Trennungsschmerz - ich versteh ihn nicht

Hallo alle zusammen,
ich war jetzt 3 Jahre mit meinem Freund zusammen, wir hatten auch einen bisher unerfüllten Kinderwunsch und an sich war alles sehr harmonisch. Trotz Liebe und harmonischer Beziehung habe ich vor einer Woche die Notbremse gezogen. Er hat mir am Anfang der Beziehung erzählt er studiert, hat aber anscheinend nie was getan (fuhr aber immer in die Uni). Das kam nach etwas über einem Jahr raus und nach langen Diskussionen, etc haben wir gemeint wir schaffen das solange er ehrlich ist und sich bemüht. Dann schrieb er Bewerbungen aber auch nur eine Handvoll, was mich schon aus der Haut fahren ließ, da ich davon ausging er würde „wach geworden sein“. Kam natürlich nichts bei raus und er fing an zu jobben. Vor einem Monat hat er den Job aufgegeben und wollte sich was anderes suchen. Die Bewerbungen für das Auswahlverfahren nächstes Jahr laufen noch und waren dieses Mal ein paar mehr, aber auch nicht so dass ich sagen würde es war 100%. Ich bin Alleinverdienerin gewesen und er hat selbst zugegeben nicht alles gegeben zu haben. Also habe ich schweren Herzens gesagt ich kann das nicht mehr. Seitdem fühle ich mich richtig schlecht, weine nur noch und habe Magenschmerzen. Er will erst in einer Woche ausziehen und lebt „nebenher“. Meinte am Tag des Schluss machens es hätte in seiner Zukunft nur mich gegeben etc.
Nun hatte ich insgeheim die Hoffnung eventuell würde er jetzt zu Sinnen kommen, sich vielleicht noch einmal berappeln und kämpfen - aber nichts. Ich verstehe nicht wie er sagen kann ich wäre seine Traumfrau, auch sieht wie ich unter der Trennung leide, die ich ja - wie er weiß - aus Selbstschutz und Vernunft ausgesprochen habe und NICHTS unternimmt.
Tut mir Leid für den langen Text aber ich musste es einfach mal rauslassen und Leute fragen, die einen objektiven Blick haben...

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Tja.... Muss er denn nun ausziehen oder kriegt er noch eine Chance?

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Hallo,
ich werde ihn ziehen lassen. Ich habe sehr viel in die Beziehung gesteckt, ihn immer wieder motiviert unter die Arme gegriffen etc. Die ganzen Lügen (und es war wirklich hart zu der Zeit) vergeben und hatte lediglich erwartet, dass er Eigeninitiative zeigt. Mit 30 mal sein Leben in die Hand zu nehmen. Endlich engagiert nach einem Job zu suchen und für die Ziele die wir beide gemeinsam hatten auch etwas zu tun. Diese Lethargie die momentan aber von seiner Seite aus kommt erschreckt mich umso mehr verstehst du? Er sagt zwar dass er mich heiraten wollte und weiß dass er Fehler gemacht und sich zu sehr auf „mir“ als Finanziererin ausgeruht hat aber es nur zu sagen und nichts zu zeigen sagt mir ja nur, dass es sich nicht ändern wird 😔 es tut einfach so schrecklich weh da ich ihn noch liebe, er mich aber auf Dauer mit in den Abgrund zieht. Den für zwei reicht mein Gehalt nicht wirklich.

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Ist er evtl depressiv, oder hat andere psychische Störungen? Wie erklärst du dir deine Faulheit? Das ist ja nicht „normal“. Aus welchen Familienverhältnissen kommt er? Wirkt es auf dich, als hätte er Leidensdruck? (Klingt nicht so). Nachdem er nicht mehr auf dich zukommt würde ich ihn auch ziehen lassen. Falls er sich doch nochmal aufrappelt käme es darauf an, was er bereit ist zu unternehmen, wie er sein Problem angehen will. Braucht er z.b einen Psychiater, eine Therapie..? Liegen körperliche Ursachen vor..von einem lapidaren „ich ändere mich“ würde ich mich nicht beeindrucken lassen. Taten statt Worte!

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Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht erklären. Seine Geschwister brauchten wohl auch mehrere Anläufe, haben es aber geschafft. Er hat sich hinter einer Lüge versteckt, warum er die brauchte ist mir unklar, da er ein sehr intelligenter, fürsorglicher, witziger und charmanter Mensch ist. Seine Eltern sind noch verheiratet, lassen mich aber mit seinen Problemen alleine 🤷🏼‍♀️
Ja Worte sind mir auch nicht mehr genug, er hat mir diesbezüglich schon so viel versprochen. Er hat einfach keinen inneren Antrieb und das versteh ich nicht. Jeder Mensch möchte doch irgendwas in seinem Leben erreichen, aber er hat an nichts Interesse. Außer seinen Sport. Nach den Lügen damals habe ich ihn auch gebeten eine Therapie zu machen um sich a) selbst zu vergeben, was er meines Erachtens bis heute nicht hat und b) der Ursache auf den Grund zu gehen und seine Verhaltensmuster aufzubrechen. Aber er wollte auch nach mehrmaligem Anraten nicht. Und eine Therapie hilft ja auch nur, wenn sie akzeptiert wird. Ich finde es nur traurig zu sehen, dass ich als sein Anker und Ein und Alles (das glaube ich ihm auch) nicht Grund genug bin um mal aktiv zu werden und jetzt wenigstens um die Beziehung zu kämpfen. Das macht mich wie gesagt traurig aber andererseits erschreckt es mich auch sehr.

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Auch wenn es schwerfällt, ist es meines Erachtens die beste Entscheidung ihn ziehen zu lassen...Liebe ist zwar ein Grundpfeiler einer funktionierenden Beziehung aber es ist auch wichtig, dass beide (zumindest versuchen) etwas zum gemeinsamen Leben beizutragen. Es kann immer Momente geben, in denen nur einer arbeitet aber wenn du schon das Gefühl hast, er lässt sich von dir aushalten und sich sein Leben „finanzieren“ ist das doch auch nix...schon gar nicht, wenn ihr schon über Kinder nachdenkt.
Ich denke, wenn du ihm so wichtig bist, wird er trotz Trennung etwas davor tun, sein Leben „auf die Reihe zu bekommen“ und dafür kämpfen, dass ihr wieder zusammenkommt.

Das ändert leider nichts daran, dass man unter der Trennung leider wenn man den anderen liebt. Da hilft leider nur viel Ablenkung bis es besser wird und nicht mehr so wehtut...

Wünsche dir trotzdem alles Gute!

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Dankeschön!
Ja so weh es tut, ich denke auch ich würde mit der Zeit nur kaputt gehen. Ich bin zwar kein materieller Mensch, aber ich finde ein wenig Ehrgeiz sollte jeder haben. Schon alleine damit man auch mit sich selbst zufrieden ist. Und das fehlt mir einfach. Der innere Ansporn etwas aus sich machen zu wollen und nicht von anderen abhängig zu sein 😔

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