Erziehung damals und heute...

Erziehungsstile ändern sich i, Lauf der Zeit, aber gleichzeitig haben wir vieles von unseren Eltern gelernt und mitbekommen. Wie ist das bei euch?

Erzieht ihr eure Kinder ähnlich wie ihr von euren Eltern erzogen wurdet, sind eure Eltern da vielleicht sogar ein bisschen Vorbilder? Oder macht ihr es völlig anders?

Was macht ihr genau, wie ihr das aus eurer Kindheit kennt und was macht ihr anders? Seid ihr strenger oder eher weniger streng? Durften Kinder früher mehr, vielleicht, weil man sich so mancher Gefahr gar nicht bewusst war oder ist man heute lockerer?

Erzählt uns von euren Erfahrungen!

Viele Grüße

Raffael vom URBIA-Team

Worin unterscheidet sich die Erziehung eurer Kinder von der, die ihr Erfahrung habt?

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Meine Eltern waren sehr jung. Mama 18 Jahre und Papa 22. Mama kam aus einem völlig zerrütteten Elternhaus, ganz im Gegensatz zu meinem Vater.

Beide haben sich sehr gut ergänzt. Meine Mama hat mich völlig offen und ohne Geheimnisse erzogen, Papa konnte im schlimmsten Stress und Streit ruhig und diplomatisch bleiben.

Wenn ihnen was wichtig war, konnten sie schon mal streng sein. Allerdings wurde ich zu allem angehört und meine Wünsche wurden in die Entscheidungen mit eingebunden. Sie haben mich auch nie im Stich gelassen und waren auch für mich da, wenn ich richtig Mist gebaut habe.

Hoffentlich sagen mal unsere Kinder später ähnliches von meinem Mann und mir. Wir bemühen uns nach Kräften, aber manchmal gibt es Situationen in denen wir nicht weiter wissen und auch mal falsch reagieren. Da halten wir es dann auch wie meine Eltern: wir entschuldigen uns und reden noch mal drüber.

LG Nona mit einem Sohn und einer Tochter an der Hand, einer Tochter im Herzen und Wuzerl (24. SSW) im Bauch

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Ich bin Scheidungskind und ab dem 5. Lebensjahr bei meiner Mutter mit 14-tägigen Besuchswochenenden bei meinem Vater groß geworden. Ein richtiges Elternpaar zu Hause, daran kann ich mich kaum noch erinnern.

Ich durfte als Kind bei meinem Vater am Wochenende immer mehr als bei meiner Ma, wo ich ja wohnte. Länger aufbleiben, Filme mit 12 gucken, die eigentlich ab 16 sind, laut Musik im Zimmer hören, usw. Das war immer der Ausgleich, den ich dann zu der eher strengeren Erziehung bei meiner Mutter genossen habe.
Meine Vater setzte mir einfach auch weniger Grenzen um sich besser darstehen zu lassen in meinen Augen, da ging es eher um Beliebtheitsbuhlerei zwischen meinen Eltern, was ich damals nicht durchschaute und auch nicht schlimm war.
Bei meiner Ma durfte ich nicht viel Mist bauen, musste in der Schule immer diszipliniert sein, nach dem Motto, mach mir nicht auch noch Probleme, wir haben es eh schon „schwerer“.

Meine Kinder erziehe ich daher aus beiden „Erziehungsmethoden“ ähnlich aber es hält sich eben die Waage. Ich bin nicht so streng was schlechtes Benehmen oder mal eine fünf in einem Hauptfach in der Schule angeht, lasse sie aber auch keine Filme ab 16 schon sehen, wenn sie das Alter noch nicht erreicht haben.

Durch die Smartphones und Laptops usw erleben unsere Kids eine ganz andere Art von Großwerden als wir Erwachsenen. Das spiegelt sich auch in der Erziehung wieder. Ich will darauf achten, dass meine Kids nicht den ganzen Tag nur „online“ und in einer virtuellen Welt unterwegs sind. Darauf mussten meine Eltern früher nicht achten, das gab es noch nicht in diesem Extrem.

Kurz gesagt: ich halte es ähnlich wie die Erziehung meiner Eltern, sei streng, wo es bleibende Schäden hat, wenn du es nicht bist und sei aber so locker, dass dein Kind auch weiß, dass es nicht immer das „Knigge-Kind“ sein muss.

Interessante Umfrage! Schade, dass bislang so wenig drauf geantwortet haben.

Tedd

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Wir erziehen sie strenger als ich erzogen wurde und weniger streng, als mein Mann erzogen wurde.
Allgemein sind wir näher an der Erziehung meiner Schwiegereltern, das hat hauptsächlich mit den Werten zu tun, die wir unseren Kindern vermitteln wollen.

