Endlich schwanger / Existenzangst

Hallo Zusammen,

nach nun 16 Monaten habe ich gestern positiv getestet. Ich konnte und kann es noch gar nicht richtig glauben, so daß ich heute morgen nochmal 2 Tests durchgeführt habe. Der eine wie gestern hauchzart positiv, der zweite (CB) zeigt schwanger 1-2 Wochen.

Und nun kommt schlagartig die Existenzsangst.

Ich bin 41, wir haben eine 2-jährige Tochter und zwischenzeitlich ein Haus gekauft.
In erster Linie für sie haben wir uns ein zweites Kind gewünscht. Bereits bei unserer Tochter hat es 4 Jahre gedauert, bis ich schwanger war und auch jetzt hat es hat so lange nicht geklappt, dass wir allein schon wegen des Alters irgendwie damit abgeschlossen haben. Eigentlich hatten wir doch geplant, dass ich nächstes Jahr wieder voll arbeite, auch wegen dem Haus.

Versteht mich nicht falsch - natürlich freue ich mich und ich möchte auch niemanden der schon lange hibbelt verärgern, aber momentan überwiegt die Zukunftsangst.

Ich bin total durcheinander und hoffe einfach mich uneingeschränkt freuen zu können.
Meinem Partner geht es ähnlich, deshalb ist er da keine große Hilfe.

Ich habe nicht gehibbelt, sogar ehrlicherweise aufgrund der Vorgeschichte und meines Alters ohnehin nie wirklich dran geglaubt. Und jetzt ist es doch so und ich weiß nicht so recht, was ich fühlen soll.
Auch wenn es mir selbst schwer fällt, daß zu verstehen, hoffe ich auf Verständnis und einen Rat, wie ich den Knoten im Kopf löse!
Danke!!

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Hallo,

das ist völlig normal dass du so denkst, mir ging es damals nicht anders. Schuld daran sind die Hormone ;-) Wenn Du die ersten 3 Monate überstanden hast wird es Dir besser gehen. Versuche Dich zu entspannen und positiv zu denken..

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Danke für die Antwort und vor allem für den Tip. Wird schon werden :-)

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Hallo!

Ich versuche dir mal etwas die Angst zu nehmen. Ängste hat man ob man schwanger ist oder nicht.

Erstmal: Herzlichen Glückwunsch!!!!! #herzlich

Im Mai sagte mir mein Mann nach 5,5 Jahren das er ein zweites Kind möchte. (vielleicht noch mehr) Davor reagierte er immer genervt. Seit April arbeite ich für ein junges Unternehmen in Teilzeit. Nun kamen 4 neue Gesellschafter aus China dazu denen ich zu teuer bin. Zack, gekündigt.

Das ist der dritte Job innerhalb von etwas über einem Jahr der mir gekündigt wurde. Zwei Mal Krankheitsvertretung und nun wegen Sparmaßnahmen. Und eines weiß ich: Es gibt keine Sicherheit im Leben und ich denke nicht mehr an die Zukunft. Warum? Es geht im Leben immer weiter. Mein Plan sah auch anders aus, aber ich lasse mir das nicht nehmen. Zu lange musste ich darauf warten. Also wenn es bei uns klappen sollte dann werde ich jede Sekunde geniessen und für mein Glück kämpfen. #verliebt

Und das solltest du auch tun. Freu dich das es geklappt hat. Geniesse jede Sekunde und denke nicht zu sehr an morgen. Oft macht man sich zu sehr verrückt und dann wird doch alles gut. #liebdrueck

Liebe Grüße

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Danke schön - Du / Ihr habt ja recht.

Ich arbeite dran, aber als sehr vernunftgesteuerter Mensch ist das nicht so einfach.
Vielleicht sollte ich ab jetzt den Hormonen die Vormacht überlassen und den Kopf ausschalten :-D

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Hallo Niki,

deine Zukunftsängste kann ich sehr gut verstehen! Ihr seid innerlich schon bei einem Kind „angekommen“, habt euch in eurem Lebensplan darauf eingestellt, dass es so bleibt, wie es ist. Und jetzt hat euer kleiner Nachzügler diesen Plan etwas durcheinandergebracht... Ich glaube, da ist es völlig normal, dass deine Gedanken jetzt erstmal Achterbahn fahren und du nicht weißt, was du fühlen sollst.

Warum hast du denn getestet? Einfach so ein Gefühl, oder hast du etwas geahnt? Du hast geschrieben, dass du gar nicht gehibbelt hast. War es doch eine leise Hoffnung?

Was ist denn genau deine Angst? Ist dein zusätzlicher Verdienst jetzt dringend nötig oder ist es auch möglich, diese Option noch etwas hinauszuzögern?

Ich denke, dass du keine Angst vor deiner Zukunftsangst haben brauchst. Sie ist jetzt da, und das ist erstmal ok.

