Echt Freundschaft ?

Hallo :)

Ich weiß nicht so recht wieso ich das hier schreibe aber ich weiß nicht so recht woran ich an dieser Freundschaft bin.

Kennengelernt hab ich besagte Dame vor knapp 5 Jahren, ein Treffen für Mamas mit fast gleich alten Kindern. Ihr ältester Sohn und meine kleine Tochter sind nur 10 Tage auseinander und kennen sich seit sie ein paar Wochen alt sind.

Wir hatten anfangs nicht viel Kontakt. Hier und da geschrieben. Knapp ein Jahr später war ich bei ihr zuhause mit meiner kleinen Tochter und habe gesehen, dass in dem Haus eine Wohnung frei wäre, die perfekt für uns war. Haben uns für die Wohnung beworben und bekommen. Von dem an waren wir Nachbarn, wir haben uns dann oft mit den Kids getroffen. Wir haben uns auch als pärchen mit unseren Partnern sehr gut verstanden. Eines Abends kurz nach dem Einzug luden sie mich ein, dass wir gemeinsam etwas trinken. Der Abend war sehr feuchtfröhlich und wir verstanden uns alle noch besser. Das hat sich oft wiederholt. Wir zwei Frauen waren dann auch gemeinsam im Kino, haben gemeinsame Sachen unternommen. Viel geschrieben usw.

Als sie ihre kleine Tochter abgestillt hat, sind wir auch abends in Diskos gegangen, waren tanzen usw. haben mehrmals die Woche etwas gemeinsam unternommen, Fitnessstudio usw.

Sie hatte dann eine schwere Phase mit ihrem Ehemann und hat sich von ihm getrennt, in dieser Phase war ich natürlich auch für sie da. Aber nicht mehr so wie vorher, ich war da mit meinen dritten Kind schwanger. Sie war da total auf Party, da wurde der Kontakt plötzlich weniger. Als sie wieder mit ihrem Mann zusammen kam, war auch wieder viel Kontakt da. Sie wurde dann ebenfalls schwanger und Corona kam. Der Kontakt wurde immer weniger und weniger.

Seit Juni letztes Jahr gibt es dann auch plötzlich eine andere Freundin, die erst nur mit ihrem Mann befreundet war. Seit dem redet sie nur noch über sie. Sie waren zeitgleich schwanger und ihre Kinder sind nur wenige Tage getrennt. Der Kontakt von uns wurde immer weniger. Durch Corona sieht man sich generell kaum, habe ich mal gefragt ob man sich vielleicht am Spielplatz sieht, wurden immer ausreden gefunden. In ihrer Stories war sie dann plötzlich bei einem andern Spielplatz in der Nähe von unserer neuen Wohnung. Wenn ich ihr schreibe, werde ich mehr oder weniger schnell abgewürgt. Die andere Freundin wird aber dauernd auf Facebook markiert oder sie treffen sich zum spazieren gehen.

Naja, jetzt haben wir seit 3 Wochen gar keinen Kontakt mehr. Ich habe „Angst“, wenn Corona mehr oder weniger vorbei ist und es wieder möglich ist, abends wegzugehen, das ich plötzlich wieder gut genug bin. Und das ist für mich einfach keine Freundschaft. Wenn man sich sonst nie meldet und dann nur meldet weil man niemanden hat der mitgehen würde. Ich hoffe ihr versteht mich was ich meine. Sie ist da nur auf ihren Vorteil aus meiner Meinung nach. Noch dazu hat sie immer bestimmt was wir machen, wollte ich was machen wurde es immer abgelehnt, ich musste quasi immer springen.

Was sagt ihr ? Ist das eine Freundschaft für die es zu kämpfen lohnt ?

Liebe Grüße

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Hallo, ob Du für diese Freundschaft kämpfen sollst, kann ich Dir leider nicht beantworten.
Frag Dich, was Du fühlst. Du hast ja Interesse an dieser Freundschaft, Du bemühst Dich ja darum. Leider findest Du nicht die Reaktion, die Du Dir wünschst. Und ich glaube, hier liegt das Problem.

Ich bin der Meinung, dass Freundschaften sich im Laufe der Zeit verändern. Das ist in Beziehungen normal. Allerdings wäre ich in Deiner Situation, würde ich den Rückzug antreten. Du schilderst ja einiges, was Dir nicht zusagt und was ich auch so empfinden würde.

Auf der anderen Seite könntest Du Dich fragen, ob Du mit etwas lockerem umgehen könntest. Damit meine ich, Kontakte einschränken, wenn sie aber stattfinden, sie einfach genießen und dann wieder Deines Weges gehen. Einfach die Erwartungen runterschrauben. Und nicht mehr soviel Energie reinlegen. Und entweder kommt etwas von ihrer Seite oder es läuft aus.

Weißt Du, leider ist es so, man kann von anderen nicht das erzwingen, was man selber bereit ist zu geben. Das ist traurig, aber mit dieser Erkenntnis komme ich leichter durchs Leben.

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Dem stimme ich auf jeden Fall zu!
Ich würde aber vielleicht auch überlegen, das mal anzusprechen, wenn es dich beschäftigt und du denkst, ein Gespräch könnte helfen. Wenn du das lieber nicht möchtest ist es auch okay.
Freundschaften verändern sich generell und ich kenne das Gefühl, immer nur dann gut genug zu sein, wenn gerade niemand anderes zur Verfügung steht... Ich habe mich auch schon aus solchen Freundschaften zurück gezogen und daraus hat sich dann eine lockerere Freundschaft entwickelt. Mit einer anderen Freundin habe ich das Gespräch gesucht, was mir große Angst bereitet hat, aber letztendlich war es total positiv. Wichtig ist bei solchen Gesprächen halt, dass man bei sich bleibt und von sich aus geht und halt nicht mit Anschuldigungen oder so beginnt. Also in etwa: "Ich vermisse es, mit der Zeit zu verbringen und habe das Gefühl, wir haben uns irgendwie auseinander gelebt. Ich weiß nicht so genau woran das liegt, aber du bist mir wichtig, deswegen wollte ich es mal ansprechen..." oder so :)

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