Finanzielle Unterstützung nach Trennung?

Hallo,

wahrscheinlich stehen mein Mann und ich kurz vor einer Trennung. Wir haben 2 Kinder, beide im Kindergartenalter. Ich komme mir zwar jetzt schon oft alleinerziehend vor, aber trotzdem habe ich Angst davor, bald evtl. tatsächlich alleinerziehend zu sein. Hauptsächlich mache ich mir um die Finanzen Sorgen und erhoffe mir von diesem Beitrag einige Informationen zu bekommen.

Ich denke es wird so sein, dass ich mit den Kindern zusammen wohnen bleibe. Ein Wechselmodel käme aus unterschiedlichen Gründen für uns beide nicht in Frage. Es würde einfach nicht klappen. Wir wohnen aktuell in einer 4-Zimmer Wohnung, 90 qm, mit Garten. Wir zahlen 950€ Miete + Heizung und Strom. So wie ich aktuell arbeite (Teilzeit) kann ich mir unsere Wohnung unmöglich alleine leisten. Allerdings ist die Wohnung schon relativ preisgünstig und selbst wenn ich mir jetzt mit den Kindern eine kleinere Wohnung suche, wären wir schon fast beim gleichen Preis. Aber wir können ja auch schlecht unter der Brücke leben.

Bekommt man in solchen Fällen finanzielle Unterstützung? Nicht, dass ich das auf Teufel komm raus möchte, aber es würde mir Sicherheit geben. Ich würde alles versuchen, um die Kinder hier nicht aus Ihrer gewohnten Umgebung zu werfen. Ich überlege auch schon, in wie weit ich meine Arbeitszeiten erhöhen kann. Aber im Sommer kommt der Große in die Schule und ich weiß nicht, in wie weit sich unser Alltag dann ändert. Er kann dort auch bis 14:30 Uhr betreut werden, genauso wie der kleine in der Kita. Ich könnte mit Sicherheit Homeoffice-Tage einbauen. Aber ich kann mir irgendwie noch nicht vorstellen, 100% zu arbeiten. Und ob das dann zum leben reicht?

Zu meinem Gehalt würde ja noch das Kindergeld und der Unterhalt für die Kinder kommen. Kann man sich vorher irgendwo ausrechnen, wie viel das ist?

Ich hoffe, es versteht mich keiner falsch. Ich möchte eigentlich keine Leistungen vom Amt in Anspruch nehmen. Habe ich auch noch nie gemusst. Ich habe keine Lücke in meinem Lebenslauf. Aber ist es überhaupt zu schaffen? Alleinerziehend mit 2 Kindern und Vollzeitjob? Ohne dass die Kinder vernachlässigt werden? Es würde mich zumindest erst mal beruhigen, wenn ich wüsste, man bekommt Übergangsweise finanzielle Unterstützung.

Freue mich auf eure Antworten.

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Hallo,
Du kannst Wohngeld beantragen, es gibt im Netz Rechner dafür, da kannst Du Deine Daten eingeben und siehst direkt ob und wieviel Anspruch Du hast.

Was den Unterhalt für die Kinder angeht, wir orientieren uns da an der Düsseldorfer Tabelle. Unterhalt für Dich geht so weit ich weiß nur über einen Anwalt, es sei denn ihr einigt euch so.

Alles Gute
Sunny

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Danke, dann werde ich mich mal schlau machen.

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Hallo

Erst einmal bekommst du Kindergeld und Unterhalt.
Für dich bis nach der Scheidung, falls er genug verdient.
Desweiteren musst du schauen, ob der Vermieter di h alleine als Mieterin akzeptiert!
Für 3 Personen stehen dir bis zu 75 qm zu oder eine angemessene Miete.
Könnte sein, das es zu teuer ist.
950 Euro plus Heizung und Strom ist nicht ohne.

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Das mit dem Unterhalt bis nach der Scheidung für mich war mir neu. Was heißt denn gut verdienen?

Nachdem ich jetzt einmal grob durchgerechnet habe, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass er sich das leisten kann. Ich bin eher die Sparsame bei uns. Mein Mann finanziert noch ein Auto, macht größere Anschaffungen wenn er will. Wenn er für die Kinder und dann noch für mich zahlen muss, hab ich ja fast mehr zur Verfügung als er. Kann das so sein?

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Er wird ja auch die Stkl. Dann ändern müssen auf 1. Dann hat er weniger.
Sein bereinigte Netto zählt zur Berechnung. Davon muss er dann Unterhalt zahlen.

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Ideen:

profamilia, caritas: Beratung!

