Ich weiß mit meinem 12 jährigen nicht mehr weiter...

Guten Tag

Ich bräuchte einmal bitte Rat, Erfahrungen usw...

Ich schreibe in schwarz, da ich erstmal unerkannt bleiben möchte und es mir unangenehm ist, dass ich mit meinem Kind nicht weiter komme....obwohl...Ich vom Beruf sogar Erzieherin bin.....

Seit Beginn der Grundschule tut mein Sohn sich sehr schwer, was die Lust für die Schule, mit allem was dazu gehört, betrifft. Am Anfang dachte ich halt noch, ist normal, muss er erst kennenlernen und er ist ja noch klein....
Nun ist er in der 6. Klasse, (noch) Realschule und es wird immer schlimmer...die Noten, überwiegend fünfen, mal eine 4 oder 3 dazwischen. Selten eine 2.
Nun hat er im letzten halb Jahr alle Mathearbeiten 5 geschrieben.
Die letzten Mathestunden keine Hausaufgaben gemacht (ich kontrolliere sein Hausaufgabenbuch, aber wenn er nicht alles aufschreibt?!)
Er notiert sich keine Daten für Klassenarbeiten oder Tests.
Von den Lehrern höre ich ständig, dass er immer wieder umgesetzt wird, er stört den Unterricht, hört nicht zu, arbeitet nicht ordentlich etc.
Lernen zu Hause eine Katastrophe...In einer Stunde schreibt er 15/20 Vokabeln ab...Das wars...
Wenn ich ihn auffordere anderes zu lernen/wiederholen, wird gemotzt und getobt und haut ab nach draußen...
(Einmal, aber wirklich nur einmal, seit dem nicht wieder, hat er mich durchgehend an geschrien und zwei Treppenstufen, die in seinem Zimmer sind, runter geschubst und sich dann in die Haupttreppe gestellt und mir den Weg nach unten versperrt, als ich ihm die Playstation weggenommen habe. Es ist aber nicht wieder vorgekommen und ich glaube, er hat sich selber erschrocken)

Zu Hause:

Wenn man ihn um etwas bittet Bspw. Geschirrspüler leeren, Müll rausbringen - motzen und stöhnen und gemecker.
In seinem Zimmer machen ich schon nicht mehr weit rein, auch da kann man sagen, meckern ,drohen oder was auch immer - er hat keinen Bock Ordnung und Sauberkeit zu halten.

Konsequenzen die ich schon gesetzt habe:
- keine Freunde hier
- er geht zu keinem Freund
- Handy weg
- Playstation weg
- Fernseh verbot
- nichts süßes

Resultat: erst wird wütend getobt, gefolgt von "mir doch egal!!"
Er fragt dann auch nicht mehr...

Was soll ich tun?
Er sagt uns direkt ins Gesicht, er hat keinen Bock auf Schule oder generell was zu tun (wir haben es schon mit Geld versucht, er hält max. 10 Minuten durch, dann hat er keinen Bock mehr oder Kopfschmerzen oder es ist zu wenig Geld für die Arbeit Bspw. Rasen mähen 10 €, Panda putzen 15€ ... )

Wir haben ihm auch erzählt von uns früher, was wir machen mussten ohne Geld dafür zu bekommen, oder was wir gemacht haben um Geld zu bekommen ,zu Hause oder in der Nachbarschaft...
"Mir doch egal und ich bin nicht ihr"

Ich hab noch drei kleine Kinder hier und ich bin mit meinen Nerven am Ende und fast täglich eine tickende Zeitbombe...
Jeden Tag knallt es hier....