Wir orientieren uns oft an dem, was unsere Eltern getan haben: Entweder machen wir es auch so, oder eben anders😅
Durchs digitale Zeitalter ist vieles aber auch komplett anders als bei uns damals. Da müssen wir dann unseren eigenen Weg finden.

Uns ist gutes Benehmen wichtig. Allerdings wollen wir Kinder und nicht zu klein geratene Erwachsene haben. Also versuchen wir, da die Waage zu finden.😊
Wir möchten unsere Kinder und ihre Stärken fördern und sie ermutigen, ruhig auch große Ziele ins Auge zu fassen. Trotzdem wollen wir sie nicht auf einen bestimmten Weg drängen und sie nicht unter (Leistungs-) Druck setzen. Also versuchen wir, hier eine Waage zu finden.😊

Bislang klappt das sehr gut. Wir haben tolle Kinder, die manchmal völlig am Rad drehen, aber sich im Ernstfall benehmen können. Manchmal bringen sie fremde Leute zum Lachen, während wir vor Scham im Boden versinken wollen und manchmal bekommen wir sehr positive Rückmeldungen zu ihnen.
Und die Hauptsache ist, dass sie glücklich und zufrieden sind und unser Leben sehr bereichern😍

4

Ich habe viele Dinge aus meinem Elternhaus übernommen. Manche Dinge, die ich als Kind und Teenie als sehr ungerecht empfunden habe, versuche ich anders zu handhaben. Für mich gehört ein "Guten Morgen" zum Nachbarn oder wenn man den Raum betritt beim Arzt etc. als gute Erziehung dazu. Dies scheint sehr altmodisch zu sein...wundere mich immer wieder, wieviele Leute dass nicht können - auch Mütter. Ansonsten bin ich offen und mein Kind kann für mich neue Dinge mit mir vereinbaren. Wichtig ist mir, dass Verabredungen und Vereinbarungen eingehalten werden und perfekt bin ich natürlich auch nicht und könnte mich auch das ein- oder andere Mal in "den Hintern treten".

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Hallo,

ich würde sagen, dass ich meine Kinder in grundlegenden Dingen einfach anders erziehe als meine Eltern mich erzogen haben.

Meine Kinder haben z.B. Mitspracherecht. Sie haben einfach eine Stimme und werden gehört. Das war in meiner Kindheit ganz anders. Meine Eltern haben viele Dinge einfach entschieden und festgelegt, weil sie erwachsen sind und ich ein Kind war. Mir wurden Entscheidungen auch nur selten begründet - wahrscheinlich weil es keine logische Erklärung dafür gab.

Ich musste viele Dinge tun, um meine Mutter glücklich zu machen. Meine Mutter hat mich auch gerne damit unter Druck gesetzt, was ich ihr antun würde, wenn ich diese oder jenes (nicht) tue.

Meine Mutter hat auch zugeschlagen, wenn ich nicht gehört habe. Als ich klein war auf den Po, als ich älter wurde ins Gesicht. Auch das ist hier ein Absolutes Tabu.

Trotzdem habe ich manches übernommen. In manchen Dingen bin ich auch strenger, in anderen lockerer. Das ergibt sich einfach aus den Bedürfnissen aller innerhalb unserer kleinen Familie. Gegenseitige Rücksichtnahme ist mir wichtig und keine Einbahnstraße. Die Bedürfnisse aller werden ernstgenommen.

LG

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Bislang habe ich es wohl ziemlich geschafft nicht die selben fehler zu machen, wie meine eltern.

am schlimmsten fand ich es, sich selbst nie korrigieren zu wollen, weil man sich keinen Fehler eingesteht.

solange Eltern sich selber auch immer mal wieder überdenken, in betracht ziehen, dass sie auch einen Fehler machen könnten, und dann ggf auch mal etwas ändern ist doch fast alles möglich.

Na sonten habe ich eben ein paar Dinge festgeegt, die mir wichtig sind, und die ich auh durchsetze. und darüber kann ich auch herrlich mit meinen Kindern diskutieren, ein "weil ich das sage" gibt es praktisch nicht, weil ich das immer als extrem unbefriedigend und erniedrigend empfand. vor allem als teenager wo man die dinge hinterfragt und verstehen will.

und da ich will, dass meine kinder die dinge verstehen und umsetzen können, ist ein "weil ich das sage" nicht hilfreich. sie sollen keinen blinden gehorsam lernen, sondern auch wissen, wann sie ich weigern, ggf auch gegen die obrigkeit.

ja, meine kinder durften auch lehrern widersprechen, es war ihnen aber klar, dass sie das dann auch gut begründen müssen, wir leben in einer demokratie! mein grundschüler hat siene lehrer regelrecht an die wand gequatscht, denn wenn er recht hatte, gingen denen ja irgendwann die argumente aus. er macht jetzt seine realschule und kommt gut zurecht, auch wenn seine grundschullehrerin mich hasst.

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