Schuldgefühle nach Trennung

Ich habe meinen Mann nach 13 gemeinsamen Jahren verlassen. Es ist viel zu viel vorgefallen und die Probleme haben sich immer nur verstärkt - es war psychische und physische Gewalt im Spiel, eine psychische Krankheit, Alkoholismus usw.
In den letzten Monaten habe ich ihm immer unmissverständlicher gesagt, dass ich mich scheiden lasse, wenn er sein Verhalten nicht ändert. Dazu muss ich sagen, dass er nur mir gegenüber hässlich war, unser Kind (er ist jetzt 2 Jahre und 4 Monate alt) liebt er abgöttisch und hat ihm noch nie etwas schlechtes getan.
Vor ein paar Tagen habe ich dann ein paar Sachen eingepackt und meinen Sohn genommen und bin gegangen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe.
Er hat mich auf Knien angefleht zu bleiben, hat Rotz und Wasser geheult und versucht mich so vom Gehen abzubringen. Diese Masche hat er auch die letzten Male angewendet und es hat immer funktioniert.
Dieses Mal wollte ich aber hart bleiben und hab ihm darauf immer nur erwidert, dass ich ihn nicht mehr liebe, dass alles schon zu sehr zerstört ist und ich einfach nicht mehr kann.
Heute habe ich meinen Sohn von ihm abgeholt (er hat von gestern auf heute beim geschlafen) und als ich ihn abgeholt habe, hat mein Mann wieder nur geweint, die ganze Zeit.
Er tut mir furchtbar leid und weckt tiefe Schuldgefühle in mir. Ich fühle mich furchtbar, weiß aber dass diese Beziehung einfach nicht mehr zu retten ist.
Wie kann ich am besten mit dieser Situation umgehen ohne selbst daran zu zerbrechen?
Ich weiß, dass ich daran nicht schuld habe, da er schon zu viel zerstört hat aber meinen Mann so zu sehen ist trotz allem herzzerreissend.

Und wie geht ihr damit um, wenn euer Kind nach dem Papa fragt, wenn er/sie bei euch ist?
Mein Sohn fragt öfter nach ihm oder will wissen wann Papa kommt oder ob wir zu Papa fahren.
Ich versuche ihm in kindlicher Sprache zu erklären, dass Mama und Papa nicht mehr zusammen sein können, und dass er Papa sicher ganz bald wieder sieht aber ich habe Angst, dass mein Sohn zu sehr unter der Trennung leiden wird.
Für mich ist es aber eigentlich schon sicher, dass ich zu diesem Mann nicht zurückgehen kann.

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" es war psychische und physische Gewalt im Spiel, eine psychische Krankheit, Alkoholismus usw. "


Das sagt sehr viel über eure Beziehung. Bleib bitte stark und gehe nicht wieder zurück, egal wie stark der Druck ist den er auf dich ausübt. Du hast schon
geschrieben das er dich auf Knien angefehlt hat usw.. Er weiß wie er dich umstimmen kann und ich denke er wird noch öfter versuchen ein schlechtes Gewissen bei dir hervorzurufen. Jedes Mal wenn du zu ihm zurückgehst bestätigst du ihn in seiner Art und Weise .

Für dich ist es im Moment eine sehr schwere Situation. Aber je länger du stark bleibst, je größer der Abstand zu ihm wird, je besser wirst du mit der Situation umgehen können und wieder zu dir selbst finden. Du hast geschrieben das er eurem Kind noch nie etwas getan hat. Das mag stimmen, aber euer Kind bekommt mit was zu hause passiert, es wird bemerken das es dir nicht gut geht, kann aber die ganze Situation nicht einordnen. Irgendwann kann es sein das euer Kind die Schuld für die Zustände bei sich sucht. Für euer Kind ist die Trennung bestimmt nicht einfach, aber besser wie wenn es die ständigen Spannungen zwischen den Eltern erlebt. Wann ihr es schafft, die Paar-ebene von der Eltern-ebene zu trennen und nach wie vor als Eltern für euer Kind da seid, dann ist die Trennung für euer Kind leichter.

