Ist Selbstständigkeit anerzogen?

Ist Selbststäbdigkeit anerzogen ? Oder hängt es auch vom Charakter ab?

Ich habe immer zu ersterem tendiert, meine Kinder sind für ihr Alter sehr selbstständig(finde ich zumindest)
Kind 2 ist 1,5 Jahre alt, zieht sich selber Socken und Hose an, holt sich bei Durst die Wasserflasche und bringt sie mir.
Kind 1 ist 5, putzt sich eigenständig den Hintern ab, zieht sich selbstständig an, möchte sich mittlerweile das Frühstück selber machen ( Brot schmieren etc )

Meine Freundin hat 3 Kinder, das Mittlere ist 5. Schafft es nicht, den Wasserhahn aufzudrehen, zu schwer. Putzt sich den Hintern nicht ab, kann es nicht. Fragt grundsätzlich bei Allem um Hilfe.

Also ist es doch eine Charaktersache oder? Sonst wären ja alle ihre Kinder so?

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Wenn man hier im Partnerschaftsforum liest, scheint ein Teil der Urbianerinnen jedenfalls der Ansicht zu sein, dass Selbständigkeit geschlechtsspezifisch ist. ;-)

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Und die Kinder sollen sich auf die Schule konzentrieren, das ist schließlich deren „Job“, und nicht mit so etwas aufgehalten werden 🙃

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Beste Antwort! Ein Penis scheint einen von vielen Dingen abzuhalten!

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Vermutlich wie so vieles eine Mischung von Charakter, Erziehung, Tagesform, Interesse, ...

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Ich würde sagen: teils teils und ändern kann sich das auch wieder.

Von den heute Pubertierenden waren einige als Kleinkinder/Kindergartenkinder sehr auf Hilfe angewiesen. Heute klappt es super und sie sind sehr selbständig.
Manche wirkten als Kleinkinder/Kindergartenkinder sehr selbständig, konnten einiges schon früher als andere. Als Teenager brauchen sie deutliche Worte, mehrere Ermahnungen; in der Grundschule viel Unterstützung beim sich selbst Organisieren.

Bei manchen kommt es auch auf die Teilbereiche an. Alleine zu Hause lassen können, alleine sich beim Bäcker was kaufen, selbst anziehen (mit oder ohne heraussuchen der Sachen UND Wetterpassend) .

Ein Kind kann sich super alleine anziehen, wenn die Sachen bereit liegen. Ein anderes Kind braucht Unterstützung beim Anziehen, weiß dafür sehr genau was es anziehen möchte.

Dazu kommen motorische Fähigkeiten.
Beispiel Wasserhahn: es gibt Dinge, die bekam mein damals Grundschulkind schon auf, bei denen ich als Erwachsene noch tüftle.
Wasserhähne sind sehr unterschiedlich und es kommt darauf an, wer sie zugedreht hat. Wenn man Vater sie zugedreht hat, konnte nur er sie aufbekommen. Wenn meine Mutter sie zugedreht hat, war es grade so, dass es nicht tropfte. Bei manchen Wasserhähnen (auswärts) habe ich meinem Kind gezeigt, wie es geht und bei manchen sie mir.

Zu Hause bekam sie den Wasserhahn früh gut auf. Bis es so klappte, dass nur das Waschbecken nass war und nicht der Rest, war Übungssache. Unsere gingen aber auch leicht. Zu leicht.
Eine Freundin hatte auch mal so einen Wasserunfall: zu schnell zu stark aufgedreht. Schreck bekommen und sich lange Zeit nicht mehr rangetraut. Auch das kann es geben.


Vergleiche im Kleinkind / Kindergartenalter sagen noch nicht so viel aus.
Es kann sich vieles noch ändern. "Langsamere" können nach 1-2 oder mehr Schüben deutlich aufholen. Und Schnellere können gemütlicher werden.
Zudem kommen noch motorische und kognitive Entwicklungsschübe.

Dazu kommt noch der Motivationsfaktor. Sagte ich: wir gehen auf den Spielplatz, dann war meine in 30 Sekunden angezogen.
An Schultagen mit Lieblingsfächern 1-2 Minuten.

Frag besser nicht, wie es an "nicht Lieblingsfachtagen" ist. Zum Glück (Mutter-Glück) warten Busse nicht #schein Die Motivation nicht zu spät kommen zu wollen in Kombi mit "der Bus fährt in x Minuten" sport an.

Kinder, die sich super schnell anziehen können, aber nur mäßig Motivation haben pünktlich anzukommen .... sie könnten .... vielleicht .... oder auch nicht ....
Bis zur Grundschule wollten sie noch .... selbst .... die meisten .... früher .... als sie noch jünger waren .... so jung wie deine jetzt ......

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*Vergleiche im Kleinkind / Kindergartenalter sagen noch nicht so viel aus.
Es kann sich vieles noch ändern. "Langsamere" können nach 1-2 oder mehr Schüben deutlich aufholen. Und Schnellere können gemütlicher werden.
Zudem kommen noch motorische und kognitive Entwicklungsschübe.*

#pro#pro#pro
Genau!

Ach ja, das mit der Motivation auch nett #rofl (und sooooo wahr!)

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Hallo,

ich denke, dass Selbstständigkeit zumindest viel mit Erziehung zu tun hat. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass deine Freundin etwas falsch macht.

Grundsätzlich möchte jedes Kind selbstständig sein / werden. Das eine traut sich bestimmte Dinge früher zu, ein anderes später. Manche Kinder lernen bestimmte Dinge früher als der Durchschnitt, andere später. Kinder sind verschieden.