Und die Freude ist jetzt wie der ganz zarte Strich auf dem Test, der im Laufe der Zeit immer stärker werden kann. Auch das ist, finde ich, völlig ok.

Wie geht’s dir denn heute? Hat der erste Schreck etwas nachgelassen?

Liebe Grüße, Mischa

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Hallo Mischa,

ja genauso ist es.

Ich hatte mich irgendwie mit einem Kind eingerichtet, trotzdem wir uns ja insbesondere für unsere Tochter ein Geschwisterchen gewünscht haben.
Getestet habe ich, weil ich überfällig war und wir ja auch nicht verhütet haben.
Ich weiß nicht, ob ich das verständlich machen kann, denn obwohl es eigentlich klar ist, daß das passieren kann, wenn man nicht verhütet, war ich innerlich davon ausgegangen, daß es nichts wird. Deshalb habe ich auch nicht jeden Monat sehnsüchtig auf die fruchtbaren Tage oder auf das Nichteintreffen der Periode gewartet. Das hatte ich bisher immer unter dem Begriff "hibbeln" verstanden? Ist das falsch?
Ich weiß: Merkwürdig und schwer zu erklären

Ja, finanziell betrachtet ist das momentan der worst case, aber nur rein finanziell. Mein Vollzeitgehalt war eingeplant, zwar nicht komplett, aber doch eingeplant.
Aber jetzt nach ein paar Tagen, sehe ich das schon entspannter. Das schaffen andere auch, also warum nicht wir?

Schöner Vergleich mit dem zarten Strich :-D
Der Strich ist stärker geworden und meine Freude startet nun auch so langsam durch:-)

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Liebe Niki,

du klingst schon viel zuversichtlicher :-)

Ja, unter „hibbeln“ verstehe ich das gleiche. Dass man eben jeden Monat darauf wartet, endlich zu testen... und so war es bei dir ja nicht. Du musst nicht „hibbeln“, das ist ja keine Voraussetzung für die Freude, die nach dem positiven Test dann doch noch kommen kann ;-)

Und es ist gar nicht merkwürdig, was du schreibst. Du hast, auch aus deiner Erfahrung mit dem Warten auf die erste Schwangerschaft, nicht mehr damit gerechnet. Und vielleicht warst du deswegen auch einfach entspannter – nicht unter „Leistungsdruck“. Das ist deine ganz persönliche Lebensgeschichte, ein Teil deines Mama-Seins und –Werdens.

Hast du mit deinem Partner nochmal reden können? Wie geht es ihm damit, dass er jetzt nochmal Papa wird?

Deine Tochter wird sicher eine ganz stolze große Schwester!

Ich freu mich einfach mit dir!

Mischa

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Hallo Zusammen,

leider bin ich wieder da.
Es hat leider nicht sein sollen. In der vorletzten Woche wurde eine MA festgestellt und letzte Woche hatte ich einen natürlichen Abgang in der rechnerisch 9ssw.

So sehr wie ich anfangs gehadert habe, so traurig bin ich nun.

Vielleicht hat meine Angst ja auch da rein gespielt. Ich mach mir Vorwürfe. Zwar geht es mir so den Umständen entsprechend ganz gut, aber ich bin einfach so unendlich traurig, daß dies bei meinen Vorzeichen (Alter, Übungszeiten, Hashimoto) wahrscheinlich die letzte Chance auf ein Geschwisterchen war. Das tut mir so leid für meine Tochter. Ich weiß auch nicht, ob wir es nochmal versuchen sollen, so unter Zeitdruck ist das doch ein einziger Krampf :-(
3 Freundinnen sind momentan schwanger - zum Teil ganz frisch. Reden will ich mit denen darüber nicht, denn ich will auf keinen Fall, daß jemand das Gefühl hat, das ich mich nicht mit ihm freue, oder noch schlimmer, daß sie sich im meinem Beisein nicht mehr freuen wollen/können. Ach was für eine blöde Situation.

Danke für das Lesen meines hoffnungslosen Gejammers, aber momentan fehlt mir die Energie für positives:-(

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Hallo liebe Niki,
eben lese ich von dir... das tut mir so, so leid für dich, dass du euer Baby verloren hast. Du hattest deine Angstgedanken grade so gut überwunden. Mein herzliches Mitgefühl #liebdrueck Du darfst jetzt jammern und einfach nur trauern. Da ist jetzt absolut die Zeit dafür und ich hoffe, du kannst dich auch daheim fallen lassen. Dein Mann trauert sicher auch :-( Es ist sehr lieb von dir, dass du deine Freundinnen nicht belasten willst. Umso wichtiger ist es aber, dass du irgendwo deine Gefühle ehrlich zeigen kannst.

Ich wünsche dir alles, alles Gute und viel Kraft. Und ob ihr es nochmal versucht - das wird euch die Zeit zeigen.
Liebe Grüße, Mischa

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