Wer erzieht noch nach Gefühl ohne Ratgeber und Dogmen

Gibt es das noch, Kinder zu bekommen ohne Ratgeber zu lesen, Pekip Gruppen zu besuchen, die Geburt zu planen, anstatt es einfach auf sich zukommen zu lassen, nicht mal zu hinterfragen, ob Stillen, Tragen, Familienbett das Richtige sind, die Ernährung des Kindes zur Wissenschaft zu erklären, und auch ansonsten völlig verkopft an die Erziehung ran zu gehen.
Ich habe in erster Linie geschaut, was für mich bzw.uns als Familie passt und es gab nie ein Muss.
Stillen kann, muss nicht, Familienbett war absolut nicht unser Ding, auch wann das Kind in den Kiga kommt, haben wir auf uns zukommen lassen.
Also nicht, das Kind muss mit drei Monaten in die Kita oder es muss auf jeden Fall drei Jahre zu Hause betreut werden.
Jedes Kind ist doch anders.
Gibt es das noch, dass Eltern einfach locker und unvoreingenommen ein Kind bekommen und einfach sehen, was dann so kommt?

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Naja, beim Eierkochen schaut man ja auch auf die Uhr, weil es nach Gefühl gekocht mal zu hart und mal zu weich ist;-).


Ratgeber in schriftlicher Form sind auch nicht anders als Schwiegermütter; man sucht sich raus, was man gut findet und ignoriert den Rest ;-).

Von daher, "Ratgeber" finde ich im Grund verzichtbar, wenn man ein gutes Einfühlungsvermögen hat, das nicht durch die eigene Erziehung verkorkst ist; das ist allerdings in meiner Generation selten der Fall. Von Dogmen halte ich wenig, auch von dem Dogma, man könne ohne Bücher besser erziehen;-).

Mal was über Kinderentwicklung zu lesen halte ich aber für fast unverzichtbar. Wenn man über Jahre hier list bekommt man den Eindruck, mit dem Gefühl mancher stimmt was nicht.

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Klasse Beitrag!

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Tolle Antwort!

Wäre ich nicht nach der Geburt meines Kindes hier gelandet und hätte die Userin cynthis, die ich übrigens vermisse, mir nicht extrem viel über das natürliche Stillverhalten von Babys erzählt, wäre die Beziehung mit meinem Kind in ganz andere Bahnen gelenkt worden.

Ich fände übrigens die Frage: "wer schafft es, die Verhaltensweisen und Familien links und rechts nicht permanent zu verurteilen" viel interessanter. :-)

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Jepp - gibt es. Hier.;-)

War auch weder in einem Geburtsvorbereitungskurs, noch hatte ich je eine Nachsorgehebamme.#gaehn

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Ich auch nicht, brauchte ich auch nicht.
Drei Geburten, davon zwei Kaiserschnitte, bei Kind eins lief das Stillen gut, beim zweiten gar nicht, also Fladche gegeben, Nicht auf Biegen und Brechen immer wieder probiert.
Kind 1 kam mit 3 in die Kita, Kind zwei schon mit 14 Monaten, Kind 3 mit 8 Monaten, Betreuung wurde flexibel organisiert, Großeltern , Au pairs, Babysitter, Tagesmutter, Elternzeit haben wir jeweils ein Jahr genommen und unterschiedlich aufgete
Geburtsvorbereitung hab ich einen Wochenendkurs gemacht und das hat mir gar nix gebracht.

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Ich hatte den Geburtsvorbereitungskurs auch weniger wegen der Geburt an sich (da war eh alles anders - Einleitung, PDA, Saugglocke, Ohnmacht der Mutter (nicht des Vaters), Dammriss, etc
Aber wir waren eine tolle Truppe von 10 Mamas aus dem Ort, bzw. der Umgebung. Seither treffen wir uns jeden Monat zum Essen - unsere Kinder sind mittlerweile 11.

