Freundschaften - Trend Weg-Werf-Gesellschaft

Hallo,

Ich weis ja nicht wie es euch geht, aber mir fällt immer mehr folgendes auf:

Wenn man sich selbst nicht bemüht, verlaufen Freundschaften meist im Sand. Leider sind viele Freundschaften oberflächlich geworden. Es kommt kein Input von anderen. Es sei denn sie wollen was. Und was mich persönlich besonders stört, wenn man einen Freundeskreis hat, immer über diejenigen schlecht gesprochen wird, die gerade nicht anwesend sind. Warum machen Menschen sowas. Ich sage es selbst direkt egal ob es gut oder nicht gut ankommt, aber so weis der gegenüber wie ich denke. Irgendwie sind alle anderen die ich kenne eher mit der Methode hinterm Rücken reden vertraut. Für mich sind das keine guten Freundschaften. Eher oberflächlicher Natur.

Sehr viele Frauen mit denen ich zu tun habe, sind auch eher mit Kindern, Haushalt und ihrer Optik beschäftigt und natürlich dem neusten Klatsch und Tratsch. Machen ihre Männer schlecht und von Politik oder Wirtschaft hört man von denen kaum etwas Wissenswertes. Irgendwie genügt mir das nicht. Es ist mir schlichtweg zu hohl.

Natürlich habe ich aber auch sehr sehr wenige Freundschaften die schon ewig wären und auf die ich mich auch verlassen kann. Was bei der anderen Front eher nicht der Fall ist.

Wie ergeht es euch denn?

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Hey

Genau gleiches Spiel hier. Ich hab's aufgegeben, Persönliches auszutauschen, da das Vertrauen weg ist. Ich habe Bekannte, aber keine Freundinnen in dem Sinne.

Grund? Da ich auch schon in anderen Ländern gelebt habe (lange Jahre in Übersee und Europa), glaube ich, daß dies an der Kultur im DACH-Raum liegt. Es gab absolut hohle sowie nicht-hohle Gespräche und Aktivitäten mit Damen aus anderen Ländern und Kulturen - einfach ein cooler Mix aus allem. Hier ist viel mehr Einheitsbrei, man traut sich wohl auch nicht, sich selbst mal zu melden. Infos werden irgendwie weitergeleitet.. habe ich nie gemacht, würde nie passieren. Intime Gespräche sollten auch entsprechend behandelt werden, aber vielleicht ist den Menschen hier ja auch langweilig.

Lerne verschiedene Menschen kennen, dann klappt es bestimmt irgendwann.

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Ich habe es leider genauso erlebt.
Die Freunde von meinem Mann sind mir mittlerweile näher als meine "Freundinnen".
Wenn sich mal eine meldet ist es meist anscheinend nur aus Neugier/Sensationsgeilheit, damit sie was erfährt was sie den anderen weiter tratschen kann.
Der einzige Mensch mit dem ich wirklich über alles sprechen und diskutieren kann, ist mein Mann.

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So geht es mir leider auch.

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Ich habe einige Jahre nach dem Schulabschluss gemerkt, wie oberflächlich die Freundschaften waren. Eigentlich hatte ich viele Freundinnen, was aber wahrscheinlich auch wieder das Problem war. Dieser Freundeskreis trat fast immer nur als Gruppe auf. Das ist mir im Nachhinein klar geworden. Einfach um Leute zu haben, mit denen man am Wochenende was machen kann. Mit nur einer Freundin allein, richtig reden und kennenlernen, das kam sehr selten vor.
Also seit ich ca. 13 war hatte ich glaube ich keine beste Freundin mehr.
Nach der Schule bin ich weggezogen, die anderen blieben und alles hat sich total verlaufen. H
abe zuerst total an mir gezweifelt und gedacht ich muss mehr Kontakt halten und mich mehr anstrengen, aber letztendlich habe ich realisiert, dass es ja gar keine engen Freundschaften waren und dementsprechend auch auf der anderen Seite kein großes Interesse bestand - wie kann man auch erhalten, was nie da war?
Mit Kollegen Kontakte knüpfen hat auch nicht so gut funktioniert. War erst in einer sehr kleinen Firma, nur eine Kollegin in meinem Alter aber das hat nicht gepasst.
Habe dann tatsächlich im Internet nach Freundinnen gesucht. Für ein paar Jahre war es schön, aber irgendwie wieder auseinandergelebt, unterschiedliche Stationen im Leben.
Am schlimmsten finde ich eigentlich immer die Engstirnigkeit.
Nie hatte ich das Gefühl auch mal kontroverse Themen ansprechen zu können, kein Sinn für richtige Diskussionen. Mein Mann und ich diskutieren total gerne und übernehmen für neue Ansichten auch mal die entgegengesetzte Position. Sowas verstehen heutzutage die wenigsten Menschen, andere Ansichten als die eigenen (oder aus der Bild-Zeitung?!) trauen sich manche nicht mal zu denken.

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Ich habe das leider auch schon soooo oft erlebt, dass ich in Freundschaften alles gegeben habe aber nichts zurückbekommen habe. Das ist immer eine riesige Enttäuschung gewesen.

Aber nun habe ich seit fast 10 Jahren eine Freundeskreis, auf den ich mich immer verlassen kann und in dem alles auf Gegenseitigkeit beruht. Klar gab es da auch schon Streit und Diskussionen, aber sehr selten, und es hat nie etwas an der Freundschaft verändert. Darüber bin ich sehr froh und diese Freundschaften pflege ich auch sehr gern ❤️

Es ist nicht wichtig, viele Freunde zu haben. Bekannte habe ich sicherlich auch ne große Menge, aber ich bin es leid immer nur kontaktiert zu werden, wenn die was brauchen oder was wissen wollen (oder es gar nur ausnutzen wollen was ich beruflich mache). Mit der Zeit erkennt man sehr schnell, wer so ist, und kann da dann einen Riegel vorschieben. Das bedeutet aber, dass man da echt knallhart sein muss. D. h. kommen am Sonntag Nachrichten oder Anrufe mit medizinischen Fragen lehne ich das ab (Notfälle natürlich ausgenommen), weil ich auch mal Freizeit brauche. Oder letztens hatten wir Praxisurlaub und ich habe in dieser einen Woche 78 WhatsApp-Nachrichten gekriegt bzgl. Coronaimpfung und auf die Warteliste setzen etc. Nö. Einfach nö, das geht zu weit. Aber es hat mich am Anfang echt Kraft gekostet, das zu sagen, ich mags nämlich nicht, wenn andere schlecht von mir denken.

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