Möchte mich trennen, aber schaffe es nicht...

Wir sind seit 16 Jahren zusammen und haben 4 gemeinsame Kinder.

Er leidet an Depressionen und einer sozialen Angststörung. Zusätzlich noch an Rheuma. Außerdem trinkt er schon seit Beginn unserer Beziehung regelmäßig und gerne viel Bier. Er hat ein Problem mit dem trinken, und weiß es auch selbst wie er mir schon seit Jahren sagt. Am liebsten sitzt er an seinem PC. Unternehmungen macht er kaum mit uns. Alles bleibt an mir hängen. Er geht zum Beispiel nie mit den Kindern raus. Er nimmt nur ab und an eins mit wenn er zum Getränkemarkt geht und sich sein Bierchen kauft. Oh Gott, das ist so traurig. Immer hat er Gründe wieso er nicht mitkommt. Er findet seine Kleidung nicht passend. Er hat Schmerzen. Er hat keine Lust...

Ich leider schon seit meiner Kindheit an Depressionen und Angst-/Panikattacken. Ich bin aber medikamentös eingestellt und habe eine stationäre Therapie hinter mir. Mir geht es zeitweise auch nicht gut. Aber er entlastet mich kaum. Ich muss ihn zum Beispiel bitten seine Tochter (2) zu baden oder umzuziehen. Aus eigenem Antrieb macht er es kaum bis selten. Sex hatten wir das letzte Mal bei der Zeugung unserer Tochter. Ich finde ihn sexuell überhaupt nicht mehr attraktiv. Manchmal möchte er mich anfassen, aber ich will es nicht.

Seit vielen Jahren will ich mich immer wieder trennen. Wir zoffen uns regelmäßig. Auch vor den Kindern. Er wird dabei immer sehr ausfallend. Äfft mich nach. Beleidigt mich. Vor zwei Tagen dann der Höhepunkt. Er wirft mir im Beisein der Kinder den Satz "du hast ein Gesicht zum reinschlagen" an den Kopf. Im Nachhinein hat er es versucht runterzuspielen. Er meinte, "mein Gesichtsausdruck wäre zum reinschlagen."
Das war für mich der Knackpunkt wo ich mir gedacht habe, es reicht jetzt. Ich will meinen Kindern nicht vorleben, dass es okay ist, wenn dein Partner so mit dir spricht.
Ich habe ihm dann relativ schnell klargemacht, dass ich eine Trennung will. Da wurde er dann ausfallend und beleidigte mich wieder. Einen Tag später, versucht er mich wieder zu besäuseln. Und er weis auch, dass ich immer wieder einknicke. Plötzlich macht er auch wieder Sachen, um die ich ihn sonst bitten muss.

Ich fühle mich ihm auch sehr verbunden, und liebe ihn auch auf eine Art und Weise. Aber ich sehne mich nach einer anderen Liebe. Ich wünsche mir auch Leidenschaft und einen Partner, der nicht nur vor sich hinvegetiert. Auf der anderen Seite fühle ich mich sehr schlecht. Ich habe Angst, meine Kinder aus der Bahn zu werfen. Sie lieben ihren Vater sehr. Ich will ihre Kindheit nicht zerstören. Ich bin selber ein Scheidungskind gewesen. Und für mich war es schrecklich, weil mein Vater mich komplett im Stich gelassen hat.
Ich weiß nicht was ich tun soll, obwohl es doch eigentlich offensichtlich ist. Ich bik mit der Situation total überfordert. Ich kann ihn auch nicht vor die Tür setzen, weil er niemanden hat, zu dem er gehen kann. Ich selber kann hier auch nicht weg.

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Ich bin übrigens 35, er 38.
Unsere Kinder sind 15,12,10 und 2 Jahre alt.

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Traurig ist das. Hast du Familie und enge Freunde denen du dich anvertrauen kannst?

Mein Expartner hatte auch verschiedene psychische Erkrankungen denen er erlag. Er war 1 Jahr krank geschrieben und machte mir in der Zeit das Leben zur Hölle. Er nahm keinerlei Hilfe an, wollte weder kommunizieren noch zur Paartherapie. Es kamen nur Vorwürfe und Vorschriften. Ich selbst bin trotz mittelschwerer Depression arbeiten gegangen und habe das über täglichen Sport kompensiert.

Mit viel Mühe, der Familienberatungsstelle und Therapeuten konnte ich die Trennung durchsetzen.

Jetzt sind wir frei, befreit von Ärger und Frust. Uns geht es gut. Unser Kind lebt im Wechsel auch bei seinem Vater. Wir sind alle viel zufriedener nun nach der Trennung. Mein Ex hat auch eine Therapie gemacht und sich zum Besseren verändert.

Ich drücke dir die Daumen. Vielleicht hilft dir der kleine Einblick von mir.

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So wie du schreibst, ist Trennung die einzige Lösung für euch. Auch deinen Kindern tust du keinen Gefallen, in dieser totgelaufenen Beziehung zu bleiben. Du hast die Scheidung deiner Eltern als schlimm erlebt, aber da waren die Umstände vielleicht auch ganz anders. Wenn deine Mutter keine Scheidung wollte und aber einfach sitzen gelassen wurde, war es sicher für euch alle eine schlimme Situation. Bei dir würde eine Trennung eine positive Wende bei dir einläuten, das macht es auch für die Kinder anders. Kontakt zum Vater können sie ja weiter haben.
Erstmal, rede nicht mehr von Trennung, sondern beginne dich zu trennen. Wenn er nicht aus der Wohnung raus kann, dann beginne du mit der Suche. Am besten ist, du setzt dich mit einer Wohnungsgenossenschaft in Verbindung. Wenn du denen sagst, es ist dringend, da du dich trennen willst und für dich und deine Kinder eine Wohnung brauchst, werden sie dir helfen, schnell eine zu bekommen. Und dann zieh aus und beginne dein neues Leben. Es werden erstmal Umstellungen auf dich zukommen, aber du musst das neue Leben mit all seinen Vorteilen dir immer wieder vor Augen führen, dann schaffst du es
Wenn er dich wieder umstimmen will, denk daran, die Situation ändert sich nicht. Vielleicht ein paar friedvolle Tage, und dann sind alle Probleme wieder da.

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Hallo,
dein beitrag könnte 1:1 von mir sein, nur das wir drei kinder haben. Mir geht es genau wie dir. Ich schaff den absprung nicht und lebe unglücklich vor mir her. Ein rat weiss ich leider auch nicht aber du bist nicht die einzigste..... kannst mir auch per pn schreiben.

Lg

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Nur das achlimme ist bei mir noch, das ich emotional von ihm abhängig bin..... das macht alles noch schwerer.

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