Das einzige was ich möchte ist, dass mein Sohn einen guten Realschulabschluss bekommt und eine Ausbildung nach seinen Wünschen machen kann...
Seine Reaktion, als ich ihm meinen Wunsch für ihn gesagt habe:

"Du weißt doch, man bekommt auch ohne Arbeit genug Geld für eine Wohnung und ein Auto"
(Sein Erzeuger ist gemeint)

Mein Sohn weiß zB. auch, wie es bei mir früher war, ich hab ihn sehr jung bekommen, mit ihm meine Ausbildungen gemacht, Führerschein gemacht, aus meinem Elternhaus ausgezogen und für uns zwei eine eigene kleine Wohnung schön gemacht, OHNE Unterhalt und OHNE staatliche Unterstützung (war mit 20€ über die Grenze) und ab dem 6. Lebensjahr fiel damals der Unterhaltvorschuss weg. Wir zwei hatten 1200€ zum Leben mit ALLEN Abzügen, sprich Miete, Nebenkosten, Auto, Versicherungen, und das was wir zum Leben brauchten, seine Betreuungskosten in der Ogata mit Mittagessen etc...
Interessiert ihn nicht...

Hat jemand "Erziehungstipps" ... Ich weiß nicht weiter...

Achso, die Schulsozialpädagogin war schon hier, ihre Anforderungen nimmt er sich auch nicht zu Herzen, was die Schule betrifft... Und nun läuft aufgrund Corona ja nichts weiter...

Was aber glaube ich eh auch nichts bringt...

Es wurde sehr lang.. entschuldigt bitte...es musste raus...

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Hallo :)
Ich war in einer wirklich sehr ähnlichen Situation, vielleicht noch ein wenig schlimmer 🙃
Ich habe meinen ersten Sohn sehr früh bekommen, musste Führerschein und Ausbildung auch erst machen. Wir hatten aber eine gute Unterstützung meiner Eltern.
Im Grundschulalter wurde bei meinem Sohn ADHS und eine Rechenschwäche festgestellt. Ab da ging er wöchentlich zu einer Psychologin und hatte ein Dyskalkulietraining. Gebracht hat es sich nichts.
Seine Motivation für die Schule verschwand immer mehr, so mit 12 Jahren (wie bei euch) wurde es am Schlimmsten. Er wollte für die Schule nichts mehr machen, hatte sehr viele negative Noten und musste eine Klasse wiederholen. Die Schuldige - natürlich ich. Er ging verbal wirklich heftig auf mich los. Angefasst hat er mich nie, aber den Weg versperren, Türen zuhalten, Licht abdrehen, mir irgendetwas wegnehmen usw. - ich kam echt an meine Grenzen und ich hatte auch noch zwei kleinere Kinder zu Hause. Fast jeden Abend hab ich mit meiner Mutter telefoniert, in erster Linie, um mich auszuheulen aber auch, um Zuspruch und Ratschläge zu erhalten. Wir hatten zwei Termine bei einem Psychiater, mehr nicht, da er sich weigerte.
Irgendwann hab ich mich abends hingesetzt und überlegt, was mir wichtig ist. Warum ist mein Sohn so unzufrieden? Warum ärgert er mich bewusst? Mache vielleicht ich selbst etwas falsch? Es vielen mir einige Punkte ein, die ich ändern musste, nicht er.
Erstmal hab ich mich mit der Schule in Verbindung gesetzt, ihnen alle Unterlagen der Psychologin gebracht und einen Antrag für den sonderpädagogischen Lehrplan für Mathematik gestellt. Denn wichtig war mir, dass es ihm besser geht, dass er wieder zufrieden mit sich selbst sein kann. Wie kann man denn auch motiviert sein, wenn man ohnehin nur negative Noten hat? Ein Teufelskreis.
Ich habe ihm nichts mehr weggenommen. Denn das führte ja sowieso nur zu mehr Frust und hatte ehrlich gesagt nie einen Sinn. Das war ein Machtkampf, aber nie zielführend.
Jeden Abend hab ich mir ein paar Minuten genommen und wir sind in seinem Bett gegessen, haben über den Tag geplaudert, er so wie auch ich konnten berichten, was uns gefallen hat und was nicht. Und ganz egal wie schlimm der Tag war, welche schrecklich beleidigenden Worte er mir an den Kopf geworfen hat, dieser Plauderabend fand statt. Ich habe ihn für alles gelobt, das er gut gemacht hat. Geht man da mal in sich und überlegt, gibt es wahnsinnig viele Dinge, die das Kind toll macht. Man darf nicht nachtragend sein. Auch wenn es vorher gerade noch Stress bei den Hausaufgaben gab, so ist es trotzdem toll und zuvorkommend, wenn er den Tisch deckt ohne Aufforderung. Das darf man nicht außer Acht lassen.
Es hat sich laufend gebessert. Von seinen Erfolgserlebnissen in der Schule haben wir alle profitiert. Er, weil er wieder Motivation fand und auch in den anderen Fächern bessere Noten wollte und wir, weil er zu Hause viel ausgeglichener war.
Ob es nun bloß ein Reifeprozess war oder meine eigene Einstellung viel dazu beigetragen hat, weiß ich nicht. Aber es läuft hier so harmonisch wie noch nie zuvor.
Er ist nun fast 15 Jahre alt, seine Geschwister sind 10 und fast 3. Ich bin 30.
Er lernt selbstständig, lässt keine Aufgaben aus und gibt sich Mühe. Seine Noten meist 1 oder 2, selten 3. Er ist hilfsbereit, achtet sehr darauf, wie er etwas zu mir sagt. Er wurde sehr kommunikativ und wir plaudern gern. Er hilft im Haushalt und kümmert sich allein um sein Zimmer und um seine Wäsche. Er wirkt einfach generell glücklich. Er hängt auch viel weniger an seinem Handy, obwohl es da keine Einschränkungen gab. Ich kann mich echt über nichts mehr beschweren. Kaum zu glauben, wenn ich daran denke, wie oft ich damals geweint habe, verzweifelt war und in manchen Momenten ihn am liebsten einfach vor die Tür gesetzt hätte. Dabei ist er ein so toller Junge, der einfach viel Unterstützung und Hilfe gebraucht hat, der sehr sensibel ist und einfach allein nicht damit zurecht kam.
Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber ich denke, es ist schön zu lesen, dass du nicht allein damit bist und dass es besser werden kann.
Ich wünsche euch alles Gute!

