Ist das deutsche Scheidungsrecht fair?? Bitte Männer und Frauen

Hallo, durch einen anderen Beitrag von mir ist die Frage nach der Fairness des deutschen Scheidungsrechts aufgetaucht.

Haltet Ihr das Deutsche Scheidungsrecht für fair?
Wird Mann oder Frau benachteiligt ?
Welche Haken und Ösen gibt es?
Wie seht Ihr den Vergleich zu dem Scheidungsrecht unserer europ. Nachbarländer?
Was wäre Verbesserungswürdig?

Wäre schön, wenn Frauen und Männer Beitäge und Meinungen schreiben

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"Haltet Ihr das Deutsche Scheidungsrecht für fair?"

Nein.

"Wird Mann oder Frau benachteiligt ?"

Ganz klar der Mann.

"Welche Haken und Ösen gibt es?"

- Zugewinnausgleich: Er sollte überhaupt nicht erst gesetzlich verankert sein, denn: Durch was ist der Zugewinnausgleich, der als Berechnungsschema stur auf alle Fälle angewandt wird, überhaupt in seiner bestehenden Form gerechtfertigt?

- Versorgungsausgleich: Wieso sollte der geschiedene Ehepartner (sei es der Mann, sei es die Frau) etwas von den Rentenansprüchen abbekommen, die sich der andere erarbeitet hat, obwohl man doch in Zukunft nach der Scheidung (im Alter) ohnehin nichts mehr miteinander zu tun hat?

- Zeitliche Unbegrenztheit von Unterhaltsansprüchen: Zwar können Unterhaltsansprüche in bestimmten Fällen einer kurzen Ehedauer zeitlich begrenzt werden. Dies hängt jedoch stets vom Richter ab. Für die Unterhaltsverpflichteten (in der Regel Männer) führt die zeitliche Unbegrenztheit zu erheblichen finanziellen Belastungen in der Zukunft und zu Planungsunsicherheit. Das Geld, was für den Unterhalt drauf geht, könnte für die eigene Altersvorsorge verwendet werden.

- Pauschalisierung der Höhe von Unterhaltsansprüchen: Besonders dann, wenn es um Kindesunterhalt geht, ist es allgemeine gerichtliche Übung, auf die Düsseldorfer Tabelle zurückzugreifen, obwohl sie keinen Gesetzesrang genießt.

- Nachehelicher Ehegattenunterhalt: Was trägt der geschiedene Ehepartner (sei es der Mann, sei es die Frau) zu dem Einkommen bei, das der/die andere allein erwirtschaftet? In der Regel nichts!

- §1626a BGB: Das Sorgerecht für ein Kind, das nicht innerhalb einer bestehenden Ehe geboren worden ist, fällt pauschal zunächst an die Mutter. Das ist eine Diskriminierung solcher Väter, die nicht verheiratet sind, gegenüber verheirateten Vätern. (Frage: Ist das überhaupt verfassungskonform?) Wenn die unverheiratete Mutter keine Lust auf das gemeinsame Sorgerecht hat, kann sie es verweigern, indem sie einfach ihre Zustimmung dazu nicht gibt.

- Umgekehrt im Fall einer bestehenden Ehe: Wenn die Frau fremdgeht und das Kind geboren wird (ja, sowas soll es auch geben!), ist der Mann automatisch Vater und damit unterhaltspflichtig. Blinder gehts nicht mehr.

- Eheliche Verfügungsbeschränkungen: In einer bestehenden Ehe kann man über sein Vermögen im Ganzen nur mit Zustimmung des Ehepartners verfügen. Wenn doch -wie dies im Güterstand der Zugewinngemeinschaft der Fall ist- das Vermögen der Eheleute schon nicht gemeinschaftliches Vermögen wird, wieso soll der Ehepartner dann an die Zustimmung des anderen gehalten sein?

- Zerrüttungsprinzip: Eine Ehe kann geschieden werden, ohne daß irgend einer der Ehepartner in irgend einer Weise daran schuld ist. Das Schuldprinzip ist komplett durch das Zerrüttungsprinzip ersetzt worden, das Schuldprinzip gilt noch nicht einmal mehr subsidiär. Dies öffnet treuwidrigem Verhalten Tür und Tor, mit erheblichen finanziellen Risiken.

"Was wäre Verbesserungswürdig?"

- Prinzip der Eigenverantwortlichkeit: Nach einer Scheidung ist jeder tatsächlich für sich selbst verantwortlich.