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Bei uns war es auch so. Wir sind da völlig entspannt rangegangen und haben immer wieder geschaut wie es passt.
Wenn ich mir unsicher war habe ich, man mag es kaum glauben, meine Schwiegermutter um Rat gefragt, anstatt im Internet oder Ratgeber zu durchforsten.

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Ich würde schon von mir behaupten, dass ich nach Gefühl erziehe, aber dennoch erfülle ich nicht alle deine Kriterien dafür.

Nicht jeder hat einen Arbeitgeber, der sich mit der schwammigen Aussage zufrieden gibt:"Ich komme zurück, wenn ich das Gefühl habe, mein Kind ist soweit für die Kita."

Nicht jede Frau steht darauf so gar nicht zu wissen, was bei der Geburt auf sie zukommt.

Nicht nur jedes Kind ist anders, sondern auch jede Mutter/ Familie und jede Situation.

Ich war auch im Pekip-Kurs. Was hat das mit verkopft sein zu tun?

Ich hatte einfach Lust zu schauen, was das ist. War froh mal unter andere Muttis zu kommen und mich auszutauschen, mal etwas Abwechslung zu haben und dabei meinem Sohn was gutes zu tun. Er hatte Spaß.

Ich persönlich bin der Meinung, dass es DIE Erziehung für alle Kinder nicht gibt und da bin ich ganz bei dir: diese ganzen Ratgeber sind nicht immer förderlich für so manches Kind und deren Eltern und baut zudem oft noch Druck auf, weil kaum eine Mutter perfekt ist und immer alles in jeder Situation so umsetzen kann, wie empfohlen. Manchmal nimmt es absurde Formen an und Eltern verlernen es auf ihre Intuition und ihren gesunden Menschenverstand zu hören. Das sind aber die Extreme. Ich bin da offen und muss mich ja auch nicht davor sperren, meinen Horizont zu erweitern. Manchmal lernt man ja doch noch was dazu, was man gebrauchen kann.

Also, weder das eine, noch das andere. :-)

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Ich bin ziemlich bei dir.
Ich finde auch gerade bei mehr als einem Kind braucht es etwas Familienstruktur, damit alle zu ihren Bedürfnissen kommen.
Ich lese hin und wieder dies und das nach und frag auch mal nach Erfahrungen. Das heißt nicht das ich deshalb verkopft bin.
Ich habe zum Beispiel gerade aktuell viel über Einführung der Beikost gelesen, mir schien es für uns jedoch nicht ganz zu passen. Also hab ich es etwas anders gemacht als Standard 🤷 deswegen ist man doch nicht besser oder schlechter in der Erziehung.

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Nun ja schließt du aber mit dem ich brauche keine Hebamme und keine Kurse auch eine Menge aus?! Geht es wirklich darum selbst alles am besten zu wissen?
Ich lese nicht ständig Ratgeber und co. Aber ich informiere mich, denn wir leben nicht mehr in Großfamilien und man hat nicht mehr von klein auf Babyerfahrung. Als mein Großer zur Welt kam hatte ich nur mal ein Baby bei bekannten auf dem Arm. Meine engen Freunde waren noch kinderlos oder erst seit kurzem Eltern. Also warum nicht mit einer Person wie eine Hebamme austauschen die vom Fach ist? Wenn ich ein Hause baue mache ich das doch auch nicht nach Bauchgefühl sondern lass da auch die Experten ran. Ich muss ja nicht meinen Verstand angeben. Aber Meinungen zu zu lassen und zu reflektieren gehört eben auch dazu.

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Könnte ich so unterschreiben, deinen Beitrag!
Eine Hebamme zu haben finde ich zum Beispiel gar nicht verkopft. Meine Hebamme war der geerdetste Mensch der Welt, glaube ich 😊.
Ich mag dieses Getöne nicht, man würde sich um nichts scheren als um sein Gefühl. In meiner Umgebung waren das genau die Mütter, die ziemlich rabiat mit ihren Kindern umgingen.