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Hallo, ich danke für die Antworten und ich antworte hier für alle Beiträge.

Ich war mit meinem Sohn 2018 schon bei einer Kinderpsychologin und beim Pädaudiologen.
Es wurden sämtliche Tests gemacht.
Mein Sohn ist kerngesund.
Mittlerweile werde ich auch schon als paranoid und unfähig dargestellt, weil er kerngesund ist und ich einfach nicht mit einem pubertären Kind umgehen kann.
Naja, vielleicht ist das ja so ... ?

@ana

Deine Ansätze finde ich sehr gut.
Ich habe mich schon sehr sehr oft gefragt, was ihm fehlen könnte, ob er sich nicht wohl fühlt usw.
Natürlich habe ich auch schon das Gespräch mit ihm geführt wo immer nur als Rückmeldung kam, dass es ihm gut geht.
Natürlich stehe ich schon mit der Schule in Verbindung.
Die Schulsozialarbeiterin war auch schon hier, hat mit ihm gesprochen, mit mir gesprochen mit uns zusammen gesprochen und in der Schule mit ihm gesprochen.
Wir haben Lösungsmöglichkeiten gesucht, die er hier abgenickt, aber nicht umgesetzt hat.

Deinen Ansatz, dass ich mich jeden Abend mit ihm aufs Bett setze und über unseren Tag spreche, werde ich umsetzen, vielen Dank.

Natürlich lobe ich meinen Sohn auch für die Dinge die er gut macht.
Jedoch sind es "nur" Dinge wie zB. Wenn er MAL was gezeichnet oder draußen was gebaut hat oder mit seinen Geschwistern gespielt hat.
Hier im Haus macht er nur nach mehrfachem Aufforderung dann mit Wut etwas und den Tisch deckt er nur für sich und räumt nur das was er genutzt hat ab.
Aber bestimmt finde ich noch mehr positives, wenn ich mal in mich gehe.