Wichtig ist, dass man den Kindern die Chance gibt, selbst tätig zu werden. Dafür muss man sich Zeit nehmen und oft viel Geduld aufbringen. Man darf selbst nicht zu ängstlich sein, sondern muss seinen Kindern auch etwas zutrauen.

LG

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Hallo
Ganz klar, beides spielt eine Rolle. Manche streben schon von selbst nach Freiheiten, Selbstständigkeit und der Möglichkeit Verantwortung zu tragen. Bei anderen muss man mehr nachhelfen als bei den anderen. Ich habe das Gefühl, vor letzterem scheuen viele Eltern zurück oder sind zu perfektionistisch erwachen veranlagt (wenn Kind es macht, dauert es länger, wird vielleicht nicht so perfekt,...). Aber da schweife ich ab ;-)

LG

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Ich habe bei Erwachsenen die Erfahrung gemacht, dass Selbstständigkeit auch oft mit Selbstbewusstsein einher geht. Und manche Leute Dinge einfach nicht tun, weil sie unsicher sind und Angst haben Fehler zu machen.

Und ja ich denke das kann durch Erziehung gefördert oder eben verhindert werden. Dabei meine ich aber nicht, dass es tragisch ist, wenn sich ein Kleinkind noch nicht selber das Brot schmiert. Sondern, dass wenn es sich das Brot schmiert eben auch machen darf und suggeriert bekommt, dass es gut ist und es nicht auf halben Wege doch von den Eltern übernommen wird damit am Ende nicht alles neben dem Brot landet.

Das gleich wird auch noch im älteren Alter gelten. Wenn Eltern oder später auch Partner immer alles übernehmen und wenn die Person es mal selber probiert und es direkt falsch oder nicht gut genug ist, weil es dem Ideal von Eltern oder Partner nicht entspricht, dann prägt das meiner Meinung nach schon den Charakter.

Ich kenne nämlich durchaus unselbstständige erwachsene, sie aber in gar nicht faul sind , sondern einfach unsicher.

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Ich denke es ist auch sehr Charakterabhängig, dann kommt dazu die Erziehung und die Motivation....
Mein jüngster ist deutlich selbstständiger als sein Bruder obwohl ich beim älteren mehr Zeit investiert habe damit er Dinge eigenständig lernt.
Der kleine erlebt das er damit auf viel positive Resonanz trifft und das motiviert zu mehr....

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Zum einen, denke ich, es ist immer ein Gemisch aus mehreren >Einflüssen, so wie es einige hier schon sagten.

Motivation, warum sie (schnell) selbst machen WOLLEN
Tagesform, Müdigkeit oder nicht
Charakter (evtl. bequem sich bedienen zu lassen oder ein "Selbermacher")


Und in dem Alter von dem du sprichst, ist vieles ganz sicher auch einfach entwicklungsbedingt, allein schon die Motorik. Ein Kind kann früh sprechen, das andere nicht, ein Kind, kann sich selbst die Socken anziehen das andere nicht.
Ein Kind fährt mit 3 Jahren Fahrrad, ein anderes kann es nichtmal mit 6, will es aber, aber bekommt es nicht hin.
Das hat mit Erziehung nicht so viel zu tun.
Und es gibst verschiedene Phasen, die sich ändern können.

Aber, wenn man einem Kind keine Chance gibt, etwas zu tun, kann es auch nichts lernen - also ist es auch erziehungsbedingt.



Bei der Überschrift hatte ich allerdings an etwas anderes gedacht.

Was du beschreibst, ist zwar auch etwas mit Selbstständigkeit zutun, aber auch sehr viel mit körperlicher Entwicklung und ggf. mit Willen.

Ich dachte an größere Kinder, die bestimmte Dinge auf jeden Fall könnten, wenn man es ihnen zeigt und sie laufen lässt.

Ein Kind wäre selbständig,
wenn es sich allein eine Kleinigkeit kochen kann (Nudeln, Spiegelei...),
wenn es eine Waschmaschine und Spülmaschine bedienen kann,
sein Zimmer sauber halten kann,
den Bus- oder Zugfahrplan lesen kann,
ggf. auch mal allein zum Arzt oder mit dem Tierchen zum Tierarzt gehen kann etc.

Solche Dinge könnte ein Kind mit 10-12 Jahren im Prinzip schon, wenn man es lässt.
Das verstehe ich unter selbständig, hat aber wesentlich mehr mit Erziehung zu tun als mit mit Entwicklung.

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Hm. Ich denke das sind mehrere Faktoren. Meine Tochter aß mit einem Jahr selbstständig mit dem Löffel. Hat schon früh angefangen mit dem üben. ABER! : DAS wollte SIE. Sie ließ sich nicht füttern, sie hat geschriehen und hat sich einfach dagegen gewehrt, denn sie wollte es selbst machen. Sie ist sehr gut entwickelt und das liegt ihr einfach. Gelaufen ist sie auch früh. Sie interessiert sich einfach für das praktisch-motorische, wenn man es so nennen kann. Ihre Söckchen und Schuhe zieht sie auch schon längst selbstständig an, sie ist jettt 2 und Paar Monate. Hier liegt es nicht an der Erziehung sondern an ihren/m Bedürfnissen/Wille und Anleitung.

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2 Jahre alt ist sie - habe ich vergessen zu schreiben 🤦‍♀️

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