Unglückliche Freundin

Hallo,

ich habe eine Freundin, die seit Jahren unglücklich ist. Immer wenn wir uns treffen, gibt es ein neues Thema, das sie stört.

Als wir uns kennengelernt haben, war ihr erstes Kind ein Baby. Die Themen: alles so anstrengend und ihr Mann unterstützt sie nicht.

Dann hat sie wieder gearbeitet. Dieselben Themen, mit der Ergänzung, dass sie ihr die Arbeit nicht gefällt.

Ein Jobwechsel hat dazu geführt, dass sie jetzt in einem Team arbeitet, mit dem sie nicht zurecht kommt.

Dann kam das zweite Kind. Die Themen waren dieselben wie beim ersten Kind.

Dann hatte ihr erstes Kind Probleme in der Kita und hat jetzt Schwierigkeiten in der Schule. Er geht in die zweite Klasse.

Ich habe eine Zeit lang den Kontakt reduziert. Dann haben wir uns letzte Woche wieder getroffen. Die Themen drehen sich im Kreis: Sie sei unglücklich, das Team in ihrem Job schlecht, es fällt ihr schwer, Arbeit, Kinder und Haushalt unter einen Hut zu bekommen, ihr Mann unterstützt sie nicht und hat keine Wertschätzung für sie, sie würde gerne abnehmen, schafft es aber nicht.

Als ich danach zuhause war, dachte ich: So. Jetzt reicht es. Keinen Kontakt mehr. Das ist mir einfach zu anstrengend und deprimierend.

Am selben Abend schrieb sie mir dann: "Danke, dass du immer für mich da bist. Heute war wirklich ein Lichtblick. Es tat so gut, mit dir zu reden." In den letzten Tagen folgten dann: "Du bist die Einzige, mit der ich reden kann." "Ich habe sonst niemanden, der für mich da ist."

Da kann ich doch nicht einfach die Freundschaft beenden.

Silopo?

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Hört die Freundin Dir zu, wenn Du mal Probleme hast? Oder ist die Freundschaft sehr einseitig?
Ich würde beim nächsten Treffen mal ansprechen, dass es sich für Dich nicht so gut anfühlt, wenn sie nur jammert. Und auch nach schönem Fragen. Was läuft gut? Was ist besser geworden? Von Dir erzählen usw.

Ihr habt ein Kommunikationsproblem, ein Muster das für deine Freundin funktioniert, aber für Dich nicht. Sprich sie drauf an, dann hat sie die Chance was zu ändern.

Wenn das nicht klappt, weniger bei ihr melden. Mehr Abstand, so dass es für Dich ok ist.

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Hallo, ich kann Dich total verstehen, dass Du nach diesen Worten Deiner Freundin die Freundschaft nicht beenden magst. Aber wenn Du ehrlich bist, ist es doch nur das schlechte Gewissen, das Du hast, oder? Mir würde das genauso gehen.

Aber weißt Du, was Du für sie bist? Ihr seelischer Mülleimer. Sie lädt alle ihre Sorgen und Probleme auf Dich ab. Und Dir geht es jedesmal nicht gut danach. Sie hat Dir ihre negative Energie „übergestülpt“. Und Du bist nach den Treffen kraftlos.
Schon alleine die Aussage, dass Du die einzige bist, mit der sie reden kann, ist eindeutig. Du bist wahrscheinlich so lieb und gutmütig, dass Du Dir das immer wieder antust, um sie nicht zu enttäuschen. Und wo bleibst Du dabei?

Stelle Dir doch mal die Frage, ob Du Dich auf Treffen mit ihr freust. Habt Ihr Spaß miteinander? Könnt Ihr zusammen lachen und albern sein? Hört sie Dir zu? Kannst Du auch mit ihr über Deine Probleme reden?

Für mich bedeutet eine Freundschaft, dass sie einen bereichern sollte.

Ich hatte auch mal jemanden, nach den Treffen fühlte ich mich richtig schlecht. Obwohl eigentlich nichts dramatisches vorgefallen war. Ich habe das dann beendet, denn das sehe ich nicht als Sinn einer Freundschaft.

