, nur erhoffe dir dadurch keine berufliche Perspektive, sondern sieh es erstmal als Persönlichkeitsentfaltung an und schau weiter, wenn das Studium beendet ist.

Wenn du das familiär alles schaffst, ist alles besser, als zu Hause zu hocken, sich weiterbilden ist immer gut.

Gruß
geha

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Hallo,

ich werde im April 34 und habe die letzten zwei Semester vor mir. Meine "Uni-Karierre" ist sehr lang. Ich habe mit 22 angefangen, paar Semester später abgebrochen, weil ich Angst hatte, später keine Arbeit zu finden. (ich studierte Geisteswissenschaften) Habe dann Fortbildung zur Fremdsprachenkorrespondetnin gemacht. Danach wollte ich meinen Uniabschluss doch nachholen, bin zurück und habe 20 Stunden in der Woche nebenbei gearbeitet und zum Glück Erfahrungen gesammelt. Wegen der Arbeit konnte ich nicht immer alles Seminare besuchen und es zog sich in die Länge. Vor 2 Jahren bin ich schwanger geworden und hatte 3 Semester ausgesetzt. Tja, jetzt bin ich wieder dabei. Ich weiß nicht wie klein deine Kinder sind, aber mit meiner Tochter kann ich nur abends bzw. nachts lernen und da bin ich schon müde. Hin und zurück sind es 150km, die ich in Kauf nehme. Was das Lernen angeht, mach dir keinen Kopf, man lernt immer noch so gut wie mit Anfang 20:-) Das Problem bei mir ist die Zeit. Der Vorteil ist, man konzentriert sich wirklich nur auf das Fach und nicht so wie früher Uni-Leben, Partys, Kommilitonen. Die Dozenten mögen etwas ältere Studenten ganz gerne, weil die jungen doch noch sehr unreif und unkonzentriert sind und alles andere im Kopf haben als was zu lernen. Bald werden überall Bachelor-Studiengänge eingeführt. D.h., du bist relativ schnell fertig, nur 6 Semester soviel ich weiß.

Was möchtest du studieren? Geh auch zur Studienberatung und zur Arbeitsagentur und hol dir Rat. Im Großen und Ganzen finde ich es immer gut was Neues zu lernen, man entwickelt sich weiter. Mir tut die Uni nach der Babypause gut, ich kann wieder "denken":-)

Lieben Gruß
eva

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Hi!

#liebdrueck, Gott sei Dank, hier ist noch jemand soooo alt;-).

Wahrscheinlich fliegen jetzt gleich faule Tomaten, aber ich würde gern Elektrotechnik studieren. Ich war immer schon ein verhindertes Mathe/Physik-Genie und hab dann eben ein Fach studiert (komplett mit allen Abschlüssen), was mir so gar nicht liegt.

Bei der Studienberatung war ich schon, aber eben nur bei dieser Fern-Uni, weil ich niemanden habe, der meinen Sohn (11 Monate) betreut. Grundsätzlich sind Elektrotechnik - Ingenieure ja sehr gefragt und bei dem Fach hat man ja eher das Problem, dass die Kenntnisse veralten, wenn man zu lang aus der Uni raus ist#gruebel

Und ich hab richtig Angst, dass mein Gehirn schon zu eingerostet ist. Ich war ja "richtig" draußen, Du hast ja eigentlich IMMER gelernt#pro

Schaffst Du das mit Kind und Lernen ganz ohne Hilfe?

