glückliche Kinder kommen aus einem strengen Elternhaus!

Hallo,
bin letztens im Buchgeschäft über einen Erziehungsklassiker gestolpert (Das Geheimnis glücklicher Kinder von Steve Biddulph). Ich habe ein bischen darin geblättert und konte kaum aufhören zu lesen, so flüssig und logisch war das Buch verfasst. Also nahm ich es mit und las es zu Hause recht schnell durch. Einige Dinge brachten mich zum Nachdenken.
zb die Aussage, daß wir unsere Kinder extrem beeinflussen mit den typischen 'Du bist...' - Sätzen. Mein großer Sohn (15J) zB ist recht faul. Wie ich nun aus dem Buch erfahren habe, ist das womöglich meine Schuld!!! Wenn man einem Kind ständig sagt 'Du bist...' dann ist dieses Kind irgendwann auch ..., denn man bläut es ihm ja regelrecht ein!

Gut, ich habe meine Konsequenzen gezogen und sage meinen Sohn nicht mehr, daß er faul ist. (Auch wenn er es ist) und auch wenn es nun recht spät ist, aber vielleicht hilft es ja. Ich sag jetzt:'Ich weiss, daß Du keine Lust hast, aber wenn Du dich mal mit der Arbeit beginnst, wirst Du sehen wie schnell du das erledigen kannst. Du bist ja ein gescheiter Bub und hast das Ruck Zuck gemacht!'

Also: Sätze positiv formulieren. Man kann zwar schon sagen 'Du bist faul' aber nicht so gererell, besser: 'Heute bist Du faul!'

Was mich in meinem Erziehungsstil dagegen bestätigt hat:

Glückliche Kinder kommen aus strengen, aber liebevollen Familien!

Biddulph unterscheidet zw. 3 Typen:
- Aggressive Eltern: sie sind ständig auf 100 und ihre Kinder können eigentlich nichts richtig machen. sie sehen alles im Zusammenhang mit den Kindern negativ und schieben auch ihr eigenes Unvermögen auf die Belastung durch die Kinder.

- Passive Eltern. Die Kinder bestimmen alles. Die Eltern geben den Kindern nach um deren Kreativität nicht zu stören. Da es sehr anstrengend ist, den Kindern alles zu erlauben, stammen Eltern, die ihre Kinder mißhandeln häufig aus dieser Kategorie: Scheue, schüchterne Eltern die irgendwann, nachdem es lange geköchelt hat, explodieren.

- Bestimmt auftretende Eltern: sie sind entschlossen, innerlich gefestigt und entspannt. ihre Kinder erfahren, daß das was die Eltern sagen Gültigkeit hat. Sie werden dadurch weder beschämt noch herabgesetzt. Sie stellen Forderungen zu denen sie ohne Zweifel berechtigt sind , sind unmißverständlich und geben nicht nach. sie haben keine Angst vor Konflikten und setzen ihre Regeln konsequent durch.

Kinder strenger Eltern gehören nach Biddulph deshalb zu den stabilsten und glücklichsten Kindern, da sie zum einen wissen, daß sie geliebt und geschätzt werden und zum andern genau wissen, welche Regeln gelten und wie man sich aus Schwierigkeiten heraushält und in der Folge werden diese Kinder nur selten bestraft!

Ich kann Euch das Buch nur empfehlen. Wie gesagt, es sind schon einige Weisheiten drin, an die man im Alltag gar nicht bedenkt und die einem erst bewusst werden wenn man es plötzlich so theoretisch serviert bekommt und sich selbst sagt: Ja, stimmt eigentlich. Klingt logisch!

lg
Mia

PS: das Buch kostet so um die 8 Euro (Taschenbuchausgabe)

1

Hallo,

ich finde das Buch auch sehr schön. Habe gesehen, daß Du einen kleinen Jungen hast. Es gibt von Biddulph noch ein weiteres Büchlein: "Jungen, wie sie glücklich heranwachsen". Wäre vielleicht auch lesenswert für Dich...mir zumindest hat es gut gefallen, denn Jungs scheinen wohl doch ganz anders als Mädchen zu sein ;-)

Mir gefällt diese humorvolle Art sehr gut. Ist schön zu lesen, weder abgehoben noch zu theoretisch, wie viele andere Erziehungsratgeber.
In den Alltagsbeispielen der Buchreihe habe ich mich des öfteren selbst erkannt #schock