- Klare zeitliche Begrenzungen von Unterhaltsansprüchen.

- Geltung des Schuldprinzips subsidiär zum Zerrüttungsprinzip.

- Abschaffung des § 1626a BGB: Ein Kind braucht Mutter und Vater, es kann nichts für Streitigkeiten zwischen den Eltern.

- Es ist derjenige der Vater eines Kindes, der es gezeugt hat, und nicht derjenige, der im Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet war.

- Abschaffung des Versorgungsausgleichs.

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Eherecht und Fairness schließen sich per se aus. Und zwar international.

Gruß

Manavgat

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Haltet Ihr das Deutsche Scheidungsrecht für fair?

Eher glaube ich an die Unschuld einer Hure, als an die Gerechtigkeit des deutschen Scheidungsrechts.

Ich halte den Mann für den Benachteiligten bei der Sache.

Kleines Beispiel: Sie trennt sich wegen einem anderen Mann, zieht zu dem. Wer zahlt? Der Ex. Frauen können sich heute nahezu alles leisten, ist doch eh wurscht. Ich sag nur Besuchs- und Umgangsrecht der gemeinsamen Kinder.

Zu dem Rest kann ich nichts sagen.

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Hallo!
Du hättest fragen sollen: Haltet ihr aufgrund Eurer Erfahrungen das deutsche Scheidungsrecht für fair. Dann würden die Antworten einen Sinn ergeben.

Aus den Antworten bisher kann man vor allem persönliche Verletztheit lesen und Unverständnis für das im Grundgesetz und BGB verankerte Solidaritätsprinzip (auch nach) der Ehe.

Viele hier scheinen einfach Opfer von schlechten Richtern und/oder Anwälten geworden zu sein.

Wer sich eine ehrliche Meinung darüber bilden möchte, ob das deutsche Scheidungsrecht fair ist, der möge sich bitte den Gesetzestext und vielleicht die ein oder anderen Unterhaltsleitlinien der Oberlandesgericht durchlesen.

Das Recht ist fair - an der Umsetzung hapert es leider. Aber so ist es nunmal mit Gesetzen.
LG

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nö, ist es nicht! irgendeiner ist immer am a....! die exfrau von meinem partner hat ihn mit ihrem trauzeugen betrogen, mit zeitpunkt der eheschließung das arbeiten aufgegeben, ist nach der trennung zu nem anderen gezogen (hatte mehr geld), und hat den halben hausstand bekommen(+ pferd)! hat sich nie etwas selbst erarbeitet, keine kinder..... da ihr neuer sie nun rausgeschmissen hat weil sie nicht arbeiten will (sie ist unter 30, und seit 5 jahren ohne arbeit), meint sie nun sie will jetzt unterhalt!!!!! hat sie bei gericht eingereicht, nun warten wir ab, der anwalt meint es sei ziemlich unwarscheinlich dass sie etwas bekommt, aber rechtlich gibt es für sie möglichkeiten!zum zeitpunkt der scheidung hatte sie übrigens für 4 wochen einen job, deswegen brauchte er keinen unterhalt zahlen! soviel zum thema gerechtigkeit: sie ist jung, keine kinder, hat ne ausbildung, kann also arbeiten, will sie aber nicht, und trotzdem hat sie anspruch auf unterhalt!!!!!gerecht????

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Hallo zusammen ,

aus aktuellem Anlass habe ich mir gedacht mich einfach mal dazu zu äussern , geht garnicht um irgendwelche Gesetze oder sowas , eher um die Fakten und wie die Gesetze so ticken in diesem Land , das schockiert einfach.

Mein Fall:

2004 Frau kennengelernt
2007 Tochter geboren ( gewollt u gefreut )
2009 Geheiratet ( aus Liebe )
Direkt danach Kindeswunsch der Frau , wollte noch etwas warten , aber sie meinte das würde alles so toll passen mit Alter usw

Oktober 2009 Frau Schwanger
Mai 2010 neue Wohnung , mit Garten und Kinderzimmer und Platz für alle ( Neubau )

Juli 2010 Frau teilte mir mit das sie nicht mehr glücklich ist

Oktober 2010 Ehetherapeuten aufgesucht , aber bei der wersten sitzung teilte mir meine Frau mit ich solle nur noch ausziehen ! Kinder zu dem Zeitpunkt 3j und der kleene 4 Mon alt. Auf die Frage was denn los sei und ob ich nicht erstmal ein paar tage fort soll wurde nur geantwortet das sie sich das Leben anders vorgestellt hat.

