Immer das Gegenteil

Hallo ich hab ne kurze Frage, gibt es eine Krankheit wo der Betroffene das Gegenteil macht?

Hab schon gegoogelt und versucht den Kinderarzt zu sprechen (ruft aber nicht zurück)

Meine Sohn macht IMMER das Gegenteil von dem was man zu ihm sagt... Wir wissen nicht mehr ob er es mit Absicht macht oder es eine Krankheit ist....

Es ist demnächst zur Untersuchung für ADS und Adhs....
Aber wir verzweifeln langsam immer mehr...

Danke schon mal

1

Ich will dich nicht entmutigen, aber mein Schwager (51) macht das auch als Erwachsener noch. Als Kind hat sich mein Mann schon immer das Gegenteil von dem gewünscht was er eigentlich wollte, und hat so immer sein Wunschding bekommen. Aber seine Mutter leidet heute noch drunter.

Ich bin nie auf die Idee gekommen, dass das eine Krankheit sein könnte und glaube es eigentlich nicht, aber falls doch schreib hier bitte noch mal.

2

Was meinst du mit IMMER?

Bei jeder Person? In jeder Situation? Auch dann, wenn etwas Gutes ist? Bei jeder Formulierung?

Bei ADS/ADHS kommt es durchaus gehäuft vor.
Da sind kurze, direkte Formulierungen wichtig. Ohne negierung. Klare Anweisungen.

"Stell die Gläser in den Schrank"" :-)

Schwierig.
Stell die Gläser nicht auf den Tisch!
1. wohin dann?
2. NICHT wird oft überhört

Stell die Gläser in den Schrank, die Butter in den Kühlschrank, bring die Marmelade her, vergiss die Löffel nicht und geh nicht mit dem Buttermesser in die Marmelade.
#schwitz

Es kommt an: Buttermesser in die Marmelade und Löffel in die Gläser und erledigt wird die Jacke wird in die Küche getragen.

So ungefähr läuft ADHS bei mir ab.

Kurze klare Ansagen.
Stell die Gläser in den Schrank.
Ja, dieses Fach.
Dieses Fach.
....
Bring bitte die Marmelade.
Nimm einen Löffel für die Marmelade.
Einen frischen Löffel.
...
Das Messer kommt in die Spülmaschine


Wie reagiert er auf Dinge, die er gerne mag?

Möchtest du ein Eis? / Nimm dir schon mal das Eis.
Nimmt er sich dann das Eis oder lässt er es liegen?

Bei Motivation ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher, dass das richtige gemacht wird.

Falls es ADS/ADHS ist, können klare Formulierungen und kleine Tricks helfen.
Falls es das nicht ist, weiß ich nicht weiter.

3

Hallo danke für deine Antwort

Ja leider wirklich bei allem, bei anderen Personen weniger aber dann erkennt man an seiner Körper Haltung das es sehr anstrengend ist für ihn das richtige zu tun. (er sieht dann aus als hätte er ein Stock im a****)

Wir versuchen ihm kurz und knapp zu sagen was er tun soll /kann um es einfacher zu machen für ihn

Wenn er sich was nehmen darf dann starrt er uns so lange an bis man gefühlte 100 mal gesagt hat er kann es nehmen und ihm dann am ende in die hand drückt

Manchmal sieht es aus als wäre ihm alles egal oder ein riesen spaß....

4

Wie lange dauert es bis zur ADS Diagnostik?
Ist die Zeit absehbar oder seid ihr noch auf der Warteliste mit gefühlt einer Ewigkeit?

Wenn die Zeit absehbar ist, würde ich die Diagnostik abwarten.

"aber dann erkennt man an seiner Körper Haltung das es sehr anstrengend ist für ihn das richtige zu tun. (er sieht dann aus als hätte er ein Stock im a****)"

Das kenne ich sehr von mir. Ich will ja das richtige tun, möchte mich von einer akzeptablen Seite zeigen und .... bekomme es nicht hin.

