Wie man sein Kind möglichst unglücklich macht - Der Text am Sonntag.

Wie mache ich mein Kind unglücklich?

Schade, kaum jemand denkt darüber nach, wie er sein Kind unglücklich machen kann Das ist auch unsinnig? Keineswegs. Manchmal sollte man sollte das Gegenteil dessen, was man erreichen möchte, viel besser bedenken.

Also liebe Eltern, Großeltern, Erziehende, lassen Sie uns überlegen: Wie mache ich mein Kind unglücklich?

Mit Gewalt? Ja, aber das ist plump. Das fällt auf. Es geht viel subtiler, untergründiger: Wenn ihr euer Kind unglücklich machen wollt,

- dann fangt bitte ab sofort an, es zu messen und zu vergleichen. Messt und wertet alles, was es kann und nicht kann, haltet es fest - und haltet es ihm vor.

- Vergleicht es mit anderen Kindern gleichen Alters und seht, ob es mitkommt. Vor allem: lobt es nur, wenn es mehr kann als andere, mehr leistet, besser isst und trinkt, mehr lächelt; später auch nur, wenn es früher als andere viele Worte spricht, ganze Sätze bildet und schöner malt.

- Wenn es das nicht kann, dann - nein, schlagt es nicht; ich sagte ja, es geht subtiler! - dann straft es mit Nichtbeachtung; sagt gar nichts. Aber lasst das Kind merken, dass es nicht genügt; dass es nicht gut genug ist, wenn es andere nicht übertrifft.

- Lacht mit eurem Kind nur, wenn es tut, was ihr erwartet und verzieht keine Miene, wenn es traurig aussieht.

- Schärft eurem heranwachsenden Kind ein, dass nur der gut ist, der besser ist als andere - und wenn es dem nicht entspricht, dann lasst eure Ablehnung spüren; ein leiser Unterton der ständigen Unzufriedenheit genügt.

- Wenn das Kind etwas haben möchte, dann baut davor immer genügend hohe Hürden auf.
Nein, nein, nicht wenn es um materielle Dinge geht: Spielzeug, CD-, DVD- Player, Computer.. Das könnt ihr ihm alles zweifach ins Kinder- oder Jugendzimmer stellen; nein, wenn es um eure Zuneigung geht, dann schraubt die Bedingungen hoch;

- wenn es darum geht, das Gefühl des Vertrauens und des Geborgen seins zu erhalten, dann setzt Bedingungen: wenn nicht das beste Zeugnis nach Hause gebracht wird, nehmt ihr das Kind nicht in den Arm; wenn es nicht die tägliche Erfolgsmeldung vorweisen kann, dann lasst das Kind merken, dass es zu schlecht ist.

Habt es nur lieb, wenn es alle Bedingungen, die ihr stellt, erfüllt ...
Abwegig erscheint ein solch böser Rat an die Eltern eines Kindes auf den ersten Blick. Doch er wird vielfach befolgt.

Und das Ergebnis? Kinder, die sich nicht akzeptiert fühlen; ungeliebt zweifeln sie an sich selbst und ihrem Wert; sie neigen zur Aggression oder umgekehrt zur Depression. Vielleicht werden die Kinder auch erfolgreich, denn sie sind intelligent und fleißig. Aber sie werden kaum dankbar sein können. Liebe kennen sie nur im Tauschhandel gegen Leistung. Tiefe Freundschaften? Fehlanzeige. Dafür vielleicht Macht über andere. Eventuell sogar Karriere. Nur glücklich werden sie eben nicht.

Aber das sollen sie doch! meinen Sie? Dann hilft nur eins: Machen Sie es wie Gott. Der liebt uns, einfach so, ohne Bezahlung.

Quelle: http://www.kirche-detmold.de/Verschiedenes/Morgenandachten.html

1

Ach und deshalb straft DEIN Gott immer???

Siehe Hiob!

Völliger Mist was du im Namen eines Idioten verkündest!

2

Ja, ich hatte noch überlegt, den Teil mit "Gott" wegzulassen, weil man ja mit dem keinem mehr kommen kann. Außer an Weihnachten. CD-Player usw. ;-)

Vielleicht hast du ja ab davon den Sinn des Textes verstanden. Falls nicht, hier eine kleine Hilfestellung, dann klappt es sicher:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ironie

Liebe Grüße
Sabine

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Gott, Ironie, Wikepedia?

naja jeder so wie er mag. Ich lehne solch einen Gott ab.

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Liebe Sabine,

ich finde Deine Beiträge ansonsten immer sehr informativ und bereichernd, aber dieses Mal finde ich das leider nicht.
Schade.

Sweety

6

Hmmm, nun muss ich wirklich nochmal fragen:

Es geht in dem Text darum, sein Kind anzunehmen wie es ist und nicht erst dann, wenn es alle Elternwünsche erfüllt. Ist das tatsächlich falsch? Ein Kind "einfach so" lieben?

Ich bin vor ein paar Tagen mit meiner Schwester böse aneinander geraten. Sie hat drei Kinder und kann mit keinem von ihnen einen normalen Satz sprechen. Immer klingt da ein Unterton von "Du nervst mich, du könntest das besser, du hättest das anders machen sollen" mit.

Und die Kids versuchen alles, um es ihr recht zu machen, aber melden auch eigene Wünsche und Bedürfnisse an und wollen in ihren Schwächen aufgefangen werden.

