Hobbys verbieten

Hallo!

Es würde mich mal interessieren wie ihr dazu steht, wenn man seinem Kind ein Hobby nicht erlaubt. Es gibt da ja unterschiedliche Gründe wieso man es nicht erlaubt etc.

Ich komme auf das Thema, weil wir gestern eine Diskussion / einen Streit mit unserer Tochter hatten. Sie will unbedingt Schlagzeug spielen lernen und wir erlauben es nicht. Sie hat schon 4 Tage in der Woche die belegt sind, weil sie ihren Hobbys nachgeht. Wir sind der Meinung das reicht und erlauben daher keine weiteren Hobbys in dieser Form.

Das Thema hatte mich dann noch länger beschäftigt und ich habe mit einigen Leuten darüber gesprochen. Die einen sind auf unserer Seite und verstehen das total und andere verstehen es nicht und sind der Meinung wir sollen sie machen lassen wenn die unbedingt will.

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Also Schlagzeug spielen oder generell irgendwas, wodurch sie sich zusätzliche Qualifikationen anlernt (und Schlagzeug gehört genau wie Klavier definitiv dazu) , würde ich nie verbieten. Wenn das Hobby aus sexy Instagram Bilder erstellen besteht oder irgendwas ist, das dem Kind auch Schaden zufügen kann, weil es hier noch nicht so ganz klar durchblicken kann, schon.
Aber alles rundum Sport, Musik, Sprachen, Kunst, Kultur und und und.... Nie. Ich würde mich sogar darüber freuen, wenn mein Kind andere Interessen hat als social media.

Deine Tochter muss dann halt eben selbst gucken wie viel zu viel ist und sich ggf. Dann entscheiden. Weiß ja nicht, was sie sonst noch macht, aber vielleicht brennt sie schlussendlich mehr für das Schlagzeug als für die Leichtathletik usw. Die einzige Bedienung die man setzten kann ist, dass die Schule nicht drunter leidet und wenn das absehbar ist, sie sich doch eben entscheiden muss. Ist ja auch eine gute Lerneinheit für das generelle Leben.

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Ich würde es erlauben, deine Tochter kann es am besten abschätzen, wann es ihr zu viel sein solltw und auch welches Hobby sie ggf. lassen sein möchte. LG

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Hi,

ich kann dich gut verstehen. Auch wir "verbieten" das ein oder andere Hobby. Allerdings ist es kein wirkliches Verbieten sondern ein "sich entscheiden müssen". Meine Tochter geht ins Judo und spielt Gitarre. Sie startet nun auch bei den Pfadfindern. Wenn es nach ihr geht würde sie auch noch Flöte und Klavier spielen sowie ins Fußball und ins Tischtennis gehen.

Da wir sehr ländlich wohnen muss ich natürlich auch nach meinen Kapazitäten und nach ihrem Bruder schauen. Auch er hat ein Anrecht auf Hobbies und ich kann und will nicht jeden Nachmittag 2-3 mal durch die Gegend fahren um die Kinder irgendwo hinzubringen. Ich gehe arbeiten und muss auch zu Hause noch einiges für den Beruf erledigen, dann gibt es noch den Haushalt und auch ich hab ein Anrecht auf etwas Freizeit. Ich möchte, dass mein Kind lernt sich für etwas zu entscheiden. In dem Moment in dem es nicht selbstständig zum Hobby hin und nach Hause gehen kann oder irgendwie andere involviert sind, muss man meines Erachtens auch deren Bedürfnisse respektieren.

Spielt eure Tochter denn schon ein Instrument? Wenn nicht wäre es ja vielleicht auch eine Möglichkeit ein anderes Hobby aufzugeben, um stattdessen Schlagzeug zu lernen.
Übrigens finde ich es auch sehr wichtig, dass Kinder nicht jeden Nachmittag Programm haben. Sie sollen auch Zeit haben sich zu Hause zu beschäftigen, sich mit Freunden zu treffen etc.