Freundliche Grüße

blaue-Rose

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Vielen Dank Blaue-rose für deine ehrlichen Worte.
Ich habe fest vor, meine Entscheidung nicht zu ändern und stark zu bleiben.
Ich habe einfach wahnsinnige Angst vor der Zukunft. Mein Mann wird sich sicherlich nicht auf eine einvernehmliche Scheidung einlassen wollen, es muss soviel geklärt werden, was Obsorge, Unterhalt, Wohnumstände, Finanzielles, ... betrifft und ich bin leider sicher, dass mein Mann sich bei den meisten Dingen quer stellen wird.
Und jedes Treffen mit ihm wird sicher sehr hart, weil er mir jedes Mal sagen und zeigen wird, dass ich ihn verlassen habe, die Familie zerstört habe und ihm sein Kind wegnehme.
Ich hoffe, ich bin nach allem stark genug das durchzustehen

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sweetchildomine,


ich glaube dir das es keine einvernehmliche Scheidung werden wird und ich möchte nicht ausschließen das er euer Kind benutzt um dir weiter ein schlechtes Gewissen einreden wird.

Ich möchte auch nicht ausschließen das er versucht dich als psychisch krank hinzustellen . Er wird der Unschuldige sein und du bist an allem Schuld. Er hat sich dir gegenüber nur so verhalten weil du ihm keine andere Wahl gelassen hast. Da musst du aber darüber stehen. Lass es nicht an dich ran. Versuche die ein starkes soziales Umfeld aufzubauen. Lass dich beraten was dir zusteht, informiere dich wo du Hilfe un Unterstützung bekommen kannst. Versuche jemand zu finden dem du dich mit deinen ganzen Sorgen anvertrauen kannst damit du es nicht mit dir allein ausmachen musst. Schaue nach vorn, auch wenn du im Moment Angst vor dem hast was auf dich zukommen wird, du wirst es schaffen dich endgültig von ihm zu lösen.

Freundliche Grüße

blaue-Rose

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Hallo.

Es tut mir sehr leid, was ihr gerade durchmacht.

Vielleicht kann ich dir ein wenig Hoffnung machen, denn ich hatte ähnliche Trennungsgründe mit zwei Kindern. Anfangs war es wirklich hässlich, weil ich finanziell zunächst nicht gehen konnte. Ich musste ihn mit privater Polizeidrohung herauszwingen, um ihn nicht anzeigen zu müssen.

Es gab auch viele Tränen, erstmal viele Vorwürfe, aber nachdem die finanziellen Fronten geklärt und die Haushalte getrennt waren, hat es sich wirklich schnell beruhigt. Mit dem Umgang gab es Probleme, da er die zwei Kinder oft nicht bändigen konnte und sein Stresslevel viel zu schnell überschritten war. All das konnte ich durch starkes Auftreten regeln. Zur Not wäre ich vor Gericht gezogen, aber mein Anwalt machte mir wenig Hoffnung, bezgl der Kinder irgendwelche Einschränkungen erwirken zu können. Da gehe Theorie und Praxis stark auseinander, was das Recht auf gewaltfreie Erziehung angeht.

Nun ja, es geht hier aber darum, dass er sich doch unerwartet schnell eingekriegt hat und wir auf Elternebene sehr gut klarkommen. Da habe ich auch lange mit dem Schlimmsten gerechnet.

Vielleicht hast du auch Glück, wünschen tu ich es dir!