Ich hoffe sehr, dass es hier dann auch ein Reifeprozess ist und sich wieder bessert.
Oftmals zweifel ich nämlich schon an mir.... 😔....dass ich eine echt unfähige Mutter bin...
Und mein Fehler ist auch (dass sage ich ihm aber nicht, dass ist nur in meinem Kopf!) , dass ich ihn mit seinem Erzeuger vergleiche, der nicht arbeitet und sich vom Staat aushalten lässt...

Naja...

Ich danke dir für deine ausführliche Antwort und das teilen deiner Erfahrung.
Da haben wir tatsächlich etwas gemeinsam.
Und ich bin auch erst 31 Jahre alt.
Ja, es tut wirklich gut jemanden zu sprechen, der das gleiche erlebt hat und schon glücklicherweise daraus ist und Erfolge und Wege aufzeigen kann.

Lieben Dank

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Wart ihr schon beim KJP. Eine Pychologin kann ja keine richtige Diagnostik machen.

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Ich würde mal abklären lassen, ob es ADHS sein kann. Ich finde es hört sich sehr danach an.

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Was ich versuchen würde - egal ob ADHS oder nicht - wäre erstens alle positiven Seiten besonders zu betonen, d.h. ihn wirklich zu loben, wenn er etwas gut macht. Kleine Belohnungen können auch funktionieren. Aber da muss man aufpassen - grosses Risiko, dass er sich dran gewöhnt und dann immer mehr haben will. Lieber Fernsehen, Computerspielen usw. erst nach den Hausaufgaben. Vielleicht auch die Hausaufgaben aufteilen und dann jeweils einen Teil der Hausaufgaben und dann etwas, was ihm Spass macht.

Versuch also auch die Hausaufgaben aufzuteilen. Und wenn du ihm das was in der Schule gerade macht irgendwie näher bringen kannst, dann wäre das auch gut. Und jede Gelegenheit, wo er Schulwissen praktisch anbringen kann und merken kann, dass er das auch gut kann, ist noch besser.


Du kannst auch versuchen, manche Dinge, wo es geht, so zwischendurch abzufragen. Meinen Sohn hab ich beim Essen nach dem kleinen Einmaleins abgefragt, und bis er überhaupt merkte, dass das Mathe ist, hatte er schon zwei, drei Fragen beantwortet. Oder draussen, auf dem Weg irgendwo hin. Vokabeln z.B.

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Hallo und vielen Dank für deine Antwort.

Natürlich loben wir ihn für all das was er gut gemacht.

Die anderen Sachen die du aufgezählt hast, haben wir auch schon durch- wir sind seit 3 jahren damit schon dran ...

Er hat einen sehr guten Freund, seit dem Kindergarten, sie nennen sich Cousins, da er der Neffe meines Mannes ist, er geht auf das Gymnasium.
Es treten immer mehr Situationen auf, in denen der Cousin durchscheinen lässt, dass mein Sohn albern/kindisch/dumm ist.
Meistens merkt mein Sohn das nicht, aber ich.
Z.b. hat der Freund zu letzt gesagt: (lachend) "also wenn mein Deutschlehrer deinen Wunschzettel gelesen hätte, der hätte sich an den Haaren gezogen!"
Ich muss dazu sagen, der "Wunschzettel" war ein kleines Blättchen mit nur 5 gewünschten Gegenständen, also kein Text - da kein Bock zu schreiben und Christkind gibt es nicht.