Liebe Grüße

Isabel

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ich finde das eine gute begründung. das kind kommt ja kaum zur ruhe.. und musikunterricht ist ja in der regel nicht günstig.

meist muss dann recht schnell ein eigenes instrument zum üben daher, in demfall nicht günstig...

was macht sie denn sonst? würde für mich auch en rolle spielen... wenn nun zu mehrmals sport - was eben ein termin ist aber ja selten den ganzen nachmittag einnimmt, was musikalisches käme fände ich das wieder ok, wenn es auch zeitlich knapp wird.

und wie passen überhaupt so viel termine ins familienleben?! wenn ich mir vorstelle dass jedes kind 4 wöchentliche termine hat - ich würde da ja gar nicht hinterher kommen... auch wenn man nicht jedes mal bringen/holen muss...

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Ich sehe es ehrlich kritischer als meine vorschreiberinnen. Man hat ja auch keinen Goldesel daheim. Ich denke das kann man aus der Ferne schlecht beurteilen. Macht sie jeden Tag was anderes und nix richtig? Ich sehe die Gefahr dass schon Kinder in einen negativen Freizeitstress geraten. Und vor allem dass die nicht lernen dass etwas auch mal nicht geht und dass sie nicht lernen ein Ziel auch wirklich zu verfolgen. Bzw es auch immer toller und immer neu sein muss. Übt sie für die anderen Hobbies? Wird sie es schaffen täglich Schlagzeug zu üben? Lernt sie schon ein Instrument? Wenn ja sollte sie das erst abschließen bevor ein neues kommt. Beim Sport sollte ein zweiter zum Ausgleich ok sein, aber dann würde ich sagen 'such dir einen aus den du intensivierst und fang nicht das nächste an'.
Ich wäre gegen 'von allem ein bisschen und nichts wirklich gescheit' das tut Kindern auch nicht gut.

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Es kommt darauf an.
Bei uns gibt es ein paar Grundregeln.

- Hobby muss in der erreichbaren Umgebung sein.
Ich kann nicht überallhin den Fahrdienst machen und selbst wenn ich ein Auto hätte, gäbe es Grenzen.
Ich begleite sie gerne mal wohin, aber ich bin nicht ihr Chauffeur.

- Kosten müssen überschaubar sein.
Wenn sie etwas teureres will, das erreichbar ist, kann sie sich einen Job suchen, Geld sparen oder es machen, wenn sie erwachsen ist und das Geld selbst verdient.

- Zeit muss übrig bleiben.
Sie darf gerne mehrmals pro Woche etwas machen.
Dazu gehört aber auch flexible Zeit.
2-3 feste Termine pro Woche, ganzjährig (Ferien ausgenommen) sind ok.

Zusätzliche Termine gibt es nur, wenn diese flexibel sind (problemlos ausfallen können), saisonal sind / überschauberer Zeitraum.


Sollte es aus Zeitgründen scheitern, dann hat sie durchaus die Wahl.
Was anderes aufhören um das Neue anzufangen oder das Neue sein lassen.

Prioritäten setzen lernen, finde ich auch wichtig.

Hätte ich genug Zeit und Geld, würde ich auch sehr viel mehr machen. Habe ich nicht, also muss ich mich entscheiden.
Die Entscheidung tut auch gut, weil ich so weiß, was mir WIRKLICH wichtig ist.


In eurem Fall wäre es ja kein generelles Verbot.
Sie dürfte theoretisch Schlagzeug lernen. Im Austausch.

Will sie nichts davon anderes aufgeben oder pausieren. Dann ist es eine klare Entscheidung. Das andere ist ihr wichtiger und das darf auch so sein.
Wird ihr was anderes langweiliger, kann sie Schlagzeug wieder aufgreifen.