Lag wohl daran das ich alleinverdiener war und verantwortungsvollen Job , den hatte ich aber vorher auch schon. Frau hat eine Ausbildung gemacht und sich dann für Familie entschieden.

November 2010 hat sie sich getrennt

Ihre Mutter hat gebürgt damit Frau in Wohnung bleiben kann , da sie so als Mieterin vom vermieter nicht akzeptiert worden wäre. Ich hätte die Wohung da ich wusste das ich Unterhalt zahlen muss etc. nicht behalten können.

Im Januar 2011 bin ich ausgezogen , aus dem vorigen Mietvertrag bin ich gekündigt worden.

Bin dann aufgrund der Kinder nur einen Ort weitergezogen um immer verfügbar zu sein und die Wege kurz zu halten.

Meine Frau und ich wollten uns einigen was den Unterhalt angeht , aber Ihre forderungen waren fernab jeder realität. zB sollte ich die Miete weiterzahel n( vierstellig ) usw

Habe danach und damit das alles aufhört eine Unterhaltsberechnung machen lassen ( 680 Euro ) dann ist jetzt das trennungsjahr abgelaufen ( 1 Jahr verheiratet , 1 jahr Trennungsjahr )

Ich habe jetzt die Scheidung eingereicht , nur dafür muss ich ans Amtsgericht 500 Euro zahlen , damit es überhaupt bearbeitet wird bzw an die noch - Frau rausgeht.

mein Gehalt ist drastisch gesunken und befinde mich jetzt auf dem Niveau eines "normal" Angestellten. Komme mit dem was mir bleibt gerade so hin. Kleine Whg und das Auto getankt + meine Versicherungen. Für mehr ist kein Platz mehr. Meine Noch Frau geht halbtags arbeiten ( mehr ist nicht zu mutbar ) beide Kinder gehen seit dem 1. Lebensjahr in eine Private Kita .

Ich weiss nicht ob das alles so gerecht ist.

Sie arbeitet 4 Stunden am Tag , wohnt auf 125 qm , hat nen Nagelneuen Mittelklassewagen usw , wie sie das macht weiss ich nicht. Vielleicht hilft Mama noch aus , ich weiss es nicht. Aufgrund der kurz - Ehe plädiert mein Anwalt auf Scheidung ohne VA ( versorgungsausgleich )

Auf die Frage ob meine Frau sich nicht an den 500 Euro beteiligen möchte , da sie ja die trennung unbedingt wollte , bekam ich eine deutliche Abfuhr.

Tja und so stehe ich da , kann die Kinder einmal die Woche sehen , das Geld geht überall hin , ich kann mir nichts mehr leisten und das wird die nächsten Jahre auch so bleiben. Unterhaltsanspruch hat die noch Frau bis der kleinste 3 j alt ist. also ab heute noch 1,5 jahre.

In Zahlen , statt 2800 Netto hab ich noch 1200 im monat für alles. Kann natürlich jetzt kaum noch was mit den Kindern unternehmen , bin froh wenn in der letzten Woche eines Montas noch was im Kühlschrank ist. Bei trennung wird halt nie nach dem grund gefragt oder mal festgestellt das die Frau sich selber dazu entschieden hat. Ich finde es rechtlich gesehen ziemlich erbärmlich und kann Männer verstehen die dann auch sagen : Dafür gehe ich doch nicht mehr arbeiten . Ich tue es für mich als ablenkung , das ich gut vor den Kindern darstehe und letztendlich auch weil Arbeiten zum Leben eben dazu gehört. Aber ich wünsche mir mehr Gerechtigkeit in diesem Land. Aus meiner Sicht wurde ich verarscht , kann keinen Grund für die Trennung sehen , tja und von Ihrer seite kommt nix , ich muss mich um alles selber kümmern. Sie wartet dann immer ab und fragt Ihre Schwester ( welche jura stuiert ) um Rat wie man noch mehr aus mir rausholen kann. Da dachte man alles wäre prima ...letztendlich habe ich den Teufel geheiratet.

Wie konnte ich so blind sein ? Die Kinder tun mir einfach nur noch Leid und ich vermisse sie sehr. Man ( n ) fühlt sich doppelt und dreifach bestraft !!! Bin froh wenn ich geschieden bin , schon schlimm genug das sie meinen Namen behält. Tja so sieht es in wirklichkeit und von der anderen Seite aus.

Arschkarte !