Diese nicht nur bei Schwangerschaft da. Auch bei Familienproblemen, (Angst vor) Trennung usw.

Oft haben diese Beratungsstellen, was euch in der Region helfen kann. Zweckgemeinschaften für Alleinerziehende, Gruppenangebote (momenten eher weniger), Hilfe für Familien mit ....., Adressen, wie man Kontakte mit anderen Alleinerziehenden knüfpgen kann usw.

Auch: einfach mal über Ängste und Sorgen reden können
Auch: welche Reihenfolge kann bei Trennung sinnvoll sein

Wo kann man Anträge stellen, welche Anträge gibt es? Nicht nur finanziell! Auch Betreuung, Unterstützung usw.
Käme Leih-oma/Leihopa in Frage.
Wo kann man sich für TIpps hinwenden, wenn es um den Job geht (regionale Beratung).

Wo wird man oft abgewimmelt, obwohl man die Kriterien erfüllt.
Welche Schritte sind sinnvoll, welche unnötig und kosten Kraft.

Was sollte man mit dem Jugendamt klären?
Wen kann man ansprechen, wenn es um Kindesunterhalt geht?

All sowas.


Auch eine Idee wäre evtl. Schuldenberatung. Also dort fragen, ob du dich beraten lassen kannst, bevor du in die Schuldenfalle tapst. Bevor du dich trennst und alles veränderst. Mit wie viel Geld kannst du wie weit auskommen, wenn....


Vor der Trennung hast du die Chance noch einiges in Ruhe in die Wege zu leiten.
Ab Trennung wirst du vieles müssen, ob du willst oder nicht.
Nur wenn du vorher schon mehr Richtung als Angst hast, kann dir das beim Umsetzen ab/vor Trennung schon sehr hilfreich sein.

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Du kannst es dir schon mal ungefähr ausrechnen und dann einen Kassensturz machen.
Google mal "Düsseldorfer Tabelle", dort stehen die Unterhaltssätze für die Kinder.
Die Höhe des Unterhalts hängt vom Einkommen ab. Für Kinder im Alter von 0-5 Jahren liegt der Mindestsatz bei 283€ und steigt dann nach Einkommen des Vaters gestaffelt an.

Ob er sich das leisten kann? Er wird es müssen. Dazu ist er gesetzlich verpflichtet. Es sind auch seine Kinder und die Betreuungslast wird überwiegend bei dir liegen, so wie ich das verstanden habe. Es besteht auch eine "gesteigerte Erwerbsobliegenheit", das bedeutet, dass er alles daran setzen muss, den Unterhalt aufzubringen. Da wird er dann an anderen, kostspieligen Ausgaben sparen müssen.
Meines Wissens nach bist du selbst nur unterhaltsberechtigt, wenn das jüngste Kind jünger als 3 Jahre alt ist. Da bin ich aber nicht 100% sicher.

Zuschüsse würdest du nicht bekommen, denke ich, da die Wohnkosten zu hoch sind.

Abgesehen vom Unterhalt, den der Vater leisten muss, bist du dann finanziell auf dich gestellt. Ob und wie weit du deine Arbeitszeit erhöhst, etc. liegt ganz bei dir. Ob das dann zum Leben reicht, musst du dir mal ausrechnen. Die Höhe deines Einkommens, des Kindergeldes und des voraussichtlichen Kindesunterhalts kennst du ja.

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Ja, da werde ich mich mal ran setzen und einen Kassensturz machen. Alle Einnahmen und Ausgaben nur von mir alleine verrechnen.

Weißt du wie das mit außergewöhnlichen Aufwendungen aussieht? Bspw. Fahrtkosten zur Arbeit? Werden die vom Netto erst mal abgezogen? Dann würde für mich ja weniger rauskommen. Er hat bis zu 400€ Spritkosten im Monat.

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Da bin ich mir nicht ganz sicher. Du kannst mal "bereinigtes Netto" googeln, dann findest du, was vom Einkommen abgezogen werden kann, bevor der Unterhalt berechnet wird.
Ich habe mal was von 30 ct pro Kilometer Arbeitsweg gelesen.

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Hallo!
Bei mir kreisen die selben Fragen im Kopf rum. Braucht dir also nicht unangenehm sein.
Würde ich 100% arbeiten, würde ich trotzdem zu wenig verdienen um alleine alles Stämmen zu können. Leider läuft das Kindergeld auf ihn, wo ich mir heute noch für diese Entscheidung in den Hintern beißen könnte. Dazu kommt noch das Problem das er nicht ausziehen will.

LG

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