LG

22

Hallo nochmal,

ich sehe, dass das was du studieren möchtest, schon ein lernintensives Fach ist. Bei Geisteswissenschaften muss ich zwar nicht so viele Klausuren schreiben, sondern Hausarbeiten. Das kann man sich noch aufteilen. Ich wohne mit meiner Tochter bei meinen Eltern (bin alleinerziehend) Das hilft schon sehr viel. Ab Mai geht meine Mutter in Vorruhestand, in diesem Semester hat noch meine Schwägerin zum Teil auf Maya aufgepasst. Trotzdem kann ich nicht viel machen wenn ich zu Hause bin. Natürlich will die Kleine dann mit mir spielen, ich kann mich schlecht im Zimmer einschließen. Bei mir studieren schon paar Leute, die über dreißig sind. Auch eine Frau, die 51 ist, studiert jetzt nochmal auf Lehramt. Es ist also alles möglich in der heutigen Zeit. Die schlechtesten Karten einen Job zu finden, haben Frauen, die mit Ende 20 fertig geworden sind, in fester Partnerschaft. Die Arbeitgeber merken, dass da bald Nachwuchs kommt. Ich kenne viele, die dann wirklich schwanger werden oder zurück an die Uni kehren und sich weiter bilden.
In deinem Fall sehe sich alles eher positiv, weil Ingenierue gesucht werden. Und wenn du merkst, es ist zu schwer oder doch nicht das Wahre, kannst du doch immer noch aufhören.

Viel Glück#klee
Eva

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Meine Freundin ist jetzt 32 und hat im Oktober ihr Lehramt-Studium, Grund-und Hauptschule, Sport und Mathematik) begonnen. Sie wird natürlich auch erst in 4-6 Jahren fertig sein, bevor sie rrichtig arbeitet. Ein Kind plant sie auch noch zu bekommen. Sie hatte im Mai eine Fehlgeburt. Die hat in ihrem KOpf alles verändert. Sie war erfolgreiche Bankkauffrau, hat diesen Job an den Nagel gehängt, d.h. gekündigt. Es war ihr zuviel Druck und Mobbing. Ihr Freund ist erfolgreicher Osteopath und Physiotherapeut und macht gerade den Heilpraktiker. Da kommt also das Geld dazu her.
Soviel zur Sachlage.
Ich weiß nicht, ob ich den Mut hätte, jetzt nochmal anzufangen. Ich habe mein Studium 1998 abgeschlossen. Ich könnte heute gar nicht mehr so lernen, wie damals. Und das Geld würde an allen Ecken und Enden fehlen. Allerdings ist es auch so: wenn man etwas ganz doll will, dann sollte man es auch machen. Sich ewig vorzuwerfen, daß man das nicht getan hat, ist auch schlimm. So geht es meinem Vater mit dem Abi, was er nie gemacht hat.
porterhouse

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Wow. Find ich toll, dass Deine Freundin es noch anpackt. Und vor allem ist so eine Kehrtwende echt noch ein bisschen heftiger als bei mir.

Danke für Deine Antwort. Muss jetzt meinen "Kronprinz" füttern und wedle schon mit dem Pürierstab herum.

Liebe Grüße an Dich und Deine Freundin. Das mit dem Baby klappt bestimmt!

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Ich studiere und ich bin 44.

na und?

Schau die Joppi Heesters an. Der ist 104 und tourt immer noch....

Gruß

Manavgat

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Wenn Du studieren willst , um Dich selbst zu verwirklichen , dann tu das.

Wenn Du Dir eine Karriere erhoffst, dann laß es:

Denn es ist schon richtig, das Du zu alt bist für den Arbeitsmarkt , da Du ja keinerlei Beruferfahrung mitbringst.

Und in Zeiten in denen Studenabsolventen schon froh sein können, wenn sie bei unbezahlten Praktika wenigsten einen Fahrkostenzuschuß erhalten, hält sich der materielle Erfolg nach Studium arg in Grenzen.

Auch ich hatte mal vor, mit Mitte 30 nochmal ein Zweitstudium dranzuhängen, hab das aus rein moneytären Erwägungen wieder fallengelassen.