Mir ist auch aufgefallen, okay, Corona, aber auch schon vor Corona, dass seine Schulfreunde nur noch in der Schule existieren.
Privat gar nicht mehr.
Okay, er hat auch keine Lust sich zu bemühen, sprich in der Schule absprechen, anschließend telefonieren um mit Freund und den Eltern Zeiten auszumachen.
Er meint ich als Mutter müsste das machen, aber Hallo? Wir haben damals schon mit mindestens 8 Jahren mit unseren Freunden telefoniert!
Was ich eigentlich sagen wollte, hab ich auch Sorge, dass seine Freunde sich evtl schon abwenden, weil er sich noch so kindlich, damit mein ich wie ein 5 jähriger, kreischend quietschend rum rennt usw.
Und ja, vom Wissensstand nicht da ist, wo er sein sollte....
Auch mit zwischendurch abfragen, egal welche Fächer, keine Lust, das sagt er auch so.
Ist nichts zu machen.
Selbst auch mit Mengenangaben, hab ich versucht mit backen und kochen ihn zu locken, nichts!
Er sagt klar und deutlich, dass er keine Lust auf Schule hat und das machen will worauf er Lust hat.
Das hat er auch beim ersten Elternsprechtag der Realschule der Lehrerin ins Gesicht gesagt ..

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Aloha,

erstmal würde ich dich gern virtuell in den Arm nehmen. Das liest sich unglaublich hart, frustrierend und anstrengend. Und perspektivlos, wie du grade schreibst.

Was mir einfällt..
-Was habt ihr denn im Grundschulalter gemacht, als euer Sohn aufgefallen ist? Bei uns war es so (mein Sohn wird jetzt im Mai 13), dass er so träumerisch und unaufmerksam war. Allerdings an den Themen durchaus interessiert. Wir haben dann auf Empfehlung der Lehrerin (die sehr nett und um ihn bemüht war) ein Jahr lang alles an Diagnostik im Sozialpädiatrischen Zentrum ausgeschöpft. Letztlich hatten wir keine Diagnose, sind dann aber mit ihm zur Ergotherapie gegangen, die ihm unglaublich geholfen hat, ganz allgemein.
-Habt ihr auch positive Zeit miteinander, also zB gemeinsam spielen, lesen, spazieren gehen, erzählen, abends zusammen auf dem Bett liegen..?
-Hat dein Sohn eine positive Beziehung zu seinen Geschwistern, seinem Vater, deinem Partner?
-Interessiert ihn kein schulisches Thema, also kein Fach oder einzelnes Thema in dem Fach?

Wie hat sich das denn in den sechs Jahren entwickelt, also seit Schulbeginn, wenn es scheinbar stetig bergab ging, wo habt ihr wie versucht gegen zu steuern? Denn er ist ja in dem Sinn nicht nur schulisch auffällig sondern ganz allgemein, also deine Erzählung wirkt ja so, als sei er (nach gewissen wütenden, akuten Ausrastern) dann auch desinteressiert. Was macht er dann, nur in seinem Zimmer sitzen? Oder liest er zB?

Hat er ein Hobby, das ihm wichtig ist? (Nicht die Playstation o.ä.)

Es liest sich, als habe er an einem gewissen Punkt allgemein Interesse, Positivität und auch Respekt verloren. Sowas muß ja normalerweise einen Grund haben? Was ist mit einem Psychologen oder Psychotherapeuten? Bei dem, was du beschreibst, würde ich meinem Kind beim Kinderarzt auf der Matte stehen und erst gehen, wenn ich eine Empfehlung hätte, wo ich hingehen kann. Und dann die genannten Therapeuten besuchen, um Termine zu bekommen.

Alles Gute für euch!!

Ae

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Hallo, hole dir Hilfe, unbedingt. Alleine kommst du nicht mehr weiter mit ihm. Sieh es nicht als Versagen an, wenn du das Jugendamt um Unterstützung ersuchst. Dein Sohn hat anscheinend total abgeblockt, ihr dreht euch nur noch sinnlos im Kreis und reibt euch aneinander auf.
Rufe das Jugendamt an und bitte um eine Beratung, das geht jetzt sicher auch telefonisch. Erfragen, welche Hilfen du in Anspruch nehmen kannst. Es wird sicher nichts Schlimmes hinter seinem Verhalten stehen, vielleicht einfach nur Pubertät am Höhepunkt. Aber trotzdem ist es wichtig für ihn, dass er mit der Schule weitermacht und einen Abschluss bekommt. Wenn du also das Gefühl hast, nicht mehr weiterzukommen bei ihm, dann Hilfe annehmen. Das ist kein Versagen, sondern vernünftiges Handeln 👍