Aber sie werden es nicht, sondern sie werden nur noch mehr kritisiert. "Du musst, du sollst, du hättest". Und die Kids kommen trotzdem immer wieder zu ihr, wollen in den Arm genommen werden um vielleicht doch mal in einem normalen Ton hören "Ich hab` dich lieb so wie du bist."

Natürlich will meine Schwester, dass ihre Kinder glücklich sind. Komisch nur, dass sie es auf diese seltsame Art und Weise probiert, die die Kids nur verunsichert.

"Höher, schneller, weiter, damit mal was aus den Kindern wird"

Aber sie sind doch schon was!!!! Und das, was sie sind ist es doch wert, geliebt und angenommen zu werden, oder etwas nicht?

Um nichts anderes als darum, Kinder anzunehmen, auch und gerade mit ihren Schwächen, geht es in dem Text.

Schade, er wird wohl nicht so verstanden. Oder ich verstehe ihn komplett anders als alle (?) anderen ;-)

Liebe Grüße und soviel von mir,
Sabine

18

Ich hab es verstanden und es hat gut getan mal wieder etwas in dieser Richtung zu lesen.

*Aber sie sind doch schon was!!!! Und das, was sie sind ist es doch wert, geliebt und angenommen zu werden, oder etwas nicht?*

Ja das sind sie, nur leider wird in unserem knallharten Alltag genau das vergessen.

Ich selber erlebe es gerade an meiner Familie. Ich liebe meine Kinder so wie sie sind...kann es aber nicht immer so leben oder zeigen wie es sein sollte.
Der Druck von außen unsere schwierige Situation, und über ein Jahr Stress von Nachbarn und Vermieter...und es allen recht machen zu wollen...Angst um das zu Hause...machen es manchmal so schwer das wichtigste niemals zu vergessen.
Nämlich das jedes Kind etwas besonderes ist...und jedes Kind das recht darauf hat bedingungslos geliebt zu werden.

Zu schnell wird man vom Strudel mitgerissen und vor lauter wirbeln kann man nicht mehr deutlich sehen.

Aber zum Glück kommt in schwierigen Zeiten immer von irgendwo ein kleines Zeichen und man wird wieder erinnert...damit man den Abgrund nicht ganz runter purzelt...das man das aufrappeln wieder schafft.

LG Kerstin

4

Hey...

#herzlich
der Text ist klasse - auch wenn der Teil mit Gott Geschmackssache ist;-)


lg

melanie

7

#schwitz

Danke, ich dachte schon, ich müsste meinen ehemaligen Deutschlehrer bitten, meine Note für Textinterpretation zu ändern, weil ich so daneben liege. Beim nächsten mal vielleicht besser ohne göttlichen Bezug ;-)

Liebe Grüße
Sabine

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*gg*

Also mein Deutschlehrer(der neben mir sitzt und mit dem ich mittlerweile verheiratet bin ;-)) findet den Text klasse und leider alzu realitätsnah#schmoll..er überlegt sogar, ihn im Unterricht zu verwenden(Gymnasium Mittel- und Oberstufe)!

Also, so schlecht kanns nicht sein*lach*


lg

melanie

9

Hallo,

es ist doch ganz einfach. Man kann hier sicherlich gut unterscheiden, sofern man das kann.

Kritik ist nichts schlechtes und führt dazu, unsere Fehler erkennen zu können und effektiv zu ändern.
Also sollte das Verhalten/Tun kritisiert werden (sofern das angemessen ist) und nicht die Person ansich!

D. h. im Klartext eine wertschätzende Erziehung mit bedingungsloser Liebe.

Leider sind Menschen in Zeiten des Überflusses und der Sorglosigkeit (noch geht es vielen gut) kaum mehr in der Lage an Gott zu glauben. Ich gehe in keine Kirche und ich bin auch keine Christin (im Verständnis dieser), aber ich glaube an GOTT.

Er liebt bestimmt jeden Mensch, auch die "missratenen" und jene, die anderen keine bedingunglose Liebe schenken können, die hört er nie auf zu lieben...

so wünsche ich mir Gott ...

so stell ich ihn mir vor!

Grüße Susisu

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Ich stimme dir voll und ganz zu , auch wenn ich keiner Monotheistischen Religion angehöre und die Aussagen hier im Text haben auch nichts mit dem liebenden Gott für mich zu tun.
LG Ewa

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Hui, dass die Erwähnung von Gott für manche gleich den ganzen Text entwertet... #kratz

Aber jedem das Seine.

Ich finde den Text sehr schön.

LG Steffi - die für Leistungdenken nicht viel übrig hat... und deren Tochter sich vielleicht ausgerechnet darum ihre Mama ausgesucht hat :-P

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Hallo,

ein toller Text und eigentlich ganz klar um was es geht.

Laß Gott ruhig mit dabeistehen. Denn die Liebe ist doch das wichtigste was wir als Menschen erfahren.

Grüßle :-)

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Ich finde den Text sehr schön,wenn auch das mit dem Gott nicht soo unbedingt,aber an sich ist es mal eine schöne abwechslung zu den anderen Threads.
lG germany#liebdrueck

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danke für den netten schmunzler, den du mit diesem text in mein gesicht gezaubert hast.#herzlich

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