"Manchmal sieht es aus als wäre ihm alles egal oder ein riesen spaß.... "

Manchmal MUSS es mir egal sein, damit ich nicht unter meiner eigenen Scham, nicht können und verletzen von Menschen die ich liebe, nicht selbst daran kaputt gehe.

Spaß ist dann auch mal schwarzer Humor. Besser als Leiden. Auch überspielen oder ablenken, wenn ich selbst mit mir selbst nicht zu frieden bin. :-(


Sind seine Ohren in Ordnung?
Nicht nur HNO akkustisch?

Ich höre die leisten Geräusche und Frequenzen, die in meinem Alter keiner hört.
Durch das ADHS UND weil ich ein visueller Lerntyp bin, kann mein Gehirn Geräusche und Gesprochenes oft nicht zu Bildern umsetzen. Diese Informationen entgehen mir oft.


Welcher Lerntyp scheint er zu sein?

Hilft es ihm, wenn er etwas sieht besser?
Mir (visueller Lerntyp) hilft es z.B. sehr, wenn ich mir Routinen und Checklisten in Bildform gestalte.

Bei Kindern wären das z.B. laminierte Bilder im Bad. Gesicht mit Zähnen und Zahnbürste, Figur in Unterhose und Kleidung dazu, Dusche und Handtuch.

Für Kinder mit ADHS/ ADS kann es z.B. schwierig sein, morgens zu wissen,w as sie jetzt im Bad tun sollen. Sie wollen es selbst und können es noch nicht. Irgendwas fehlt. Die Bilder können dann als visuelle Checkliste helfen.
Die Figur kann ja im Sommer mit kurzer Kleidung und im Winter mit langer Kleidung sein.

Für wiederkehrende Abläufe wie Tier füttern, etwas aus dem Zimmer holene etc. können Bilder auch helfen.
Mir kann jemand sagen, ich soll eine große grüne Tür finden und dort anklopfen.
Selbst wenn auf der gesamten Strecke von 1 km nur eine, genau diese Türe ist, kann es passieren, dass ich sie NICHT finde. Ich weiß, was ich suchen soll, ich kann davor stehen und kann trotzdem nicht merken, dass ich davor stehe.

Habe ich davor schon ein Bild gesehen, springt mein Gehirn sofort darauf an. Da reicht es dann schon, dass ich 20 Türen sehe. Ich sehe sehr schlecht durch Augenfehler. Aber dort, wo ich was grünes in der schon mal gesehenen Farbe "leuchten" sehe, dort steuere ich drauf zu.

Habe ich nur das Wort oder die Info im Kopf, muss ich es mir 20 mal aufsagen - und vergesse es dann erst.
Sehe ich es oder habe es mal kurz gesehen, macht mein Gehirn "Klick". Wie beim Memory, nur noch schneller.

Eine Freundin ist auditiver Lerntyp. Was sie einmal hört, vergisst sie nicht. Bilder kann sie sich noch so oft ansehen, das Gehirn speichert davon fast nichts ab. Nur das Notwendigste wie Schreibweisen.

Je nachdem worauf dein Kind besser anspringt, kann man sich das zu Nutze machen und in den Alltag einbauen.
Anfangs kommt man sich seltsam vor. Mit der Zeit ist es eine Erleichterung, weil als Depp komme ich mir sowieso vor, wenn ich es nicht hinbekomme. Mit Hilfsmittel habe ich wenistens kleinere Erfolgserlebnisse.

Natürlich dürfen sie mich nicht überfluten. Die Bilder/Infohinweise sollten strategisch gut platziert sein. Schlüssel, Mütze/Sonnenschutz, Schuhe an der Wohnungstür. Zähne putzen im Bad.
Nicht zu viele Infos auf einem Bild.
So dass es ins Auge sticht, ohne überladen zu sein.

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