L.G.
zwillima

10

Hallo,
danke für den Tipp. Werd ich mir auf jeden Fall besorgen!

lg
Mia

2

anscheinend ist strenge für ihn etwas anderes als für mich ;-)




wenn dir dies buch gefallen, kann ich dir "die familienkonferenz" von thomas gordon empfehlen :-)


lg
ayshe

3

das diese "du bist.." floskeln nicht "gut" sein sollen und kinder schnell entmutigen habe ich schon oft bei der supernanny gesehen..

das allerdings kinder aus strengen familien glücklicher sind, glaube ich nicht und kann ich auch nicht bestätigen.


dafür müsste man erst mal definieren was streng ist...



>>>Kinder strenger Eltern gehören nach Biddulph deshalb zu den stabilsten und glücklichsten Kindern, da sie zum einen wissen, daß sie geliebt und geschätzt werden >>>

zudem hat strenge nichts mit liebevoll zu tun.

5

Hallo,

das "streng" ist wohl etwas unglücklich ausgedrückt. Da ich diese Bücher selbst auch gelesen habe, kann ich sagen, daß es nicht um strenge Erziehung im klassischen Sinne geht.

Es geht eher um ein bestimmtes Auftreten, was im Ausgangsposting unter anderem auch geschrieben wurde. bestimmtes, selbstsicheres Auftreten, gibt auch dem Kind eine gewisse Sicherheit.
Wer an sich selbst zweifelt und zögerlich handelt, gibt seinem Kind das Gefühl, daß es den Eltern nicht trauen kann und nicht in sicheren Händen ist.

L.G.
zwillima

6

hallo


die wortwahl war vielleicht etwas unglücklich gewählt, denn streng bedeutet nicht gleich glücklich. aber ja ich glaube auch das selbstsicheres und konsequentes auftreten der elter, das "selbstbewusstsein" der kinder stärkt, wenn man das so ausdrücken kann.


in dem sinne einen schönen tag#tasse

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Ja, ich möchte aggrolady zustimmen. Bestimmt auftretende Eltern sind bestimmt von den oben genannten, die "beste" Variation, aber es gibt auch "zu strenge" Eltern unter denen die kids leiden, das sollte hierbei nicht vergessen werden. Bestimmt und konsequent ist gut für die kids, Strenge mag hin und wieder auch nötig sein, aber zu viel Strenge ist auch nicht gut und zu locker ist ebenfalls nicht gut! Haha, #bla, wie auch immer, das wollte ich halt noch loswerden. #kratz:-D

7

Eltern in drei Typen zu unterteilen scheint mir schon sehr oberflächlich ;-)

8

Hallo Mia,
habe auch dieses Buch (und noch einige andere Erziehungsbücher)gelesen, und ich finde dieses auch sehr lesenswert. So kann jeder rausnehmen, was er in seine Erziehung der Kinder einbinden kann und das ist auch gut so. Ich bin von Beruf Sozialpädagogin, also weiß theoretisch schon einiges über Erziehung, aber jeder weiß dass Theorie und Praxis oft sehr weit auseinander liegen können.
Konsequenz, Liebe und viel Geduld sind schon wichtige Bestandteile in der Erziehung, ich denke dass es sehr wichtig ist, den Kindern einen festgesteckten Rahmen zu geben, den man als Eltern & Kinder gut einhalten kann. Auch braucht es klare Ansagen und viele geduldige Erklärungen seitens der Eltern. Das Buch ist auf jeden Fall sehr interessant!!
LG
Nadine mit 2 Mädels & #baby 32.SSW

11

Hallo,

ich hab zwar diese Buch noch nicht gelesen, kann mich aber dieser These nur anschließen.
Immerhin sind bestimmende Eltern, Eltern, die ihrem Kind Orientierung und Sicherheit bieten. Eltern, die sich nicht durchzusetzen wissen, überlassen Kindern Entschlüsse, die sie zum Teil selbst nicht entscheiden können.
Wichtig ist auch immer die Erklärung, warum ich was tue. So ist ein Verbot klar zu erläutern (warum und so weiter). Eine Sanktion bei Verstoß gegen dieser Verbot, sollte auch klar für das Kind sein. Dann sollte diese bei einem Verstoß jedoch auch eingehalten werden, (denn damit hat das Kind ja rechnen können).
Allerdings sollte man einem Kind auch immer die Möglichkeit bieten, Strenge abmildern zu können.
Beispiel: Kind lügt, erwähnt keine Hausaufgaben, obwohl es welche auf hat.
Macht es dies erneut, muss es mit Computerverbot etc (was eben in der Freizeit des Kindes maßgebend ist) rechnen. (Klare Formulierung und erklärung einer Sanktion.)
Hier setzen die Eltern evtl. eine Woche an.
Dass ist für ein Kind schon schlimm genug. Man kann ja dann, sollte es danach seine Hausaufgaben gewissenhaft (so zwei oder drei Tage gemacht haben) ihm entgegen kommen, dass es, wenn das weiter so toll klappt schon nach vier Tagen wieder 1 Stunde am Computer spielen kann.

