Scheidung / Kindeswohlgefährdung/Sorgerecht

Hallo zusammen ,

Ich würde gerne Erfahrungen mit Frauen oder Männern austauschen wollen , die sich in Scheidung befinden und das alleinige Sorgerecht , sowie Aufenthaltsbestimmungsrecht & umgangsrecht beantragen wollen / haben .
Bsp: eines der Elternteile nimmt Drogen (jeden Tag ) , Trennungsgrund : drogensüchtig , unzurechnungsfähig durch den Konsum , sehr verpeilt , vergesslich auch was das Kind angeht , hört das Kind abends nicht , wenn es mal wach wird weint oder krank ist und Hilfe braucht . Hat jemand Erfahrungen bezüglich dieser Themen gemacht ?

Ich würde mir wünschen , dass unser Kind Kontakt zum anderen Elternteil hat , aber unter meiner Aufsicht . Ich habe Angst , dass mein Kind vernachlässigt wird , was jetzt schon der Fall ist und ich habe Angst mein Kind alleine dort übernachten zu lassen . Das gilt schon als Kindeswohlgefährdung laut Anwalt . Leider hatte ich bis dato nur einen Termin beim Anwalt , der nächste Termin ist in 2 Wochen und ich stehe auf heißen Kohlen , da meine noch Ehefrau / mein noch Ehemann mir droht , mein Kind zu entführen , wenn ich das alleinige Sorgerecht beantrage und daraus einen Krieg beginne .

Ich hoffe , dass ich hier etwas Hilfe finde ... vielleicht hat jemand das gleiche oder macht grad das gleiche durch .

Lg
Mika

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Es hilft Dir gar nicht weiter, das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Damit kannst Du zwar diverse Angelegenheiten alleine entscheiden und unterschreiben, aber Du kannst nicht bestimmen, wie die Umgänge stattfinden sollen. Im Moment hat Dein Ex ein Recht darauf, das Kind regelmäßig alleine zu betreuen. Das ändert sich erst, wenn offiziell entschieden wird, dass er das aufgrund seines Drogenkonsums nicht kann. Und hier kommt das nächste Problem: Wenn Du ihn bisher nie angezeigt hast, er nie wegen Drogen polizeilich bekannt wurde und Du ihn quasi als Vater mit den Drogen akzeptiert hast, ist das alles inoffiziell und er erstmal keine Gefahr fürs Kind.

Wende Dich an den Kinderschutzbund. Die beraten Dich kostenfrei wie Du vorgehen musst, ggf. kann auch ein Gespräch mit dem Vater stattfinden. Vielleicht kann man ihn zur Vernunft bringen und er stimmt begleitetem Umgang durch Dich oder den DKSB freiwillig zu.

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Hi @mira18,
das sind natürlich nicht die besten Umstände für die Vermeidung eines Rosenkriegs. Dennoch hast du ja schon bereits gute Erkenntnisse für dich gesammelt, wie z.B. einen passenden Anwalt gefunden. Auch wie du dir das Sorgerecht und Umgangsrecht vorstellst, liest sich schon sehr gut. Denn im Fokus - und das ging absolut aus deinem Beitrag hervor - sollte immer das Wohl des Kindes stehen. Und auch deine tolerante Haltung ggü. jemanden, der zur Zeit auch stark mit seinen eigenen Problemen beschäftigt ist, halte ich für einen sehr lösungsorientierten und gangbaren Weg. Deshalb wäre mein Tipp an dieser Stelle auch noch einmal das Gespräch ohne Anwalt zu forcieren. Hierbei geht es vorrangig darum, dass du dir selbst eine Argumentation zurecht legst, die dir bei dem Gespräch mit dem anderen Elternteil hilft. Eine mögliche Aussage wäre doch, dass beide Elternteile weiterhin das Kind sehen werden. Das Rücksicht darauf genommen wird, wenn es um die Bekämpfung der Drogensucht geht (keiner möchte doch so von seinem eigenen Kind gesehen werden). Oder sehe ich das zu locker und eure Situation ist schon deutlich verschärft an diesem Punkt? LG Tami