Scully

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Ich sehe das nicht ganz so pessimistisch wie einige andere hier. Ich bin auch eine Spätstudierende (stehe kurz vor dem Abschluss, bin 33) und die Jobaussichten sind nicht so schlecht. Ich bin jedenfalls da ganz optimistisch, ich habe jetzt ein Praxissemester hinter mir und einen Anschlussvertrag als Werkstudentin bekommen in denselbem Unternehmen und die Chancen sind wohl ganz gut, dass die mich danach vielleicht auch übernehmen. Ich habe zwei weitere Einladungen zu Vorstellungsgesprächen bekommen - wenn ich danach keine Zusage bekomme, wird das zumindest nicht alleine am Alter liegen, denn dann hätten die mich ja gar nicht erst eingeladen.

Der Fachkräftemangel macht sich bereits bemerkbar und das wird in den nächsten Jahren sich m.E. noch weiter verschärfen. Zudem möchtest du ja ein Fach studieren, in dem man nun wirklich händeringend nach qualifizierten Kräften sucht.

Ich würde sagen, Go for it! Was hast du zu verlieren?

Alles Gute
SD

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Klar mach das mal! Schaden kann es bestimmt, Nützen sicher eher. Ich habe gut 10 Jahre nebebei ein Fernstudium durchgezogen und war mit 38 Jahren fertig.

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Hallo chatter!

Na klar, warum denn nicht? Wenn Du das machen willst, dann mach! Nichts ist blöder, als in 5 Jahren da zusitzen und zu sagen:'Ach hätt ich doch!' Ich habe mit einer 75-jährigen studiert (ist ein ZVS-Fach gewesen, was ich jetzt grundsätzlich nicht sooooo toll fand, aber gut) und hab auch sonst rundherum viele Senioren kennengelernt, die halt auf ihre alten Tage nochmal an die Uni sind... Das ist bei Dir zwar nicht so, aber trotzdem.
Ich glaube auch nicht, daß Dich keiner mehr einstellen würde NUR wegen des Alters. Ich kenne AG-s denen AN-s mit etwas mehr Lebenserfahrung und ggf. abgeschlossener Familienplanung deutlich lieber einstellen, als den jungen dynamischen lebensunerfahrenen Studienabgänger. Vorallem wissen die, daß man es sich in Deinem Alter mit so einer Entscheidung - nochmal von vorne anzufangen und sich zu neuen Ufern aufzumachen - nicht leicht macht und öfters deutlich mehr motiviert ist und besser mit Situationen im Arbeitsleben umgehen kann, als junge Leute. Man strahlt vielleicht auch eine andere (Lebens-)Sicherheit aus...

Also, ich würde Dir nur total dazu raten, egal, was nachher für Dich rauskommt. Du hast das gemacht, was Du für Dich richtig gefunden hast und was Du wolltest. Auch wenn Du vielleicht keinen Erfolg hast (beruflich), Deine weitere Bildung kann Dir keiner nehmen...

LG #klee

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Hallo Chatter!

Auch ich habe mit 31 noch ein zweites, berufsbegleitendes Studium, absolviert. Es hat mir beruflich einiges erleichtert, war jedoch nicht unbedingt ausschlaggebend für meine jetzige Tätigkeit. Aber, es gab immer "frisches Futter" für den Kopf. Das hat mich auch dazu bewogen nun mit knapp 38 noch einmal zu studieren. Ich werde im April mit einem viersemestrigen Postgraduiertenstudium beginnen und freue mich schon sehr darauf.
Was ich damit sagen möchte: Schaue einfach einmal, wofür Du das Studium durchführen willst. Möchtest Du Dir eine neue berufliche Perspektive schaffen, dann sieht es ohne nennenswerte praktische Erfahrung schon schwierig aus. Leider bevorzugen viele Personaler noch immer die jüngeren Absolventen. Wenn Du Dich mit dem Studium ein wenig nach Selbstverwirklichung strebst, dann bewerbe Dich in einem Studiengang, mit dem Du Dich inhaltlich identifizieren kannst. Da hast Du wirklich die Möglichkeit mit Spaß für Dich interessante Inhalte zu vertiefen.

Viel Erfolg bei der weiteren Suche. Vielleicht bekommst Du hier noch ein paar entsprechende Anregungen.

L.G. Nicole :-)

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