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Danke für deinen Beitrag! Das macht mir Mut :).
Die finanziellen Fronten möchte ich asap klären und trennen, da wir hier allerdings sehr verwoben miteinander sind mache ich mir Sorgen, dass mein Mann sich da quer legt. Vor allem was das gemeinsame Konto betrifft. Das mussten wir wegen dem Kredit für die Wohnung nehmen und ist mein offizielles Gehaltskonto.
Das bedeutet, wir müssen beide zur Bank gehen, einen Wisch unterschreiben, sodass er keinen Zugriff mehr auf dieses Konto hat.
Das macht er sicher nicht.
Er wird sich einfach bei soviel querlesen und davor graut mir schon.
Jetzt wohne ich grade bei meinen Eltern und das ist auch alles so anstrengend, weswegen sich immer öfter der Gedanke einschleicht, dass ich wieder zurückgehen sollte :(

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Ja, bei uns war es auch schwer wg der gemeinsamen Immobilie, in der zu allem Überfluss all mein Geld steckte, was sehr viel ausgemacht hat.

Wg des gemeinsamen Kontos, frag direkt bei ihm an, stellt er sich quer, eröffne ein Neues, worauf dann dein Gehalt fließt. Da würde ich jedem Kampf, den ich irgendwie anders in meinem Sinne regeln kann, aus dem Weg gehen.

LG

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Bleib klar und stark ihm gegenüber, halte den Kontakt kurz und knapp. Er sollte deine Schuldgefühle nicht spüre . Geh so schnell wie möglich, wenn du deinen Sohn holst/bringst (evtl kann das auch jemand anders übernehmen?). Dein Mann hat ein Recht auf Trauer, insbesondere da ein Kind involviert ist. Sag ihm deutlich, dass er sich mit seinen Emotionen an jemand anderes wenden soll, du nicht der richtige „Ansprechpartner“ bist und es nicht gut für euer Kind ist, wenn es mitkriegt, wie er leidet und dich bedrängt, die Situation ist schon schwer genug.
Auch deinem Sohn gegenüber musst du klar sein, wenn auch liebevoll. Du hast dir die Situation nicht ausgesucht und natürlich ist es schade, dass er seinen Papa nun seltener sieht, aber das ist nun mal die Realität. Bestimmt gibt es ein mundgerechtes Buch zu dem Thema (wenn er etwas älter ist). Alles gute und Gratulation zu deinem Mut und deiner Kraft-die Entscheidung war richtig, auch für deinen Sohn, er soll nicht in einer familie aufwachsen, in der der Mutter derartiges angetan wird! Kinder, die in gehaltvollen Familien aufwachsen, werden überproportional häufig später auch gewalttätig.

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Dass war für mich einer der Hauptpunkte für die Trennung, da ich unbedingt verhindern will, dass mein Sohn ein Abbild seines Vaters in diesen Punkten wird.
Er soll tolerant, respektvoll und friedlich aufwachsen und mit Menschen umgehen.
Vor allem verfolgen mich dein Weinen und seine Angst, wenn wir uns mal wieder gestritten haben oder mein Mann hergeschlagen hat.
Das hat ein so kleines Wesen nicht verdient.

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Nein, aber du auch nicht! Du solltest dir es auch selbst wert sein! Keiner darf so mit dir umgehen!

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Liebe TE,

mir ging es vor 2 Jahren ähnlich. Ich habe meinen Mann nach 11 gemeinsamen Jahren mit 18 Monate altem Kind verlassen, weil ich die Beziehung unter diesen Umständen nicht mehr fortführen konnte und wollte.

Bei uns war es eine schwere Depression seinerseits, wirklich schlimme Lügen, Geld wurde verprasst. Er verschlief die Tage, zockte in der Nacht... Er war immer ein guter Vater und zu mir auch meist liebevoll.

Ich habe ihn letztendlich verlassen und er tut mir bis heute unendlich leid. Ich weine fast jedes Mal, wenn ich ihn sehe. dennoch weiß ich, dass es dir richtige Entscheidung war.

Du wirst ihn nicht ändern oder helfen können. Das muss ganz von ihm aus kommen.

Mein Mann ist leider alleine nicht auf die Beine gekommen. Er ist verschuldet, depressiv, kann sich nicht um seinen Sohn kümmern. Auch in der Beziehung hätte sich nichts geändert.

Ich hadere sehr oft mit mir und wünsche mir die schöne Zeit zurück, obgleich ich wieder in einer neuen, glücklichen Partnerschaft bin.