Eltern sollten immer auch Menschen bleiben und sich nicht nur von Büchern und Erziehungsregeln abhängig machen. Familien sind unterschiedlich und das ist auch gut. Kinder die andere Familien (wegen derer Regelstrukturen) besser finden, gibt es immer wieder. Das sollte Eltern nicht ermutigen, sondern sie auffordern mit ihrem Kind gemeinsam ein Regelkatalog (hört sich komisch an) zu erstellen.
Das Kind darf (sofern es alt genug) mitbestimmen, was folgt, wenn bestimmte Verbote gebrochen wurden.

(Kinder können da manchmal noch härter sein!)

Dass, Du bist..., ist nie gut. Hier wird eine Person in ihrer Persönlichkeit angekriffen. Man kann auch sagen, dass man findet jemand sei faul. "Paul, ich habe das Gefühl, du bist zur Zeit faul." Hier kann das Gegenüber sind erklären und muss sich nicht gleich verurteilt fühlen.
Es gibt auch tolle Gesprächsführungen nach Rogers. Aber das wäre nun zu viel des Guten.

Bitte bitte, seit immer authentisch und tut keine Dinge, die sich zwar gut anhören, aber nicht in eure Familie passen und nicht konsequent durchgezogen werden.
Sowas irritiert Kinder und sie verlieren den nötigen Halt. Sie verlassen sich doch darauf, dass wir Erwachsenen "alles" wissen und können.

*schmunzel*

Susisu

12

Hallo,

da hast du auf jeden Fall recht. Man muss immer authentisch bleiben im Leben, egal ob bei der Erziehung oder sonstwo.

Man kann sich aber in solchen Büchern auch wiederfinden und mal darüber nachdenken, ob das 'natürliche' Verhalten immer optimal ist. Wie gesagt, bei mir war es das Kapitel mit den 'Du bist...' Sätzen, wo ich mich echt wiedererkannte. Und man sagt das im Alltag so schnell : 'Du bist so faul!' 'Du bist so ungeduldig' 'Du bist so wehleidig'...
Meinen Kleinen Sohn (6 Mon) sag ich jetzt schon immer 'Du bist ja so brav!' wenn er mal ohne quengeln wartet bis ich was fertig gemacht habe.... mal schauen ob es wirkt #freu #schein

Ich denke, daß ist aber keine Seltenheit. Meine Freundin hat 2 Kinder (2 u 3 J) und sehr oft erwähnt sie, die Große ist die stürmische und kontaktfreudige und die Kleine die ängstliche und schüchterne. Vor kurzem hab ich mit ihr darüber gesprochen (jetzt wo ich so gescheit :-p bin) und hab sie auch mal darauf aufmerksam gemacht, daß die Kinder vielleicht gar keine Möglichkeit haben anders gesehen zu werden, weil sie ja schon fix in dieser Schublade drinstecken. Sie hat das dann auch so gesehen und gemeint, ja vielleicht sollte sie es wirklich nicht ständig erwähnen...

Ich denke nicht, daß man sich total verstellen sollte und nach 'Lehrbuch' agieren. Aber man kann ja mal darüber nachdenken und sich ab und zu bewusst machen welche Reaktionen man auslöst mit seinem Verhalten. Von daher finde ich diese Ratgeber gut und absolut lesenswert.
Sicher wird auch einiges dabei sein, wo man ganz anderer Meinung ist aber man nimmt sich ja nur das, was einem anspricht für sich mit.

glg
Mia

33

Hallo Mia,

da muss ich Dir auch Recht geben.