Wie gesagt, gehe in Dich, schaue, ob die Freundschaft auch irgendwelche positiven Aspekte für Dich hervorbringt.

Ansonsten musst Du wohl den schweren Weg gehen und ehrlich zu ihr sein oder es einfach auslaufen lassen. Weißt Du, Wahrheit kann manchmal auch befreiend sein.

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Oje das klingt nicht gesund......

Ich stimme meinen Vorschreiberinnen da komplett zu. Sie haben ja schon sehr gute Antworten gegeben.

Ich habe eine gute Freundin die auch so eine Bekannte hatte.

Und ob du es glaubst oder nicht: jedes Mal wenn meine Freundin in ähnlicher Art und Weise geklagt hat wie du jetzt in deinem Post, und wenn sie nach einem Treffen so ermüdet war dass sie dachte sie beende das Ganze,. hat die andere das förmlich gerochen dass etwas in der Luft liegt....... und ihr dann auch mit diesen Floskeln "danke dass ich mit dir reden kann" und "du bist die Einzige die mich versteht" und so weiter um sich gehauen. Das hat auch immer funktioniert, meine Freundin bekam ein gehörig schlechtes Gewissen und ließ sich immer mehr in diesen Strudel hineinziehen. Wenn es für die andere mal ganz brenzlig wurde hat sie auch mal schnell einen kleinen Notfall erfunden, eine kleine "Katastrophe"die gerade in ihrem Leben passiert ist (ihr ist jemand ins Auto gefahren,. die Bank hat eine große Überweisung falsch getätigt, und und und)
Letztlich schaffte sie den Absprung und hat gar keinen Kontakt mehr heute.

Tu dir das nicht länger an, es ist negativ für dich. Du bist nicht für ihr Leben verantwortlich,. wohl aber für deines.
Suche dir Freundinnen die dir auch ein gutes Gefühl geben.
Zuhören, Lachen, Spaß haben, Probleme besprechen, sich gegenseitig auffangen, sich gegenseitig helfen, das alles gehört dazu. Es sollte aber in einer gesunden Waagschale liegen und jeder sollte sich dabei wohlfühlen.

Alles Gute 🍀

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Hmm ich habe mich gerade gefragt wie ich mich wohl fühlen Würde wenn es mir nicht gut geht und ich nich bei meiner Freundin ausheule und diese daraufhin den Kontakt zu mir abbrechen will weil ich ihr zu anstrengend bin.

Sind Freunde nicht dafür da dass man sich auskotzen kann. Es sei denn du findest gut Wetter Freunde besser.

Aus deinem Text geht jetzt nicht hervor ob sie dir nie zuhört und ob sie dir eine gute Freundin ist. Oder ob du mal mit ihr über ihre Situation ernsthaft geredet hast, allerdings finde ich es persönlich sehr schade aufzugeben weil dem anderen nicht die Sonne aus dem a... scheint.

Naja Schlussendlich stecke ich da nicht drin aber während dem lesen fand ich die Situation sehr schade dass du für deine Freundin nicht da sein willst.

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Die TE wird dir leider nicht antworten. Aber ich halte so wenig Kontakt wie möglich zu meiner Nachbarin, weil sie genau so wie die im Thread beschriebene Freundin ist. Es ist mir einfach zu anstrengend, ständig ihrem Gejammer zuzuhören. Am Anfang fand ich es ok und dachte, dass ihr das bestimmt hilft, sich mal auszukotzen. Inzwischen wohnen wir seit 1,5 Jahren hier und die Nachbarin spricht AUSSCHLIEßLICH über ihre unglückliche Beziehung und ihr anstrengendes Studium. Manchmal würde ich sie gerne schütteln und sagen: "Ändere was oder akzeptiere die Situation!" Auch wenn ihr es sicher gut tun würde, wenn ich ihr zuhöre, gehe ich ihr inzwischen aus dem Weg, weil mir selbst der Umgang einfach nicht gut tut.

Die TE schreibt doch, dass die Freundin SEIT JAHREN unglücklich ist. Natürlich will man für seine Freunde da sein. Aber nur solange es einem selbst damit gut geht.

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