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Ich denke, es ist ein Unterschied, ob man sich bei Bedarf Rat holt oder sich dogmatisch nach einem Ratgeber richtet, ohne auf das eigene Kind zu schauen.

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Wir haben auch relativ wenig bis gar nicht nachgedacht und einfach gemacht. Zwischendurch hab ich mich mal gefragt, ob das so gut war. ;) Klappt aber alles sehr gut. Alle Pläne, die man macht, gehen doch ohnehin nicht auf. ;)
Stichwort Familienbett, trocken werden, etc.

Und wenn uns doch Mal etwas komisch vorkommt, dann fragen wir jemanden, auf dessen Meinung wir was setzten, ein Buch steht hier allerdings auch im Regal. Zur Hälfte gelesen und für gut befunden. ;)

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Ganz ehrlich.

Beim Geburtsvorbeteitungskurs habe ich mich immer weggeräumt und Null aufgepasst.
Hab zwar mal in Foren gelesen aber war uninteressant für mich. Ich konnte auch nie sagen in welcher Woche ich war. Ich war eben in den und den Monat. Erfolgreich geboren ist das Kind trotzdem.
Selbiges als das Kind geboren war. Ich konnte nie sagen "xyz ist nun 64 Wochen und 4 Tage alt" . Sie war bis zum 1 Geburtstag so und soviele Monate alt und dann geht es in halb Jahresrechnung weiter.


Das Buch :"Ohje ich wachse" ist ganz schnell auf dem Müll gelandet,genau wie andere seltsame Ratgeber. Da wird man ja sonst verrückt im Kopf. Phase hier,Phase dort und diese Phase und jene Phase......

Abgestillt nach 8 Wochen,den ich empfand keinerlei Mutterfreude daran das mein Kind stündlich an der Brust hing und ich auf den Sofa festgewachsen war.
Milchpulver gab es das,was sie am besten getrunken hatte und fertig. Und es war keine Marke.

Jetzt ist sie 8 und sie kommt noch öfter Nachts zu mir in das Bett. Sie braucht es einfach,soll sie. Ich rechne nicht damit,das ich später mal die Nachttischlampe bei ihr halten muss.

Und wir sind auch in keinen Verein, Tanzschule oder sonstige Gruppen. Sie lernt kein Instrument ,da sie es schlicht nicht möchte. Und sonstige Fremdsprache lernt sie auch nicht.(außer Englisch in der Schule).
Komischerweise denke alle sie hat keine Hobbys. Vetstehe nicht warum Hobbys immer was mit Vereinen irgendwelcher Art zu tun haben sollen.

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"Und wir sind auch in keinen Verein, Tanzschule oder sonstige Gruppen. Sie lernt kein Instrument ,da sie es schlicht nicht möchte. Und sonstige Fremdsprache lernt sie auch nicht.(außer Englisch in der Schule)."

Natürlich ist es toll, wenn Eltern ihre Kinder fördern. Aber ich finde es schlimm, wenn das Kind jeden Tag eine andere Veranstaltung hat, nicht weil es das möchte, sondern weil die Eltern meinen, dass das dazu gehört.

Ich finde, ihr macht das genau richtig 👍 und vor allem erfrischend anders als die Kinder bzw deren Eltern aus meinem Umfeld.

Unser Sohn geht in eine Großtagespflege, in der einmal wöchentlich eine Frau kommt und mit den Kindern auf Englisch singt. Ganz nett, aber das war jetzt nicht der ausschlaggebende Grund, warum er dorthin geht 😅 Neulich meinte eine andere Mutter zu mir: "Also das sind ja nur 1,5 Stunden gezielte Förderung pro Woche. Ich finde das ziemlich wenig, wenn man bedenkt, wie viel sie einfach nur spielen."
Ich frage mich, ob der Trend in diese Richtung geht. Immer mehr Termine, möglichst gezielte und frühe Förderung, volle Wochenpläne statt Zeit für Kreativität.