Ich wünsche dir viel Kraft! Denk an dich und dein Kind! Es wird leider noch lange weh tun, aber du weißt, was die richtige Entscheidung ist!

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Ich weiß dass ich ihn nicht ändern kann oder helfen, aber mein Mann glaubt, dass er nur wieder auf die Beine kommt, wenn ich bei ihm bleibe.
Aber wenn ich das tue, dann gehe ich daran zugrunde, das spüre ich. Ich bin die ganze Zeit so angespannt, wie unter Strom, ich schlafe schlecht, bin den ganzen Tag unterwegs, kümmere mich um den Haushalt, und und und.
Die schönste Zeit ist, wenn ich im Büro bin und arbeite und natürlich wenn ich Zeit mit meinem Kind verbringe.
Sobald mein Mann dabei ist, ist dieses Gefühl von Anspannung und Negativität da. Selbst wenn es ein guter Tag ist und er sich bemüht.
Also in Wahrheit tu ich ihm nicht gut und er mir auch nicht.
Da hilft dann einfach nur eine Trennung und ich fände es so toll, wenn er es auch so sehen könnte.

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Ich habe jetzt 1 3/4 Stunden mit ihm telefoniert, weil er mich inständig darum gebeten hat.
Es war überraschenderweise über weite Strecken ein wirklich „angenehmes“ Telefonat, da er trotz meiner harten Worte einsichtig und demütig war. Er hat natürlich viel geweint und ist mit seinem Leben komplett am Ende.
Er wünscht sich so sehr eine allerletzte Chance, dass er wirklich alles tun würde um mich zurückzugewinnen.
Im Endeffekt bin ich so hart geblieben wie ich konnte und leider ist das Gespräch im schlechten geendet, weil wir uns dann wieder hochgeschaukelt haben.
Und interessanterweise ist er der Meinung, dass ich die Chance habe etwas zu ändern (also unserer Ehe noch eine letzte Chance geben), das „Angebot“ aber eine begrenzte Laufzeit hat und irgendwann erlischt. Für ihn ist es nämlich nicht möglich, nach längerer Zeot wieder zueinanderzufinden. Damit meint er, dass er dann nicht mehr da ist (er hat im Telefonat ein, zwei Mal Selbstmordgedanken angedeutet).
Wenn er so is, würde ich ihm wirklich gerne die Möglichkeit geben sich zu beweisen, aber ich befürchte einfaxh, dass es trotzdem nicht genug sein würde.
Ich bin so fix und fertig, ich welß nicht mehr was ich denken soll

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Hi @sweetschildomine,
ich finde deine Gedanken sehr gut, sie zeigen, wie sehr du u.a. auch noch in der jüngeren Vergangenheit gehofft hast, dass sich etwas zum Guten für euch verändert. Für ein Kind ist eine Trennung immer schwer, ich denke aber, dass du die richtigen Worte gegenüber deinem Sohn findest. Alles andere ist zwischen dir und deinem Ex-Mann auszumachen. Denn die Umstände, die zur Trennung geführt haben, sind mehr als legitim. Eine Trennung mit allen Konsequenzen zu verarbeiten ist auch eher als Prozess zu sehen, das geht nicht von heute auf morgen. Bleibe weiterhin stark, auch wenn Schuldgefühle noch da sind. Es ist positiv, dass der Vater sich gegenüber seinem Sohn nicht körperlich vergriffen hat. So ist der Gedanke des gemeinsamen Sorgerechts nicht ganz so fern. Das wäre auch aktuell das Wichtigste aus meiner Sicht, wenn nicht noch finanzielle Dinge oder andere Dinge zu klären sind. Ihr solltet bestenfalls gemeinsam an einer Lösung im Sinne des Kindes mit euren Anwälten ausarbeiten und per Gericht entscheiden lassen. Dann weiß jeder, woran er ist. Ich hoffe, ich war jetzt nicht zu direkt. LG Tami

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