Es ist total gut, dass Du Dein Kind auch positiv verstärkst, denn oft fällt den Eltern nur das Negative sofort auf und wenn es dann mal ein erwünschtes Verhalten zeigt, vergessen sie ganz das Kind dann zu loben.

Ich denke auch, dass man öfter mal über sein Verhalten nachdenken sollte und sich kritisch hinterfragt, ob man richtig handelt oder evtl. zu engstirnig in seiner Person ist, sodass andere um einen gar nicht wachsen bzw. sich ändern können.
Das mit dem "Du bist..." sehe ich auch so. Aber das erwähnte ich ja schon.
Daher haben pädagogische Lektüren sicherlich ihr Gutes. Ich hab schließlich eine Ausbildung hinter mir, in der ich genug solches Zeug lernen musst und ich finde, dass es nicht nur im Umgang mit Kindern erstrebenswert ist, sondern auch im Bezug auf Erwachsene, denn fühlen diese sich verstanden, sind sie auch in der Lage ihre Kinder verstehen zu lernen. (Hier sehe ich oft eine Kette ohne Ende, weil das eine vom anderen oft abhängt.)

Besonders gut finde ich es auch, wenn Eltern ihren Kindern gegenüber Fehler eingestehen können und die Kinder merken, dass auch Eltern nie auslernen und sich mal irren oder schlecht Handeln können.
Wer ist schon perfekt?!
Aber das macht uns Menschen ja aus, denn sonst wären wir ja von einem andern Planet, oder?

Alles liebe noch zu Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!

LG susisu

13

Allerdings sind auch Weisheiten drin, die die Welt nicht braucht.
Kind in die Ecke stellen bei Ungehorsam, Schüchternheit = Trotzverhalten, was gebrochen werden muss.
Ein Trotzanfall muss bestraft werden, Kind muss erklären, warum es ausgerastet ist. (Wie soll ein 2-jähriges Kind das tun?)

Ich empfehle: In Liebe wachsen.

15

ach deshalb habe ich es nicht gelesen #schock


nee, also das läuft ja dann doch wieder unter machtgehabe und auch noch NICHT altersgerechte reaktion.

nee, schrecklich!

22

Was denkst Du, was man mit einem Kind machen sollte, daß sich absichtlich daneben benimmt und sich selbst oder anderen Schaden zufügt?
Es muß doch wohl eine Möglichkeit geben, dieses Kind zu bremsen. Dabei empfinde ich " in die Ecke stellen" oder "vor die Tür gehen" als eine ganz humane Lösung. Es geht hierbei nicht um Strafe.

Natürlich kann ein ein Kind lernen, zu erklären. Vielleicht noch nicht mit zwei, aber spätestens mit drei Jahren. Ich handhabe es grunsätzlich so mit meinen Kindern, daß sie mir erklären sollen, warum sie dies oder jenes angestellt haben. Oft mit erstaunlichem Ergebnis.

Weisheiten, die die Welt nicht braucht....spätestens im Kindergarten wird jedes Kind mal in der Ecke stehen/sitzen oder vor die Tür geschickt werden. Wie sollte eine Erzieherin wohl sonst reagieren, wenn ein Kind permanet stört und durch Worte in diesem Moment nicht zu beeinflussen ist.

Daß Trotzanfälle bestraft werden sollen, ist mir nicht bekannt.

Auch stimmt es nicht, daß Schüchternheit mit Trotz gleichgesetzt wird. Es wird beschrieben, wie Schüchternheit entsteht und wie man diesen Kindern helfen kann, es zu überwinden.
Was ab einem gewissen Alter, ab 3 oder 4 Jahren durchaus bedeuten kann, daß man von einem Kind verlangen darf, zumindest "Hallo" zu sagen.
Auch dies, wird das Kind spätestens im Kindergarten lernen müssen. Begrüßung und Verabschiedung gehören einfach dazu.

Wie einfach für das Kind, wenn es dies bereits zu Hause gelernt hat.

L.G.
zwillima

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17

Hi,

also ich weiss jetzt gar nicht, als was ich mich bezeichnen darf...
Meine Tochter bekommt alle LIebe, darf mehr als die meisten Kinder, lernt jedoch die wichtigsten Regeln, die im Leben miteinander unumgänglich sind.
Wie nennt man diese ERziehung jetzt?
LG Birgit

18

kann wohl keiner sagen ;-)


19

na is ja mal super dass man da nicht einfach in eine SChublade passt sondern in mehrere, oder?
LG Birgit

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