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Bei uns gibt es überhaupt keine gezielte Förderung als Dauerangebot.
Jeder Jahrgang hat seine Projekt, da wird ein Mal die Woche was gemacht, badteln, singen malen. Immer etwas im Jahreszeitenrhythmus. Die Midis, also 2. Kindergartenjahr gehen 2 Mal im Jahr eine Woche in den Wald. Da wird dann viel gespielt und gebaut. Eigene Schaukeln und so.
Mein Großer hatte richtig viel Spaß dabei und war todtraurig, dass die 2. Waldwoche im März wegen Corona ausgefallen ist.
Jetzt ist er ein Maxi und ab Januar geht es dann ein Mal die Woche in die Schule, ob das klappt, mal schaun 😅
Der Kiga ist einfach super, weil die Kinder sich hier ganz frei entfalten dürfen und trotzdem die Erzieher zu bestimmten Sachen animieren und einen Blick auf die Kinder haben. Es gibt fast nur frei Spiel und laut Aussage einer Grundschullehrerin der Kiga, bei dem die Kinder am wenigsten Anpassungsschwierigkeiten in der Schule haben.

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Jein,
mir war von Anfang an klar, dass ich komplett nach Bauchgefühl entscheiden würde.

Allerdings hat es mir Spaß gemacht (ohne Druck) verschiedene Erziehungsformen (aus verschiedenen Zeiten und Kulturen) anzusehen, zu überlegen, was passen könnte, was für mich als Kind gepasst hätte.

Es hat mir gut getan, verschiedene Möglichkeiten in Betracht zu ziehend. Wissend, dass ich es nach und nach entscheiden würde, wenn es zur Situation passt.

Hebamme war super und riet zum Bauchgefühl.
Kinderarzt ist super und rät zum Bauchgefühl.

Es hat mir geholfen für mich zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt - und wie man damit umgehen kann. Es hat mir geholfen , bei Gesprächen offener zu sein. Anzunehmen, anzuerkennen, dass es manche früher anders gemacht haben. Für sie passend. Das hat ihnen geholfen anzunehmen, dass ich es heute anders mache. NIcht bei allen, aber bei einigen.
Bei einem weiteren Kind würdei ch vieles anders machen, als bei meiner jetzt Großen. Einfach weil es anders ist und sich familiär, gesundheitlich, kräftetechnisch eingies verändert hat und auch weil es ein anderes Kind wäre.

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Japp... Hier.. Damals vor 12 Jahren bei der großen... Bei der kleinen jetzt auch... Und auch wenn ich ab Feb 2 unter 2 haben schaue ich mal, wie was läuft und passt.

Ich lese null 🤣

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P.s. Ich hasse Gruppen und Kurse... Die dienen immer gefühlt nur zum Kinder Vergleich... Meine Kids leben auch sehr fröhlich ohne Kurse... Haben deswegen keine sozialen Schwächen und ich danke corona endlich eine ausrede zu haben, warum ich dort nicht hin gehe 🤣🤣

(was nix damit zu tun hat, dass ich keine hebi hatte... Oder nicht mal meine Mama frage)

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Das kann ich absolut nicht unterschreiben. Ich habe in den Krabbelgruppen die tollsten Mamas kennengelernt und es sind schöne Freundschaften entstanden. Verglichen habe ich mich nie gefühlt. Noch heute treffe ich mich regelmäßig mit den Mamas aus der einen Krabbelgruppe und wir erzählen uns immer, was unser Nachwuchs so angestellt hat oder reden einfach über Gott und die Welt. Niemand behauptet ein hochintelligentes Wunderkind zu haben. Im Gegenteil. Es wird sehr feinfühlig damit umgegangen, wenn sich jemand Sorgen macht, wenn das Kind etwas noch nicht kann und beruhigt.
Ich war 13 Jahre lang ununterbrochen in Krabbelgruppen und immer sehr glücklich dort. Leider hat die Leitung nun aufgehört... Ich vermisse die Krabbelgruppe sehr und suche mir jetzt wieder eine.

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