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Hallo @tamarakaya1 ,

Leider haben wir diese Diskussionen schon seit der Geburt unseres Kindes.
Er hört nicht auf und ich akzeptiere das so nicht mehr . Mittlerweile habe ich auch gar keine Gefühle mehr meinem Partner gegenüber , durch all den Stress habe ich mich selbst verloren .
Ohne Anwälte wird es schwierig all dies zu klären . Es werden Abmachungen getroffen die nicht eingehalten werden . So ist es jetzt schon und nach der Trennung sicherlich auch.
Mittlerweile droht er mir damit , dass es sowieso nicht ginge und man ihn nicht zwingen könnte mit den Drogen aufzuhören und es sein Recht ist unser Kind wann auch immer zu sehen . Er würde weiter Drogen konsumieren und kann gleichzeitig auch auf unser Kind aufpassen , so wie jetzt auch . Sagt er . Und genau das akzeptiere ich nicht . Wenn Drogen im Spiel sind , möchte ich nicht , dass unser Kind mit ihm zusammen ist oder gar dort übernachtet . Um gottes Willen , muss denn erst was schlimmes passieren , damit er mit den Drogen aufhört und man ihm den Kontakt so lange bis er clean ist verbietet? Das kann es ja auch nicht sein .
Lg

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Hi @mika187,
ich finde es immer sehr schade, wenn ein Gespräch ohne Anwalt schon nicht mehr möglich ist. Vor allem, da ja auch ein Kind im Spiel ist. Rein rechtlich hast du die Argumente auf deiner Seite, um auch ein alleiniges Sorgerecht durch zu bringen. Kannst ja trotzdem ausführen, dass das nicht deine Intention ist, allerdings sich die andere Seite auch erst einmal bessern muss, damit über ein Wechselmodell oder andere Alternativen nachgedacht wird. Das Thema Unterhalt ist immer sehr komplex, vielleicht hilft dir ja das hier etwas weiter: https://www.unterhalt.com/neuerungen-im-unterhaltsrecht.html
LG Tami

5

Das ganze geht natürlich schneller bei einem Online-Anwalt****Link entfernt****, den du immer erreichen kannst.

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Scheidung, Sorgerecht
Hallo Mika
Ich hoffe, dass es nicht zu spät für eine Antwort ist. Grundsätzlich ist es zwar so, dass die Drogenabhängigkeit vom Vater das Kindeswohl gefährden und ihm damit das Sorgerecht vom Familienrichter entzogen werden kann. Jedoch kann dies leider nicht mit 100 % Sicherheit von vornherein gesagt werden, da immer eine Einzelfallprüfung stattfindet im konkretem Einzelfall. Die Familienrichter bei der Scheidung sind da recht streng, da die Meinung vertreten wird, dass das gemeinsame Sorgerecht grds. eher im Kindeswohl liegt.
Erfor­derlich ist in solchen Fällen eine Gefah­ren­einschätzung anhand der konkreten Umstände. Entscheidung des Oberlan­des­ge­richts Dresden vom 6. September 2016 (AZ: 18 UF 342/16) vgl. https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Dresden&Datum=06.09.2016&Aktenzeichen=18%20UF%20342/16 oder www.anwalt-zuerich.attorney

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Scheidung, Sorgerecht
Hallo Mika
Ich hoffe, dass es nicht zu spät für eine Antwort ist. Grundsätzlich ist es zwar so, dass die Drogenabhängigkeit vom Vater das Kindeswohl gefährden und ihm damit das Sorgerecht vom Familienrichter entzogen werden kann. Jedoch kann dies leider nicht mit 100 % Sicherheit von vornherein gesagt werden, da immer eine Einzelfallprüfung stattfindet im konkretem Einzelfall. Die Familienrichter bei der Scheidung sind da recht streng, da die Meinung vertreten wird, dass das gemeinsame Sorgerecht grds. eher im Kindeswohl liegt.
Erfor­derlich ist in solchen Fällen eine Gefah­ren­einschätzung anhand der konkreten Umstände. Entscheidung des Oberlan­des­ge­richts Dresden vom 6. September 2016 (AZ: 18 UF 342/16) vgl. https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Dresden&Datum=06.09.2016&Aktenzeichen=18%20UF%20342/16 oder https://www.anwalt-zuerich.attorney

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