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Hallo,
ich glaube nicht, dass Du hier wirklich hilfreiche Tipps in Bezug auf die Erziehung / Beziehung zu Deinem Kind bekommst, weil wir ihn und seine Geschichte nicht kennen. Grundsätzlich scheint aber irgendetwas nicht verstanden zu sein, und ich bezweifle, dass es ohne Hilfe von außen gelingen wird. Wäre er denn bereit, mit jemandem "Dritten" zu sprechen?
Beste Grüße, n.

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Huhu,
Ich würde ihm seine elektronischen Geräte für 7h in der Woche erlauben. Wie und wann er diese 7h nutzt ist ihm überlassen. Ob er also als 7h am Montag nach der Schule verbraten will Oder es sich für die Woche aufteilen will ist seine Entscheidung.
Ich würde auch erlauben, dass Freude kommen (aktuell geht das aber eh nicht).

Und ihr solltet euch überlegen wie ihr mit ihm qualitativ gut die Zeit verbringt. Vielleicht bockt er auch nur, weil er das Gefühl hat, dass euch die anderen gemeinsamen Kinder wichtiger sind und er, als das halbgeschwisterkind, nur das Kind 2. Klasse ist.

Ihr solltet euch in der Woche mindestens einen festen Tag nehmen um Sachen gemeinsam mit ihm zu verbringen. Ihr solltet Brettspiele spielen. Ihr solltet mit ihm in den tierpark fahren, gemeinen spazieren gehen oder auch Sport treiben.
Nach deinen Beschreibungen klingt er sehr unglücklich. Du sagst es hängt mit der Schule zusammen, aber gab es da nicht noch andere Änderungen? Neue Beziehung? Schwangerschaft? Neues Kind?
Vieleicht braucht er für die Schule auch einen Nachhilfelehrer, er scheint im Stoff massiv hinterher zu hängen und da muss praktisch von klein an angefangen werden damit er mit dem aktuellen klar kommen kann.

Und nur so, wenn du von seinem Vater sprichst, sprichst du vom 'Erzeuger' du klingst sehr verbittert und vielleicht hat er diese Verbitterung auch schon abgekommen, egal ob unbeabsichtigt oder von anderen leuten (meine leibliche mutter ist fremd gegangen, nach der Scheidung kamen wir zu papa. Ich weiß nicht wie oft ich mir im laufe der Jahre von meiner Oma ein: "Schließ deine Beine beim sitzen! Sie denken sonst noch du bist wie diese schlampe!" und ja, meine Oma hat uns geliebt und sich wirklich Sorgen gemacht, das wir 'enden wie unsere Mutter').

"Du weißt doch, man bekommt auch ohne Arbeit genug Geld für eine Wohnung und ein Auto"- klingt arg nach Verbitterung. Vieleicht fehlt ihm auch die Vater Figur, ist denn dein Partner auch Vater für deinen Sohn? Unternimmt er auch spezielle Sachen nur mit ihm? Oder ist diese Zeit seinen leiblichen Kindern vorbehalten?

Was er braucht ist kein Geld, er braucht eure Aufmerksamkeit, dass ihr ihn seht und unterstützt wie er ist und nicht wie ihr es von ihm erwartet, weil er der ältere ist.

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Vielen Dank für deine Antwort.

Ja, natürlich waren die letzten 7 Jahre eine Veränderung für ihn.