Was ich zustimmen würde, wären Schnupperstunden. Zeitliche Begrenzung. Z.B. 3 Wochen darf es zum Schnuppern dazu kommen. Danach muss sie sich entscheiden.
Der Vorteil bei uns: vieles fiel von automatisch weg, weil sie es doch nicht so toll fand. (Zeitproblem hatte sich somit erledigt)
oder sie fand es soooo toll, dass sie dabei bleiben wollte. Dann aber war sie auch bereit was anderes zu pausieren oder aufzuhören.

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Ich würde es von folgenden Punkten abhängig machen:

1. Ist das finanziell leistbar?
2. Kann sie alleine hin?
3. bleibt genug Zeit für die Schule?

Der wichtigste Punkt ist natürlich der finanzielle. Wenn es an die Schmerzgrenze geht, dann nicht, ohne dass vorher wenigstens eins der anderen Hobbys aufgegeben wurde.

Dann wäre mir wichtig, inwiefern das Hobby alleine erreichbar ist. Ich bin sehr gerne bereit 2-3 x die Woche den Fahrdienst zu machen, aber täglich wäre mir eindeutig zu viel und würde es nicht tun wollen, wenn es nicht unbedingt nötig wäre.

Dann ist natürlich wichtig, dass die Schule nicht darunter leidet. Oberste Priorität hat die Schule, wenn da alles in Ordnung ist und Punkt 1 und 2 kein Hindernis darstellen, dann könnte mein Kind gerne sich die Woche mit den Hobbys vollpacken.

#winke

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Hallo,

unsere Kinder dürfen bis zu drei Hobbies pro Woche betreiben, bzw. unsere Tochter hat vier, weil das eine direkt auf ein anderes am gleichen Ort folgt.
Wenn sie etwas neues machen wollen, fällt ein altes Hobby weg.

Wenn das Hobby nicht in unsere Woche integrierbar ist, geht es eben nicht.

Unsere Tochter würde gerne das Voltigieren nach dem Reiten auf einen anderen Tag verlegen, weil es da eine anspruchsvollere Gruppe gibt.
Aber ich sehe es nicht ein, noch einen weiteren Tag pro Woche zum Reitstall raus zu fahren. Wenn sie das unbedingt will, müsste sie Judo aufgeben. Dann spare ich mir diese Fahrt. Das will sie aber auch nicht, und so bleibt es, wie es ist.

Vier Tage pro Woche mit Hobbies finde ich schon mehr als genug. Man braucht ja auch Zeit für die Schule oder für Verabredungen.
Dann soll Eure Tochter ein anderes Hobby aufgeben, wenn sie unbedingt Schlagzeug spielen will.

LG

Heike

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Es hatten einige gefragt welche Hobbys sie hat, ob sie schon ein Instrument spielt etc. Ich antworte daher jetzt nicht auf alles einzeln sondern einmal für alle.

Sie spielt Gitarre, Klavier und Geige und geht dafür zum Unterricht. Außerdem macht sie Trapez-Akrobatik.

Wir sind einfach der Meinung, dass es zum einen genug Hobbys sind und zum anderen auch genug Instrumente. Sie will auch nichts davon aufgeben um dann Schlagzeug spielen zu lernen.

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wow. und sie lebt für die Musik und übt auch wirklich oder ist so talentiert dass sie auch mit wenig Übung gute Fortschritte macht, oder "hangelt" sie sich mehr oder weniger von Stunde zu Stunde? DAVON würde ich es abhängig machen.
Wenn ihre Fortschritte gut sind könnte man eben auch sagen sie ist ein Ausnahmetalent dem man nichts verbauen sollte.
Hangelt sie sich mehr durch würde ich ihr sagen dass Stunden auch Geld kosten und sie erst mal ein Instrument abschließen muss bevor sie das nächste anfängt

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Sie hat schon ein sehr großes musikalisches Talent, aber dennoch muss sie üben. Wir sind deswegen trotzdem der Meinung, dass 3 Instrumente reichen. Es bringt ja nichts wenn sie viele Instrumente spielt und gar nicht mehr dazu kommt jedes einzelne zu üben.

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