Ich war von der 7/8 Ssw alleinerziehend.
Er hat seinen "Vater" mit fast fünf für nur wenige Male "kennengelernt", viele unschöne Dinge sind vorgefallen, sodass ich den Kontakt wieder abgebrochen habe und ich über drei Monate mit meinem Sohn zur Therapie musste. Er hat schlimme Alpträume entwickelt bzgl. Männer und Verlustängste mir gegenüber.
Daraufhin habe ich meine Arbeitsstunden reduziert, um mehr für ihn da zu sein.

Die schulischen Schwierigkeiten haben angefangen, bevor ich meinen Mann kennengelernt habe.

Sie lernten sich 8 Monate kennen, bevor wir ihn einbezogen haben, dass wir ein Paar sind.
Später suchte er von sich aus mit mir das Gespräch, dass er meinen Mann so lieb findet und er sich wünschte, dass er sein Vater wäre und er ihn gerne Papa nennen würde.
Ich habe dann abends mit meinem Mann gesprochen, er freute sich riesig über diesen Entwicklungsschritt und hat selber mit meinem Sohn intensiv gesprochen, hat ihm gesagt wie sehr ihn das freut und er für ihn schon sein Sohn ist.
Ja, seit dem nennt er ihn ausschließlich Papa.
Aktuell sind wir mit seiner Adoption dran, der mein Sohn selber zugestimmt hat.
Zudem, bzgl. unserer Hochzeit, durfte mein Sohn selber entscheiden, wie wir heißen.
Er wollte selber, dass wir den Namen meines Mannes annehmen.
Ja, in der Zwischenzeit hat er 3 Geschwister bekommen. Mit seinen Geschwistern geht er sehr liebevoll um.
Auch den Weg, dass er Tage in der Woche hat, an denen nur ich oder mein Mann was mit ihm unternimmt, gingen leider nur jeweils wenige Wochen, das hat er dann selber zurückgeschraubt, weil er keine Lust hatte sondern lieber draußen was auf dem Hof oder so machen wollte, bzw damals noch lieber zu Freunden wollte.
Für Brettspiele ist er gar nicht zu begeistern.
Als er jünger war, ging nur UNO.
Aber genau das, hab ich gestern wieder mal bei meinem Mann angesprochen, dass wir da noch mal schauen und überlegen und was unternehmen müssen.

Nein, mein Sohn hat bei meinem Mann den selben Stellenwert, wie seine Geschwister.
Mein Mann hat generell durch die Woche für alle Kinder wenig Zeit, da er voll berufstätig ist und im Anschluss der Hof noch ansteht.
Er ist morgens um 7 aus dem Haus und erst abends um 19 Uhr zurück bzw. im Haus.
Dann gibt es schon Abendbrot und Bettzeit steht an.
Aber, wenn mein Mann dann auf dem Hof tätig ist, (er kommt gegen 16:30 Ugr von der arbeit und ist dann draußen) ist mein Sohn meistens immer dabei und er bezieht ihn überall ein, wenn mein Sohn möchte oder er beschäftigt sich nebenher selber wie Rad fahren, Inliner fahren, schnitzen, Kühen beschmusen oder füttern etc.
Er lässt ihn auch Trecker und Radlader fahren, er hat eine tiefe Verbindung zu den Tieren und ist auch gerne mit meinem Schwiegervater (wohnt mit auf dem Hof im eigenen Hausabteil) zusammen und unterwegs.
Mein Sohn ist von allen Familienmitgliedern herzlich aufgenommen worden und darf sogar auch Opa sagen.
Mein Schwiegervater spielt und tobt mit ihm auch sehr viel.
Er hat bei allen Familienmitgliedern den selben Stellenwert wie alle anderen Kinder, damit mein ich auch die Kinder von meinen Schwägerinnen.

Mit dem Geld haben wir versucht ihn ein bisschen zu locken, dass wenn man mit anpackt, man auch was dafür bekommt und er sich so seine materiellen Wünsche schneller erfüllen kann.

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Es ist schön, dass er einbezogen wird, aber es scheint nicht zu reichen.
Was ist mit dir? Unternimmst du was mit ihm?

Vielleicht braucht er gemeinsame körperliche Aktivitäten, sowas wie kletterpark, Fußball, Volleyball,...
Ihr müsst halt finden was bei ihm zieht und was ihm Spaß macht. Auch Schule kann spaßig gestalten werden.
Und manchmal können die Kinder mit ihren Eltern nicht lernen. Vielleicht wäre es gut, wenn er seine Geschwister unterrichten würde. Du könntest mit gutem Beispiel voran gehen. Bsp machst du einen Vortrag zu den Gezeiten. Er soll dann seinen Geschwistern zeigen wieso Würmer bei Regen raus kommen usw. Er soll sich ruhig selber informieren und vielleicht auch selber die Themen aussuchen und vielleicht bekommt er auch Lust zu lernen dadurch.

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Hey!

Ich würde auch sagen, dass du da durch deine Erziehung nicht weiterkommst.

Ich würde den Kinderarzt und die Schule ins Boot holen und tätig werden. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass du dich an eine Kinder- und Jugendpsychiatrie wenden solltest. Ggf ist auch ein spz die richtige Adresse- allerdings habe ich da nicht immer eine gute Diagnostik erlebt.

Es könnte adhs sein- oder auch eine Sozialverhaltensstörung mit oppositionellem Verhalten. Wer weiß, was es sonst noch gibt.

Dass er dir gegenüber gewalttätig wurde, sollte eine Warnung sein und Konsequenzen mit sich bringen. Jetzt ist er nämlich noch klein, aber ich verspreche dir, dass es in Zukunft schlimmer werden wird. Das ist meine Erfahrung aus der Schule. Die Kinder, die in dem Alter deines Sohns schon schwierig waren, sind später völlig eskaliert. Wenn er in die Pubertät kommt, wird es schlimmer und er nochmal kräftiger.
Dann kommen ggf noch Drogen und kriminelles Verhalten dazu, wenn er in die falschen Kreise gerät.

Ich gebe dir den Rat, sein Verhalten nicht zu akzeptieren, sondern durchzugreifen. Auch im Hinblick auf die Geschwister: die lernen durch ihn am Modell und nehmen ihn als Vorbild.

Liebe Grüße
Schoko

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Du sagst, es sind schlimme Dinge mit dem Erzeuger vorgefallen, weswegen er auch schon eine Therapie brauchte.

Ggf kommen diese Dinge wieder hoch. Das habe ich bei einigen Kindern in meiner Klasse erlebt. Durch Corona fehlen Ressourcen, die die Kinder benötigen. Plötzlich kommen Gewalt- oder Missbrauchserlebnisse wieder hoch.
Selbiges passiert bei manchen auch zu Beginn der Pubertät.
Du solltest dich an eine kjp wenden, damit er wieder Hilfe bekommt.

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Ach der Beitrag könnte so in etwa von mir sein. Ich verstehe und fühle deine Verzweiflung und Erschöpfung bis hierher. Wir haben dasselbe durch, KJP und Co, einfach nur ein normalintelligentes Kind.
Seien Sie konsequenter... Ähm noch konsequenter? Mir wird immer wieder gesagt, ich sei zu streng...
Nungut, wie auch immer, wir haben unsere Streitpunkte alle in einem Aufgabenplan für ihn bildlich festgehalten, und ja bei uns gings auch um so banales wie körperhygiene und Co. Und wenn das alles nicht erledigt war, gab's keine goodies, keine Medien, keine familienzeit und ja bei 3 Tagen ungeduscht gab's auch kein Essen zusammen mit uns als Familie, bei Besuch durfte er nicht teilnehmen etc. Das ziehen wir auch knallhart durch. So nehmen wir ihm nichts weh, er hat es sich einfach nicht verdient. Und irgendwann fing er an, den Mist zu erledigen, weil ihm so sterbensöde war. Und mittlerweile hat er kapiert, dass man stinkend eben nicht mitmachen kann und mit einer räuberhöhle kein besuch kommen kann...

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